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Ein Philosoph auf langen, dünnen Beinen,
So steht der Reiher schwanger mit Gedanken
Im Ausguck. Wilde Tagesträume ranken
Sich ständig um die Atzung für die Seinen.
Perpetuum im inhaltsreichen Leben
Des Reihers ist und bleibt das Übergeben.
Foto: © SarahC. / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Schon füllen Nebel Morgenstunden,
Libellen hängen starr an Halmen.
Nur träge drehen Fische Runden,
Verklungen sind der Frösche Psalmen.
Doch reißt ein Wind die Schwadendecke,
Dann lässt der Sommer wieder grüßen.
Den Schatten sucht die Schnirkelschnecke,
Die Hummel fliegt, den Tag zu süßen.
Aus kühlem Wasser aber heben
Die Nymphen ihre zarten Kronen.
Genießen wir das späte Leben,
Bald schwindet es in ferne Zonen.
Foto: © buntgemischtes/ http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
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Libelle, Wesen dreier Sphären,
Wer kann, wie du, die Welt begreifen?
Wer kann, wie du, den Wandel lehren,
Der sichtbar wird im Wachsen, Reifen.
Im Reich der Daphnien und Algen
Erfährst du schwereloses Schweben.
Du siehst den Molch im Liebesbalgen,
Doch flüchtest du das Wasserleben.
Geklammert an den Halm der Binse
Entsteigst zu deinen Maskenhüllen.
Die tausenfache Augenlinse
Erkennt dein weiteres Erfüllen.
Empor zu scheinbar weiter Leere
Erheben dich gehauchte Flügel,
Ein Netzwerk gleichsam ohne Schwere,
Bis hin ins Grasland sanfter Hügel.
Nun lebst du, Luft und Erde räumend,
Dein Dasein nach gestrengen Plänen.
Dann, eines Tages, merkst du träumend,
Zurück zum Wasser führt dein Sehnen.
Foto: © Rosanus / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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farbverwöhnter schuppenhauch,
harlekin und trunkenbold,
elfenfreund im pollenrauch,
keinem oberen im sold.
einmal, für minuten nur,
wünscht ich mir die frohnatur.
oh schmetterling!
Foto: © ulrichvelten (Ulrich Velten) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Fahles Licht zum Dämmerbruch,
Dennoch Sieg des jungen Tages.
Dorf und Kirche deckt ein Tuch
Tropfenreichen Sichtverschlages.
Rückt der Zeiger etwas vor,
Lösen sich die Nebelfahnen.
Eifrig grüßt ein Spatzenchor
Her vom Dach das Morgenahnen.
Klar schon ragt der Glockenturm
Aus den fluchtbereiten Schichten.
Nur ein Lüftchen, gar kein Sturm,
Wird im Nu den Weiler lichten.
Später, zum Oktober hin,
Dauert dieses Spiel schon lange.
Wird es sich bis Mittag zieh’n?
Spatzenherzen schlagen bange.
Foto: © Peashooter / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Das Nachtwerk einer Spinne klafft,
Es hält dem Regenguss nicht stand.
Bevor sie neues Webgarn schafft,
Fällt früher Sonnenschein ins Land.
Jetzt hebt ein Glitzern, Glänzen an,
Im Spektrum bricht der gold’ne Strahl.
Die Tropfen lenken seine Bahn
Wie Diamanten erster Wahl.
Nicht lange währt die Funkelei.
Das Netz erzittert leicht im Wind.
Nun eilt die Weberin herbei
Und werkt, wo Regenschäden sind.
Foto: © Jürgen Acker / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Ein Steinbock dreht sich ungern um.
Die Richtung wechselt er im Bogen
Des Kreises – nicht ad libitum.
Man glaubt, das wäre glatt erlogen.
Doch nehme man den Globus her,
Versuch’ den Süden zu ergründen.
Dort ist mit einiger Gewähr
Des Steinbocks Wendekreis zu finden.
Foto: Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext.
Autor: Ingo Baumgartner
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Ich liege an der Wiese Rand,
Lichterkringel tanzen munter.
Da dunkelt sich das Blumenland.
Geht die Sonne etwa unter?
Vom Rande eines Kronblattrings
Schützt in hundertfacher Größe
Der Schatten eines Schmetterlings
Meiner Augen Sonnenblöße.
Nur kurz das Glück, vorbei im Nu,
Ein Geschenk, nur mir verliehen.
Doch schließe ich die Augen zu,
Hind’re es am Weiterziehen.
Foto: © jmmb (Josef M.M. Beerman) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Die Grassavanne zeigt noch Nacht,
Im Baobab hängt Morgengrauen.
Der Serval hat sich aufgemacht,
Nach frühen Nagern auszuschauen.
In graziösem Bogensprung
Verfehlt er diesmal seine Beute.
Die Fleckenkatze ist noch jung,
Kein Frühstück für den Jäger heute.
Den Baobab umfließt nun Licht,
Ein Frankolin pfeift erste Lieder.
Der schönen Katze Eifer bricht
Und kehrt zum Abenddämmer wieder.
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Autor: Ingo Baumgartner
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Erstarren lässt den Bock mein Nahen,
Die Lichter mustern mich nervös,
Obwohl sie oft schon Menschen sahen.
Sie schätzen ein, ob gut, ob bös.
Die Leierform des Hörnerpaares
Wirkt edel wie das ganze Tier.
Die Inseln schwarzen dichten Haares
Sind Sichtsignale, Fersenzier.
Als Brauenstrich verstärken Bänder
Des Auges dunklen Brunnenschacht.
Ein Prunkstück der Savannenländer,
Das öde Wildnis traumhaft macht.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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