Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Auch Enten lieben Kirschen by edithtg
1, 25 August, 2010, 7:32
Einsortiert unter: Vögel

Ich lebe im schönen Schwabenland, und wann immer ich Zeit und Lust habe, gehe ich spazieren. Hier ist fast alles eben und überall grünt und blüht es zur Zeit. Und es ist Kirschenzeit. Herrlich der Duft der süßen Früchtchen, die auch mein Lieblingsobst sind.

Der große Park ist angefüllt mit fröhlichen Menschen und lachenden und spielenden Kindern. Ich setzte mich auf eine Bank und schaue dem fröhlichen Treiben zu. Da entdecke ich, wie einige Enten aus dem Park laufen und stehe auf um zu sehen wohin sie gehen. Meistens sind die Enten in dem kleinen See und schnattern laut, heute ist es verdächtig ruhig in dem Gewässer und nur wenige Enten sind da.

Ich glaube zuerst nicht was ich sehe! Da gehen die Enten im Gänsemarsch aus dem Park und laufen über den angrenzenden Zebrastreifen zu dem großen Kirschbaum, der dort auf der Wiese steht. Und jetzt geht es los mit dem Geschnatter und dem großen Fressen. Fein säuberlich fressen sie die Kirschen, die unter dem Baum liegen. Und dann watschelten sie wieder manierlich im Gänsemarsch zurück in ihren Park und in ihren See.

Ich blieb noch eine ganze Weile und beobachtete die Enten, es sah einfach putzig aus wie sie über den Zebrastreifen auf den Kirschbaum zuliefen. Ihr lebhaftes Geschnatter machte deutlich, wie gern sie die süßen Kirschen mochten. Jetzt weiß ich, daß auch Enten gerne Kirschen essen.

Foto: © Klaus-Peter Wolf / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier
UrsulaGeier@web.de
     
http://www.urska.jimdo.com

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Sitzen und blöd schauen by edithtg
1, 14 Juli, 2010, 6:18
Einsortiert unter: Vögel

Ein Rabe sitzt im Wald auf einem Ast.
Kommt ein zweiter Rabe vorbei und fragt: “Was machst du denn da?”
“Nix, ich sitz nur da und schau blöd.”
“Klingt gut, das mach ich auch”.
Und der zweite Rabe setzt sich neben den ersten auf den Ast.

Kurze Zeit später kommt ein Hase daher und sieht die beiden Raben.
“Was macht ihr denn da?”
“Nix, wir sitzen nur da und schauen blöd.”
“Das will ich auch probieren”, sagt der Hase und hockt sich unter den Ast.

Es dauert nicht lange, da kommt ein Fuchs des Weges. Er sieht den Hasen und die beiden Raben und fragt: “Was macht ihr denn da?”
“Nix, wir sitzen nur da und schauen blöd”, erklärt ihm der Hase.
“Aha”, meint der Fuchs und gesellt sich zum Hasen.

So hocken alle vier da, machen nix und schauen blöd, bis ein Jäger vorbeikommt und den Fuchs und den Hasen erschießt.

“Siehst, was ich immer sag”, meint der eine Rabe zum anderen, “nix tun und blöd schauen geht nur in einer höheren Position.”

Foto: © Multipla (Thomas Max Müller)/ http://www.pixelio.de

Autor: Unbekannt. Es ist ein Witz, der im Internet kursiert.

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Unser Nymphensittich Coco by edithtg
1, 19 April, 2010, 5:32
Einsortiert unter: Vögel

Unser Nymphensittich “Coco” ist unser Wachhund. Immer wenn es an unserer Wohnungstür klingelt oder er hört jemanden durch diese Tür kommen, ruft er sehr laut und zwar so lange, bis derjenige, der in die Wohnung kommt,auch zu ihm kommt. Es kann sich also keiner ” reinschleichen”. Coco kann aber die Wohnungstür nicht sehen.

Foto: © Telemarco (Marco Barnebeck) / http://www.pixelio.de

Autor: Katharina Zilles
k.Zilles@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Die Möwe Petra by edithtg
1, 4 April, 2010, 8:59
Einsortiert unter: Vögel

Es ist schon einige Zeit her, dass ich die Bekanntschaft einer Möwe machte. Damals lebte und arbeitete ich in Spanien und saß wie fast jeden Abend am Strand eines kleinen Fischerdorfes. Nur ein paar Meter weiter befand sich ein Restaurant, dort gab es leckeren frischen Fisch und natürlich auch eine gute Pizza.

Und pünktlich jeden Abend so um 24 Uhr, wenn es still war im Restaurant und am Strand, flog eine Möwe mitten ins Restaurant und holte sich beim Wirt ihre Portion Fisch ab.

Es war nicht irgendeine Möwe, es handelte sich um die Möwe Petra. So hatte sie der Mann genannt, der öfter mal zu diesem romantischen Fischerdorf kam. Er und die Möwe Petra hatten sich vor einigen Jahren kennen gelernt, als der Mann mit seinen roten Schwimmflossen im Meer badete. Die Möwe sah den Mann und setzte sich spontan auf seinen Bauch. Zuerst erschrak der Mann, aber dann gewann er sie lieb und nannte sie liebevoll Petra. Und weil der Mann öfter in das kleine Restaurant ging, folgte ihm natürlich auch die Möwe Petra. Die beiden waren schon bekannt und wurden immer nett vom Wirt begrüßt. Petra bekam eine Portion Fisch, der Mann mochte lieber Pizza.

Eines Abends, ich ging am Strand spazieren und wollte zu dem kleinen Restaurant gehen, sah ich ein Tier am Strand liegen. Es war die Möwe Petra, sie blutete, aber sie lebte noch. Mein Mann und ich brachten sie zur Tierhilfe Mallorca und dort wurde sie ärztlich versorgt. Leider erlag sie einen Tag später ihren Verletzungen.

Bis heute haben wir nicht verstanden, wer dem Tierchen diese Verletzungen beibrachte. Sie hat doch niemanden etwas getan. Lange haben wir die Möwe Petra vermisst, aber in unseren Gedanken lebt sie weiter.

Foto: © energie84 (Thomas Bornschein) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier
UrsulaGeier@web.de
     
http://www.urska.jimdo.com

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



NEGRO, DAS PLAPPERMAUL by edithtg
1, 8 Januar, 2010, 6:47
Einsortiert unter: Vögel

Schon seit ewigen Zeiten wünschte ich mir einen Papagei. Der Gedanke ließ mich nicht los. Ich kaufte mir ein Buch und las alles, was ich über einen solchen Vogel wissen musste. Dann ging ich in unser Zoofachgeschäf. Der nette Inhaber kannte mich schon eine Weile und ich mochte ihn recht gerne. Schon oft hatte er mich gut beraten, so auch heute. Er wusste viel über Papageien, weil er selber welche hatte. Irgendwie kamen wir auf andere Vogelarten und ich kaufte zuerst einmal ein Buch über Beos. Ich las das Buch mehrere Male und kam vom Papagei ab. Ich fand einen Beo viel besser und entschloss mich, einen zu kaufen.

Der Beo kommt aus der Familie der Krähen oder Raben und ist ein sehr gelehriges Tier. Seine Heimat ist Indien und dort wird er als Haustier gehalten. Zuerst einmal kaufte ich einen riesigen Vogelkäfig, dann alles, was so ein Beo braucht.

Ich nahm einen mittleren Beo. Es gibt noch einen kleinen und einen großen, aber der mittlere soll am besten sprechen. Mein Beo sah wunderschön aus, sein schwarzes Gefieder glänzte leicht bläulich, seine Füße waren orange und sein Schnabel auch. An beiden Kopfseiten hatte er orangefarbene Kopflappen. Ich nannte ihn Negro, das heißt „Schwarzer“ und kommt aus dem Spanischen.

Die Inder sagen, Beo bedeute Plappermaul, weil der Vogel viel spricht. In den ersten Tagen schaute ich den Vogel an und er schaute mich an. Keiner sagte etwas zu dem anderen. Dann nach zwei Wochen sagte ich jedes Mal „Hallo Negro“ zu ihm und nicht mehr. Er schaute mich an und sagte nichts. Ich dachte, vielleicht spricht der ja nie, aber ich machte weiter. Zu dem „Hallo Negro“, kam „wie geht es dir?“, und nach und nach „du bist ein schöner Vogel“, – „wann sprichst du mit mir?“. Das machte ich wochenlang. Manchmal dachte ich so bei mir, der spricht nie, aber ich gab nicht auf. Dann eines Tages sagte er „Hallo Negro“. Ich stand wie versteinert da und glaubte nicht, was ich da hörte.

Der Vogel hatte meine Stimme nachgemacht, der Wahnsinn! Und er war ein besonderer Vogel, er machte fast alles nach was er hörte. Er konnte miauen wie eine Katze, bellen wie ein Hund, er klingelte wie ein Telefon und er machte die Stimmen der Kinder nach. Wenn ich ihn aus dem Käfig holte, setzte er sich auf meine Schulter und spazierte mit mir durch das Haus. Wenn ich zum Waschbecken ging, wollte er Wasser trinken, er war ein toller Vogel. Oft musste ich über ihn lachen, wenn er wieder mal jemanden nachäffte.

Nach ihm wollte ich keinen Vogel mehr. So einen klugen Gesellen würde ich nicht mehr bekommen wie meinen Negro.

Foto: © DominoXL (Domino) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de

http://www.urska.jimdo.com

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Die mutige Blaumeise by edithtg
1, 20 Dezember, 2009, 1:34
Einsortiert unter: Vögel

In einem Garten einer Kleinstadt standen herrliche Büsche und Tannenbäume. Im Frühling wenn die jungen Blätter wie ein grünes Kleid die Äste zieren, die Luft nach Blüten und Blumen duftete, dann sind auch die Zugvögel wieder im Land und in den Bäumen und Büschen herrscht aufgeregtes Leben.
Ein Zwitschern, Trillern und Jubilieren schallt dann durch die Luft und die kleinen gefiederten Sänger scheinen sich gegenseitig mit ihren Liedern übertrumpfen zu wollen.

Welch eine Farbenpracht war da zu sehen im dem kleinen Garten, das „zi-zi-be“ der Meisen, „twit twit twit“ des Kleibers. Prächtige Finken tummelten sich im Geäst und veranstalteten einen Radau der fast an Lärmbelästigung grenzte.
Die Besitzer des Gartens fanden es aber wunderbar und lauschten bei geöffneter Terrassentür dem täglichen Konzert.
Nun ja es war eben Brautschau angesagt, sich kennen und schnäbeln lernen, ein Nest bauen und Junge aufziehen, ein anstrengendes Vorhaben besonders für die männlichen Vögel, wussten sie doch das nur mit kraftstrotzender Ausdauer ein weibliches Vogelherz zu gewinnen war, ein herrliches Gefieder und ein robuster Gesundheitszustand war ebenso wichtig um eine Dame zu erobern.
Ein kleiner aber sehr kräftiger Blaumeisenmann zwitscherte was das Zeug hält. Seine kleine Brust bebte bei jedem Schrei. „Tsi Tsi Tsi“

Er war aber auch wirklich ein Prachtkerl, seine kleinen Augen funkelten und sein Scheitel hatte einen besonders schönen Blauton. Sein Gefieder glänzte in der Morgensonne und er könnte Äste ausreißen so energisch war er. Ein Angeber war er, sagten die anderen, erzählte ständig wie mutig er war, die Katze im Nachbarsgarten hatte er verscheucht in dem er sie attackiert hatte als wäre er eine große Elster, die Regenwürmer würde er seinen Konkurrenten aus dem Schnabel stehlen und beim größten Gewittersturm saß er oben auf der Tannenspitze und trotzte den Elementen.

Und jetzt will er natürlich die hübscheste Blaumeisendame heiraten, eine hat er sich schon auserkoren, ein niedliches Ding, schlank und pfiffig, gesund sah sie aus und nicht uninteressiert. Sie hatte gestern zwar gelangweilt an ihrem Insekt gezupft als er vorbei flog aber sie hörte seinem Balzgesang zu und als er seine Geschichte von der Katze dem Kleiberpärchen und Dompaffmännchen erzählte hat sie ganz aufmerksam zugehört.
Ein bisschen würde er sie noch zappeln lassen aber dann wenn er ihr genug seine Männlichkeit präsentiert hatte würde er sie auf ein Treff in dem Vögelhäuschen das in dem kleinen Garten stand einladen. Die Besitzer waren so freundlich und streuten das ganze Jahr Futter hinein und der kleine Blaumeisenmann fand diesen Treffpunkt passend. Das sie ihn ablehnen könnte auf diese Idee kam er nicht, alle anderen Kerle sind doch Schwächlinge und sahen nur halb so gut aus wie er.

Es hätte wohl alles so einfach werden können wenn unser kleiner Aufschneider seinen Schnabel nicht ganz so weit aufgerissen hätte.

Eines Morgens, die Luft roch frisch und nach Frühsommer trällerten mal wieder alle um die Wette. Die Buchfinken hüpften auf der Erde nach Nahrung, eine müde Amsel saß im Vogelhaus und döste vor sich hin, die Kohlmeisen spielten frech miteinander.

Mittendrin im Busch erzählte unser Blaumeisenmann wieder einem jungen Zaunkönig das er grundsätzlich nur die fettesten Regenwürmer seiner Brut liefern würde, schließlich sollen die Kinder kräftig und gesund heranwachsen, er kenne da seine Stellen, natürlich nicht ungefährlich weil eine Katze und ein Hund dort lebten aber ihm mache das nichts aus, für die Familie natürlich nur das beste. Er plusterte sich auf, wohl wissend dass seine Auserkorene mit ihren Freundinnen in der Tanne daneben saß und gründliche Federpflege betrieb.

Einer der Buchfinken piff von unten hoch. „ Ja ja ist gut, wir wissen schon das du ein Kraftprotz bist“. Die Kohlmeisen glucksten zustimmend. „Unser Held kann es einfach nicht lassen mit seinen Geschichten“ trillerte ein zartes Rotkelchen und wippte mit ihrem Körper auf und ab.
„Nur kein Neid meine Lieben, ich bin eben so, von Natur aus versteht sich“ Der kleine Blaumeisenmann zitterte mit seinen Flügeln und zwar so das seine Angebetete sein Werberitual auch bemerkte.
„Wenn du schon so ein Held bist warum zeigst du uns dann nicht einer deiner Heldentaten, bis jetzt haben wir davon ja nur gehört“. Ein anderer Blaumeisenmann flog auf die Spitze des Vogelhäuschens so dass ihn jeder sehen konnte. Er war nicht hässlich, ein bisschen blass das Gefieder aber er sah jung und stark aus.

Wo kam der denn jetzt her? Das fehlte gerade noch das kurz vor der Erhörung der Liebsten ein Rivale auftauchte.
„Findet ihr nicht auch dass er seinen Mut beweisen sollte? Wie wär es denn mit einer Mutprobe, du Klugscheisser“.
Jetzt wurde es still um das Vogelhäuschen. Alle richteten ihre Blicke zu unserem kleinen Sprücheklopfer. Auch sein Blaumeisenmädchen schaute interessiert auf ihn. So ein Mist, jetzt musste er das richtige sagen sonst war er unten durch und konnte sich gleich eine neue Balzstelle suchen.
„Wenn dir das so wichtig ist bitte? Vielleicht lernst du dann was“ sagt er verwegen aber sein kleines Vogelherz schlug schwer in seiner Brust. Hoffentlich kam nicht die Katze ins Spiel, denn ehrlich unter uns gesagt, stimmte das nicht so genau, er hatte nur ein bisschen angeben wollen, was ist schon dabei, die Katze hat ihn eigentlich gar nicht bemerkt.
„Also gut, ich weiss wie du uns dein Heldentum beweisen kannst und solltest du das wirklich schaffen, dann Feder ab vor unserem Meisterhelden“ schrie der Rivale das es auch alle anderen hörten.
„Was soll er denn machen?“ fragte ein Kleibermann. Mit seiner schwarzen Zorromaske um die Augen sah er gefährlich aus, kopfüber saß er auf einem Ast und verfolgte die Situation interessiert.
Die Neugierde hatte jetzt aber wohl alle gepackt denn plötzlich kamen wie aus heiterem Himmel eine Horde Grünfinken und Tannenmeisen dazu. Umringt von Vogelscharen plusterte sich der Blaumeisenmann auf dem Vogelhäuschen auf.

„Morgen früh werden wir uns hier versammeln, genau zu der Zeit wenn unsere Menschen hier in dem Haus wach werden, ziemlich genau wenn wir gezwitschert haben geht die Terrassentüre auf. Genau dann fliegst du in das Haus, setzt dich auf den Stuhl der gleich in der Ecke steht und machst einen Klecks auf den Boden. Dann bleibst du noch etwas sitzen und fliegst wieder raus. Na wie ist es, ein Kinderspiel für einen wie dich oder?“
Völlig entsetzt hörte sich die Vögelschar die Mutprobe an und dann war das Gezwitscher groß. „Viel zu gefährlich“ piepste das Rotkelchen. „Unmöglich, zu riskant“ schmetterte der Zaunkönig. Die anderen Blaumeisen keckten untereinander.
Der blau schillernde Kopf unseres Blaumeisenmanns wurde blass, mit allem hatte er gerechnet aber das war schlimmer als seine eigene großspurige Phantasie. Mit Menschen wollte er nichts zu tun haben, sie taten ihm nichts aber nur weil er sich auf Abstand hielt, sie halten sich Katzen, das muss man sich mal vorstellen.

Sicher das Vogelhäuschen, eine nette Geste, besonders im Winter, aber konnte man deswegen vertrauen? Das war nicht machbar, er war entlarvt als Feigling, er musste ablehnen, aufgeben, das Revier verlassen. Verstohlen äugte er zu seiner Verehrten und da sah er ihren Blick. Sie schaute ihn an, liebevoll, ermutigend, ich vertraue dir, sagte dieser Blick.
Sie war aber auch entzückend, ein Prachtmädel. Er holte tief Luft und verfluchte sich gleichzeitig.
„Gut, ich mache es. Morgen wie besprochen“ und flog eilig davon.
Die aufgeregten und besorgten Nachrufe konnte er noch hören als er schon ganz oben auf einer Tannenspitze auf seinem Ast gelandet ist.
Sein Freund, eine ältere und weise Blaumeise flog ihm nach. „Bist du von dem Uhu gepackt worden? Das ist dein Todesurteil, das ist das Unheil herausfordern. Du weißt doch gar nicht was hinter diesen Mauern vor sich geht. Du wirst zerquetscht, getötet werden. Gib auf, sei schlau wie die Elster.“
„Ich kann nicht, es ist zu spät. Ich bin selber schuld mit meiner Angeberei, ich habe es mir selbst eingebrockt. Und es geht um mein Glück, ich bin verliebt und muss es beweisen.“
„Du hättest ihr deine Liebe auch durch deinen Gesang zeigen können, wenn sie dich liebt wäre es ihr genug.“ Sein Freund flog in die Luft und ließ ihn allein.

Es wurde eine grauenvolle Nacht für unseren kleinen Helden. Er tat kein Auge zu, die Nacht war klar und die Sterne funkelten am Himmel. Wunderschön sah das aus aber er sah es nicht, war im Gedanken bei der wahninnigen Tat die ihm bevorstand. Morgen bin ich tot, dachte er, ich werde den Sommer nicht mehr miterleben, keine Liebe spüren, keine Kinder großziehen, ihnen keine Insekten in ihre kleinen hungrigen Schnäbel stecken die er zusammen mit seiner Liebsten unermüdlich sammeln würde. Sie nimmt sich seinem Rivalen und gründet mit ihm eine Familie. Das war’s. Aus. Traurig schloss er seine kleinen Augen und zitterte den morgigen Tag entgegen.

Der war ein herrlicher, windiger Tag mit warmen Sonnenstrahlen die den kleinen Garten in ein mildes Licht tauchten. Die Gesänge der Vögel in den Büschen und Bäumen kam einem Konzert nahe und alles war so harmlos und friedlich. Der kleine Blaumeisenmann hatte nur mit Mühe ein kleines Insekt gefrühstückt, alles andere wäre ihm nur im Halse stecken geblieben. Und pünktlich nach dem Fressen, Gefiederputzen und Gesang versammelte sich die gesamte Vogelschar um das Futterhäuschen, oben drauf wartete bereits der Rivale. Der hatte sicher gut geschlafen, voller Vorfreude auf sein Liebesglück. Die Schöne selbst saß auf einem Tannenzweig. Sie war ganz ruhig, sah aber besorgt aus. Sie hatte auch schlecht geschlafen, wollte etwas zwitschern zu ihrem Verehrer aber sie traute sich nicht, fühlte sich irgendwie mitschuldig, typisch Meisenfrau eben.

„Ist das nicht ein wunderbarer Morgen? Seht nur, wie ich es gesagt habe, die Terrassentüre ist bereits geöffnet worden.“ Der Rivale nickte zu dem Haus und tatsächlich sie stand bereits offen, wie ein Höllentor lud sie zum letzten Flug ins Verderben ein. Alle Blicke richteten sich auf unseren kleinen Vogel der nur noch die Tür zum ewigen Jenseits sah. Das laute Pumpern seines kleinen Herzens konnten sie nicht hören, diese Schaulustigen auf seinem Weg zum Schafott.
Er holte tief Luft und flog los, nicht kneifen, einfach machen, jetzt war es zu allem Denken und Diskutieren zu spät. Er legte die Flügel an seinen Körper und schoss durch die Fenstertüre direkt zu dem Stuhl in der Ecke und ließ sich flatternd nieder.

Gehetzt schaute er sich um. Ruhig war es in dem hellen Raum. Nichts bewegte sich, er hörte nur von oben ein leises Summen. Das gleichmäßige Ticken einer Uhr. Nirgendwo eine Katze oder Hund. Noch lebe ich dachte er schnell, jetzt noch den Klecks und dann raus hier. Aber komisch, das was sonst ständig funktionierte, wollte nicht klappen, sein kleines Hinterteil war wie gelähmt, er konnte einfach nicht, hatte nicht viel gefressen, vielleicht lag es daran, so ein Mist. Doch dann wie von selbst platschte der erhoffte Klecks auf den Boden. Ein Geschenk des Himmels. Er sah durch das Fensterglas die gesamte Vogelbrut sitzen, wie sie sich die Hälse verrenkten und die Augen aufrissen, entsetzt, neugierig, gehässig, scheu. So, jetzt nichts wie raus hier. Seine Mission war erfüllt.
Er wollte gerade los fliegen als er von oben eine Türe hörte und weil es ein windiger Tag war und es wahrscheinlich im Haus zog knallte die Terrassentür wie von Geisterhand in sekundenschnelle zu. Panisch und völlig kopflos flog der kleine Blaumeisenmann zu der geschlossenen Fensterfront und schlug mit seinem Kopf an das unsichtbare Nichts.

Draußen herrschte jetzt die volle Aufregung. Was war passiert? Warum kam er nicht raus? Um Himmels Willen das wollte doch keiner, nicht mal der Rivale. Besorgt schaute er auf seinen Artgenossen hinter der Glastüre der bewegungslos auf dem Boden lag. Es kam aber noch schlimmer denn die Hausherrin die im ersten Stock des Hauses den Luftzug verursacht hatte kam die Treppe herunter und sah den kleinen Vogel regungslos liegen. Jetzt ist es aus mit ihm, dachten alle seine gefiederten Kollegen.

Vorsichtig hob die Frau die kleine Blaumeise hoch. „Na du kleiner Piepmatz, hast du dich verflogen?“ Langsam kam unser kleiner Vogel wieder zu sich, die warme hohle Hand die ihn zärtlich hielt spürte er als erstes, benommen blickte er hoch und wollte gleich vor Angst sterben. „Na dein Herz schlägt ja wie eine Trommel, ist doch nicht so schlimm, du bist wohl an die Scheibe geknallt?“ Zart strich sie über sein Gefieder und irgendwie meinte der Blaumeisenmann, wenn das der Tod ist, dann werd ich das überleben. Er entspannte sich etwas und das Brummen in seinem kleinen Schädel ließ langsam nach. „Ich denke du kannst jetzt wieder in die Sonne, kleiner Freund“ Das ließ er sich nicht zweimal sagen, denn wenn dieser nette Mensch den Klecks am Boden sah überlegte er es sich vielleicht noch mal. Ihre warme Hand gab ihn frei und er flog wie Phönix aus der Asche in die ersehnte Freiheit.

Das war ein Empfang, ein Gekreische, Flügelschlagen, Kopfnicken und Schnäbeln. Der Held kam zurück, er hatte es geschafft, hatte die größte Mutprobe bestanden, er war kein unreifer Angeber sondern ein mutiger Kerl mit Lebenserfahrung. Der Rivale nickte ihm anerkennend zu und flog davon, für ihn gab es hier nichts mehr zu holen. Sein weiser Freund hüpfte auf ihn zu und steckte ihm eine frische Fliege in den Schnabel. „Hier mein Freund, das wird dir gut tun.“ „Danke“ sagte unser Held dankbar.

Er war noch zu aufgeregt und ließ stumm die Lobeshymnen über sich ergehen. Erschöpft saß er auf dem Dach des Futterhäuschens und genoss den Beifall. Wo war sie? Unter der ganzen Horde gefiederter Wilden konnte er sie nicht sehen. Sie war da, ganz hinter der Masse saß sie und beruhigte sich nur langsam, sie hatte sich solche Angst um ihn gehabt, war sie doch schon lange verliebt in ihren Aufschneider. Wollte ihn noch zappeln lassen bevor sie ja sagte.

Die weise Blaumeise wies alle zurecht, spürte was jetzt kommen würde. „Kommt wir haben alle noch zu tun, lassen wir unserem Mutigen etwas Ruhe.“ Die bunte Vogelschar flog nacheinander in ihre Büsche und Bäume nicht ohne noch mal ein lautes Jubelrufen loszulassen. Was für ein denkwürdiger Tag.

Der Held und seine Angebetete blieben natürlich zurück. Langsam näherte sich die Schöne ihrem Prinzen. „Du hast es wirklich gewagt und überstanden. Ich gratuliere dir. Aber bist du auch so leichtsinnig mit deiner Familie?“ zirpte sie leise.
Unser Blaumeisenmann sah ihr fest in die Augen. „Nein, das dumme Gerede hat ein Ende und auch Mutproben müssen in Zukunft ohne mich auskommen. Ich will ein Nest bauen und mich um meine Familie kümmern. Mir fehlt nur noch die Richtige dazu.“ Seine kleinen Flügel zitterten geschmeidig vor ihren Augen auf und ab. „Wenn du mich noch willst?“ fragte er vorsichtig, so bescheiden wie nie.

„Ich hätte dich auch ohne deine Mutprobe genommen, du Wichtigtuer denn ich weiss das du das Herz am richtigen Fleck hast und mich und unsere Brut beschützen wirst, was will ich mehr?“ rief sie fröhlich und als sie das zwitscherte, hüpfte er auf sie zu und sie schnäbelten wie wild.
Später als die Sonne hoch am Himmel strahlte flogen sie dicht beieinander durch die warme Luft und freuten sich ihres Lebens.

Ich habe es überstanden und meine Liebste bekommen, freute sich unsere kleine Meise und er wusste aber auch dass man ohne Heldentaten und Aufschneidereien sein Glück finden konnte. Aber ein bisschen Angeben zwischendurch ist auch schön, dachte er stolz, denn es hat ihm gezeigt dass er wirklich mutig war.

Foto: © Peashooter (Re.Ko.) / http://www.pixelio.de

Autor: Barbara Pronnet
barbarapronnet@web.de     
Weitere Texte der Autorin gibt es hier: http://www.online-roman.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Und das nennt ihr Weihnachten! by edithtg
1, 24 November, 2009, 6:20
Einsortiert unter: Vögel

Vor wenigen Tagen wachte ich von einem lauten Geschrei auf. Ich schaute aus dem Fenster und sah einen Vogel der auf dem Dach des Nachbarn saß und heftig schimpfte. Der ganze Vogel zitterte und bebte, so regte er sich auf.

Er war schwarz und seinem Aussehen nach ein Rabe. Ich kannte ihn schon ein paar Jahre, er wohnte immer in der großen Tanne hinter unserem Haus. Sein Gesang war nicht sonderlich schön, aber dafür konnte er nichts. Raben können nicht melodisch singen, sie krähen halt, das ist allgemein bekannt.

Dieses Mal krähte der Vogel nicht, nein, er schrie förmlich. Das ganze Unrecht dieser Welt lag in seiner Stimme, die sich fast überschlug, so aufgebracht war er. Ich verstand seine Wut, hatte man ihm doch so mir nix, dir nix, seine Wohnung weggenommen und ihn und seine Familie zu Obdachlosen gemacht.

Sein ganzes Elend schrie er heraus und die Menschen die draußen auf ihren Balkonen und in ihren Gärten standen waren ratlos.

In das Vogelgeschrei mischte sich das bösartigen Geräusch einer Motorsäge, die den wunderschönen Baum in Nachbars Garten einfach absägte. Eine herrliche Tanne war es gewesen, gerade gewachsen ein wunderschöner Anblick, und die Heimat einer Rabenfamilie.

Jahre lang hatte sie dort gestanden und jetzt wurde sie abgesägt. Fast neun Meter war sie hoch geworden und das Nest der Rabenfamilie befand sich oben in der Tannenspitze. Unsere Vogelfamilie war heimatlos geworden, das stimmte mich traurig.

Ich bewunderte den Raben wie er so laut und zornig schimpfte und sich nicht beruhigen wollte. Fast zwanzig Minuten zeterte er auf dem Hausdach des Nachbarn und wollte nicht aufhören. Kein Wunder, seine Kinder waren dort geboren und aufgewachsen und jetzt, wenige Wochen vor Weihnachten, hatte er kein Heim mehr.

Ich weiß nicht wie ein Rohrspatz schimpft, aber ein Rabe übertrifft ihn sicherlich. Ich wünsche dem Raben, dass er bald wieder einen schönen großen Tannenbaum findet, wo er mit seiner Vogelfamilie in Ruhe leben kann. Und manchmal wünsche ich mir, dass ich so schimpfen könnte wie jener Rabe.

Foto: © Migueldelapopo / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009
UrsulaGeier@web.de

http://www.urska.jimdo.com

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Jakob, unser Dohlilein (ca. im Jahr 1999-2000) by edithtg
1, 3 Dezember, 2008, 3:10
Einsortiert unter: Vögel

Da mein Vater als Junge schon viele “ungewöhnliche” Haustiere hatte (Krähen, Füchse, Eulen, Dohlen etc.), war es nun nicht verwunderlich, dass auch wir solchen Tieren über einige Zeit hinweg ein Heim boten. Diese Geschichte handelt von dem zweiten Jakob, welcher besonders mein Liebling oder ich auch seine Lieblingsfreundin war.

Bekannte des Chefs meine Mutter hatten ein Dohlennest in ihrem Kaminabzug entdeckt und mussten es wegen Abzugsschwierigkeiten entfernen. So kam unser kleiner gefiederter Freund zu uns. Mit seinen viel zu großen Krallen, den wenigen Federn und den geschlossenen Augen sah er mit Verlaub noch ziemlich hässlich aus. Er wuchs jedoch schnell, schlug alsbald seine hellblau-grauen Äuglein auf (ja, kleine Dohlen haben wirklich blaue Augen) und wurde sehr schnell zutraulich, um nicht zusagen anhänglich. Bald hüpfte er im Wohnzimmer herum und saß den lieben langen Tag auf dem Rand seiner mit Heu und zwei Stangen ausgestatteten Holzkiste. Auch mit unseren Wellensittichen pflegte er ein recht friedliches Verhältnis, wenn er dann ab und an mal auch auf deren Käfig saß.

Schließlich war Jakob alt genug um in seine endgültige Wohnung einzuziehen. Draußen rechts neben der Terrasse hatte mein Dad eine Voliére gebaut. Diese hatte schon seinen Vorgängern als Heim gedient und sollte nach ordentlichem Schrubben meinerseits auch sein Heim werden.

Er lebte sich schnell ein und freute sich jedes Mal wie ein Schneekönig, wenn ein Familienmitglied aus dem Haus kam, ihm einen kleinen Leckerbissen zusteckte oder sich einfach nur mit ihm beschäftigte. Mich hatte er besonders ins Herz geschlossen (ich ihn natürlich auch). Ich hatte ihm zwei verschiedene Pfeiftöne beigebracht. Auch konnte ich die “jack, jack” Dohlenrufe gut imitieren. So verabschiedete ich mich jeden Morgen von meinem Dohlilein, wenn ich zur Schule ging. Wenn ich mittags nach Hause kam (so gegen 13:35), merkte Jakob das schon, wenn ich noch nicht mal ganz an der Straßenecke war. Dann wurde er ganz unruhig und hüpfte durch die ganze Voliére und rief laut nach mir. Das war wirklich erstaunlich. Er ahnte es regelrecht, dass ich kam. Auch wenn es mal später oder früher wurde merkte er es immer.

Dohlen oder vielleicht auch die meisten Vögel können nachts fast gar nicht gucken. Kamen meine Eltern abends spät nach Hause und stoppten an Jakobs Käfig, machte er entweder gar nichts oder erschreckte sich zu Tode, wenn man ihn ansprach. Nicht so bei mir. Stand ich davor und gab einen Dohlenlaut von mir oder ein leises “Dohlilein”, antwortete er mir mit einem “jack”.

Liebend gern auch kroch er in meinen Bademantelärmel oder ließ sich von mir ausgiebig am Köpfchen kraulen. Auf der Schulter sitzen war zwar möglich, wurde jedoch schnell unangenehm, da Jakob mir dann immer am Ohr knabberte, was aber leider aus Mangel an seinem Feingefühl recht schmerzlich war. ;0)

Seine Lieblingsspeisen waren Toaststückchen mit Margarine, Eier, Butterkekse oder einfach ein Klacks Frühlingsquark, wobei er aber auch Kirschen oder Erdbeeren nicht verschmähte. Wir beschnitten Jakob meist seine Flügel ein wenig, damit er uns nicht davon flog (er war nämlich auch oft draußen).

Eines Tages aber im Herbst, glaube ich, hatte er wohl doch schon mehr Schwungfedern als sonst und flog auf Nimmerwiedersehen davon. Wir merkten es leider erst etwas später und alles Suchen und Rufen half nichts. Naja, ich werde ihn immer in zärtlicher Erinnerung behalten. Als mir dann einige Jahre später das Buch “Gute Nacht Jakob” wieder in die Hände fiel, habe ich mich gleich wieder zurückerinnert gefühlt.

eine_dohle_namens_pille_018

Foto: © Schasky / pixelio

Autor: Mirjam Kops
Mirjam.Kops@hlag.com

*****
Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Gunter, der Ganter by edithtg
1, 9 April, 2008, 8:34
Einsortiert unter: Vögel

Irgendwann im Leben eines jeden weiblichen Wesens erscheint es diesem erstrebenswert, seine ganze erwachende Liebe an ein vierbeiniges Geschöpf namens Pferd zu verschenken. Hat die junge Dame Glück und es gibt in der Nähe Reitställe oder gar einen Bauernhof mit Pferden, so ist die Chance, dort auf ein Geschöpf zu stoßen, welches die innige Liebe dadurch erwidert, dass es sich von dem merkwürdigen kleinen und dünnen Zweibeiner reiten lässt ohne ihn abzuwerfen, geradezu überdurchschnittlich groß. So fanden also auch zwei meiner Schwestern einen kleinen Hof, wo man in einem Gemeinschaftsstall die eigenen Reittiere unterstellen konnte. Auf diesem Resthof wurde Landwirtschaft nicht mehr wirklich betrieben, und es gab eine Vielzahl von Tieren, die mehr aus Liebhaberei, denn aus wirtschaftlichem Nutzen gehalten wurden.

Karnickel, Hühner, Enten, ja auch ein Schaf gab es neben den Pferden auf dem Hof, und die Kinder hatten Spaß und Freude daran, den Tieren Namen zu geben. Mein Schwager hatte sogar ein Ferkel angeschafft, welches neben den Pferden und dem Schaf gehalten wurde, und von den Kindern auf dem Hof zärtlich Goofy genannt wurde. Mit dem heranwachsenden Schwein konnte man einfach prima spielen. Dass der Mann meiner Schwester alles andere als freundliche Gedanken Goofy gegenüber hegte, blieb allerdings zunächst verborgen.

Uneingeschränkter Herrscher auf dem Hof war ein Ganter, den man respektvoll auf den Namen Gunter getauft hatte. Der Gänserich stellte die lebende Alarmanlage auf dem Hof dar und war wachsamer Hüter seiner zwei weiblichen Gänse. Außerdem achtete er darüber, dass alles auf dem Hof seine Ordnung hatte und tat es laut kund, wenn ihm etwas nicht korrekt erschien. Sein lautes Gänsegeschrei klang wie die rostige Hupe eines alten Lastkraftwagens aus der Vorkriegszeit, und Goofy pflegte ihm dann stets quiekend zu antworten.

Goofy und Gunter waren, so konnte man es ruhig nennen, dicke miteinander befreundet. Die Reiterinnen standen oft staunend neben den beiden ungleichen Kameraden und fragten sich, worüber die beiden sich wohl unterhielten. Genau genommen sprachen sie ja sogar verschiedene Sprachen, doch verstanden sie sich offenbar ganz prächtig miteinander.

Bis zu dem Tag, an dem der Hausschlachter Goofy ins Jenseits beförderte und ihn zu Wurst verarbeitete, war also alles in Ordnung. Doch Gunter begann, das Schwein zu vermissen. Ganz offensichtlich hatte man ihm seinen Freund genommen. Gunter machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, seine Laune verschlechterte sich zusehends. War er besonders schlecht drauf, so jagte er selbst den Bauern mit lautem, gefährlich klingendem Zischen über den Hof. Fauchend fuhr er den Pferden um die Beine, wenn sie mit ihren Reiterinnen vom Ausritt zurückkamen. Die Amazonenschar hatte dann alle Hände voll zu tun, sich auf den scheuenden Tieren zu halten. Alles, was Gunter zu nahe kam, wurde vertrieben. Mit ihm war in dieser Zeit absolut nicht gut Kirschen essen.

Das musste auch der Hahn erleben, der es wagte, in seinem übermäßigen Hahnsein einfach alles zu begatten, was ihm am Vormittag in die Quere kam. Nachmittags hatte sich der Hühnerhofpascha ausgetobt, was jedoch vor der Tagesmitte nicht schneller laufen konnte als er und nicht bei drei auf einem Baum war, wurde gnadenlos Opfer seines triebmäßigen Verlangens. Es hatte am Morgen geregnet, und überall auf dem Hof standen große Pfützen. Eine der Enten führte ihre Küken quer über den Hof zu einem Tümpel und bemerkte nicht, dass sie aus kleinen, verschlagen dreinblickenden Hühneraugen sorgfältigst und auf das Schärfste beobachtet wurde. Dem mal wieder überaus erregten Hahn erschien sie wohl eigentlich ganz appetitlich, wie sie so daher watschelte. Ohne auch nur die kleinste Rücksicht auf ihren minderjährigen Nachwuchs zu nehmen, flatterte er von seinem Stammplatz auf einem Zaunpfahl herab und landete im Sturzflug auf der armen Ente.

Die war natürlich völlig überrascht und begann mit einem empörten Schnatterkonzert, was dem Hahn aber offensichtlich zu laut war. Er duckte die Ente in eine der Pfützen und bestieg sie siegessicher. Das Schnattern der Ente wurde zu einem hilflosen Gurgeln, doch der Hahn ließ ihr keine Chance, den Kopf aus dem Wasser zu recken um nach Luft zu schnappen. Unbeirrt setzte er seine befruchtende Tätigkeit fort.

Just in diesem Moment kam Ganter Gunter um die Hausecke. Sofort erkannte er, dass das Tun des liebeshungrigen Hahnes nicht den Gepflogenheiten auf seinem, Gunters Hof entsprach und auch nicht für die Augen von minderjährigen Küken bestimmt sein konnte. Hier musste schon aus erzieherischen Gründen energisch eingeschritten werden. Gunter senkte den Kopf, reckte den langen Hals vor, spreizte seine gewaltigen Schwingen und ging zum Angriff über.

Der Hahn sah ihn kommen und hielt es für ratsam, die Flucht zu ergreifen. Mit ängstlich flatternden Flügeln rannte er laut krähend über den Hof, doch Gunter hatte die bessere Position und verstellte ihm kurzerhand den Weg. Dann griff der große Gänseschnabel zu und bekam einen Flügel des Hahns zu fassen. Aus war es mit der Flucht. Jetzt ging es nur noch im Kreise um den wütenden Ganter herum, und Gunter wurde jetzt in seinen erzieherischen Maßnahmen sehr deutlich. Weit spannte er seine Schwingen auf, holte aus und verdrosch dem Hahn den Allerwertesten, während er ihn am Flügel gepackt genau auf Schlagdistanz hielt. Der Hahn hatte keine Chance zu entkommen und erhielt die Tracht Prügel seines Lebens. Immer wieder droschen die harten Schwingen des Gänserichs auf ihn ein, und erst als er so viele Federn hatte lassen müssen, dass es schon ziemlich lichte an seinem Hähnchenbürzel schimmerte, ließ Gunter ihn los. Wütend fauchte er hinter dem geschundenen Gockel her, der das Weite suchte und sich an diesem Tag nicht mehr blicken ließ.

Am nächsten Morgen war es merkwürdig ruhig auf dem Hof. Kein stolzes Krähen begrüßte den Morgen und weckte Tier und Mensch aus dem nächtlichen Schlummer. Ganz verstohlen steckte der Hahn seinen Kopf aus dem Hühnerhock und spähte umher, ob Gunter eventuell schon vor ihm wach war. Erst als er sicher sein konnte, dass die Luft rein war, führte er seine Hennen auf eine Wiese, die etwas abseits lag und durch einen Jägerzaun vom übrigen Hofgelände abgetrennt war. Nur eine ausgebrochene Zaunlatte gewährte gerade so viel Platz, dass die Hühner hindurchschlüpfen konnten. Einem ausgewachsenen Gänserich war der Weg versperrt. Recht unauffällig führte er von nun an seine Hühnerschar an den Stallwänden entlang zur neuen Hühnerwiese und zurück zum Hock. Er vermied es, den Weg über den freien Hof zu wählen. Die Gefahr, dem sittsamen Gunter unter die Augen zu geraten, war zu groß und erschien ihm nicht verlockend. Seither blieben alle anderen Tiere auf dem Hof von ihm unbehelligt.

Autor: Claus Beese
autor@claus-beese.de
http://www.claus.beese.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Die besondere Geschichte eines personifizierten Hahnes by edithtg
1, 18 Januar, 2008, 6:30
Einsortiert unter: Vögel

Die besondere Geschichte eines personifizierten Hahnes
Erinnerungen an einen ganz besonderen Freund namens Gigi – Eine wahre Geschichte

Gigi war sein Name. Als einziger einer Brut war er auf die Welt gekommen. Mein Schwager hatte nämlich eine Henne auf mehreren Eiern brüten lassen. Er alleine erblickte das Licht der Welt als „Italiener“. Die übrigen Eier dürften nicht befruchtet gewesen sein. Dieses „Wuserl“ wurde zunächst von meinem Schwager von Hand aufgezogen und verwöhnt – allerdings nicht lange. Ich hatte ihm das Piperl abspenstig gemacht. Als ich sah, dass das kleine Piperl meinen Schwager liebte, sah ich mich leid und dachte bei mir: „Dieses Viecherl soll und muss auch mir zugetan sein.“ Ich hob ihn oft auf, liebkoste ihn und er fraß mir buchstäblich aus der Hand.

Er bekam die ausgequetschten Weintrauben, die ihm sehr schmeckten. Er wurde von mir herumgetragen wie ein Baby, gestreichelt, einfach verwöhnt – ja geliebt, verhätschelt und getätschelt. Es dauerte nicht lange und er hatte sich nur mehr mir zugewandt und mein Schwager hatte das Nachsehen. Sobald er mich sah, kam er schnell gelaufen, pickte mich in die roten Zehennägel und genoss die Spaziergänge in meiner Hand.

Er wuchs heran und er durfte sich nicht den Hennen des stolzen alten Hahnes nähern – er musste immer einen Sicherheitsabstand einhalten und wurde vom Seniorhahn verjagt, wenn er seinen Hennen zu nahe kam.

Nun konnte man schon sein Geschlecht bestimmen. Aus dem Kücken war ein geschlechtsreifer Hahn geworden. Dieser Hahn hatte es mir angetan. Ich schloss ihn in mein Herz, wie den besten Freund. Täglich lud ich ihn zu mir in das Haus ein. Er „hopste“ federleicht und fröhlich die fünf Stufen bis zur Eingangstür hinauf. Aus Neugierde und Sehnsucht nach mir betrat er meine Wohnung, inspizierte sie und meinte: „Hier gefällt es mir.“ Wenn er bei der Haustür herinnen war, schloss ich sie. Er musste also bei mir bleiben, solange i c h das wollte, was ihm aber nichts ausmachte. Wir kommunizierten viel. Ich konnte seine Hühnersprache perfekt in die Menschensprache übersetzen. Wir unterhielten uns und „schnäbelten“ oft miteinander.

Die morgendliche Begrüßung

Sobald ich in der Früh vor die Haustüre trat und mich mein Gigi erblickte, lief er so schnell er konnte mir zu und bebalzte mich. Ich war ja schließlich seine Lieblingshenne. Er sah wie ein Kugelblitz aus, weil er beide Flügel wegstreckte. Manchmal stolperte er über seine Flügel. Dann blickte er mich so verliebt an, dass es beinahe herzzerreißend war. So lieb war er, dass ich ihn am liebsten gefressen hätte.

Die Autofahrten mit Gigi

Gigi liebte das Auto fahren. Er durfte am Boden des Beifahrersitzes Platz nehmen. Er genoss die Fahrt. Er krähte aus Freude. Er tat in seiner ureigensten Sprache kund: „Hurra, wir fahren fort!“ Und krähte und krähte. Am Ziel angekommen, wollte er nicht aussteigen. Ich öffnete die Beifahrertür und was tat Gigi? Er blieb am Trittbrett stehen und protestierte lautstark. Ga, ga, ga – ga, ga –ga . Das hieß: „Ich mag nicht aussteigen. Die Fahrt war zu kurz.“ Ich forderte ihn mehrmals auf auszusteigen, aber er blieb stocksteif stehen bis ich ihn heraushob. Er begleitete mich wieder bis ins Wohnzimmer, wo wir einiges zu besprechen hatten.

Sonntagsruhe

An einem Sonntagnachmittag besuchte mich meistens mein Gigi. Wir machten gemeinsam unseren Mittagsschlaf. Mein Freund Gigi legte sein Köpfchen an meine Brust und schnarchte, als hätte er Asthma. Ein Auge hielt er offen, das zweite geschlossen. Ganz ohne Misstrauen ging es nicht. Wir schliefen oft eine halbe Stunde und länger. Wenn er hinaus wollte, tat er es kund, indem er zur Tür ging und mich ersuchte ihn hinauszulassen. Einmal stellte ich ihn auf das Fensterbrett und befahl ihm hinauszufliegen. Wozu waren ihm Flügel gewachsen? Er schaute hinaus und meinte, dass es ihm zu hoch sei und der „Rausflug“ wäre zu gefährlich für ihn. Ich befahl es ihm dennoch ein zweites Mal: „Gigi, du fliegst hinaus!“ nachdem er sich angeschickt hatte, wieder ins Zimmer zurückzufliegen. Und siehe da, es funktionierte. Er peilte ganz genau einen Zielpunkt an und landete Punkt genau ebendort. Es war sehr angenehm für mich, weil ich ihn nicht hinausbegleiten musste.

Der Tierarztbesuch

Gigi hatte leider einen Pilz auf seinem Kamm. Das störte mich. Der Körperkontakt war nicht angenehm, da ich befürchtete, angesteckt zu werden. Kurz entschlossen fuhr ich mit meinem intimen Freund zur Frau Doktor. Dort angekommen, redete er sehr viel. Nicht alles konnte ich verstehen. Die Umgebung war natürlicherweise schon ungewohnt für ihn. Nichtsdestotrotz wartete er geduldig im Wartezimmer, bis wir in den Behandlungsraum durften. In der Ordination lief er überall herum, leider musste er auch ein „Batzerl“ fallen lassen. Er besichtigte das Innenleben des Schreibtisches und lief darunter durch. Anschließend wurde er gewogen und ließ sich ohne Gegenwehr behandeln. Die Frau Doktor meinte: „Zahme Hennen hätte sie schon öfter behandelt, aber an einen so gut dressierten Hahn könne sie sich nicht erinnern.“
Zu Hause angekommen, wollte er nicht aussteigen – wie immer.

Der Schuhfetischist

Im Vorhaus standen immer viele Schuhe. Gigi fand einen großen Gefallen an diesen Schuhen, besonders aber an Sportschuhen mit einem roten Schlauferl. Eines Tages, ich traute meinen Augen nicht. Er saß auf einem Schuh und … und vögelte ihn. Er war Hennenersatz. Es war so absurd, denn er betrachtete die Schuhe als seine Hennen.

Als ich eines Tages vor die Haustür trat kam mein Hahn so schnell er konnte gelaufen, sobald er mich erblickt hatte. Beide Flügel vom Körper weggestreckt peckte er mich heftigst in die Schuhe. Was konnte das bedeuten? Zwei Gründe konnte das haben: Erstens, dass ich nicht wegfahren darf, zweitens, weil er meine Schuhe für die „Seinen“ hielt. Es war zum Totlachen für mich. Ich ging zum Auto und bevor ich einstieg, wurde ich nochmals sehr energisch in die Schuhe gepeckt.

Renate in Gefahr

Eines Tages im Wonnemonat Mai (wir bereiteten eine Maiandacht vor) besuchte mich Renate. Sie trug ein Tablett in der Hand und trug ähnliche Schuhe wie die meinen. Mein Hahn war auch anwesend. Ich beobachtete ihn und bemerkte, dass er sich ihr näherte und sich anschickte sie zu attackieren. Ich musste das verhindern und sagte streng: „Gigi, nein, du darfst die Renate nicht anspringen.“ Er gehorchte aufs Wort, aber er peckte sie heftigst in ihre Schuhe, in der Meinung, das wären die „Seinen“.

Gigi, der Eifersüchtige

Meinen Mann und meine Söhne konnte Gigi nicht leiden. Jeder war ein rotes Tuch für ihn. Er wollte mich alleine „besitzen“ und sobald sich einer von ihnen in meiner Anwesenheit bzw. auch Abwesenheit näherte, schickte er sich an anzugreifen und er tat es auch. Sie wollten meinen Hahn zur Räson bringen, doch es gelang ihnen nicht. Auch ich konnte ihn daran nicht hindern, meine Männer zu attackieren. Er war rasend vor Eifersucht.

Die neuen Hennen

Da ich von meinem Hahn zeitlich so stark beansprucht wurde und er mir leid tat, dass er ein so untypisches Hahnleben führen musste, beschloss ich, ihm zu Weihnachten echte Legehennen zu schenken. Ich kaufte ihm fünf Hennen. Es dauerte nicht lange und Hahn und Hennen führten miteinander ein harmonisches, zufriedenes und glückliches Leben. Trotz seiner Hennen lief er so schnell er konnte mir zu, sobald er mich erspähte, bebalzte mich in alter Manier, kurzum ich blieb seine Lieblingshenne. Die Schuhe allerdings hatten als Hennenersatz ausgedient.

Die Gigishow

Es war im Fasching. Meine Freundin Monika wollte sich für das Gschnasfest etwas Besonderes einfallen lassen. Sie fragte mich: „Welche Maske sollen wir nehmen?“ Ich schlug vor, dass wir mit dem Hahn ins Gasthaus gehen und uns als Mägde verkleiden. Gesagt, getan. Sie war das Monerl von der Alm und trug ein Dirndlkleid. Ich war die Hühnermagd oder „kleine Dirn“ („Heamesch“ = Hühnermädchen) von einem Großbauern, nämlich die Kirschner Márie. Wir holten den Hahn um 21 Uhr aus dem Stall und fuhren ins Gschnaslokal. Dort angekommen zogen wir mit meinem Hahn eine tolle bühnenreife Show ab. Die Gschnasbesucher waren derart überrascht und prämierten unsere Nummer als die beste.

Der Weckruf am Morgen

Fast jeden Morgen kam mein Hahn mit seinen Hennen zum Schlafzimmerfenster und weckte mich. Vorher hatte er absichtlich, um mich zu ärgern, noch die ersten Blüten von meinen Terrassenblumen gezupft und gefressen. Daraufhin schützte ich meine Blumen vor dem gefräßigen Hahn.

Der dressierte Hahn

Gigi verstand beinahe jedes Wort. Ich wollte Bussi von ihm und sagte: „Bussi Gigi, bitte Bussi!“ Und siehe, er klapperte mit dem Schnabel jedes Mal, wenn ich mir die Bussi wünschte. Das war wirklich verblüffend und faszinierend zugleich. Außerdem war er der redseligste Hahn, den ich mir vorstellen kann.

Das traurige Ende

Mein Hahn musste mich leider verlassen, weil er einen meiner Söhne bei einem Angriff so verletzt hatte, dass er aus drei Wunden blutete. Meine Männer hatte er ja immer als Rivalen betrachtet, daher stets sein aggressive Verhalten ihnen gegenüber. Das hätte er nicht tun dürfen und somit wurde das Todesurteil über ihn gesprochen. Mein Gigi wurde nur fünf Jahre alt.

Ich trauere heute noch um dieses hochintelligente Tier. Es schien als hätte er tatsächlich einen Verstand gehabt und eine empfindsame Seele.

Nachwort zu einer originellen Geschichte

Die Tierliebe wurde mir in die Wiege gelegt. Ich wuchs auf einem Bauernhof mit vielen Tieren auf. Ich erinnere mich besonders gern an die vielen Katzen. Als Kind hatte ich schon eine Lieblingshenne und eine Lieblingskatze. Diese Tiere dienten mir als Puppenersatz.

Die Henne brach sich eines Tages ihr rechtes Bein. Ich wollte nicht, dass sie im Kochtopf landet und „spielte“ Arzt. Das erste was ich tat, war, dass ich ihr gebrochenes Bein schiente und bandagierte und ihr Ruhe verordnete. Ihre Ruhe gestaltete sich so, dass sie einige Tage unter einem großen Korb in Dunkelhaft verbringen musste. Das Bein war zusammengewachsen und die Henne legte aus Dankbarkeit noch lange Zeit das Frühstücksei für mich.

Diese Geschichte habe ich niedergeschrieben, um sie der Nachwelt zu überliefern und damit mein Gigi im Gedächtnis vieler Leser lebendig bleibt.

Autor: Maria Fuchshuber
feedback@tiergeschichten.de
(Kontaktdaten liegen Tiergeschichten.de vor)

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de




Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.