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Willis Geschichte begann 1994
Hallo, mein Name ist Willi und ich möchte auch einmal meine Geschichte erzählen. Als mich meine Menschen fanden war ich noch sehr klein, ich kann mich auch kaum noch erinnern. Ich glaube, ich wurde auf einem Parkplatz gefunden. Ich hatte schreckliche Angst und auch ganz großen Hunger. Meine Katzenmama war nicht mehr da und es war auch schon etwas kühl als mich meine Mama, so nenne ich sie immer, in den Arm nahm und mich wärmte.
Bei ihr zu Hause angekommen, hat sie mich erst mal gebadet und mir ein Milchfläschchen gegeben. Dann habe ich auf ihrem Wollschal geschlafen. Sie hat mich dann als ich wieder aufgewacht bin mit meinem späteren Kumpel Felix bekannt gemacht, aber der wollte gar nichts mit mir zu tun haben. Er hat mich angefaucht und gesagt ich soll verschwinden. Na ja, der kannte mich noch nicht, ich bin nämlich eine Kämpfernatur. Hab ihn erstmal links liegen gelassen und bin zu seinem Futternapf getrabt und anschließend habe ich sein Klo eingeweiht. Nach drei Wochen sind wir langsam Freunde geworden und er hat mir seine Geschichte erzählt.
Felix´s Geschichte begann 1988
Ich heiße jetzt Felix, früher hatte ich einen anderen Namen, aber den habe ich vergessen. Auch die Menschen, bei denen ich vorher war, denn sie wollten ja nichts mehr von mir wissen und haben mich in so ein blödes Heim gesteckt. Da war ich fast 1,5 Jahre bis endlich meine jetzige Mama kam und ich ihr auf den Rücken gesprungen bin. Sie hat mich gleich mit zu sich genommen und ich habe mich da auch sofort wohl gefühlt. Ich habe ein knappes Jahr bei ihr und ihrem Mann gewohnt und es ging mir bis auf ein paar Wehwehchen sehr gut.
Aber dann kam der 4 Wochen alte Kater zu uns und die Ruhe war vorbei. Ich war ja auch schon 6 Jahre alt und wollte mein Leben mit meinen beiden Dosis genießen. Am Anfang war ich sehr eifersüchtig auf den kleinen Kerl, außerdem wollte er immer spielen, nie hat er mich in Ruhe gelassen. Bis ich ihm einmal die Meinung gesagt habe, dann wusste er, wer der Boss ist.
So, nun kann Willi weiter erzählen
Wir beide, Felix und ich hatten bis Dezember 2000 eine tolle Zeit. Manchmal haben wir Blödsinn gemacht (na ja eigentlich eher ich) und manchmal waren wir brav.
Und dann kam sie, eine süße kleine Miezekatze. Ich habe mich gleich in sie verliebt und sie hatte überhaupt nichts dagegen. Ich glaube Mienchen, so ist ihr Name, war froh, dass sie jemanden hatte. Die Kleine war ja auch erst 10 Wochen alt und sehr krank. Felix hatte nun endgültig die Nase voll. Er war ja nun auch schon ein Senior und es ging ihm auch nicht mehr so gut. Wie gesagt, Mienchen war sehr krank und sie musste ein paar Mal beim Tierarzt bleiben. Aber das kann sie selbst erzählen.
Mienchens Geschichte 2000
Hallo ich bin Mienchen, eigentlich heiße ich Wilhelmine, aber das ist viel zu lang. Ich bin auf einem Bauernhof geboren, da gab es noch sehr viele andere Katzen. Leider ging es uns da nicht sehr gut. Eines Tages, ich war so 9 Wochen alt, kam eine junge Frau und hat mich und noch drei andere Katzen, die erst 4 Wochen alt waren mit zu sich genommen. Wir waren alle sehr krank und mussten in einem Zimmer bleiben, damit wir nicht die anderen Katzen anstecken. Eine Woche später, es war gerade der 2 Advent, hat mich meine jetzige Familie abgeholt.
Als ich da ankam, habe ich Willi gesehen und er hat gleich mit mir geschmust. Der andere Kater Felix wollte nicht von mir wissen. Er ist dann auch im Sommer darauf mit meiner Mama weggefahren und nicht wieder gekommen. Willi meinte, dass sein bester Kumpel jetzt im Regenbogenland ist.
Ich bin zweimal ganz dolle krank geworden, wenn mein Papa nicht gewesen wäre, hätte ich Felix bald wieder gesehen. Aber mein Papa wollte nicht, dass ich eingeschläfert werde und da hat die Tierärztin mir ein Hundemedikament gegeben, das dann gewirkt hat. Ich werde zwar niemals mehr richtig gesund, ich habe nämlich ein Lungenemphysem, aber im Moment geht es mir sehr gut.
So nach ca. 3 Jahren wurde ich blind, was meine Menschen aber erst viel später gemerkt haben. Mir macht das nichts aus. Ich habe meinen Garten und wenn nichts in der Wohnung verändert wird, finde ich mich gut zurecht.
So, nun lasse ich Willi noch einmal zu Wort kommen.
Ich wollte nur zum Abschluss noch sagen, dass wir drei Katzen es sehr gut getroffen haben. Ab und zu ärgere ich meine Menschen, aber das stört sie nicht im Geringsten. Habe noch was Wichtiges vergessen, auch ich bin leider im Januar krank geworden. Ich habe Diabetes und musste zweimal am Tag gespritzt werden, aber jetzt brauche ich das schon lange nicht mehr. Ich darf aber nur noch hochwertiges Futter bekommen und auch keinen Fall Trockenfutter, dann das macht krank
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Autor: Gisela Kurfürst-Meins
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Liebe Leserinnen und Leser,
erinnern Sie sich an die herrliche Geschichte “Vielfell-Mama mit Nixfell-Babies”? Es gibt neue Fotos von der Maine-Coon-Kätzin und ihren Nacktkatzen-Pflegekindern. Ich hab sie ans Ende der Geschichte gehängt: http://tiergeschichten.wordpress.com/2010/08/24/vielfell-mama-mit-nixfell-babies/
Liebe Grüße
Edith von den Tiergeschichten
Einsortiert unter: Katzen | Schlagwörter: Amme, Ersatzmama, Lucina, Maine Coon, Nacktkatzen, Peterbald, verwaiste Kitten
Im August sollte meine Sunny einen Wurf bekommen. Ich freute ich mich sehr auf ihre Babies. Zudem lagen drei Wochen Urlaub vor mir, so dass ich alle Zeit der Welt hatte, mich um den Wurf zu kümmern. Herrlich!
Stichtag für die Geburt war der Montag. Schon seit dem Wochenende nächtigte ich auf der Wohnzimmercouch, damit ich es auch mitbekomme, wenn es los geht. Sunny lies mich bis Dienstag warten.
Am Dienstag Morgen um sechs Uhr wachte ich plötzlich auf. Das sind immer diese komischen Ahnungen, denn ein Geräusch gab es eigentlich nicht, aber ich wusste: Nu geht’s los! Ich flitzte in den Keller, wo ich Sunny vermutete und so war es auch. Das hört sich vielleicht komisch an, aber unser Keller hat Tageslicht und die Miezen lieben es da unten und sind sehr viel dort.
Als ich Sunny sah, erschrak ich, denn sie hatte gerade gehörigen Ausfluss. Vermutlich die geplatzte Fruchtblase. Sunny lief dann auch gleich zur Wurfkiste, die ich angesichts des warmen Wetters in einem kühlen Kellerzimmer aufgestellt hatte. Dann passierte aber ewig nichts. Es gab leichte Blutungen und auch die beunruhigten mich, denn so etwas kannte ich im Vorfeld einer Katzengeburt nicht.
Um 8 Uhr brachte Sunny dann ein Katerchen zur Welt, aber es war tot. Danach passierte wieder lange nichts und um 12 Uhr war dann mehr oder weniger endgültig klar, dass es das gewesen war.
Sehr traurig!
Ich war natürlich dementsprechend geknickt.
Als ich darüber nachdachte, ob Sunny nun wohl eine wie auch immer geartete Behandlung bräuchte, damit ihre Milchproduktion stoppte, denn ihre Zitzen waren eindeutig voll oder ob sich das wohl von alleine regeln würde, wenn kein Kitten saugen würde, fiel mir ein, dass ich ja schon lange bei einer Katzen-Ammen-Vermittlung registriert war und ich surfte mal schnell auf deren Seite. Dort las ich, dass dringend eine Amme im Raum Leipzig gesucht würde. Nun, in Leipzig war ich ja nun nicht, aber Leipzig-Bremen war eine unter Umständen zu bewältigende Entfernung. Ich schrieb eine Email und bot Sunny als Amme an, entweder für die Leipziger Kitten oder eben überhaupt, falls jemand eine bräuchte.
Der Dienstag verging damit, es für mich zu verarbeiten, dass dieser Wurf so schief gelaufen war. Am Mittwoch bekam ich dann einen Anruf von der Ammenvermittlung. Die Leipziger Züchterin wäre sehr interessiert. Es handele sich um einen Siebener-Wurf, bei dem die Mutter kurz nach der Geburt verstorben war.
Boah! Der Super-Gau!!! Das ist so ziemlich das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann.
Ob ich da helfen würde. Natürlich würde ich!
Ich ließ mir Name und Telefonnummer der Züchterin geben. Nebenbei sagte die Dame von der AmmenVermittlung, es handele sich um einen Wurf Peterbald-Katzen.
Ich: “Was für Katzen?”
Ich hatte den Namen Peterbald noch nie gehört.
Sie sagte “Nacktkatzen” und ich musste doch mal kurz schlucken und wusste nun auch, warum mir der Name nichts sagte.
Die Anhänger dieser Rasse mögen es mir bitte verzeihen, aber ich finde Nacktkatzen gruselig und hässlich. Ich hatte mir vorher über die Rasse dieses Notfall-Wurfes überhaupt keine Gedanken gemacht und es war mir im Grunde auch völlig egal. Ich wollte ja einfach helfen, aber irgendwie hatte ich eben eher mit einem Wurf Norweger, Briten, Abessinier, Birmas oder sonst etwas gerechnet. Auf die Idee, es könne sich um Nacktkatzen handeln, war ich so gar nicht gekommen. Na ja, aber das war in der Situation ja nun auch egal. Was konnten diese armen hilflosen Babies schon dafür, ob sie mir gefielen oder nicht. Ich rief also gleich die Züchterin an.
Während ich mit ihr telefonierte, musste Sunny sich von mir ein kurzes Melken gefallen lassen, da ich sicher gehen wollte, dass sie wirklich noch Milch hatte.
Sie hatte!
Nach einem kurzen Telefongespräch war klar, wir versuchen es und zwar auch mit allen sechsen. Eines der sieben Kitten war bereits bei einer anderen Züchterin untergebracht. Ich war der Meinung, wenn es überhaupt klappte, dann könne Sunny auch grad alle sechs aufziehen. Sie hatte ja bereits einen Sechser- und einen Siebener-Wurf gehabt und hat beide locker gemeistert. Blieb nur noch die Frage, ob es klappte und Sunny die Babies annehmen würde.
Es war mittlerweile 19 Uhr abends. Nicol wollte dann gleich losfahren, was bedeutete, dass sie vermutlich um ca. 23 Uhr hier eintreffen würde. War ja aber auch egal und die Zeit arbeitete gegen uns, also blieb keine Minute zu verlieren.
Während Nicol losfuhr, räumte ich das “Keller-Kittenzimmer” wieder aus und brachte alles (Wurfkiste, Waage, Desinfektionsmittel etc.) wieder nach oben in mein Zimmer, denn für Nacktkatzen-Babies war der kühle Kellerraum vermutlich nichts.
Um 23:30 Uhr traf Nicol dann mit den Babies hier ein. Sie hatte kurz vorher noch einmal angerufen und ich hatte Sunny schon mal im Kittenzimmer einquartiert. Wir brachten die Babies ins Kittenzimmer und legten sie in die Wurfkiste, argwöhnisch beäugt von einer Sunny, die ungerührt auf dem Sofa lag. Irgendwelche Lockrufe meinerseits interessierten Sunny ebenso wenig, wie das klägliche Jammern der Babies in der Wurfkiste. Eine sofortige mütterliche Begeisterung blieb also schon mal aus. Wir entschieden, sie erst mal eine Weile alleine zu lassen.
Als wir nach einer guten halben Stunde nachsahen, war die Situation unverändert. Ich nahm Sunny auf den Arm und ging mit ihr zur Wurfkiste, um ihr die Babies zu zeigen. Heftiges Fauchen!
Oups!
Sunny faucht äußerst selten. Ich weiß noch nicht mal, ob ich überhaupt vorher je von ihr ein Fauchen gehört habe. Das gestaltete sich schwieriger, als ich dachte. Es war aber auch so, dass von den Kitten ein sehr eigentümlicher Geruch ausging, der auch für meine Nase deutlich wahrnehmbar und sehr befremdlich war. So rochen Maine Coon Kitten nicht. Ich kannte es zwar, dass Babies durch Aufzuchtmilch leicht mal etwas anders riechen konnten, aber nicht so stark wie diese hier. Von daher konnte ich Sunny schon verstehen, dass die Geschichte ihr absolut nicht geheuer war.
Es war Zeit, dass die Babies was zu fressen bekamen, also bereiteten wir die Ersatzmilch zu und Nicol fütterte. Mittlerweile war es 1 Uhr nachts. Nicol konnte und wollte nicht hier übernachten, da sie zu Hause noch zwei weitere Würfe hatte. Ob Sunny sich noch erbarmen würde, war völlig unklar. Was war zu tun?
Wir entschieden, erst mal einen Kaffee zu trinken.
Nach dem Kaffee sah es im Kittenzimmer auch nicht anders aus, als vorher, außer dass Sunny sich mittlerweile unter die Couch verzogen hatte. Wir entschieden, dass wir Sunny den Tag morgen auf jeden Fall noch lassen wollten, um der Sache eine Chance zu geben. Wenn es nicht klappte, würde Nicol die Kitten morgen eben wieder abholen.
Sie tat mir so leid! Was ein Stress! Leipzig-Bremen sind vier Stunden Fahrt und diese Nacht nicht genug, schwebte das Damoklesschwert über ihr, morgen die Tour noch mal zu fahren. Und dann vielleicht immer noch sechs mutterlose Kitten zu haben. Ich hoffte so sehr, dass Sunny sich noch erweichen würde.
Nach einem nochmaligen Füttern der Babies um 3 Uhr fuhr Nicole zurück. Ich legte mich hin und stellte mir den Wecker auf halb sechs Uhr zum Füttern.
Morgens beim ersten Füttern war im Kittenzimmer auch nichts anders. Zu dem Zeitpunkt war ich noch zu müde, um mich aufzuregen. Nachdem ich gefüttert hatte, legte ich mich noch mal hin und schlief bis 9 h. Dann wieder füttern.
Danach gab es erst mal einen Kaffee und ich fing so langsam an, zu verzweifeln. Wie blöde war das denn? Ich hatte eine gesunde, vor Kraft strotzende Katze mit Milch hier und einen Wurf mutterloser Kitten. Das musste doch irgendwie klappen!
Ich ging noch mal ins Kittenzimmer. Als ich vor der Wurfkiste saß, kam Sunny dann mal endlich unter ihrem blöden Sofa hervor und ging zum Katzenklo, das bislang völlig unbenutzt war. Ich dachte, sie müsste halt mal, aber stattdessen kuschelte sie sich dort rein. Wenn man bloß mal wüsste, was manchmal in diesen Katzenköpfen vor sich geht. Es gab ja nun genug gemütliche Kuschelplätze in diesem Raum. Das Katzenklo musste so ziemlich der ungemütlichste Ort sein.
Ich sah meine Sunny an, wie sie da so in der Kloschale lag und dachte:
“So, nu hab ich aber die Faxen dicke! DAS ist die Gelegenheit.”
Ich schnappte mir eins der Kitten, brachte es zum Klo, hielt Sunny am Nacken fest, kraulte sie dabei und legte das Kitten an ihren Zitzen an. Heftiges Knurren und Fauchen von Sunny! Ich dachte: “Mir egal, ab irgendeinem Punkt müssen doch die Mutterhormone zuschlagen.”
Das Kitten hing bereits an einer Zitze, Sunny knurrte immer noch. Ich wartete ab, redete Sunny gut zu, kraulte sie weiter und hinderte sie daran, aufzustehen. Nach einer kleinen Weile klang das Geknurre schon gar nicht mehr so wirklich überzeugend und setzte zwischendurch auch aus. Ich wartete ab, bis kaum noch Knurren oder Fauchen von Sunny kam und traute mich dann, sie loszulassen. Meine Befürchtung war, dass sie sofort aufspringen und wieder unter ihrem Sofa verschwinden würde. Aber Sunny sprang nicht auf. Sie drehte den Kopf und schnupperte an dem Kleinen mit dem merkwürdigen Geruch, der da an ihrer Zitze hing. Dann kam ein vorsichtiges Schlecken.
Ha!!! Ich hatte gewonnen!
Sofort holte ich das zweite Kitten dazu und auch das hing gleich an der Zitze. Etwas später dann das dritte usw. Irgendwann hingen alle Babies an Sunnys Zitzen oder krabbelten auf ihr herum und es gab kein Knurren mehr.
Das einzig Blöde war natürlich, dass sie nun alle im Katzenklo lagen, das zwar sauber war, aber ja trotzdem nicht so ganz den geeigneten Ort für die Kinderaufzucht darstellte. Ich wollte aber nicht riskieren, die noch zarten Mutter-Kind-Bande mit einem Umzug in die Wurfkiste auf die Probe zu stellen. Deswegen ließ ich Sunny mit ihren neuen Babies erst mal für eine Stunde alleine, nicht ohne sie vorher überschwänglich dafür zu loben, was für eine tolle Mami sie war.
Nach einer knappen Stunde schaute ich wieder nach ihr und es sah so aus, wie man sich wünscht, dass es in einer Wurfkiste aussieht, nur dass es eben leider ein Katzenklo war. Die Kitten waren entweder am Saugen oder am Schlafen und Sunny tretelte leise schnurrend vor sich hin.
Ich klaute ihr langsam und Stück für Stück ein Kitten nach dem anderen und legte sie in die Wurfkiste. Sunny benahm sich genauso, wie eine Mama sich dann benehmen musste. Sie reckte den Hals, guckte aufgeregt und als das letzte Kitten weg war, sprang sie auf und lief zur Wurfkiste. Prima!
Einige Stunden später wog ich die Kitten zur Kontrolle, denn es war ja sehr fraglich, ob Sunny bereits genug Milch produzierte, um die sechs kleinen Mäuler satt zu bekommen. Der Verdacht bestätigte sich. Die Babies hatten alle ab- statt zugenommen.
Füttern war allerdings nun auch nicht die beste Idee, da die Milchproduktion ja in Gang kommen sollte und da dies durch die Nachfrage der Kitten geregelt wird, sollte ich besser sehr vorsichtig mit dem Zufüttern sein. Ich fütterte sie zunächst nicht, aber als ich am Abend noch mal wog und eine weitere Abnahme der Kitten zu verzeichnen war, wurde es mir doch zu gefährlich und ich fütterte sie. Na ja, sagen wir eher: Ich wollte sie füttern. Bloß dass die Babies nun kein gesteigertes Interesse mehr daran hatten, gefüttert zu werden. Ich wurde kaum Milch los und bekam in jedes der Babies mal grad ein paar Tropfen rein. Ich hoffte, dass sich bis zum nächsten Tag alles regeln würde.
Beim Wiegen am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass vier Kitten eine leichte Zunahme und die zwei anderen eine weitere Abnahme zeigten.
Okay, die Milch floss also, sonst könnten die vier nicht zugenommen haben. Die beiden, die weiter abgenommen hatten, versuchte ich zu füttern und sie nahmen auch etwas Milch, aber nicht wirklich viel. Das führte ich den Tag über alle drei Stunden fort, da ich wirklich Angst hatte, dass sie mir zu viel Gewicht verlieren. Beim Wiegen am Abend, hatte das kleine Katerchen zumindest sein Gewicht gehalten, das kleine Mädchen leider noch mehr Gewicht verloren.
Ich bekam es mit der Angst zu tun. Das war schon eine heftige Abnahme mittlerweile. Es gab noch einen weiteren Tag Bangen und Kämpfen, aber dann wendete sich endlich das Blatt und sie begann leicht zu zunehmen. Großes Aufatmen!
Mittlerweile sind die vier Nackedeis und ihre zwei befellten Brüder drei Wochen alt und ich hab sie verdammt lieb gewonnen und muss neidlos zugeben: Sie haben ein absolut einzigartiges Wesen! Ich finde sie immer noch keinen Deut hübscher als vorher, aber es sind wirklich schon in diesem Alter ganz zauberhafte Kobolde, die sich mitten in mein Herz gemogelt haben.
Ich sag ja immer: Man muss alle seine Vorurteile leben. Was man am meisten ablehnt, wird einem begegnen, damit man eine differenziertere Haltung dazu bekommt.
Ich glaube zwar nicht, dass ich ein Anhänger dieser Rasse werde, aber sicher wird in Zukunft die Erinnerung an diese sechs kleinen Racker meine Ansichten etwas verändern und ich glaube auch nicht, dass es mir künftig gelingen wird, den Namen “Peterbald” zu hören, ohne zu lächeln.
Hier sind zwei neue Fotos von Mutter und Pflegekindern:
Foto: © Lucina-cats.de
Autor: Bess Hajós
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Schräge Vögel tummeln sich in den Grosstädten zuhauf. Manche sind mal mehr, mal weniger schräg. Und einige sind so schräg, dass sie kurz vor dem Umfallen sind. Da genügt dann nur eine leichte Berührung mit der Pfote …
* * * * * *
Der Tag verspricht schön zu werden. Da sollte man doch wieder mal mit den Miezen in den Seepark gehen. Na denn, angeleint und los.
Es sind Leute im Seepark, aber nicht allzu viele, also ist es ohne Probleme möglich, einen Platz zu finden, auf dem ich mich niederlassen kann, sogar direkt am See. Dieser See, der Flückinger See, liegt inmitten des Parks, der früher das Gelände der Landesgartenschau war. Mit den beiden Miezen bin ich mittlerweile schon etwas bekannt, besonders mit Miezka und bei den Hundbesitzern. Denn dieses Katzentier würde am liebsten mal einen schönen grossen Hund zum Frühstück bekommen. Da aber die Hundebesitzer, die Miezka kennen, einen weiten Bogen um sie machen, wenn sie die rot-weiss Getigerte sehen, hat sie bis jetzt noch keinen Erfolg gehabt. Aber sie ist trotz alledem unbestreitbar die ungekrönte Königin vom Flückinger See.
Doch heute mag sie dem kläffenden Volk nicht auflauern. Denn die Sonne ist hervorgekommen und es wird heiss. Also bleiben die beiden Fellnasen lieber im Schatten. Mowgli auf der Bank und Miezka darunter. Meine Wenigkeit hat etwas Lesestoff mitgenommen, in den ich mich vertiefe. So vergeht die Zeit.
Und irgendwann setzt sich jemand neben mich auf die Bank. Das passiert sehr oft, daher schaue ich auch nicht auf um zu sehen wer das ist. Weiterhin vertiefe ich mich in meine Lektüre. Auch die beiden Raubtiere ignorieren den Ankömmling vollkommen. Doch mit einem Mal werde ich angesprochen, in einer gedehnten und irgendwie sonderbaren Sprechweise: „Haste mal ‚nen Euro für mich?“
Hä?
Jetzt erst schaue ich auf und sehe das Individuum neben mir. Erster Eindruck, zwischen neunzig und scheintot, zweiter Eindruck, der ist viel jünger als er aussieht, so zwischen zwanzig und dreissig.Und er macht einen ziemlich fertigen Eindruck. Ausserdem sind seine Pupillen unnatürlich geweitet. So wie ich das sehe, treibt er sich in irgendwelchen illegalen Zuständen rum.
„Nö, hab’ ich nicht.“ ist meine Antwort auf seine Frage. Damit ist das für mich erledigt. Der Typ murmelt etwas von „Kannste nicht nachschauen?“, was von mir ignoriert wird. Nicht so von Mowgli, der neben mir auf der Bank liegt. Er will wissen was da vorgeht. Mit einem Satz springt er zu dem Freak, um an ihm zu schnüffeln. Der bekommt einen entsetzten Gesichtsausdruck. Keine Ahnung, was in seinem drogenumnebelten Hirn vorgeht. Immerhin, ein schwarzes Raubtier …
Durch diese Aktionen ist jetzt aber auch Miezka aufmerksam geworden und kommt unter der Bank hervor. Mit einem Satz ist die Königin von Flückinger See bei Prinz Valium und beginnt an ihm zu schnüffeln. Der zuckt entsetzt zurück. Miezka interpretiert das auf ihre Art und beginnt sofort zu buckeln und zu fauchen. Jetzt steht totale Panik im Gesicht des Subjekts.
Keine Ahnung, was für Halluzinationen er jetzt hat. Jedenfalls hat die Minitigerin drohend ihre Pfote erhoben und die Krallen ausgefahren. Der Typ stösst einen erschreckten Schrei aus. Andere Spaziergänger werden durch diese nur Sekunden dauernde Aktion auf die Szene aufmerksam.
„Tu das Vieh weg! Das frisst mich, das frisst mich!“
Hä? Was redet der da? Ich glaub, ich spinne, das ist doch nur Miezka. Ich mach jetzt wahrscheinlich ein Gesicht wie ein Idiot, so etwas ist mir noch nie passiert. Das einzige was mir einfällt, ist: „Geh, verpiss dich.“
Kopfschüttelnd betrachten einige Passanten die Situation.
Jetzt hat der Drogenmessias endgültig genug. In Panik macht er sich aus dem Staub. Zurück bleibt Miezka, die sich jetzt unbeeindruckt und ganz souverän die Pfote leckt. Soll sie, schliesslich ist sie die Königin vom Flückinger See.
Foto: © robbe92 (Robin Radegast) / http://www.pixelio.de
Autor: Mike
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Mike d’Champignac: Miezkakatze und Mowglikater – Erlebnisse zweier Samtpfoten, Norderstedt 2010, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8370-9668-2, Taschenbuch, 284 Seiten mit farbigen Abbildungen, Format: 12 x 19 x 1,8 cm, € 19,90.
Von Miezka und Mowgli gibt’s jetzt auch ein Buch!
Den Leserinnen und Lesern von http://tiergeschichten.wordpress.com muss man Mikes Katzen Miezka und Mowgli nicht mehr großartig vorstellen. Sie kennen die rote Miezka, die Mike als kleines Kätzchen von Kreta mitgebracht hat und den rabenschwarzen Maine-Coon-Mix Mowgli, dessen erklärtes Hobby das Fressen ist.
Mehr als 40 aufregender und oft saukomischer Erlebnisse mit seinen zwei Vierbeinern hat Mike d’Champignac in diesem Buch zusammengetragen und mit zahlreichen Farbfotos illustriert. Es sind Originalaufnahmen von Miezka und Mowgli, also zum großen Teil anderes Bildmaterial als das, mit denen ich die Geschichten in unserem Tiergeschichten-Blog bebildert habe. Unsere Online-Fotos stammen überwiegend aus einer Datenbank.
Manch ein Katzenfreund wird Muskelkater bekommen vom vielen Nicken: Ja, stimmt, genau so geht’s bei uns auch manchmal zu!
Anderes wiederum versetzt den Normal-Katzenhalter in Erstaunen: Miezka und Mowgli begleiten ihren „Dosenöffner“ Mike tatsächlich überall hin! Fast überall. Er nimmt sie mit in den Park, in die Bahn, zu Forumstreffen, auf den Weihnachtsmarkt und sogar zum Einkaufen. Was immer wieder zu merkwürdigen bis erheiternden Reaktionen verschiedener Mitgeschöpfe führt. Mensch und Tier sind es einfach nicht gewöhnt, dass ein Mann durch die Gegend spaziert, der einen schwarzen Kater auf der Schulter und eine rote Katze an der Leine hat. Und so hält man den Autor schon mal für einen Hexer.
Nicht nur Begebenheiten aus dem täglichen Zusammenleben von Mensch und Katzen enthält das Buch, sondern auch Märchen und Fabeln sowie die fünfteilige Sage von Sandfell.
Jetzt kann man Miezka und Mowgli also nicht nur online erleben, sondern kann alle ihre Abenteuer in einem Sammelband genießen … unterwegs lesen … offline aufbewahren …an den Strand mitnehmen … verschenken. Eben all das, was mit einem herkömmlichen Buch viel besser geht als mit Geschichten im Computer. (Ja, auch Fliegen klatschen und mit dem Schmöker kräftig auf den Tisch hauen, wenn die Katzen wieder mal Blödsinn machen.)
Bei der technischen Qualität muss man bei BOD-Bänden öfter mal ein paar Abstriche machen. Auch bei pfleglicher Behandlung des Buchs steht das Cover alsbald vom Buchblock ab. Der Satzspiegel könnte ein bisschen schmaler sein und der Klappentext ein wenig leichter lesbar und nicht gar so an den Rand gequetscht. Aber das sind Äußerlichkeiten, die manchen Bücherfreunden sehr wichtig sind, die aber dem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Lesevergnügen keinen Abbruch tun.
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
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Du sollst nicht stehlen und auch nicht hehlen.
Und wenn, dann halte deine Beute fest.
Der Satan wird dich höllisch quälen,
wenn du dich erwischen lässt.
* * * * *
Miezka gehört zu der Sorte Stubentiger, die alles probieren müssen, ob es schmeckt oder nicht. Sie ist nicht so verfressen wie Mowgli, aber gekostet muss alles werden. Nur auf Süsses steht sie nicht.
Nicht so Mowgli, er schlingt alles in sich hinein, was auch nur im entferntesten so aussieht, als wäre es irgendwie geniessbar. Der Vielfrass hat mir ja schon mal eine Scheibe Räucherlachs direkt aus der Hand geklaut. Doch der so beklaute Dosi steht ausser auf Räucherlachs, auch schon manchmal auch auf das eben erwähnte Süsse. Nicht immer, aber so doch gelegentlich. Und gestern war dieses „gelegentlich“.
Eigentlich koche ich ja gerne selbst, aber backen …? Nein, Danke, ich habe keine Lust auf Holzkohle in Kuchenform. Nun, in der Bäckerei gegenüber haben sie exzellenten Schokokuchen, also habe ich mir dort einige Stücke geholt, mir war einfach danach. Und sie sind äusserst delikat. Also kommt mal ein Stück auf den Teller.
Sofort ist das Katzenvolk da und will wissen was da denn neues und eventuell nahrhaftes auf dem Teller liegt. Es wird eingehend inspiziert. Miezka schnüffelt kurz daran und wendet sich ab. Mowgli schnüffelt kurz daran und wendet sich ab. Sehr gut, ich kann mich voll dem Kuchen widmen. Diese Widmung verhindert eventuell, dass ich einen Anschein von Gier in den Augen des Katers bemerkt habe, so genau weiss ich das nicht.
So ein Kuchen macht jedoch auch durstig und da keinerlei flüssige Nahrung auf dem Tisch steht, sehe ich mich eben gezwungen, meinen Katzensklavenbody in Richtung Kühlschrank zu bewegen. Zurück am Tisch, finde ich Mowgli auf demselben. Er ist nicht nur auf dem Tisch, sondern knabbert an dem Schokoladenkuchen. Ein gehöriges Stück hat er schon weggeputzt. Dieb, erwischt!
Gute Güte, das darf doch nicht wahr sein! Kakao ist nichts für Katzen, das ist für Fellnasen Gift. Hoffentlich hat das jetzt keine Folgen. Also runter vom Tisch, du schwarzer Vielfrass! Der Kater wird erst mal auf den Boden gesetzt und der Kuchen im Kühlschrank verstaut. Mir ist nicht mehr danach.
In den folgenden Stunden beobachte ich Mowgli genau, jedoch scheint das kakaohaltige Backwerk bei dem Gierschlund keine schädliche Folgen zu zeitigen. Pfff … ich bin beruhigt!
Auch für den Rest des Tages zeitigt der Kakaogenuss bei Mowgli keinerlei Folgen. So kann ich noch einige Arbeiten erledigen und mich zu angenehmer Zeit schlafen legen. Das habe ich ja auch verdient, nach der Aufregung.
Ich werde ja sowieso gewohnheitsmässig zwischen zwei und drei Uhr zwecks Gründung einer temporalen Spielgemeinschaft geweckt. Doch irgendwann in der Nacht durchdringt ein mysteriöses Geräusch meine Träume. Erst kann ich nichts damit anfangen. Es hört sich an wie: „Nnnchchchgrrnnn!!!!“ oder so ähnlich und wiederholt sich mehrmals. Dann folgt ein entfernt an Husten erinnernder Laut.nWas ist das? Einbrecher können es nicht sein, denn wenn hier jemand Geld sucht, dann suche ich mit. Das Geräusch wiederholt sich noch einmal und es ist ganz in der Nähe. Vorsichtig taste ich zum Lichtschalter.
In der plötzlich aufflammenden Helligkeit kann ich erst nichts erkennen, dann jedoch schält sich Mowglis Silhouette hervor. Er sitzt in gekrümmter Körperhaltung auf dem Boden und kotzt sich die Seele aus dem Leib. Jetzt erst registriert meine Nase den permanent säuerlichen Geruch im Zimmer. Quer über den Boden zieht sich eine schleimige Spur bis ins Wohnzimmer.
Das ist jetzt egal, ich muss irgendwie dem Kater helfen, aber wie, mitten in der Nacht? Ich habe Kohletabletten hier, aber ich wüsste nicht, wie ich sie jetzt dem Kater verabreichen könnte. Also wird er erst mal auf den Schoss genommen und der Bauch massiert. Obwohl es vielleicht nicht viel hilft, scheint es Mowgli gut zu tun. So ganz langsam beruhigt er sich wieder. Und er macht einen jämmerlichen Eindruck.
Miezka hat dem Ganzen zugesehen und schnüffelt erst mal an Mowglis Hinterlassenschaften. Die müssen jetzt beseitigt werden, was nicht so ganz einfach für mich ist. Denn ob des Geruchs besteht die Gefahr, dass auch bei mir der verdauungsmässige Rückwärtsgang einsetzt. Mowgli wird derweil ins Katzenkörbchen gelegt, wo er von Miezka vorsichtig beschnüffelt wird. Die Nacht ist für mich jedenfalls gelaufen. Meine Beschäftigung ist es jetzt nämlich, die Spuren, welche Mowgli hinterlassen hat, zu beseitigen.
Am nächsten Morgen scheint alles überstanden zu sein. Jedenfalls scheint es ihm wieder prächtig zu gehen und er mach sich mit Heisshunger über sein Futter her.
Ich denke mal, dass er bei seiner samtpfotenspezifischer Kost bleibt, Schokokuchen und ähnliches wird er hoffentlich in Zukunft meiden. Denn bei solcherart kulinarischen Abwegen folgt die Strafe auf dem Fuss.
Er muss sich einfach merken: Du sollst nicht stehlen!
Miau!
Foto: © Joujou / http://www.pixelio.de
Autor: Mike
champicnac@yahoo.de
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Irgendwie muss unser Kater Cooniebert (grau) immer als Kissen für seine Katerkumpels herhalten:
Indie ist zu ihm in den Katzenkorb geklettert und verdrängt ihn fast komplett.
Yannick, rot, legt sich gleich auf Cooniebert drauf – ob im Korb oder auf dem Bett.
Aber sie können auch alleine schlafen: Indie auf dem Sofa …
… und Yannick im Korb auf dem Balkon
Text und Fotos: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
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Im Sport ist vieles möglich. Es gibt Disziplinen aller Art und manche sind wirklich exotisch. Kaum etwas wird ausgelassen und es ist fast nicht möglich, noch eine neue Sportart auszumachen. Oder doch? Ich wüsste da schon etwas …
* * * * *
„Miauuu!!!“
Was’n los?
Nochmal: „Miau!“
Warum? Wieso miau?
So langsam arbeitet sich das „Miau“ durch meine Gehirnwindungen. Und irgendwie dämmert es. Oh, ich habe verpennt. Letzte Nacht ist es wohl etwas spät geworden. Miezka und Mowgli sind beide auf dem Bett und bestehen energisch darauf, dass Dosi endlich aufsteht. Raus aus den Federn Sklave, wir haben Hunger!
Wenn’s denn sein muss, dann stehe ich eben auf. Obwohl ich die Augen fast nicht aufbekomme, taste ich mich in die Küche vor, um eine Dose Katzenfutter zu öffnen. Schon der Weg dorthin ist leicht problematisch. Denn die feliden Mitbewohner sind, um es vorsichtig auszudrücken, etwas ungeduldig. Beide wuseln mir um die Beine und schlaftrunken, wie ich bin, muss ich aufpassen dass ich nicht auf etwas Fell- und Krallenbesetztes trete.
Auch das Herausnehmen einer Dose aus dem Regal gestaltet sich zum extravaganten Geschicklichkeitsspiel. Denn die beiden sind sehr daran interessiert, möglichst schnell, will heissen sofort, ihr Frühstück zu bekommen und springen an mir hoch, so dass es fast nicht möglich ist, die Dose zu öffnen, ohne etwas zu verschütten. Worauf soll ich denn jetzt achten, auf die Dose oder die Fellnasen?
Aber jetzt müssen erst mal die Futternäpfe gereinigt werden. Auch das ist nicht ganz einfach, denn die Beiden werden immer aufdringlicher. Als dann jedoch die Dose geöffnet wird und der Duft des Fellnasenfrühstücks sich verbreitet, gibt es erst recht kein Halten mehr.
Die Futternäpfe füllen geht ja noch gerade so. Doch wie ich die Näpfe auf ihren Platz auf dem Boden stellen will, ist das fast nicht mehr möglich. Obwohl es nur drei Schritte dorthin sind, werden Miezka und Mowgli fast verrückt und ich muss eine geradezu seiltänzerische Nummer durchziehen, um eben diese drei Schritte zurückzulegen.
Ruhe gibt es erst, als das grosse Mampfen einsetzt. Noch bin ich auf nichts Felliges getreten.
Später am Tag geht es zum Einkaufen. Die beiden Fellnasen dürfen nicht mit, denn es geht in ein Lebensmittelgeschäft. Die Vorräte müssen aufgefüllt werden und dazu gehören auch Katzensticks.
Wieder zuhause, geht es erst mal ans Auspacken und Einräumen. Die Stubentiger müssen natürlich alles beschnüffeln und begutachten. Als jedoch die Tüte mit den Katzensticks zum Vorschein kommt, rasten sie aus! Die wissen genau, wie diese Tüte aussieht! Jetzt gibt es kein Halten mehr, sie springen und rennen um mich herum wie zwei wildgewordene Irrwische.
Ja, Kätzchen, ihr bekommt ja jeder einen Stick, ich will mich nur auf einen Stuhl setzen. Doch der Weg dorthin gerät zum Hindernislauf. Denn um mich herum bewegen sich zwei Miezen in irrem Tempo. In Schlangenlinien, immer darauf bedacht, auf niemand zu treten, versuche ich, die Sitzgelegenheit zu erreichen. Doch ganz so einfach ist das nicht. Immer wieder muss ich dem Katzenvolk mittels akrobatischer Verrenkung ausweichen. Jeder olympische Slalomfahrer würde glatt daran scheitern. Doch schlussendlich kann ich Platz nehmen und die Leckerlis verteilen, die auch sofort gierig verschlungen werden.
Gut, jetzt kommt die Packung in eine verschlossene Schublade, denn die cleveren Raubtiere zerlegen sonst in ihrer Gier die Packung in Einzelteile. Aber auf dem Weg zur Schublade wird die Hoffnung nicht aufgegeben, noch einen solchen exzellenten Stick zu bekommen. Abermals muss ich einen wahrhaft olympischen Parcours meistern.
Und selbst als ich später kurz auf die Toilette gehe, müssen die beiden sich als wirkliche Bremsklötze betätigen. Kätzchen, Dosi muss doch nur mal, Sticks gibt’s jetzt keine mehr.
Auch auf dem Rückweg gibt’s wider einen Hindernislauf um schnellbewegte Fellbündel. Wenn das so weiter geht, werde ich Seile an die Zimmerdecke montieren und mich wie ein Affe von Zimmer zu Zimmer hangeln. Des weiteren wäre zu überlegen, ob man Katzenhindernislauf nicht als neue Olympische Disziplin einführen könnte. Dosis dürften allerdings nicht daran teilnehmen. Selbst Profis hätten gegen sie keine Chance.
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Autor: Mike
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Katze Weiß ist eine Diva. Als Diva hat katz so ihre Launen … Katze Schwarz kennt das schon. Und läßt jede noch so ungewöhnliche Anwandlung der Katze Weiß duldsam über sich ergehen. Aber dass Katze Weiß nun plötzlich – nach jahrelang geteilter Örtlichkeit – auf einer eigenen Toilette besteht, das will Katze Schwarz nicht so recht in den Kopf.
Der Menschenfamilie übrigens auch nicht.
Doch Katze Weiß ist eine Diva – Katze Weiß bekommt ihren Willen. Und Katze Schwarz das Notfall-Urlaubs-Klo vom Dachboden. Das ist klein und hat keinen Deckel, dafür aber einen aus Katzensicht unpraktischen Rand.
Macht nix, Katze Schwarz ist genügsam. Dass ihre Örtlichkeit nur halb so groß ist wie die der Katze Weiß stört Katze Schwarz genau so wenig wie die gelegentlichen Teebeutel im Streu. (Denn merke: es tut dem Menschenhirn nicht gut, ein Katzenklo dort aufzustellen, wo vor kurzem noch der Biomüll-Eimer stand …)
Die nächste Zeit verbringt die Menschenfrau gezwungenermaßen und mit sinkender Begeisterung damit, der Katze Schwarz den Zutritt zur Diven-Örtlichkeit zu verwehren und auf das kleine Kistchen zu verweisen. Katze Schwarz hält sich dran. Meistens. Katze Weiß ist zufrieden.
Einige Tage später:
Katze Schwarz scharrt im winzigen Notfall-Urlaubs-Klo in der Ecke unter der Spüle. Die Streu verteilt sich gleichmäßig in der ganzen Küche … Katze Weiß beobachtet sie interessiert und verschwindet in ihrem Luxus-Kistchen. Scharrt ein paar Mal lustlos. Die Menschenfrau fegt derweil die verteilte Streu auf. Katze Weiß verlässt die eigene Örtlichkeit und steuert nonchalant das winzige Kistchen der Katze Schwarz an.
Katze Weiß ist eine Diva. Katze Weiß hat beschlossen, dass sie ZWEI Toiletten braucht.
Die Menschenfrau hält davon wenig.Und auch Katze Schwarz wird es nun zu bunt. Von nun an ignoriert sie die Anwandlungen der Katze Weiß komplett und scharrt ganz nach Laune mal hier, mal dort.
Katze Weiß betrachtet das Treiben in ihren Kistchen sehr genau. Die Menschenfrau beobachtet die Katze Weiß ebenso genau. Katze Schwarz ignoriert sie beide.
Und das Wunder geschieht: Katze Weiß beschließt, dass Kistchen zum Teilen da sind. Vorerst.
Schließlich ist Katze Weiß eine Diva. Und eine echte Diva braucht ihr Publikum.
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Autor: Tilia Salix
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Gusseiserne Gardinen werde ich mir noch anschaffen müssen! Alles wegen Kater Indie und seinem neuen Hobby: Fliegenfangen.
Auf der Jagd hat er versucht, meine Bürogardine zu erklimmen. Aber Coonies sind eben zu schwer für so ein zartes textiles Teil. Das müsste er eigentlich wissen, weil er mir eine Gardine bereits ruiniert hat. Aber vermutlich geht ihm diese Tatsache satte zwei Meter am bepelzten Hinterteil vorbei. Wäre ich Katze, wäre mir das garantiert auch Wurscht.
Auch diesem Gardinen-Exemplar ist Indies Fliegenjagd nicht gut bekommen: Es hängt nun in Fetzen vor dem Fenster. Der Riss links unten ist rund 40 cm lang, der Riss oben nur 20. Und dann hat’s noch eine Handvoll kleinere Schäden, die ich nicht eigens vermessen habe.
Ich sollte mir vielleicht irgendwo ein Zehnerpack billiger Gardinen besorgen und hofffen, dass der kleine Temperamentsbolzen irgendwann erwachsen wird. Oder die Fliegensaison zu Ende geht. Letzteres geht vermutlich schneller.
Das ist der gefährliche Fliegenfänger und Gardinenkiller.
Auf dem Foto in der Zeitung (EZ, 07.07.2010) sieht er so lieb und harmlos aus. Ist er auch. Wenn er schläft. Den zweiten Preis haben wir bei der Fotoaktion „Hund, Katze, Maus“ der Esslinger Zeitung mit diesem Bild gewonnen. Kreisliga, ich weiß. Aber es macht halt Spaß.
Autor: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
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