Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Herr Mäusezahn auf Brautschau by edithtg
1, 27 April, 2010, 5:12
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In einer Reihenhaussiedlung im kühlen Mauerbau wohnte Herr Mäusezahn in einer durchaus komfortablen kleinen Wohnung. Genauer gesagt, in einem kleinen Zimmer mit Ausgang auf einen blühenden Garten. Mietfrei wohl gemerkt.

Die Hausbesitzer, eine lebhafte Familie, Vater, Mutter und zwei Kinder sorgten für abwechslungsreiche Mahlzeiten, die sie freundlicherweise vom Tisch direkt auf den Boden fallen ließen. Herr Mäusezahn brauchte nur zu warten, bis die Familie das Haus verließ und das taten sie regelmäßig. Dann huschte er durch seinen Eingang, der sich direkt hinter dem Sofa im Wohnzimmer befand und holte sich seinen Vorrat. Niemand hatte ihn bemerkt, keinen störte es.

So ließ es sich leben, wäre da nicht die Einsamkeit. Mäusezahn wusste dass er sich bald eine Frau suchen musste. Als eingefleischter Junggeselle war diese Entscheidung nicht leicht aber der Drang eine eigene Familie zu gründen mehr als notwendig. Rein rechnerisch müsste er schon ür hunderte von Nachkömmlingen gesorgt haben, aber die richtige Frau dafür war eben noch nicht gefunden.

Sie waren alle gewöhnlich, einfach. Mäusezahn liebte das besondere, es musste doch eine Frau geben die sein Herz im Sturm erobern konnte? Er träumte oft von so einer Begegnung. Er war jung, stark und sein Fell glänzte gesund. Überhaupt hatte er auch was zu bieten. Sein Heim war ordentlich und in einer sicheren Umgebung.

Vielleicht war es noch nicht zu spät. Nein war es nicht, denn eines schönen Tages kam die gewünschte Veränderung für unsere Singlemaus.

Mäusezahn wartete wie üblich bis die Familie dass Haus verließ. Die Stille die sich in dem geschmackvollen Haus ausbreitete, war der Startschuss für seine Erkundigungen. Schnell und leise huschte er erst unter den Esstisch und aß sich satt. Es gab wohl heute Lasagne, seine Leibspeise. Genüsslich leckte er sich das Schnäuzchen und weil er guter Dinge war, lief er in den ersten Stock des Hauses in das Spielzimmer der Kinder. Mäusezahn mied es eigentlich hoch zu laufen da er befürchtete dass die Familie kurzfristig zurückkam, aber heute war ihm danach.

Das Spielzimmer war vollgestopft mit lauter herrlichen Stofftieren, auch eine braune Maus war darunter, Gesellschaftsspiele und sogar einer Schaukel die an der Decke montiert war. Mäusezahn sah sich um und plötzlich traf ihn der Schlag. Sein Herz stand kurz still um danach umso aufgeregter zu pumpern. Auf dem Sideboard am Fenster stand ein kleiner Käfig und darin saß eine weiße Maus die ihn ansah.

Langsam lief Mäusezahn zu dem Käfig. Da war sie, seine Göttin in Weiß. Schlank und elegant saß sie auf ihrem Schlafbau und sah ihn herausfordernd an.
„Na so was, ich dachte doch wirklich ich wäre das einzige Haustier. Wie Frau sich irren kann!“ Ihre Stimme war schmeichelnd und Mäusezahns Herz fing noch schneller zu schlagen an.
„Herzlich Willkommen, ich heiße Mäusezahn und wohne im Erdgeschoss, selbständig natürlich.“ Er machte einen kleinen Diener und lächelte der Schönen hinter Gittern zu.
„Aha, ein Mietschmarotzer also“, sie lachte und zeigte ihre kleinen Zähnchen.
„Eher der Putzdienst unterm Tisch, Gnädigste. Wann bist du denn eingezogen?“ fragte er neugierig.
„Vorgestern. Ich bin noch etwas müde von der Reise. Aber es ist schön hier, ich bin gerne allein für mich. Die Enge in der Zoohandlung war schrecklich.“

Eine Zicke also, stellte Mäusezahn fest, aber ihre Art sich auszudrücken gefiel ihm und überhaupt war sie wirklich ein steiler Zahn.
„Wie heißt du?“, fragte er vorsichtig.
„Ich höre immer Lilly, also nehme ich an das ist mein Name. Was machst du hier denn so?“,fragte sie.
„Ich reinige erst meine Wohnung, beginne dann meinen täglichen Rundgang durchs Haus und hole mir das Futter direkt frisch unterm Tisch. Anschließend setze ich mich auf meine Terrasse ins Grüne und genieße den Tagì erzählte er. Sie sollte doch einen guten Eindruck von ihm haben.
„Du lebst also allein?“
Mäusezahn nickte. Sie war zweifelsohne interessiert. Er spürte es. Die Gitterstäbe zwischen ihnen machten ihn ganz nervös und er wollte zu gerne in den Käfig aber das war aussichtslos.
„Es würde mich sehr freuen wenn du mich besuchen würdest“, sagte er freundlich.
„Wie soll das gehen? Die Kinder haben mich gestern nur kurz auf dem Teppich laufen lassen aber ich war immer unter Beobachtung.“
„Pass auf, wir müssen die nächste Gelegenheit nutzen. Es liegt dann an deinem Geschick und daran zweifle ich nicht dass du schnell genug bist. Wenn die Kinder dich das nächste Mal rauslassen, musst du sofort versuchen aus dem Zimmer zu laufen. Dann die Treppe runter in das Wohnzimmer. In der Ecke unterm dem Fenster steht ein Sofa. Wenn du darunter schlüpfst siehst du den Eingang meiner Wohnung. Sie dürfen nicht sehen wo du hinläufst sonst ist auch mein Heim in Gefahr.“

Mäusezahn war sich nicht sicher ob sie sich auf so ein Abenteuer einlassen würde aber sie nickte und zwinkerte ihn mit ihren roten Augen zu.
„Geh jetzt besser, ich komme dich besuchen, fragt sich nur wann.“
Mäusezahn nickte und machte sich auf den Weg zurück, er dreht sich vor der Spielzimmertüre noch mal um und hauchte Lilly einen Luftkuss zu. Schnell rannte er zurück in seine Bleibe.

Ich bin verliebt, jubelte er, ich bin verliebt. Ist sie es auch? Mäusezahn wusste nicht, was er zuerst denken sollte vor Glück. Sie war perfekt für ihn, etwas Besonderes. Eine weiße Maus war zwar nicht unbedingt sein Beutemuster aber sie war einfach entzückend.

Ein Mäuseleben war nicht ewig dass wusste er und sie sicher auch. Dann würde dem Familienglück nichts mehr im Wege stehen. Die Wohnung war nicht groß, notfalls mussten sie eben anbauen. Die halbe Nacht schmiedete er Zukunftspläne und er träumte von vielen kleinen Mäusen grau-weiß gestreift.

Es vergingen zwei Tage. Mäusezahn wollte schon hoch laufen und einen erneuten Besuch machen aber er durfte nicht zu aufdringlich sein. Sie würde es sicher versuchen. Anscheinend sind die Kinder sehr umsichtig. Hoffentlich legen sie sich nicht noch eine Maus zu, einen Rivalen konnte er jetzt nicht verkraften. Unruhig huschte er in seiner frisch geputzten Wohnung von einer Ecke in die andere und wartete aufgeregt.

Am dritten Tag nach seiner Begegnung mit Mäusedame Lilly hörte er plötzlich Geschrei im Haus. Er lief zu seinem Ausgang und schon kam seine Angebetete unter dem Sofa auf ihn zugelaufen.

„Schnell komme rein!“, rief er aufgeregt und sie huschte in seine Wohnung.
„Das war knapp!“ Lilly atmete heftig. „Lang kann ich nicht bleiben, die Kinder sind sicher traurig und suchen mich.“
Mäusezahn konnte sein Glück nicht fassen. Er starrte Lilly an. Sie war wirklich gekommen und sie war wunderschön. Lilly lachte.
„Siehst du jetzt bin ich hier.“ Sie schaute sich neugierig um.
„Möchtest du Kuchenkrümel?“, fragte er vorsichtig.
„Nein danke ich hatte schon Spezialfutter. Das ist also deine Bude, nett und für einen Junggesellen erstaunlich sauber.“
„Ich liebe Ordnung und Hygiene. Schließlich will ich eine Familie gründen.“
Jetzt war es raus. Er konnte sich nicht zurück halten. Warum auch? Wann ergab sich mal wieder so eine Gelegenheit?

Lilly schaute ihn keck mit ihren roten Äuglein an. Mäusezahns Herz schlug ihm bis zum Hals. Sie sagte: „Du bist sehr ehrlich und das bin ich auch. Ich habe auch nichts gegen Familienplanung. Du wohnst sehr bequem und ordentlich, aber ich glaube es wäre besser wenn ich die Brut in meiner Bleibe großziehe. Die Vorteile sind, dass jeden Tag geputzt wird, das Fressen wird regelmäßig serviert und ist gesund und ausgewogen. Genau das richtige für Kinder. Ich kann mich um sie kümmern und du besuchst uns regelmäßig. Lange werden die Kleinen nicht bleiben aber so wie ich meine Besitzer kenne, werden sie an gute Plätze vergeben und wir können eine neue Familie planen. Was sagst du dazu?“

Mäusezahn war sprachlos. Das war wirklich das letzte was er sich ausgemalt hatte. Eine getrennte Beziehung? Familienbesuch hinter Gittern? Eine allein erziehende Mutter? Wo war da das Eheleben? Er war entsetzt.

„Überleg es dir in Ruhe, wir sehen uns dann sicher morgen“, fiepte Lilly süß und weg war sie. Mäusezahn sah ihr sprachlos hinterher und musste das er mal verdauen. Unfassbar, was fällt der eigentlich ein?

Als er später noch etwas verstört auf seiner kleinen Terrasse saß und an einem Stück Käse und an seinem gekränkten Ego knabberte kam ihm ihr Vorschlag gar nicht mal so abwegig vor. Wenn Sie die Hauptarbeit alleine machen will, bitte sehr, er kam dann eben zum Vergnügen und spielen mit den Kindern und hat in seinem eigenen Haushalt Ruhe und Frieden.

Morgen würde er ihrem Vorschlag zustimmen und das Beziehungsleben konnte beginnen. Also wirklich, dachte Mäusezahn pikiert, diese emanzipierten Frauen. Und lächelte zufrieden vor sich hin, denn eigentlich hatte sie nur das ausgesprochen was er sich doch immer gewünscht hatte.

Sie war wirklich etwas Besonderes.

Foto: © rohavideo (Rolf Handke) / http://www.pixelio.de

Autor: Barbara Pronnet barbarapronnet@web.de     
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Vom Feuermännchen und der Maus Grisegrau by edithtg
1, 22 November, 2009, 7:04
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“Heut will ich euch die Geschichte vom Feuermännchen erzählen”, sagte eines Abends unsere gute alte Tante Minna; ” sie ist zwar ein bissel gruselig, aber ich will sie euch doch erzählen.

Ihr müsst wissen, zu Hause in Pankenbrück hatten wir einen großen Kachelofen, so einen recht altmodischen grünen Kachelofen. Und blanke Haken hatte er, um nasse Kleider dran aufzuhängen, und eine Warmröhre mit einer Messingtüre hatte er auch. Ich sage euch Kinder, es war ein Prachtstück von einem alten Kachelofen!

Und was das herrlichste war, es wohnte ein Feuermännchen drin, ein wirklich gelbes Teufelchen. Wenn man unten die Tür aufmachte und die rote Glut einem entgegenschlug, konnte man ihn deutlich hüpfen und springen sehn, hopp, hopp, immer durch die Flammen durch, hinüber und herüber. Manchmal machte er auch einen ganz lächerlichen Spektakel. Er amüsierte sich, die Holzstücke, die nicht gleich brennen wollten, knack, mitten durchzubrechen, spuckte wohl auch die Flammen, dass sie sprühten und zischten, und kicherte vernehmlich hinterher. Kurz und gut, er war eben ein rechtes Teufelchen, wie alle andern Feuermännchen auch sind.

Doch nun kommt meine Geschichte.
Einmal nämlich musste ich eine Mausefalle aufstellen. Im Eckschrank in der Wohnstube hatte das Brot ein ganz verdächtiges Loch gehabt. Ich briet ein Stück Speck hübsch knusprig und legte es in die Falle. Am andern Morgen war der Speck weg, die Falle aber zu und von einem Mäuschen nix zu sehen. Grete und ich schüttelten verwundert die Köpfe; bloß der Fritz, der sich über nichts wunderte, lachte unbändig, so dass wir schon glaubten, er habe das Mäuschen wieder laufen lassen. Er sagte aber nein, und da er ein wahrhaftiger Junge war, musste wir ihm schon glauben. Ich machte ein neues Stück Speck zurecht und richtete die Falle zum zweiten Male. Aber es ging wie vorher: Speck weg, Maus weg, Falle zu! Das ging nicht mit rechten Dingen zu!

Ich machte mir nun mein Bett auf dem Sofa in der Wohnstube zurecht und wollte aufpassen. In der Falle roch wieder ein saftiges Speckstückchen. Ich legte mich hin und blinzelte von Zeit zu Zeit hinüber, aber es blieb alles still.

Wenn der Vollmond nicht so hell ins Zimmer geschienen hätte, wäre mir die Zeit gewiss recht lang geworden. Endlich hörte ich Trippelschrittchen, und – Kinder, da hatten wir die Bescherung! Da kam mein Mäuschen, aber nicht allein, es hatte einen artigen Kavalier bei sich, nämlich unser leibhaftiges Feuermännchen. Der ging an die Falle, hielt zierlich und geschickt das Fallbrettchen hoch, Mäuschen holte den Speck, und als sie außer Gefahr war, ließ das Kerlchen vorsichtig den Deckel wieder fallen. Ich sah belustigt zu, mit welchem Appetit sie dann den Speck verzehrten, und spitzte die Ohren, was sie wohl sonst noch machen würden.

Ich brauchte nicht lange zu warten, bis sie ihre drolligen Spiele anfingen. Mitten auf der Diele war ein großer weißer fleck, den hatte der Vollmond dorthin gemalt. Da begannen sie ihre Kunststückchen. wie die geschicktesten Turner und Seiltänzer sag’ ich euch!

Einmal war Feuermännchen der Reiter und Maus das Pferdchen. Hui, ging’s immer rundum, ohne Sattel und Zaum. Nein, das hättet ihr wirklich sehn müssen! Von Mäuschens kleinen Ohren bis zu Mäuschens Schwanzspitze lief das behände Männchen hin und her, vorwärts und rückwärts, dass sein gelbes Röckchen sich um ihn bauschte und die roten Schuhe klapperten. Dabei schoss er noch Köpfchen und schlug Räder dabei; ich sage euch, mir wurde ganz wirbelig dabei.

Oder Maus lief ihrem Kameraden blitzschnell durch die Beine, rechtsum, linksum, sprang ihm unversehens über den kopf weg, wieder durch die Beine und lief ihm endlich davon. Dann begann ein tolles Haschen über Stuhl und Tisch, oben und unten; von der Gardinenstange aufs Fensterbrett, von dort auf die Sofalehne oder quer über die Kommode, bis sie sich endlich hatten und müde waren. Dann setzten sie sich artig auf eine Fußbank und streichelten und küssten sich wie richtige Liebesleute.

Bald aber tollten sie wieder wie vorher. Das dauerte so eine gute Stunde; da ging der Mond weg, und Maus und Feuermännchen verschwanden im Ofen, unten, wo schon lange eine Kachel fehlte. Na, nun wusste ich Bescheid und nahm mir vor, da nun einmal das Mäuschen unserm Feuermännchen sein Schatz war, ihr nix Böses zu tun. Im Gegenteil, Grete musste jeden Tag ein Puppenschälchen voll Milch vor das Ofenloch stellen; und ich tat ab und zu auch noch einen andern guten Bissen hinein; wusste ich doch, dass auch Feuermännchen kein Kostverächter sei.

Bald war das Mäuschen so zahm, dass es sich auch am Tage hervorwagte, ja, es stellte sich zu den Mahlzeiten ein und trug manch Häppchen zu ihrem Schatz ins Ofenloch. Wir nannten sie Frau Grisegrau und hatten sie alle lieb.

Wenn Vollmond war, ließ es mir keine Ruhe; eine Nacht wenigstens musste ich ihrem übermütigen Treiben zusehen. Auch dem Fritz und der Grete machte ich mal im Wohnzimmer ihr Bett auf; aber die dummen Göhren schliefen immer ein und wussten am andern Morgen nix vom Feuermännchen und nix von Frau Grisegrau.

So lebten wir ein paar schöne Jahre zusammen; und wenn die Bratäpfel in unserm alten Ofen schmorten und draußen der Sturm ging, erzählte ich den Kindern neue Kunststücke von Feuermännchen und Grisegrau, und sie guckten vergnügt ins Ofenloch und sahen das Teufelchen lustig flackern und springen.

Doch nun kommt’s traurig, Kinder, denn alles Schöne hat im Leben mal ein Ende. Eines Tages lag unser Mäuschen tot vor ihrem Loche. Ein fremder Kater hatte sich hereingeschlichen und es erwischt. Ich verjagte ihn, aber ich kam zu spät. Ich blieb im Wohnzimmer, und als der Mond kam, sah ich unser Feuermännchen klagend um die Leiche gehen. Zuletzt nahm er sie auf den Rücken und ging langsam den gewohnten Weg durch die Kachel.

Im Ofen war noch Glut, ich bückte mich, um hineinzusehen, da war er schon mit seiner lieben Grisegrau mitten drin. Hellauf loderten die Flammen, die die kleine Maus begraben sollten; ganz stille hockte das Feuermännchen daneben und sah zu. Mir war ganz traurig zumute, als ob mir was liebes gestorben wäre … Bei uns im Hause wurde es auch still, seitdem Feuermännchen und Griesegrau nicht mehr zusammen spielten. Der Fritz kam zu den Soldaten und die Grete wurde Erzieherin weit weg in Ungarn.

Für mich allein mochte ich keine Bratäpfel mehr in den alten Kachelofen legen, und auch das Feuermännchen habe ich seit jener Nacht nicht wieder gesehen.

Foto: © hofschlaeger (Stephanie Hofschlaeger)/ http://www.pixelio.de

Autor: Paula Dehmel
(geb. 1862, † 1918)

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Weihnachten in der Speisekammer by edithtg
1, 11 November, 2009, 6:40
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Unter der Türschwelle war ein kleines Loch. Dahinter saß die Maus Kiek und wartete.
Sie wartete bis der Hausherr die Stiefel aus- und die Uhr aufgezogen hatte; sie wartete, bis die Mutter ihr Schlüsselkörbchen auf den Nachttisch gestellt und die schlafenden Kinder noch einmal zugedeckt hatte; sie wartete auch noch, als alles dunkel war und tiefe Stille im Hause herrschte. Dann ging sie.

Bald wurde es in der Speisekammer lebendig. Kiek hatte die ganz Mäusefamilie benachrichtigt. Da kam Miek die Mäusemutter mit den fünf Kleinen, und Onkel Grisegrau und Tante Fellchen stellten sich auch ein.

“Frauchen, hier ist etwas Weiches, Süßes,” sagte Kiek leise vom obersten Brett herunter zu Miek, “das ist etwas für die Kinder,” und er teilte von den Mohnpielen aus. “Komm hierher Grisegrau,” piepste Fellchen, und guckte hinter der Mehltonne vor, “hier gibt’s Gänsebraten, vorzüglich, sag ich dir, die reine Hafermast; wie Nuss knuspert sich’s.” Grisegrau aber saß in der neuen Kiste in der Ecke, knabberte am Pfefferkuchen und ließ sich nicht stören.

Die Mäusekinder balgten sich im Sandkasten und kriegten Mohnpielen. “Papa,” sagte das größte, “meine Zähne sind schon scharf genug, ich möchte lieber knabbern, knabbern hört sich so hübsch an.” “Ja, ja, wir wollen auch lieber knabbern,” sagte alle Mäusekinder, “Mohnpielen sind uns zu matschig,” und bald hörte man sie am Gänsebraten und am Pfefferkuchen. “Verderbt euch nicht den Magen,” rief Fellchen, die Angst hatte, selber nicht genug zu kriegen, “an einem verdorbenen Magen kann man sterben.”

Die kleinen Mäuse sahen ihre Tante erschrocken an; sterben wollte sie ganz und gar nicht, das musste schrecklich sein. Vater Kiek beruhigte sie und erzählte ihnen von Gottlieb und Lenchen, die drinnen in ihren Betten lägen und ein hölzernes Pferdchen und eine Puppe im Arm hätten; und dass in der großen Stube ein mächtiger Baum stände mit Lichtern und buntem Flimmerstaat, und das es in der ganzen Wohnung herrlich nach frischem Kuchen röche, der aber im Glasschrank stände, und an den man nicht heran könnte. “Ach,” sagte Fellchen, “erzähle nicht so viel, lass die Kinder lieber essen.” Die aber lachten die Tante mit dem dicken Bauch aus und wollte noch viel mehr wissen, mehr als der gute Kiek selbst wusste.

Zuletzt bestanden sie darauf, auch einen Weihnachtsbaum zu haben, und die zärtlichen Mäuseeltern liefen wirklich in die Küche und zerrten einen Ast herbei, der von dem großen Tannenbaum abgeschnitten war. Das gab einen Hauptspaß. die Mäusekinder quiekten vor entzücken und fingen an, an dem grünen Tannenholz zu knabbern; das schmeckte aber abscheulich nach Terpentin, und sie ließen es sein und kletterten lieber in dem Ast umher. Schließlich machten sie die ganze Speisekammer zu ihrem Sielplatz. Sie huschten hierhin und dorthin, machten Männchen, lugten neugierig über die Bretter in alle Winkel hinein, und spielten Versteck hinter den Gemüsebüchsen und Einmachtöpfen; was sollten sie auch mit dem dummen Weihnachtsbaum, an dem es nichts zu essen gab! Als aber das kleinste ins Pflaumenmus gefallen war und von Mama Miek und Onkel Grisegrau abgeleckt werden musste, wurde ihnen das Umhertollen untersagt, und sie mussten wieder artig am Pfefferkuchen knabbern.

Am andern Morgen fand die alte Köchin kopfschüttelnd den Tannen Ast in der Speisekammer und viele Krümel und noch etwas, was nicht gerade in die Speisekammer gehört, ihr werdet euch schon denken können was! Als Gottlieb und Lenchen in die Küche kamen, um der alten Marie guten Morgen zu wünschen, zeigte sie ihnen die Bescherung und meinte: “Die haben auch tüchtig Weihnachten gefeiert.” die Kinder aber tuschelten und lachten und holten einen Blumentopf. Sie pflanzten den Ast hinein und bekränzten ihn mit Zuckerwerk, aufgeknackten Nüssen, Honigkuchen und Speckstückchen. die alte Marie brummte; da aber die Mutter lachend zuguckte, musste sie schon klein beigeben. Sie stellte alles andere sicher und ließ den kleinen Naschtieren nur ihren Weihnachtsbaum.

Die Kinder aber jubelten, als sie am zweiten Feiertage den Mäusebaum geplündert vorfanden und hätten gar zu gern auch ein Dankeschön von dem kleinen Volke gehört. “Den guten Speck vergesse ich mein Lebtag nicht,” sagte Fellchen, und Grisegrau biss eine mitgebrachte Haselnuss entzwei; Kiek und Miek aber waren besorgt um ihre Kleinen, die hatten zuviel Pfefferkuchen gegessen, und ihr wisst, liebe Kinder, das tut nicht gut!

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Foto: © Africola (Lea M.)/ http://www.pixelio.de

Autor: Paula Dehmel
(geb. 1862, † 1918)

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Geschichte von Rodnye by edithtg
1, 19 März, 2009, 11:29
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Als ich eines Sommertages mit einer Packung Corn Flakes nach Hause kam und dann mein Meerschweinchen Rodnye aus dem Käfig holte, wollte es in den Umkarton der Corn Flakes klettern, aber ich sagte dauernd: „Nein, dort darfst du nicht hinein!“

Das Tier hat keine Ruhe gegeben, also stellte ich die Verpackung auf den Tisch und das Meerschweinchen lief so schnell es konnte in die Verpackung – und kam anschließend natürlich nicht mehr hinaus.

So holte ich eine Schere und schnitt es wieder frei.

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Foto: © motograf / pixelio

Autor: Ein anonymer Tierfreund

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Sonntags ausschlafen by edithtg
1, 8 April, 2008, 7:10
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Was haaaabbb ich mir gewünscht nach einer anstrengenden Woche heute morgen ausschlafen zu können.

Hab trotzdem ausnahmsweise nachts die Tür zum Chinzimmer offen gelassen, damit ich höre, falls meine Kenyatta ihre Babies in der Früh bekommt oder irgendwas ist.

Es sind immer noch meine beiden Süssen, Aaron Ohrenlos und seine Nuala, bei mir im Schlafzimmer. Manchmal träumen Chins ja nachts, dann kommt so ein Warnquietscher, der i.d.R. auch mich aufweckt. Ich sag dann was ganz ruhig im Halbschlaf und Chin schläft weiter. Ich dann auch.

Die andere Situation für morgendliche Warnrufe – die Chins finden ich schlafe zu lange und wollen Aufmerksamkeit. Kein Witz, wenn sich eine Routine eingestellt hat und ich mal eine Stunde länger schlafe, dann wird “gerufen” und „geweckt“.

Anders heute morgen …

Aaron schlug Alarm. Und das vor 7 Uhr. Nicht nur ein Ruf, nein, gleich eine Reihe von Ausrufen. Ich wache auf, rede ruhig zurück. Ruhe. Dauert keine 2 Minuten, Aaron lässt wieder einen Schwall von Alarmrufen ab. Ich rede wieder ruhig noch total im Halbschalf auf ihn ein. Ruhe. Dauert wieder nicht lange – ich jetzt schon fast wach, fang an zu schimpfen. Aaron, gibt diesmal nur zwei Warnphiepser von sich – klingt allen Ernstes beleidigt. Auch gut, ich will schliesslich noch schlafen. Ca. 5 Minuten später – neue Aaron Alarmtirade. OK, ich stehe auf, checke dabei gleich mal das Chinzimmer. Alles wirkt normal.

Geh ins Bad und zurück ins Bett. Das Ganze von vorne. Und nicht nur von Seiten von Aaron – irgendwie knackt eine Feder in der Matratze so komisch. Die ist relativ neu – woher kommt das? Ich dreh mich in Erschöpfung und Halbschlaf zur Seite, um andere Federn zu belasten. Ruhe. Aaron Alarm. Ich schimpfe. Ruhe. Neue Feder knackt …

Ok, jetzt ist die Ruhe vorbei. Ich steh auf – zähle die Flauschnasen im Zimmer durch – alles scheinbar ok. Zurück ins Bett. Feder knacken. Aaron Warnschreie. Ich schimpfe. Aaron beleidigte Kurzphiepser. Federn knacken.

Jetzt ist meine Geduld am Ende – da stimmt was nicht. Ich raus aus dem Bett. Alles unterm Bett rausgeräumt. Liege flach auf dem kalten Parkett auf der Lauer. Nix. Stille. Ich warte … Ok, jetzt bin ich schon so wach, jetzt kann ich auch noch hinter dem letzten Karton ganz hinten rechts nachsehen.

Und siehe da … ein safirfarbener Chinpopo hoppelt unterm Bett hervor. Sarah bemerkt mich – gibt Gas – Hinterfüsschen paddeln auf dem Parkett – sie düst ins Wohnzimmer. Ich mit wehendem Morgenmantel hinterher. Das siegessichere Grinsen von Aaron Ohrenlos im Rücken …

Ca. Viertelstunde später – Sarah muss eine riesen Schmusattacke über sich ergehen lassen. Zurück in den Käfig. Ich zurück ins Bett, versuche zu schlafen. Aaron guckt mich selbstbewusst an.

Ein “blitzgscheites Kerlchen” (Zitat, sein TA). Wohl wahr, wohl wahr …

Copyright © CAM – CHINCITTÀ. Alle Rechte vorbehalten

Autor: Claudia Mooser
claudia_mooser@yahoo.com

http://www.freewebs.com/chincitta-kultur/chinstories.htm

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Vergesellschaftung mit Sprüheffekt by edithtg
1, 8 April, 2008, 6:55
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Also, dass Vergesellschaftungen gerade bei älteren Chins mit starken Charakteren nicht einfach sind, ist ja mittlerweile bekannt. Manchmal kann man aber auch zu dem Schluss gekommen, dass genau diese starken Charaktere sich in einer 3-er Gruppe schön ausbalancieren. Dass für eine saubere Vergesellschaftung dazu aber auch das nötige Reaktionsvermögen gehört, hab ich erst dieser Tage gelernt.

Eine neue Familie für Iman

Nachdem aufgrund des diagnostizierten Herzfehlers von Layla, und der Angriffe von Iman beschlossen hab ihre Gruppe zu verkleinern, musste für meine Iman eine neue Familie gefunden werden. Iman ist nicht leicht zu vergesellschaften, das war sie als Jungtier schon nicht. Sie ist ein ganz liebes Chinny, aber ihre Macke ist, sie ist extrem territorial und dann auch schnell angriffslustig. Wenn ihr nicht gleich Parole geboten wird, dann wird sie sehr dominant. Dh man braucht mindestens ein gleich starkes Weibchen in einer Gruppe, das sich nicht einschüchtern lässt.

Meine Wahl fiel letztendlich auf Montalban und Coucou. CouCou hat eh gerne Abwechslung und Geselligkeit. Die Jungs freuen sich immer, wenn sie ein Weibchen mehr im Harem haben.

Vergesellschaftung – im Normalfall

Und jetzt im weiteren Verlauf der Geschichte, alle KBM-getrimmten Vergesellschafter bitte weghören – jetzt wird es nämlich gleich ganz schrecklich (einfach)!

Ok, egal… so geht es hier zu, bei “normalen” Vergesellschaftungen folge ich einfach dem Vorbild von US Hobbyzüchtern mit wirklich langer Erfahrung (z.b. Sandy Kao) und dem erfahrenen Rat von Grosszüchter wie Randy Jagielo (1500 Chins), die den Hobbymarkt sensibel berücksichtigen. So hat es sich hier bei mir als sinnvoll bestätigt:

Ich beobachte die Tiere, wähle aus wer zusammen passen könnte, mache einen Schnuppertest gefolgt von einer Phase Käfig-an-Käfig, nehme bei positiver Resonanz dann das territorialere Tier aus seinem Käfig und setze es in den Käfig mit der neuen Gruppe (ob Käfig davor desinifiziert werden muss oder gerade nicht, ist individuell verschieden!). Beobachte, bleibe daneben sitzen, Tür offen, jederzeit bereit zum Eingreifen.

Normalerweise, sieht man innerhalb der ersten halben Stunde, ob die Gruppe funktionieren wird und wenn ja, wie gut. D.h. nicht unbedingt, dass alles gleich friedlich abgeht. Deshalb schlafe ich oft noch die erste Nacht neben dem Käfig der neuen Gruppe oder habe sie bei mir im Schlafzimmer. Im Normalfall, ist das in meiner Erfahrung die einfachste und stressfreieste Vergesellschaftung für die Chins, die zugleich eine langfristige Aussagekraft hat. Stressvoll ist sie eher für den Halter!

Meine Iman und ihre Eigenheiten

Nun, so geschehen im Fall Iman.

Und gerade bei Iman habe ich gelernt, dass erstmal Rangordnungen geklärt werden muß und das durchaus zickig abgeht. Das involviert Bellen und Pipiduschen (was drüber hinaus geht, da wird die Vergesellschaftung abgebrochen).

Ich halte Imans Näschen an das von Coucou. Iman und Coucou schmusen als wären sie die geborenen Busenfreundinnen. Gleiches Szenario im Käfig. Man könnte meinen die beiden haben sich auf Anhieb gefunden und lieb gehabt.

Tja, aber es wäre nicht meine Iman, wenn das so einfach weiter ginge. Die fängt nämlich bei soviel Harmonie und Einverständnis als nächsten Schritt gleich mal an ihre Dominanz rauszukehren. Macht sich in CouCous und Montys Käfig breit. Erklärt die gesamte untere Bodenfläche inkl. Sandbad, Futternapf und Wasserflasche zu ihrem Reich. Naja, das geht natürlich nicht. CouCou kommt runter, will nachschauen und schmusen. Iman zeigt Dominanz. Oh oh, jetzt heißt es Aufpassen für den VG-Manager.

Wer hat den Überblick über die Situation?

CouCou guckt verdutzt. Und motzt. Iman motzt frech zurück. CouCou dreht sich ruhig um, aber man merkt es lässt ihr keine Ruhe. Sie geht erneut auf Iman zu und versucht Näschen zu reiben und Dinge friedlich zu klären. Iman richtet sich auf die Hinterbeinchen auf. Oh oh, der Moment des Halters – jetzt alle Achtung, die Situation kann brenzlig werden. Ich auf Augenhöhe mit den beiden Kontrahenten.
Auf gleicher Höhe, direkt hinter Coucou bei offener Käfigtür, jederzeit bereit bei einer Eskalation eingreifen zu können.

Während ich noch kurz über den “toten Winkel” in meinem Sichtfeld hinter Coucous Rücken nachdenke, motzen die sich weiter an. Iman steht nun erneut auf den Hinterbeinen mit dem Rücken zur Wand, zuckt mit dem Popo, diesen leichten kleinen Ruck nach vorne. Der Moment ist gekommen: Start frei für den Pipistrahl!

CouCou trifft es keineswegs unerwartet. Sie ist ebenfalls aufgerichtet und zeigt famoses Reaktionsvermögen und weicht mit dem Oberkörper zur Seite aus. Tja, jetzt ist der tote Winkel auch einsehbar. Der einzige, der keine Reaktion gezeigt hat und nicht ausgewichen ist war der Chinhalter – ich. Pipistrahl mitten ins Gesicht. Igiiiittttt!! Bäh!!!

Unsere Chinmami gluckst so komisch

Iman guckt mich verblüfft an. CouCou guckt Iman fragend an, dreht sich zu mir um, und schaut erstaunt auf meine verzogenen Gesichtszüge. Beide lauschen sie still und andächtig meinen komischen Glucksgeräuschen. Was Claudia für eigenartige Geräusche von sich geben kann? Weisst Du was sie meint??? Verblüfft gucken sich beide Chins an. Ratlosigkeit. Man reibt sich übers Näschen. Und geht wieder seiner ganz normalen Wege. Sie setzten sich entspannt hin, die eine knabbert ein bisschen an einem Heuhalm, die andere putzt ihr Fell. Es ist Ruhe und Frieden, als könnte kein Wässerchen diese harmonische Idylle trüben. Beide hoppeln ihrer Wege. Ich beträufeltes Riesenchinchilla hoppel erst mal ins Bad.

Tja, Mädels, blöde Vergesellschaftung… Entweder man hat gutes Chinny Reaktionsvermögen oder man beachte die toten Winkel, die sich plötzlich auftun können!

Im Grunde genommen mögt ihr Euch doch eh! Das nächste Mal könnt ihr Euch einfach alleine vergesellschaften …

Copyright © CAM – CHINCITTÀ. Alle Rechte vorbehalten

Autor: Claudia Mooser
claudia_mooser@yahoo.com

http://www.freewebs.com/chincitta-kultur/chinstories.htm

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Nelly, das Unglücksschwein by edithtg
1, 8 November, 2007, 12:33
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Vor zweieinhalb Jahren haben wir (meine Mutter und ich) Nelly in einer Zoohandlung gekauft. Damals hatten wir schon drei Meerschweinchen. Pigli, Speedy und Strubbel, unseren Bock.

Von Anfang an haben sich unser Rudel und Nelly sehr gut verstanden. Nelly saß immer bei Strubbel und Speedy immer bei Ihrer besten Freundin Pigli. Alles schien perfekt, doch ein Jahr später verstarb Pigli auf tragische Art und Weise. Es geschah, als unsere Schweinchen auf der Wiese im Garten in ihrem Gehege grasten. Ein Hund verirrte sich in unserem Garten und witterte die hilflosen Schweinchen. Er sprang in das Gehege, erwischte die schon (alltersbedingt) etwas langsamere Pigli und schüttelte sie wie ein Kuscheltier. Er brach ihr das Genick.

Für Speedy, die immer gerne mit ihr vor dem Heu saß, war das nicht schön. Sie suchte nun die Nähe zu Nelly. Nun hockten diese beiden immer vor dem Heu.

Einige Monate später bekamen wir ein kakaobraunes Meerschweinchen namens Lucy dazu. Sie verstand sich nicht so gut mit Nelly und Speedy, dafür aber sehr gut mit unserem Bock Strubbel. Der war natürlich happy, endlich ein neues Weibchen zu haben. Er hatte also jetzt eine neue Freundin.

Doch jetzt zur eigentlichen Geschichte: An einem sehr warmen Herbsttag in diesem Jahr war die Wiese trocken und wir beschlossen, unsere Meerschweinchen in ihr Wiesengehege zu stecken, damit der Rasen endlich mal wieder von ihnen gemäht würde, und die Meerschweinchen sich mal wieder so richtig austoben konnten. Das Gehege hatten wir schattig neben einigen Pflanzen und Büschen aufgebaut.

Am nächsten Tag kam ich von einem Termin, als meine Mutter meinte, ich sollte mal nach meinen Schweinchen sehen, denen es nicht gut ging. Sie hatte die Schweinchen bereits aus dem Stall geholt. Ich ging zu ihnen rein und sah Nelly und Lucy fast völlig regungslos auf dem Boden liegen. Die Köpfe der beiden lagen schlaff zur Seite gedreht auf dem Boden und sie atmeten schnell und schwer. Meine Mutter sagte zu mir, sie seien wie betrunken gewesen und seien in ihrem Stall herumgetorkelt.

Mir schossen die Tränen in die Augen. Sofort versuchten wir den tierärztlichen Notdienst zu ermitteln, denn es war Sonntag. Doch das war gar nicht so einfach. Auf der Hompage des Notdienstes stand zwar, welcher Tierarzt Notdienst haben sollte, doch als wir dort angerufen hatten, ging nur eine Bandansage an, dass wir außerhalb der Sprechzeiten anrufen. Also hat meine Mutter verzweifelt in einer Tierklinik angerufen, die uns dann mitteilte, dass sich der Notdienst geändert hatte. Sie gaben ihr den richtigen Tierarzt bekannt.

Sofort schnappten wir uns unsere Liebsten und fuhren zu diesem Tierarzt. Als wir dort waren, sagte man uns, dass sich die Tiere wahrscheinlich an einer Pflanze vergiftet hatten, sie dies aber wohl überstehen werden. Die Tierärztin gab ihnen eine Vitaminspritze. Wir sollten auf die Kotabsetzung achten, und darauf, dass sie noch etwas Heu zu sich nahmen.

Am Abend ging es Lucy schon wieder besser, doch völlig fit war sie noch nicht. Nelly hingegen schien es nicht besser zu gehen. Im Gegenteil, sie hatte etwas Durchfall. Das war gar nicht gut, denn Durchfall ist bei den kleinen Geschöpfen das Todesurteil. Anscheinend hatte unsere “Nelly-Maus” auch nichts mehr gefressen. Ebenfalls kein gutes Zeichen.

Am nächsten Tag fuhr meine Mutter nochmals mit Nelly zu unserem Tierarzt. Dieser versicherte ihr ebenfalls, dass das Schweinchen es überstehen würde. Er gab ihr nochmals eine riesengroße Spritze, wovon Nelly sogar anfing zu bluten. Er gab meiner Mutter ein Mittel gegen Durchfall mit und eine Spritze. Dann drückte er ihr noch eine kleine Dose mit gemahlenem Heu in die Hand. Dieses sollten wir mit ein wenig Wasser vermischen und in die Spritze ziehen. Damit sollten wir Nelly zwangsernähren.

Am nächsten Morgen war es wieder soweit, Nelly musste zwangsernährt werden. Wir holten den kraftlosen Körper aus dem Käfig und versuchten dem Schweinchen das “Flüssigheu” einzuflößen, doch sie spuckte alles wieder aus. Schwabbelig legte sie sich hin und fiel fast auf die Seite. Doch nun musste auch noch das Durchfallmittel rein. Ich hielt Nelly fest und meine Mutter spritzte das Mittel in ihren Mund. Wenigstens das hatte sie runtergeschluckt. Danach haben wir das kraftlose Geschöpf wieder zurück in ihren Käfig gelegt.

Voller Sorge um unser Nelly-Mäuschen saß ich in der Schule und meine Mutter auf der Arbeit. Ich war heilfroh, als es endlich nach der 6. Stunde klingelte. Ich schnappte mir mein Fahrrad und fuhr schnell nach Hause. Auf dem Nachhauseweg hoffte ich die ganze Zeit, dass es Nelly nun besser ging. Als ich zu Hause angekommen war, schloss ich die Tür auf und guckte sofort in Nellys Käfig. Da lag sie in ihrem Häuschen. Ich starrte auf ihren Bauch und sah, dass sie leider nicht mehr atmete. Wieder schossen mir die Tränen in die Augen. Nelly fand ihr Ende am 17.10.2007. Leider viel zu früh.

Selbstverständlich haben wir Sie in unserem Garten unter unserem Hibiskus begraben. Speedy, ihre Schweinchenfreundin, vermisste sie sehr. In den ersten Tagen stand sie immer an der Stalltür und hat leise erwartungsvoll gequiekt. Sie wartete immer darauf, dass irgendeiner Nelly zurück in den Stall setzte.

Heute wissen wir auch, woran sich die beiden Schweinchen vergiftet hatten. Es war der OLEANDER. Die Pflanze stand zwar neben dem Gehege, aber der Wind musste einige vertrocknete Blätter in das Gehege geweht haben, die unsere Schweinchen neugierig gefressen hatten. In der nächsten Gartensaison werden wir immer darauf achten, dass wir das Gehege nicht mehr neben Pflanzen aufbauen und dass auch keine Blätter darin liegen.

Lucy ging es nach zwei Tagen wieder bestens. Sie tobt heute schon wieder mit den Anderen. Hoffen wir, dass sie und ihre Kumpels ur… ur… ur… ur… ur… uralt werden. !!!

Autor: Manuela Rodacker
manuela.rodacker@t-online.de

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Kleiner Geist by edithtg
1, 18 Juni, 2007, 10:31
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Ich schreckte hoch. Da war doch was! Ich stieg aus dem Bett und guckte mich verstohlen um … Da war es wieder: Ein leises Knabbern. Ich ging in die Küche, um etwas zu trinken und um den “Traum” “wegzukippen”. Ich rannte in mein Zimmer da war es wieder. Spinne ich etwa?!

Ich legte mich im Wohnzimmer auf die Couch, um dem Geräusch zu entfliehen. Krzzzzzz … krzzzzzz …
OH NEIN!
Ich hielt mir die Ohren zu und……. HÖRTE ES TROTZDEM! -
MISTMISTMIST!!!

Ich suchte noch Mal und wechselte dabei den Raum.
Jetzt SAH ich es!
EINE MAUS!!! Sie hatte an den Bodenbelegen herumgeknabbert!
Mein Ausruf war: “Kleiner Geist!”

Ich setzte sie in den Keller und kaufte am nächsten Tag einen Käfig, drei weitere Mäuse, Trinken, Fressen, einen Schrank dafür, Streu, Heu, eine Heuraufe, einen Fressnapf, ein großes Schlafhäuschen und Schlafwatte für das Häuschen.
Ich habe meinen “kleinen Geist” und die anderen zwei jetzt richtig lieb gewonnen!

Autor: Sabrina Hagemann
s-hagemann@aol.com



Osterhasen und Silvesternachwuchs by edithtg
1, 7 November, 2006, 6:44
Einsortiert unter: Nager

Letztes Jahr habe ich zu Ostern zwei Löwenkopf-Zwergkaninchen bekommen, da leider mein Altes eine Woche vorher gestorben ist. Über die Neuen habe mich total gefreut und direkt einen Doppel-Käfig dazu bekommen (natürlich hinterher, damit das nicht auffällt). Zum Glück haben sich beide, aus verschiedenen Geschäften, auf Anhieb gut verstanden. Da wir ein Männchen und ein Weibchen hatten, wollten wir das Männchen kastrieren lassen. Nachdem es narkotisiert war, sagte uns der Tierarzt, dass das Kaninchen ein Weibchen wäre.

In der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, begann dass “richtige” Weibchen sich selbst und dem anderen Kaninchen Haare auszurupfen. Das hat mich nicht sonderlich interessiert, weil beide ziemlich viel Schwachsinn bauen. Vom 31.12.2004 bis zum 03.01.2005 war ich woanders. Als ich nachhause kam, machte ich sofort den Käfig sauber. Dabei fiel mir eine kleine Ecke auf, die sich bewegte. In dieser Ecke lagen drei kleine Hasenbabys. Der Tierarzt sagte mir, dass diese an Silvester geboren sein müssten. Mittlerweile sind sie größer geworden und noch verrückter als ihre Eltern. So haben meine zwei “Osterhasenweibchen” süßen Silvesternachwuchs bekommen.

Autor: Tamara Müller
nc-muellebe48@netcologne.de



Tarzan by edithtg
1, 7 November, 2006, 6:42
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Es war mitten im Winter 1999/2000 genau zur Jahrtausendwende. Ich ging mit meinem Hund Jana einen Weg, den ich sonst bei solch einem Matsch nie gehe. Es war allerdings gefroren, denn das Thermometer zeigte bereits seit Tagen Minusgrade an.

Wie ich also so versonnen auf den Boden stierend, um mir nicht die Beine zu brechen, an der Kleingartenanlage vorbei und zwischen Brombeerhecken hindurch laufe, läuft mir auf einmal ein kleines, unvererkennbar schwarzes Wesen, mit weißer Locke auf dem Kopf vor den Beinen her.
Als ich näher hinschaue, sehe ich : Das ist ein Meerschwein. Vielmehr die Karikatur eines Meerschweines. Superdünn und ab Hals völlig kahl.

Ich nach Hause, Meerschweinfutter gekauft, und an einem sicheren Platz das Wesen gefüttert. Aber fangen lassen wollte es sich nicht!

Ab ins Tierheim, Katzenfalle geliehen, mit Futter bestückt und 5 Tage Meerschwein gejagt. Am 5 Tag saß es an der Falle, hinter sich eine dicke fette Ratte und ich beschloß beide, im Fall eines Falles, wieder aus der Falle zu schütten. Zum Glück ging es rein und die Ratte haute ab.

Zu Hause in der Badewanne habe ich dann erst mal das Meerschwein in einen Vogeltransportkäfig geschüttet, da ich ja nicht wußte, ob das Tier krank ist und ich keinen Transportkäfig für Meerschweinchen hatte.

Diagnose des Tierarztes: unterernährt, Milbenverseucht, aber quietschfidel und munter.

Tarzan lebte, kastriert und mit einer Partnerin aus einem Tierheim noch mehrere Jahre bei mir, bis ich ihn gehen lassen musste. Der Tierarzt meinte damals: Nach der Entzündung der Haut und dem massiven Milbenbefall zu urteilen muß der Kleine wegen der Milben ausgesetzt worden sein, um die Tierarztkosten zu sparen.

Muß so etwas sein???

tarzan.jpg

tarzanplus.jpg

Tarzan mit Partnerin Line

Autor: Kerstin Meyer
Tinkasg@aol.com




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