Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Aus Spatzenhirn-Perspektive by edithtg
1, 13 Oktober, 2010, 7:18
Einsortiert unter: Lyrik

Es saß ein Spatz am Straßenrand,
verstaubt war sein Gefieder,
er sah von unten allerhand,
was ihn enttäuscht und ihm zuwider!

Sah Karren, die vorüber brausten,
die fuhr´n von ganz alleine:
kein Rumpeln, Rattern – nein, sie sausten
und hatten runde Beine.

Was unsern Spatz total schockiert
und auch gewundert gar,
dass hinten niemand was verliert,
was zu verwerten war.

Ein Spatz, der denkt mit Spatzenhirn.
Darf man ´s ihm übel nehmen?
Beim Menschen ist solch enge Stirn
vielmehr ein Grund zum Schämen.

Foto: © Grace Winter / http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Missverständnisse by edithtg
1, 10 Oktober, 2010, 3:39
Einsortiert unter: Lyrik

Ein Affe, der in einem Zoo
sich sicherer und behaglich fühlte
als in der Wildnis irgendwo:
er sich im Zoo auch nicht verkühlte.
Von hier, mit all den anderen Affen,
da sah er durch die Scheiben
sehr viele Menschen ihn begaffen,
vor dem Gehege stehen bleiben.
Der Affe wunderte sich sehr,
doch war ´s nicht vor Entzücken
vorm Fenster sammelten sich noch mehr
die Nase platt zu drücken.
Die Armen, denkt der Affe jetzt,
das halt ich für verkehrt,
man hat die Wesen wohl gehetzt
und dann hier eingesperrt.
Voll Mitleid bietet er sodann,
weil Affen freundlich sind,
durch ´s Glas eine Banane an
so einem kleinen Wesen-Kind.
Sieh, Papa, sagt der Hosenmatz,
so ´n Affe ist doch blöd
hatdas Gehirn von einem Spatz,
als wenn das durch die Scheibe geht!
Der Affe aber dreht sich um,
das Obst selbst zu verspeisen.
Wie ist ein Wesen nur so dumm
ihn so zurückzuweisen!

Foto: © Jürgen Hüsmert http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Schlecht, Herr Specht by edithtg
1, 8 Oktober, 2010, 7:28
Einsortiert unter: Lyrik

Es tackert an des Baumes Höhle
ein Buntspecht seine Vogelseele
fast aus seinem kleinen Leib.
Er tut dies nicht zum Zeitvertreib,
will mit Frau Buntspecht dorten brüten
und in der Höhle Eier hüten.
Als Zimmermann des hies´gen Waldes
gibt er ´s bekannt – und somit schallt es
weckt auch die Neugier von dem Marder.
Der denkt, hei fein, bei dem Theater
zeigt mir der Specht frühzeitig an,
wo ich bald Eier stehlen kann.
+
Man lernt daraus – so man es will –
zuweilen bleibt man besser still!

Foto: Quelle: Own work by uploader, User:FrankDrebin Urheber: Sławomir Staszczuk (info [AT] photoss.net. Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext.

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Abbitte an die Rabenkrähe by edithtg
1, 7 Oktober, 2010, 8:01
Einsortiert unter: Lyrik

Das Gleichgewicht in der Natur – gestört.
Bedroht ist wohl der Singvogel-Bestand.
Weil der Gesang der Lerche nur vereinzelt wird gehört,
man auch den Schuldigen schnell fand:
die Rabenkrähe, deren schwarzes Kleid
seit langem schon als Unsympath verschrien,
ihr Krächzen und die Vielzahl ist man leid,
auch hat man ihr den Hunger nicht verziehen.
Wie schön, wenn man die Schuldigen ertappt
und eignes Fehlverhalten so vertuschen kann,
wenn man die Lebensräume niedermäht und Hecken kappt
und mit dem Finger zeigt auf andre dann!
Uns Jägern bleibt so nur das Regulieren,
das Ausmaß übermäßiger Vermehrung einzuschränken,
mir wär es lieb, das müsste nicht passieren,
so würd´ man uns als Vogelmörder auch nicht kränken.
In der Natur ist jedem Tier ein Auftrag zugeteilt.
Es sind die Menschen, die dies Gleichgewicht zerstören.
Wenn die Natur sich nicht mehr selber heilt,
dann wird man häufiger noch Flintenschüsse hören.

Foto: © DominoXL / (Kurt F. Domnik) / http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Der Fasan by edithtg
1, 6 Oktober, 2010, 7:20
Einsortiert unter: Lyrik

Er war ein prächtig stolzer Hahn
und bei den Hennen sehr begehrt.
Ein Mustermannsbild von Fasan,
der sich erfolgreich schon vermehrt.
Er baumte ab, er baumte auf
ansonsten tat er wenig:
denn dieses ist der Tageslauf
ist man Fasanenkönig!
Besonders kräftig war sein Stoss:
ein langes Federspiel,
das aus dem Steiss ihm hinten spross,
um aufzufallen war das Ziel!
So rennt und rast er her und hin
ist ausser Atem ganz –
Was hätte sonst wohl einen Sinn
so`n übergrosser Schwanz,
wenn er nicht dienen könnt der Lust
zur grossen Freude seiner Weiber
und der Rivalen Neid und Frust,
die abseits steh`n, die Neider.
Doch eines Tags im Senf, im nassen,
da hört er Bellen und Geschrei –
kann man ihn nicht in Ruhe lassen?
Er duckt sich, denkt es geht vorbei.
Doch Hennen vor ihm und daneben,
die steigen auf in Todesahnung,
sie fürchten ängstlich um ihr Leben –
und dieses gilt für ihn als Warnung.
Mit einem starken Flügelschlagen
versucht er schnell noch zu entkommen:
die Luft will ihn so recht nicht tragen,
der Stoss hat seinen Schwung genommen!
Er hört nicht einmal mehr den Schuss,
der übers Feld erschallt –
die Schrote machen mit ihm Schluss!
Fasanen-Schicksal halt!
Er fällt mit blutigem Gefieder
sich überschlagend und rasant
in den feuchten Senf hernieder
wo ihn der Jagdhund sogleich fand.
Ein anderer Fasanenvogel,
der nicht so sportlich war,
und hocken blieb in seinem „Kobel“*
der sah die Sache klar:
er dacht` trotz aller Eleganz
und buntem Firlefatz
ist hinderlich ein langer Schwanz
bei einer Treiberhatz!

* ich weiss, ich weiss, aber der Pegasusteufel ist ein Eichhörnchen

Foto: © rollerbraut (GerdaB.) / http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Wie lange noch? by edithtg
1, 5 Oktober, 2010, 7:08
Einsortiert unter: Lyrik

Oh, Lerchensang, der überm Feld
die Luft zum Klingen bringt,
dass dieser fröhlich, muntere Ton
zu den geneigten Ohren dringt,
den Lauscher im Verzücken innehält.

Der frühe Morgensang –
wie lang wird er noch klingen,
wie lange steigt die Lerche himmelan,
wir engen ihren Lebensraum – und dann
verstummt für immer wohl ihr lieblich Singen.

Foto: © Picture taken by Daniel Pettersson. Uploaded to commons by oskila with his permission. File taken from http://www.fagelfoto.se, Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 Schweden lizenziert.

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Ratten der Lüfte by edithtg
1, 4 Oktober, 2010, 7:52
Einsortiert unter: Lyrik

Die Tauben gurren auf dem Dach
und machen schon früh morgens Krach.
Sie wecken ohn` einen Bedarf
den Ruheständler aus dem Schlaf
und der verwünscht sie tausendfach,
die kleinen Biester auf dem Dach.
ach!

Die Tauben, flüchtig beim Erschrecken,
die hinterließen arge Flecken,
was ärgerlich und auch verdrießlich,
weil Ruheständler nun mal spießig.
Obgleich mit Klatschen und viel Krach
sitzen sie weiter auf dem Dach,
ach!

Die Tauben ließen sich nicht stören.
Sie wollten wohl den Lärm nicht hören.
Im Gegenteil, sie gurrten weiter,
da holt der Rentner eine Leiter.
Behutsam lehnt er sie ans Dach,
die Biester aber waren wach,
ach!

Sie flogen bloß ein Stückchen weiter
und kehrten wieder trotz der Leiter.
Der Ruheständler konnt´ es wissen:
beim Rückflug wurde er beschissen.
Die Biester aber sitzen wieder
und gurren weiter ihre Lieder
auf dem Dach,
ach!

Der Ruheständler ist vergrämt,
weil er sich seiner Ohnmacht schämt.
Geknickt er nun von dannen zieht
und stöhnt: es ist das alte Lied,
Ratten der Lüfte auf dem Dach,
sie sind und bleiben lästig,
ach!

Foto: © Gerd Saile / http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Glück gehabt … aber wer? by edithtg
1, 30 September, 2010, 7:59
Einsortiert unter: Lyrik

Ein Fuchs schlich sich wohl viele Mal`
zu Bauer Roettgers Hühnerstall.
Der Bauer hat, wie ´s sich gehört,
die Legehennen eingesperrt,
was auf besondere Weise nützt,
weil es vor Vogelgrippe schützt.
Das kam dem Roten sehr entgegen,
braucht er doch nicht zu überlegen,
welch Tierchen aus der Hühnerschar
ohn` Mühe wohl zu reissen war!
So schlüpfte denn der Mordgesell
durchs Scheunentor, wo er ganz schnell
die Beute zu erlegen dachte.
Wenngleich er vorsichtig und sachte
sich anschlich, wurde er entdeckt,
und mittels Knüppel hingestreckt.
Die Hühner nahmen´s mit Vergnügen.
Doch tags darauf sah man eins liegen,
wie´s knusprig in der Pfanne briet
und Schadenfreude so missriet.
Der Fuchs erfuhr nach der Behandlung
eine gar seltsame Verwandlung.
Er dient seitdem – wenn wenig Hitze –
dem Bauern Roettger nun als Mütze.
Zu diesem Vorfall fällt mir ein:
des einen Glück, des andern Pein.

Foto: © wrw / http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Politfuchs, gar nicht schlau by edithtg
1, 28 September, 2010, 7:10
Einsortiert unter: Lyrik

Ein Fuchs dünkt sich besonders schlau,
er lief nach Oberammergau,
um sich als Judas zu verdingen.
Die Leute dort ihn aber fingen
und sperrten ihn, das war gemein,
in einen Hundezwinger ein.
Da alle schwarz dort und nicht rot,
so musst er bleiben, bis er tot.
Wär´ er so schlau, wie er vermeinte,
ging er nach Osten ins vereinte
Deutschland und lebt` dort nicht schlecht
wär Schosshund von Frau Wagenknecht.
Käm´ wieder bald nach NRW
als Maskottchen dieser roten Fee.

Foto: © Helga Schmadel / http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de



Erfolglos by edithtg
1, 27 September, 2010, 7:14
Einsortiert unter: Lyrik

In Schönheit sterben dacht der Schwan
ist das, was ich am besten kann,
und legte sich mal probeweis
Flügel gestreckt auf ´s blanke Eis.
Vom Ufer aus hat es den Schein
als endete der Schwan sein Sein.
Man legt ihm um den Hals ´ne Schlinge,
dass man ihn so ans Ufer bringe.
Ein Schauspieler ist sehr erschreckt,
wenn man ihn aus der Rolle weckt!
Auch unserm Schwan wurde es bang,
der Strick zog ihm den Hals so lang.
Da half dann auch kein Flügelschlag
als einer seiner Wirbel brach.
In Schönheit sterben ist recht dumm,
wenn Beifall fehlt vom Publikum.

Foto: © ErdeundMeer / http://www.pixelio.de

Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de

*****

Eigene Beiträge einreichen? Mailen Sie Texte und Bilder an feedback@tiergeschichten.de
Weitere Tiergeschichten gibt es hier: http://www.tiergeschichten.de




Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.