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Heisenberg lässt grüssen
1, 9 Dezember, 2009, 7:37
Gespeichert unter: Katzen

Der Physiker Werner Heisenberg formulierte vor Jahrzehnten die nach ihm benannte Unschärferelation. Danach ist Ort und Geschwindigkeit eines Teilchens niemals gleichzeitig bestimmbar. Aber wie kam der Physiker auf diese Idee? Was hat ihn dazu inspiriert? Eine mögliche Antwort lautet: Er hatte eine Katze!

***

Der Abend ist hereingebrochen, Stille breitet sich aus. Miezka faulenzt in ihrer Katzenhöhle und Mowgli auf der Couch. Meinereiner hat sich den Bauch vollgeschlagen und gedenkt, sich zur Abwechslung mal wieder einen Comic-Klassiker zu Gemüte zu führen. Also wird ein Band von Möbius aus dem Regal geholt und ich vertiefe mich in „Der schwarze Incal“.

Herrlich diese Stille nach der Hektik des Tages! Und auch die beiden Fellnasen sind friedlich auf ihren Plätzen und es sieht nicht so aus, als würden sie diese demnächst verlassen.

Die Geschichte um den Detektiv der Klasse R, John Difool sind in einem Umfeld von Science Fiction und Fantasy angesiedelt, gut gezeichnet und spannend. Nebenher werden ein paar Erdnüsse geknabbert.

Mowgli ist nicht mehr auf der Couch, er hat sich lautlos davongeschlichen. Ich kann ihn auf der Fensterbank entdecken. Auch Miezka ist aus ihrer Katzenhöhle geschlichen und putzt sich jetzt auf der Couch.

Nebenher läuft leise Musik, herrlich zum Entspannen. Das Stück von Pink Floyd ist zu Ende und ich will jetzt etwas anderes auswählen. Also mal zum Player und überlegen, was ich sonst noch hören möchte.

Aus den Augenwinkeln bemerke ich, dass Mowgli nicht mehr auf der Fensterbank ist. Es war ihm dort wohl zu langweilig. Na ja, die Fellnasen haben ja die ganze Wohnung zur Verfügung, solange sie nichts anstellen. Aber bemerkt, wie er sich von seinem Platz wegbegeben hat, habe ich nicht.

Auch Miezka sitzt nicht mehr auf der Couch, sondern auf einem der Stühle beim Esstisch. Scheint so, dass ich heute etwas langsam beim Denken bin, denn auch das ist mir entgangen. Da entdecke ich Mowgli auf dem Sideboard. Wie ist der da so schnell hinaufgekommen? Jedenfalls habe ich nichts bemerkt. Kann er etwa teleportieren?

Aber langsam kommt er wieder herunter und schleicht erst mal um den Stuhl, auf dem Miezka sitzt. Die lässt sich nicht ablenken. Und mit einem Sprung ist Mowgli auch auf dem Stuhl und beginnt Miezka das Fell zu lecken. Süss, die beiden.

Also kann ich mir wieder dem Comic widmen. Jedenfalls solange, bis die beiden Miezen ohne Vorwarnung aufspringen und eine wilde Hetzjagd durch die Wohnung veranstalten. Hetzjagd ist noch untertrieben! Es geht quer über Tisch und Schrank mit einer Geschwindigkeit, die einen schon vom puren Zusehen schwindlig werden lässt. Jedenfalls kann ich den Beiden nicht mal mit dem Auge folgen, so schnell sind sie.

Jeder Quantenphysiker bei CERN wäre stolz, wenn seine Elementarteichen so einen Drive drauf hätten. Doch im Gegensatz zu CERN kommt es bei fellbesetzten Elementarteilchen zu keiner Kollision.

Nur ist es völlig unmöglich zu sagen wo sie sich augenblicklich befinden, so schnell sind sie wieder am anderen Ende der Wohnung. Werner Heisenberg hätte seine reine Freude daran. Doch so unvermittelt, wie die wilde Hatz begonnen hat, endet sie auch wieder. Miezka legt sich auf die Couch und lässt sich von Mowgli wieder das Fell lecken.

Na denn, nach dieser Aktion sollt ihr ein Leckerli bekommen, denn es ist dabei nichts zu Bruch gegangen. Doch kaum habe ich mit den Katzensticks auch nur den geringsten Raschler von mir gegeben, sind beide in einer Nanosekunde von ihrem bequemen Liegeplatz weg und wollen an mir hochklettern. Auch Elementarteilchen können betteln. Unbekannt ist bisher, dass sie auch Kratzer hinterlassen können.

Aber die Beschwichtigungsaktion hilft. Beide lassen sich wieder auf der Couch nieder. Um … Um kurz darauf eine weitere Verfolgungsjagd zu veranstalten, nur diesmal umgekehrt, jetzt jagt Miezka Mowgli. Und nach einigen Sekunden ist wieder Stille. Die Teilchen haben eine Ruhemasse. Jedoch sind sie energiegeladen.

Weiter geht’s, Dosi soll mal sehen, dass wir’s besser können als jeder monströse Teilchenbeschleuniger. Dosi weiß aber nicht mehr in welche Ecke er zuerst schauen soll um die beiden zu orten. Er gibt’s auf. Solange die Wohnungseinrichtung ganz bleibt, sollen sie mit Lichtgeschwindigkeit da durchflitzen.

Irgendwann wird jedes Teilchen mal seine Energie verloren haben, dann fällt es in den Ruhezustand zurück. Bis dahin warte ich auf den Anruf von CERN. Denn die wollen dann bestimmt lieber ihre Riesenmaschine verschrotten und setzen auf die viel effizienteren Stubentiger.

Foto: © Alchemie (Bernd Sterzl) / http://www.pixelio.de

Autor: Mike
champicnac@yahoo.de

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Lizenz zum Löten
1, 4 Dezember, 2009, 6:07
Gespeichert unter: Katzen

Nichts auf der Welt ist von Bestand. Alles fällt früher oder später auseinander. Meistens früher. Da hilft nur eines: Werkzeug her und reparieren. Nun, ich bin technisch versiert und das meiste bekomme ich wieder hin. Sofern keine Besserwisser auf dem Arbeitstisch herumstolzieren …

***

Warum passiert das immer mir? Und warum passiert das immer am Wochenende? Und warum passiert es immer nur dann, wenn es eilig ist?

Nun mal langsam, erst mal zum chronologischen Ablauf der Dinge: Freitag, ich hatte mich mit Astrid verabredet. Sie ist nicht meine Freundin, aber wer weiß … ? Auf jeden Fall fragte sie mich im Laufe des Abends, ob es möglich wäre ein selbstgedrehtes Video auf DVD zu überspielen, sie möchte es ihrem Vater zum Geburtstag schenken. Der Geburtstag wäre am darauf folgenden Montag.

Ja, kein Problem, mach ich, bring’s mir morgen, dann hast du’s am Sonntag. Samstag, ich treffe mich am Abend wieder mit Astrid und sie hat die Kassette dabei. Super, morgen hast du’s. Was tut man nicht alles, denn, wer weiß …?

Es wird etwas später, oder früher, wie man’s nimmt, auf jeden Fall kann ich die Überspielung erst am Sonntag machen. Kein Problem.

Der Sonntag beginnt wie alle Sonntage, erst mal mit Ausschlafen. Dann wird erst mal das Katzenvolk versorgt und auch ausgiebig mit den beiden gespielt. Es ist schon später Nachmittag, als ich beschliesse, etwas zu essen. Während dem Kochen kann ich die Kassette auf den heimischen Rechenknecht überspielen und dann anschliessend auf DVD brennen.

Nun ist es allerdings so, dass der Videorecorder schon lange nicht mehr in Betrieb war und in einem Schrank verstaubt. Aber auch kein Problem, er wird herausgeholt und verkabelt. Verkabelt? Wo zum Geier ist das SCART-Kabel? Ah, ja, ganz unten in dieser Gerümpelschublade.

Miezka und Mowgli sind ganz neugierig, was Dosi denn jetzt wieder vorhat. Katzen, das ist nichts für euch, wollt ihr einen Katzenstick? Der wird gerne angenommen. Zumindest ist jetzt eine Weile Ruhe. Videograbber anschliessen, PC einschalten, Programm laden und los geht’s.

Los geht’s? Denkste!

Da stimmt was nicht. Der Ton kommt, das Bild auch. Aber was für ein Bild. Alles rot in rot. Künstlerisch zweifelsohne wertvoll, jedoch nicht das gewünschte Ergebnis. Hmm … mal nachprüfen. Also wird erst mal der Recorder an den Fernseher angeschlossen und gestartet. Das gleiche Ergebnis: Rot in rot. Eine Gegenprobe mit einer meiner alten Videokassetten zeitigt das gleiche Ergebnis. Oh, oh, hoffentlich hab ich Astrid nicht zuviel versprochen. Denn, wie gesagt, wer weiß …?

Gut, dann wird’s erst mal wieder abgebaut. Bei dieser Aktion kommt der SCART-Stecker ins Wackeln und für Sekunden ist auf der Mattscheibe ein einwandfreies Bild zu sehen. Hoppla, da scheint ja nur das Kabel defekt zu sein. Nur ist jetzt Sonntag und ich wüsste nicht wo ich jetzt ein neues SCART-Kabel herbekomme.

Doch wenn’s weiter nichts ist, das hab ich gleich. Im Keller ist die Lötstation, Werkzeug und Messgerät, es dürfte keinen grossen Aufwand machen, das Kabel zu reparieren. Alles wird im Wohnzimmer auf dem Schreibtisch aufgebaut. Aber auf eben diesem Schreibtisch war solcherart mysteriöse Gerätschaft noch nie. Da muss doch gleich mal kontrolliert werden, was für ein seltsames Ritual Dosi denn da veranstaltet.

Aber Dosi setzt die beiden Fellnasen auf den Boden mit einem Streichler und einem weiteren Katzenstick. Nehmen wir gerne, aber bestechlich sind wir deshalb noch lange nicht! Glaubt unser Personal etwa, Geheimnisse vor uns haben zu müssen? Schon seltsam, was da alles auf dem Schreibtisch ist. Das muss ausgiebig beschnüffelt werden. Seltsam riecht es ja. Aber Dosi will jetzt das Kabel reparieren, der Stecker ist schon aufgeclipst und die beiden Fellnasen sollten jetzt runter vom Tisch. Machen sie auch, um sofort wieder hochzuspringen.

Dosi hat jetzt den Fehler entdeckt, einer der Drähte ist von der Lötöse gebrochen. So ein Schund, das Teil ist doch erst einige Jahre alt. Aber es macht nichts, die Lötstation ist bereits eingeschaltet und die Kontroll-LED zeigt Bereitschaft. Eine ganz schwache Rauchfahne erhebt sich von der Spitze des Lötkolbens.

Was ist das denn? Hier hat noch nie etwas geraucht, höchstens mal in der Küche. Das muss dringendst untersucht werden. Es riecht absolut nicht gut, warum macht Dosi das? Mowgli versucht jetzt vorsichtig das Schutzgitter der Lötstation zu betatschen, aber dessen Temperatur liegt weit über der Zimmertemperatur.

Jetzt reichts! Die beiden müssen runter vom Tisch, sonst gibt’s noch Verbrennungen. Also gibt es einen weiteren Bestechungsversuch mit Katzensticks. Es funktioniert und ich kann den gebrochenen Draht zurechtstutzen und abisolieren. Ähhh … will den gebrochenen Draht … will, heisst nicht, dass ich kann!

Was bitte haben zwei Samtpfoten und ein defektes Kabel gemeinsam? Genau, man muss sich darauf konzentrieren. Auf beides! Und genau dieses „beides“ funktioniert nicht. Während Mowgli wieder auf den Boden gesetzt wird, versucht Miezka die bunten Drahtenden in die ihrer Ansicht nach richtige Reihenfolge zu bringen.

Es ist zum Verzweifeln. ICH KANN SO NICHT ARBEITEN!!!

Jetzt heisst’s nachdenken. Ich habe Astrid versprochen, dass sie am Abend die DVD abholen kann. Und das Video ist noch nicht mal überspielt. Und das muss klappen, denn wer weiß …? Was also tun? Mowgli beschüffelt weiterhin die Lötstation und Miezka beginnt mit den Kabeln des Messgerätes zu spielen.

Aus! Ende! So geht das nicht, ich muss das anders machen. Also wird alles wieder zusammengepackt und wieder in den Keller verfrachtet. Die beiden Miezen müssen derweil in der Wohnung bleiben.

Tatsächlich kann ich dort ungestört das Kabel reparieren. Und auch die Überspielung und das Brennen klappt dann auch ohne kätzische Störungen. Jedenfalls ohne nennenswerte. Was ich aber unternehme, wenn ich wieder einmal etwas reparieren muss, steht in den Sternen. Vielleicht sollte ich Miezka und Mowgli vorsichtshalber bei einem Techniker in die Lehre geben.

Foto: © Winternitz /http://www.pixelio.de

Autor: Mike
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Auf grosser Fahrt – aus dem Leben eines Bordkaters
1, 1 Dezember, 2009, 4:38
Gespeichert unter: Katzen

Miezka und Mowgli sind auf dem Balkon und langweilen sich.
„Miezka, wir Katzen sind doch immer dabei, wenn die Menschen etwas neues unternehmen.“
„Nun, nicht immer, aber ziemlich oft.“
„Gibt es Erzählungen über solche Ereignisse?“
„Oh ja, es gibt viele Geschichten, manche sind wahr und von manchen wissen wir es nicht genau.“
„Erzähl mir doch eine, bitte.“
„Nun ja, gut, dann erzähle ich dir am besten die Geschichte von Don Pielnariz.

***

Don Pielnariz de la Gran Garra schlenderte gelangweilt durch die nächtlichen Strassen. Nichts war los heute Nacht in diesem Ort, der Palos de la Frontera genannt wurde. Von seinen Freunden war niemand zu sehen und auch sonst gab es fast nichts, was ihm verlockend vorgekommen wäre. Die meisten Tabernas waren bereits geschlossen und nur einige wenige Menschen waren unterwegs. So beschloss er, wieder aufs Schiff zurückzugehen und es sich in der engen Kapitänskajüte gemütlich zu machen. Wenn allerdings der Kapitän da war, würde er sich einen Schlafplatz woanders suchen müssen, denn der hatte etwas dagegen, wenn der Bordkater in seiner Kajüte faulenzte.

Also schlich er durch die nächtlichen Gassen zum Hafen. Das Fallreep, von der Besatzung auch liebevoll Katzensteg genannt, war heruntergelassen, wie immer, wenn das Schiff im Hafen lag. Leise schlich Don Pielnariz über die Planken, als er sah, dass beim Kapitän noch Licht war. Das war nicht ungewöhnlich, dass der Kapitän noch bis spät in die Nacht zu tun hatte, aber diesmal hörte Don Pielnariz’s feines Katzengehör Stimmen aus der Kajüte.

Worüber die Menschen sprachen, verstand er nicht, und es interessierte ihn auch nicht sonderlich, solange es nichts mit ihm zu tun hatte. So suchte er sich einen Schlafplatz in einer Taurolle. Die Nacht war lau, es war Sommer und nur eine leichte Brise kam vom Meer.

Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber es war schon ziemlich hell, als der Kater durch ein lautes Gepolter und Rufe geweckt wurde. Viele Leute waren auf dem Schiff, einige waren Besatzungsmitglieder, die Don Pielnariz bekannt waren, aber auch eine Menge Fremde waren darunter. Fässer wurden eingeladen und viele andere Dinge, wie Don Pielnariz es in der Menge noch nie erlebt hatte. Aber er wusste, dass es bald wieder auf See gehen würde. Es war jedes Mal die gleiche Prozedur. Am Kai waren auch viele Menschen die hektisch durcheinander wuselten. Kommandos ertönten und wurden beantwortet.

Irgendwann kam einer aufs Schiff, den er schon öfter an Bord gesehen hatte, der aber noch nie mit auf See gewesen war. Offenbar hatte er jetzt an Bord das Sagen, auch dem alten Kapitän gegenüber. Don Pielnariz zog sich da lieber von dem Trubel an Deck zurück.

Im Laderaum war es jetzt auch ziemlich ungemütlich, da laufend etwas ein- und umgeräumt wurde. So suchte und fand er ein ruhiges Plätzchen im Mannschaftsdeck. Er hatte jetzt zwar Hunger, aber die Mäusejagd konnte er vergessen, solange die Menschen überall diesen Lärm machten und die Nager verscheuchten.

Warum konnten diese ungehobelten Klotze nicht leise wie eine Katze schleichen? Aber es war immer so kurz vor der Ausfahrt, er kannte das und war gespannt, wohin es diesmal ging. Erst gegen Abend legte sich die Unruhe.

Die Sonne stand bereits knapp über dem Horizont, als die Schiffsglocke ertönte und das Kommando „Leinen los!“ lautstark erklang. Jetzt ging es los.

Don Pielnariz war an Deck gekommen, denn dieses Schauspiel ließ er sie nie entgehen. Mit knatterndem Geräusch entfalteten sich die Segel im Wind und das Schiff begann zu schaukeln. Don Pielnariz war wieder auf See!

Langsam glitt der Segler aus dem Hafen, als der Kater bemerkte, dass zwei andere Schiffe, beide kleiner als das seine, ihnen folgten. Das hatte es auch noch nie gegeben. Auf der Brücke stand, in prächtigem Ornat, der Fremde und gab Kommandos. Langsam glitt die kleine Flotte aus dem Hafen und in die beginnende Dämmerung auf das offene Meer hinaus.

Nachdem Ruhe eingekehrt war, machte sich Don Pielnariz in den Laderaum auf, er hatte Hunger. Solange das Schiff im Hafen gelegen hatte, war der „Katzensteg“ immer heruntergelassen gewesen und das war für alle Mäuse und manchmal auch Ratten eine Einladung. Und richtig, er fand zwischen einigen Fässern sofort ein paar der grauen Nager. Anschleichen und festhalten, das war eins. Aber ein kleines bisschen Spielen vor dem Festmahl, das musste einfach sein. Also, mal zugepackt! Und wieder losgelassen. Die Maus quietschte und versuchte zu entkommen. Der Kater lies sie ein Stück laufen, bevor er sie wieder festhielt. Das Spiel wiederholte er einige Male. Dann biss er zu und das Abendessen war gesichert.

Erst in der Nacht kam Don Pielnariz wieder aus dem Laderaum und begann über das Deck zu stromern. Die See war ruhig, ein guter Wind wehte und der Schein der Positionslaternen erhellte mit fahlem Licht den Steuermann auf der Brücke. Erst gegen Morgen suchte sich Don Pielnariz ein ruhiges Schlafplätzchen.

So vergingen einige ereignislose Tage. Mit einem Mal gab es ein Rufen von einem der kleineren Schiffe. Irgend etwas war passiert. Der neue Kommandant, er hiess Don Christobal, war sehr aufgeregt. Dann setzte der Schiffszimmermann mit einem Boot auf das kleinere Schiff über. Die Menschen arbeiteten lange auf dem kleinen Schiff und endlich ging es weiter.

In den folgenden Tagen ging es Don Pielnariz ziemlich gut. Manchmal bekam er auch heimlich ein Stückchen getrockneten Fisch von einem der Mannschaftsmitglieder zugesteckt, ob wohl das eigentlich verboten war. Schliesslich sollte er ja Mäuse und Ratten jagen.

Endlich kam Land in Sicht. In der Ferne war eine Insel zu sehen, deren Umrisse dem Kater bekannt waren, er war schon einige Male dort gewesen. Aber sie waren noch weit davon entfernt. Sie steuerten darauf zu und daher wusste Don Pielnariz, dass sie dort ankern würden. Er freute sich darauf, denn er hatte einige Freunde dort. Da waren Donna Muellepata, die er schon von früheren Besuchen hier kannte. Sie könnte er ja aufsuchen.

Doch der Aufenthalt dauerte länger als er gedacht hatte. Die Menschen arbeiteten an dem kleineren Schiff, offensichtlich war etwas daran kaputt. Also nutzte der Kater die Zeit um Donna Muellepata öfter zu besuchen. Sie war auch wunderschön und hatte ein ganz seidiges Fell. Gemeinsam streiften sie durch die engen Gassen der kleinen Hafenstadt. Gelegentlich gab es auch einen kurzen Kampf mit einem der ortsansässigen Kater, aber Don Pielnariz machte den Kontrahenten schnell klar, dass sich ein erfahrener Schiffskater nicht so leicht einschüchtern lässt. Jedenfalls hatte er eine gute Zeit mit Donna Muellepate und er genoss jeden Moment davon.

Die Reparatur des kleinen Schiffes zog sich hin, doch endlich konnte es wieder losgehen. Wieder wurden viele Dinge eingeladen und der Kater wusste, dass sie nun wieder in See stechen würden.

In den folgenden Tagen machten sie gute Fahrt. Don Pielnariz kam seiner Aufgabe als Bordkater nach und fing so manche Maus oder Ratte. Sonst inspizierte er alle Winkel oder lag einfach schläfrig an einem seiner Lieblingsplätze. Doch dann ließ der Wind nach und die Schiffe machten kaum noch Fahrt. Immer wieder schaute die Mannschaft nach den Segeln, aber die waren kaum gebläht. Don Christobal liess mehrmals am Tag die Position bestimmen und sein Gesicht sah immer sorgenvoller aus. Es sah nicht danach aus, dass der Wind wiederkäme.

Nun verstand Don Pielnariz nichts von Schiffsbau, schliesslich war er nur der Bordkater, aber er wusste, dass sie nur Fahrt machten, wenn Wind aufkam. Nach einigen Tagen war immer noch kein Wind aufgekommen und Don Pielnariz spürte dass die Menschen langsam verzweifelten. Sie beachteten ihn jetzt kaum noch. Ein Teil dieser Stimmung schlug auch auf den Kater über und er verbrachte viel Zeit auf dem Achterschiff, wo nur Leute von der Schiffsführung waren und er seine Ruhe hatte. Doch seltsam war ihm auch zumute.

Dann, endlich, ganz leicht bauschten sich die Segel, zuerst schwach und dann immer mehr. Dem Kater war das ein vertrauter Anblick, so kannte er es. Und weiter ging die Fahrt, immer der Sonne nach.

Tage um Tage vergingen und die drei Schiffe fuhren immer weiter. So etwas hatte Don Pielnariz noch nie erlebt. Er war zwar schon of sehr lange auf See gewesen, aber oft in Sichtweite des Landes. Eine Ewigkeit waren sie schon unterwegs und kein Land war in Sicht. Gerüchte kursierten unter den Katzen, von ähnlich langen Fahrten, aber die sollten vor undenklich langer Zeit und weit im Norden stattgefunden haben. Ob etwas dran war, wusste er nicht.

Die Stimmung der Mannschaft wurde immer schlechter und auch Don Pielnariz bekam das zu spüren. Den jetzt oft recht derben Spässen der Mannschaft konnte er manchmal nur mit Mühe entkommen.

Eines Tages gab es eine grosse Aufregung unter der Besatzung. Alle schauten ins Wasser. Der Kater konnte das nicht verstehen, es war doch nur ein Stück Holz und einige Grasbüschel, die dort trieben. Aber die Besatzung war ganz aus dem Häuschen. Auch Don Christobal schaute sich das Treibgut an und danach war sein Blick weniger sorgenvoll. Wieder vergingen eintönige Tage.

Don Pielnariz hatte gerade eine Ratte gestellt, als er ein ungewohntes Geräusch auf dem Deck hörte. Aber er liess nicht von der Ratte ab, um das Geräusch würde er sich später kümmern. Die Ratte hatte sich gerade an einem der Fässer zu schaffen gemacht, als sie von dem Bordkater entdeckt wurde. Sofort pfiff sie einen Warnruf und sprang von dem Fass, Don Pielnariz mit einem Satz hinterher.

Die Ratte war sehr flink und die wilde Jagd ging quer durch den Laderaum. Endlich fand die Ratte ein Schlupfloch zwischen zwei Kisten. Da hockte sie nun und Don Pielnariz konnte nicht hinein. Aber die Ratte sass in der Falle, nach hinten konnte sie nicht weiter und vor dem Spalt war der Kater. Völlig regungslos sass er da. Und hatte Geduld. Viel Geduld. Sehr viel Geduld. Die Ratte weniger. Nach einiger Zeit machte sie einen Ausfall. Darauf hatte der Kater nur gewartet. Er erwischte die Ratte und schleuderte sie ein Stück gegen die Bordwand. Benommen rappelte sie sich wieder auf und wollte flüchten, aber Don Pielnariz war schon über ihr. Jetzt hatte er sie fest. Ein weiterer Schlag mit der Pfote machte sie noch mehr benommen. Sie versuchte wieder zu entkommen, kam aber nicht weit. Don Pielnariz hatte sie sofort wieder, liess aber dann wieder los um sie dann wieder zu fangen. Das Spiel ging so einige Zeit und langsam erlahmten die Kräfte der Ratte. Endlich hatte der Kater genug von dem Spiel und biss zu. Die Ratte war tot.

Nachdem Don Pielnariz sich gesättigt hatte, wollte er an Deck um nach dem Seltsamen Geräusch zu schauen. Erstaunt sah er, was es verursacht hatte. Das sass ein grosser Vogel auf dem Vorschiff. Ein Pelikan. Wo kam der denn her? Die Mannschaft war ganz aufgeregt wegen des Vogels. Sie freuten sich, denn der Vogel verhiess, dass Land in der Nähe sein musste. Aber weder an diesem noch an den folgenden Tagen war Land zu sehen.

Dann umkreisten Möwen die Schiffe. Sie kamen von Westen und in diese Richtung verschwanden sie auch wieder. So vergingen Tage um Tage. Einmal waren Sturmvögel zu sehen, aber auch diese verschwanden wieder über den unendlichen Weiten des Meeres. Land musste in der Nähe sein, aber es war nirgends zu sehen Und das Meer war immer gleich, kein Land war in Sicht.

Don Pielnariz wurde langsam unruhig. Er wusste nicht warum und streunte nervös durch das Schiff. Irgend etwas stimmte nicht. Aber mit der Zeit wurde es klar: Die Tageszeit war falsch. Nun haben Katzen ein ziemlich genaues Zeitgefühl, aber bei Don Pielnariz war es irgendwie durcheinandergekommen. Es hatte so schleichend begonnen, dass er es nicht sofort bemerkt hatte. Jetzt sollte eigentlich Mittag sein und die Sonne hoch stehen, aber es war Morgen und die Sonne war erst vor kurzem aufgegangen. Der Kater war ziemlich verwirrt.

Er schaute in den beginnenden Tag, als er einen Punkt am Horizont entdeckte, der schnell näher kam. Ein grosser Vogel flog in Richtung auf die Schiffe. Die Mannschaft sah ihn auch und Don Christobal hielt wieder eine seiner Ansprachen. Doch immer noch war kein Land in Sicht.

Das waren üble Tage, es gab kaum noch Mäuse und Don Pielnariz musst zusehen, wie er etwas zwischen die Zähne bekam. Die Mannschaft war niedergeschlagen und hoffnungslos. Sie redeten pausenlos miteinender und wurden immer aggressiver. Manchmal kam es zum Streit und Don Pielnariz flüchtete sich in ein Versteck, aus dem er stundenlang nicht mehr hervorkam.

Einige der Mannschaft stellten Don Christobal zur Rede aber der hielt nur wieder eine seiner Ansprachen, die der Bordkater schon zu Genüge kannte. Zwar verstand er nicht, was der Kommandant sagte, aber er wusste, wenn dieser die Mannschaft beruhigen konnte, ging es auch ihm anschliessend besser, denn die Mannschaft war dann wieder mit ihrer Arbeit beschäftigt und hatte keine Zeit mehr, um ihn zu ärgern.

Und immer weiter und länger ging die Reise. Gelegentlich war Treibgut zu sehen, Äste und Gras. Don Pielnariz roch, dass Land in der Nähe war. Die Nacht war lau und der Kater war auf dem Vordeck unterwegs. In der Dunkelheit, in der Menschen nur wenig erkennen konnten, sah er in der Ferne, noch vor den Menschen, Land. Erwartungsvoll sprang er auf die Reling und starrte in die Nacht. Ja, da war es, endlich. Ein dünner Strich in der Dunkelheit des Meeres, eindeutig Land. Die Menschen konnten es noch nicht sehen, doch der Kater schon, er sah als erster das Land.

Was das wohl für ein Land war? Die Umrisse waren ihm unbekannt, hier war er noch nie gewesen. Erwartungsvoll schaute er über die Reling. Nach einiger Zeit hörte er von einem der kleineren Schiffe ein Rufen. Die Menschen hatten das Land auch gesehen. Es gab einige Aufregung und dann ertönte ein Knall! Sie hatten die Kanone abgefeuert! Der Kater flüchtete sofort von der Reling und versteckte sich im Beiboot. Die Besatzung kam an Deck und es gab ein großes Durcheinander.

Don Christobal redete mit der Mannschaft, Rufe erklangen von den anderen Schiffen. Als erster der Besatzungen hatte dieses Land ein Matrose erspäht, der Rodrigo da Triana hieß, der Ausguck auf einem der kleineren Schiffe. Don Pielnariz war in seinem Versteck auf dem Beiboot geblieben, denn der Schuss hatte ihn doch ziemlich erschreckt.

Und mitten in der Nacht hielt dann Don Christobal wieder eine seiner Reden. Die Sonne war schon aufgegangen und der Kater war in dem Boot eingeschlafen. Plötzlich wurde er unsanft geweckt und das Boot begann zu schaukeln. Die Matrosen hatten es losgemacht und liessen es ins Wasser hinunter. Es schaukelte fürchterlich, daher blieb Don Pielnariz lieber in seinem Versteck.

Einige Kisten wurden eingeladen und eine Fahne. Die Fahne war zusammen gefaltet und wurde auf das Versteck des Katers gelegt. Als Don Christobal mit einigen anderen in das Boot stieg, entdeckte daher niemand den Kater. Der blieb auch, wo er war, denn er traute dem schaukelnden Ding nicht. Langsam ruderten sie auf den Strand zu.

Der Strand war nicht sehr breit und kurz dahinter waren Bäume, wie sie der Kater noch nie gesehen hatte. Der Blick der Menschen war erwartungsvoll auf das Land gerichtet und niemand achtete darauf, was unter und neben der Fahne war. Kaum hatte das Boot knirschend den Strand erreicht, sprang Don Pielnariz, von allen völlig unbemerkt, seitlich aus dem Boot und lief auf die Bäume zu. Erst danach folgte Don Christobal und betrat als erster der Besatzung das neu entdeckte Land.

Und so glauben die Menschen bis heute, dass Rodrigo da Triana als erster das neue Land gesehen und Don Christobal Colon, genannt Christoph Columbus, der erste Spanier gewesen sei, der den Boden der neuen Welt betreten hat. Die Katzen wissen es besser, doch sie brauchen diesen Ruhm nicht und sie erzählen es nicht.

Foto: © Dietrich Bartel. Diese Datei ist lizenziert unter der Creative Commons-Lizenz Attribution ShareAlike 2.0. Zusammengefasst: Du darfst das Werk verbreiten und bearbeiten, musst aber den Autor/Rechteinhaber in der von ihm festgelegten Weise nennen und bei einer Weiterverarbeitung des Werkes eine Lizenz verwenden, die mit dieser identisch oder vergleichbar ist.

Autor: Mike
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Die Katze Steffi will keine Mutter sein
1, 29 November, 2009, 2:49
Gespeichert unter: Katzen

Unter unseren Katzen hatten wir eine junge Karthäuserkatze eine echte Schönheit, und das wußte sie auch. Beim Laufen sah sie aus wie ein edler Tiger, so geschmeidig waren ihre Bewegungen, man konnte sie auch mit einer schönen Frau vergleichen, die nicht ging, sondern schritt.

Die Kater saßen im Halbkreis um sie herum, aber sie ließ alle abblitzen. Keiner schien ihr gut genug zu sein. Gelangweilt blickte sie in die Runde, rollte sich ein paar Mal am Boden, dann verschwand sie wie der Blitz im Haus. Die Kater erstarrten vor soviel Frechheit, aber sie warteten immer wieder.

Ich hatte so etwas noch bei keiner anderen Katze erlebt und war neugierig, wer der Sieger sein würde. Mitbekommen habe ich es nicht, aber einen Kater hatte ich in Verdacht, den älteren unter ihnen, einen Allerweltskater, nicht gerade ein Adonis, aber irgendwie lieb. Sein Fell schimmerte in verschiedenen Farben, seine Pfoten eher groß, der Kopf dick, das einzig schöne an ihm waren seine langen schwarzen Schnurrhaare.

Und dann wölbte sich bei der Katze Steffi das Bäuchlein, tatsächlich sie bekam Nachwuchs. Ich konnte es kaum erwarten. War der große Kater mit den langen schwarzen Schnurrhaaren der Vater, oder gab es doch noch einen anderen? Dann kam der Tag der Geburt und ich traute meinen Augen nicht: Da kam er um die Ecke, der Kater der kein Adonis war.

Ich suchte Steffi. Sie lag schon in dem für sie vorbereiteten Korb und atmete schwer. Jetzt passierte etwas, das ich noch nie zuvor gesehen hatte: Der Kater sprang mit einem Satz in das Körbchen und setzte sich hinter sie, um sie zu stützen. Dort blieb er, bis die Katzenkinder geboren waren. Zwei allerliebste Kätzchen, und sie glichen ihrer Mutter: zart, schön und mit silbergrauem Fell wie ihre Mutter Steffi.

Steffi leckte ihre Kinder nicht ab, das besorgte der Vater, jener Kater der bei ihr im Körbchen saß. Er übernahm einfach die Pflichten der Mutter, es erschien ihm so selbstverständlich, und er blieb die ganze Nacht bei ihnen.

Langsam wurde es Zeit, dass die Katzenbabys gefüttert wurden, aber ihre Mutter drehte sich weg und schlief.

Die beiden Kleinen weinten und versuchten an die Zitzen ihrer Mutter zu kommen, aber die stand auf und lief weg. Ich wusste mir keinen Rat und lief der Katze Steffi hinterher. Das berührte sie nicht. Sie säugte die Kleinen einfach nicht. Ich trug ihr die Babys nach, legte sie ihr hin. Sie würdigte ihre Kinder keines Blickes und stolzierte davon.

Dann kam mir der Zufall – oder soll ich sagen, das Schicksal? –zu Hilfe. Unsere Mimi bekam ihre Kätzchen früher als erwartet, und ich legte ihr die zwei von Steffi einfach dazu. Es klappte, sie säugte die beiden, und ihre vier eigenen dazu.

Der Vater der Kleinen blieb in der Nähe, er beobachtete alles genau und manchmal wärmte er seine Kinder. Er liebte sie und versuchte, ihnen die Mutter zu ersetzen, die sich nach wie vor nicht um ihre Babys kümmerte.

So ging es den Kleinen doch noch gut, sie hatten eine Amme die sie säugte, einen Vater, der sie wärmte und beschützte, nur keine Mutter, die wollte sie einfach nicht. Sie schaute zwar ab und zu mal vorbei aber sie hatte die Babys nicht einmal berührt. Mir war das unverständlich: eine Katze die ihre Kinder nicht mag. Sie bekam komischerweise nie mehr Nachwuchs, aber sie blieb bei uns und schien sich wohl zu fühlen.

Die Kleinen liebten die Katze Mimi wie ihre eigene Mutter, und wurden wunderschöne Katzen.

Foto: © röda hexa (Elke Salzer) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de

http://www.urska.jimdo.com

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Momo wird Freigänger
1, 19 November, 2009, 6:25
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Kater Momo ist ein ganz besonderer Kater. Über ihn habe ich einige Geschichten geschrieben. Hier ist eine davon.

Kater Momo gehörte zur Rasse der Siam-Katzen, ein alter Thai-Kater also, der etwas Mystisches hatte. Kater Momo fuhr gerne im Auto mit und erschreckte uns manchmal fast zu Tode, nämlich dann wenn er sich heimlich ins Auto schlich und auf dem Rücksitz wartete bis das Auto los fuhr, um dann mit einem kühnen Sprung auf dem Vordersitz zu landen und uns mit seinen großen blauen Augen unschuldig an zu schauen.

Kater Momo liebte nur einen Menschen und das war Danny, mich maunzte er manchmal an, aber mit Danny „redete“ er sehr viel. Und noch eine Leidenschaft besaß er: Lange Spaziergänge waren seine Lieblingsbeschäftigung. Da ging er ganz geschickt vor. Er wartete meistens, bis einer von uns das Haus verließ, dann schlich er hinterher, aber so geschickt, dass man ihn nicht bemerkte. Nicht selten geschah es, dass er plötzlich in unserer kleinen Kneipe, wo wir ab und zu einkehrten, neben uns auf einem Stuhl saß und fröhlich miaute.

Als wir Momo abholten, war er ein richtiger Einzelgänger gewesen und hatte nie aus dem Haus gedurft. Danny gefiel das gar nicht und er gewöhnte ihn langsam nach draußen. Als Momo das erste Mal hinaus ging setzte er sich zuerst hin und bestaunte die Gräser und Blumen die sich leise im Wind bewegten. Nach einer Weile hüpfte er wie ein junges Böcklein hin und her, sauste plötzlich los um sich dann wie wild um sich selbst zu drehen. Es war ein Bild für Götte,r und ich lachte weil es so lustig aussah. Jetzt hatte ich ihn beleidigt, er drehte sich um und ging ins Haus.

Irgendwann fing er an Mäuse zu fangen und sie ins Haus zu bringen. Er legte sie mir vor die Füße und ging erst dann wieder, wenn ich ihm über den Kopf streichelte und lobte. Nur eine Sache dauerte sehr lange: Die Sache mit der Katzenkiste. Er wollte sie weiter benutzen und nicht nach draußen gehen. Nach dem Essen brachte ich ihn hinaus und wartete, dass er sein Geschäft verrichtete. Aber er tat es nicht. Er kam wieder rein und ging auf sein Kistchen.

Dann stellte Danny sein Kistchen vor die Tür und er begriff, was er tun sollte. Endlich hatte er gelernt, auf das Katzenkistchen zu gehen, das vor der Türe stand, und nicht im Zimmer herum zu stänkern. Und wir konnten wieder in Ruhe unser Essen genießen – ohne den herben Duft von Kater Momo.

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Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de

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Das Monster in der Metro
1, 12 November, 2009, 6:12
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Monster sind in den Filmen Hollywoods zuhause, das ist erwiesen. Und in der Regel sind sie das Produkt blühender Fantasie. Hierzulande trifft man sie eher selten. Meistens werden sie als grauenhaft fellbesetzte Biester dargestellt. Wobei … fellbesetzt könnte schon hinkommen. Was mich jedenfalls betrifft, so wasche ich meine Hände in Unschuld.

An jenem denkwürdigen Tag hatte ich in Stuttgart zu tun und Miezka und Mowgli dürfen natürlich mit. Für Mowgli ist es die erste längere Reise. Er macht es sich auf der hinteren Ablage bequem, während Miezka eine zeitlang interessiert aus dem Seitenfenster schaut. Unterbrochen wird die Fahrt nur durch zwei kurze Pausen, bei denen die beiden Fellnasen aus dem Auto dürfen, natürlich an der Leine.

Nun ist es so, dass vor allem in Stuttgart eines knapp und teuer ist: Parkplätze! Folglich beschliesse ich in meiner allumfassenden Weisheit, statt mit dem eigenen Spritfresser mit der Straßenbahn in die Innenstadt zu fahren. Also wird das fahrbare Unterteil in einem Vorort geparkt und eben jenes oben erwähnte Vehikel zur Fahrt ins Zentrum der schwäbischen Metropole benutzt.

Ein großer Teil der Stuttgarter Straßenbahn verläuft unterirdisch und nennt sich deshalb U-Bahn, sozusagen die schwäbische Metro. Miezka habe ich dabei auf dem Arm, Mowgli sitzt ausnahmsweise nicht auf der Schulter. Denn ich habe einen großen Rucksack geschultert, auf dem er sich häuslich eingerichtet hat. Verwunderte Blicke werden mir zugeworfen und manche flüstern mit einem Seitenblick auf mich miteinander. Nun sind Miezka und Mowgli hier in der Stadt ein bisschen bekannt, aber ich denke mal, dass sich in der Landeshauptstadt ein solcher Anblick wohl weniger bietet.

So weit, so gut gereist. Meine Angelegenheiten kann ich mit Erfolg erledigen und es ist bereits 18 Uhr, als ich gedenke, mich wieder auf den Rückweg zu machen. An der U-Bahnhaltestelle sind eine Menge Leute, es ist Rush-hour. An einen Sitzplatz ist da nicht zu denken, alle stehen dicht an dicht in der Bahn. Miezka hat sich eng an mich gedrückt, allein Mowgli genießt seine Aussicht vom Rucksack aus.

Links, rechts, vor und hinter mir Leute. Direkt vor mir, mit dem Rücken zu mir, steht eine Frau. Und eben diese Frau ist es, die, aus welchem Grund auch immer, Mowgli’s Interesse weckt. Jedenfalls arbeitet er sich zu meiner Schulter vor und versucht mit seiner Pfote nach der Frau zu grapschen. Die kann natürlich nicht sehen, was da vor sich geht und interpretiert Mowgli’s Annäherungsversuche falsch. Ohne sich umzudrehen sagt sie ziemlich laut: „Lassad se des!“. Für Nichtschwaben: “Lassen sie das!“

Doch Mowgli gibt nicht auf, er will jetzt wissen was Sache ist und versucht ein weiteres Mal Kontakt herzustellen.
„Jetzt langd’s abr!“ („Jetzt reicht’s aber“).
Die Frau dreht sich um, wahrscheinlich um den potenziellen Urheber dieser Berührungsattacken zu eruieren und ihm eine Standpauke zu halten.
Sie dreht sich um …
Und …
Und sieht direkt in das Gesicht eines schwarzen Monsters, das ihr drohend eine mit furchtbaren Krallen besetzte Raubtierpranke direkt vors Gesicht hält.

In Bruchteilen von Sekunden wird sie kreidebleich und stösst einen Schrei aus, der vermutlich noch auf der Spitze des Fernsehturmes zu hören ist. Nur die direkt neben mir stehenden bekommen direkt mit, was geschehen ist, alle anderen hören in der überfüllten Metro nur den Schrei. Einige Köpfe drehen sich, aber kaum einer kann erkennen was los ist.

Es gibt Tage, da sitzt mir der Schalk im Nacken, besonders, wenn eben jene Tage erfolgreich verlaufen sind. So auch an diesem Tag.
Meine Antwort auf den Schrei ist nur: „Ha no, so hässlich sen mr doch et.“ („Ha nun, so hässlich sind wir doch nicht.“

Die Frau hat sich jetzt wieder gefangen und erkannt, dass das vorgebliche Monster nur eine Katze ist und beginnt eine Schimpfkanonade.
„D’ Leid so z’ vrschrecka, deand se dui Katz do weg. Ozoiga sod mr sia!“ (“Die Leute so zu erschrecken, tun sie die Katze da weg. Anzeigen sollte man sie!“)
Nur hat sie die Rechnung ohne die Fellnasen gemacht. Denn was sie übersehen hat ist, dass ich auf dem Arm ja noch Miezka als weitere Begleitung habe. Und eben dieser Miezka passt das Ganze überhaupt nicht. Sie beginnt die Frau anzufauchen. Ziemlich aggressiv anzufauchen! Die sieht jetzt erst Miezka und versucht zurückzuweichen, was in Anbetracht der vollgestopften Bahn völlig unmöglich ist. Niemand der anderen Fahrgäste unternimmt etwas und ich achte auch nicht darauf, was diese tun.

„Sia Riabl sia, des isch ja gemeingfährlich!“ („Sie Rüpel sie, das ist ja gemeingefährlich!“)
Der Schalk sitzt mir immer noch im Nacken: „Sia brauchad koi Angschd han, dui hot heid scho gveschbrd!“ („Sie brauchen keine Angst zu haben, die hat heute schon gevespert!“)

Das war eins zuviel. Die Frau bekommt einen hochroten Kopf und versucht erfolglos auf Distanz zu gehen. Jetzt erst kann ich erkennen, das einige der anderen Fahrgäste ganz offen grinsen.

Endlich hält die U-Bahn und die Frau steigt aus, nicht ohne ein „Leck me doch am Arsch!“ zu hinterlassen. Keine Ahnung, ob sie nun an ihrem Ziel ist oder einfach nur raus will. Es ist mir auch so ziemlich egal. Denn ich sollte mit den beiden Miezen nach Hollywood gehen. Echte und vor allem glaubwürdige Monster für Horrorstreifen werden dort immer benötigt.

U-Bahnhof

Foto: © beekeeper (Karin Schumann)/ http://www.pixelio.de

Autor: Mike
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Miss Balkon-Jumping
1, 10 November, 2009, 8:35
Gespeichert unter: Katzen

Ich hab nicht schlecht gestaunt, als ich eines Nachmittags von einer größeren Runde mit meinem Hund nach Hause kam. Es war mitten im Sommer und ich war eigentlich ziemlich knülle von der Wärme. Und so habe ich mich schon gefragt, ob meine Sinne mir einen Streich spielen: Ich stehe gerade im Flur und gucke zur Balkontür und was sehe ich da – da sitzt doch tatsächlich eine Katze draußen auf dem Balkon und schaut neugierig und fragend durch die Glastür in mein Wohnzimmer. Sie schaut mich an und mautzt.

Ich guck noch mal hin. Geht doch gar nicht! Wie kommt das Plüschi denn auf meinen Balkon, habe ich mich gefragt. Geht aber doch! Sie muss irgendwie „um die Mauerecken“ von einem Balkon auf den nächsten geklettert sein.

Im ersten Moment war ich etwas ratlos. Was mach ich jetzt mit ihr? Sich selbst überlassen oder nach ihrem Zuhause suchen? Naja, ersteres hab ich eigentlich gleich wieder verworfen. Ich hatte irgendwie Angst, dass sie von der Balkonbrüstung abrutschen könnte und herunterfällt. Ist immerhin die 3. Etage, in der ich wohne und darunter ist ein steingepflasterter Weg.

Nun war ich neugierig geworden und wollte herausfinden, wer mir da so überraschend einen Besuch abgestattet hat. Also erst einmal mein Hundi ausgesperrt und die Balkontür geöffnet … mal schauen, wie sie reagiert! Ich habe mich erst einmal ganz zaghaft der kleinen Miss Samtpfote genähert.

„Miau“, sagte sie gar nicht schüchtern und schnupperte interessiert an meiner ausgestreckten Hand. „Hallo, meine Kleine“, sagte ich zu ihr, „wer bist du denn“? „Maau, Maau“, war die kurze Antwort und schon tapste sie selbstbewusst weiter auf ihrer Entdeckungsreise über meinen Balkon. Ich beobachtete fasziniert ihre leichtfüßigen Bewegungen. Und dann setzte sie mit einem eleganten Sprung vom Tisch auf das Balkongeländer über.

Jetzt bekam ich es schon ein bisschen mit der Angst zu tun. ‘Hoffentlich rutscht die Kleine nicht ab’, dachte ich. Das Geländer ist so schmal, nur wenige Zentimeter breit. Es sah irgendwie gefährlich aus. Aber sie schien das überhaupt nicht zu stören. Neugierig tappste sie daher, balancierte wie eine kleine Seilkünstlerin auf dem schmalen Rand der Balkonbrüstung.

Da bei mir eigentlich immer eine Kamera griffbereit in der Wohnung herum liegt, war dies die Gelegenheit, ein paar schöne Fotos von der kleinen Kletter-Miss zu schießen. Sie setzte sich sogar ganz gemütlich auf dem schmalen Rand hin und schaute interessiert nach unten.

Ihre Kletterkünste in allen Ehren, aber ich hatte Sorge, sie könnte bei ihrer weiteren Wanderung von Balkon zu Balkon in Gefahr geraten. So beschloss ich, die kleine Ausbrecherin ‘zu retten’ und nach ihrem Zuhause zu suchen.

Gesagt, getan. Ich näherte mich der bezaubernden Schönheit, sprach ein wenig mit ihr und siehe da, sie kam zu mir und ließ sich kraulen und streicheln. Dann nahm ich sie behutsam auf den Arm. Sie hatte nichts dagegen.

Nun trat ich mit ihr eine kleine Reise durch unser Mehrfamilienhaus an. Ich wusste, das 2 Mieter im Haus eine Katze haben. Aber eigentlich hatte ich diese Katzen optisch in anderer Erinnerung. Aber vielleicht ein Neuzugang? Ich klingelte also bei den besagten Mietern, erntete aber nur überraschte Blicke, als ich mit der Katze auf dem Arm vor den Leuten stand. Nein – zu unserem Haus gehörte die kleine Samtpfote also nicht!

So ging unsere kleine Reise weiter. Aber auch in den Hauseingängen links und rechts fand sich kein Katzenbesitzer. Neugier und Aufmerksamkeit erregte ich jedoch schon mit meinem kleinen felligen Fundstück!

Irgendwo musste sie doch ihr Zuhause haben! Und dann erhielt ich den entscheidenen Tipp: Zwei Haustüren weiter seien neue Mieter eingezogen, da wurde wohl seitdem schon einige Male ein ‘entwischtes’ Kätzchen auf Wanderschaft beobachtet.

Wieder ein paar Klingelknöpfe drücken – und endlich geschafft! Wir hatten die Familie von Miss Samtpfote gefunden. Dort schien man gar nicht sonderlich überrascht. Es war ja auch nicht das erste Mal gewesen. Aber glücklich und zufrieden wechselte die kleine Spaziergängerin von meinem in Frauchens Arm, wohl schon den nächsten Ausflug im Wuschelköpfchen planend. Kann also durchaus sein, das man sich wiedersieht – und ich demnächst ab und an Samtpfotenbesuch auf meinem Balkon bekomme. :-)

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Fotos: K. Dartsch

Autor: K. Dartsch
viper9307@gmx.de

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Cimba wandert widerwillig aus
1, 6 November, 2009, 7:04
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Kater Cimba war sehr traurig, und das hatte auch seinen Grund. Er sollte mit seinem Frauchen nach Spanien fliegen, dabei wollte er das gar nicht. Es gefiel ihm sehr gut in Deutschland und da waren auch seine Freunde. Der Bernhardinerhund Lady, die Katze Steffi und das Meerschweinchen Charly und Vogel Otto.

Aber sein Frauchen hatte sich das in den Kopf gesetzt und er konnte nichts dagegen tun. Am meisten würde er Lady den Hund vermissen, der hatte ihn immer beschützt, wenn Gefahr in Verzug war.

Cimba erinnerte sich noch an die Zeit als er in München gewohnt hatte, dort konnte er über die Dächer spazieren und den Mond von ganz nah betrachten. Leider gefiel das den Menschen nicht, sie sahen es nicht gerne, wenn Cimba bei ihnen vorbei spazierte und laut miaute. Manchmal sogar in ihre Wohnungen sprang, wenn die Dachfenster geöffnet waren. Deswegen musste ihn sein erstes Herrchen auch abgeben und er kam zu seinem Frauchen, das er sehr liebte. Dort konnte er in einem schönen Haus mit Garten wohnen und mit seinen neuen Tierfreunden spielen. Am Anfang fürchtete er sich schon vor dem großen Bernhardinerhund, aber schnell merkte er wie gutmütig Lady war. Er durfte sogar aus dem gleichen Fressnapf naschen, aber sein Katzenfutter mochte er doch lieber.

Und jetzt sollte das alles vorbei sein und Cimba nach Spanien gehen. Sein Frauchen hatte sich dort ein Haus gekauft und wollte dort leben. Morgen würden sie fliegen, und Cimba überlegte wie er das verhindern könnte, aber es fiel ihm nichts ein.

Der nächste Tag war da, heute Mittag ging es zu Flughafen und dann in den Flieger. Cimba fühlte sich ganz schrecklich und versteckte sich hinter der Hecke am Haus, er hoffte, dass ihn niemand finden würde. Dort muss er wohl eingeschlafen sein, er bekam nicht einmal mit, das sein Frauchen ihn überall suchte. Als er wieder aufwachte dröhnte sein Kopf und ihm war schlecht. Dann sah er, das er in einem Käfig saß aus dem er nicht heraus kommen konnte, weil er abgesperrt war. Das entsetzte ihn und er fing an laut zu schreien, aber niemand hörte ihn, nur die anderen Tiere, die ebenfalls in Käfigen hocktenoder lagen. Sie erklärten ihm, das er in einem Flieger war, der nach Spanien flog.

Cimba sah ein, das er im Moment nichts tun konnte und er legte sich ganz ruhig hin um zu schlafen. Irgendwann wachte er auf und stellte fest, dass er sich nicht mehr im Flugzeug befand, sondern auf dem Laufband wo auch Koffer standen. Und da stand sein Frauchen und rief ihn. Cimba war sauer und er schrie und fauchte wie verrückt. So eine Gemeinheit, ihn in so einem engen Käfig ein zu sperren und in einen Flieger zu bringen, das würde er ihr lange nicht vergessen.

Dann nahm sein Frauchen den Käfig mit dem schreienden und fauchenden Cimba und stieg in ein Taxi. Sie fuhr direkt zum Haus und brachte Cimba in ein Zimmer. Dann öffnete sie die Käfigtüre und Cimba war frei, aber er schrie und fauchte immer noch wie wild und fressen wollte er auch nicht.

Vor lauter Erschöpfung schlief er auf seiner Decke ein, und ins Bett zu Frauchen wollte er ebenfalls nicht, zu sehr hatte sie ihn enttäuscht. Erst nach ein paar Tagen sah sich Cimba sein neues Zuhause an und er musste zugeben, es gefiel ihm ganz gut.

Hartmut910-TigerEingesperrt

Foto: © Hartmut910 / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009
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Die Katze – eine Weihnachtsfabel
1, 3 November, 2009, 6:14
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Vor langer, langer Zeit, in einem fernen Land, wo der Nordstern tiefer steht, wo die Tage heiss und die Nächte kalt sind, da lebte eine Katze, die war trächtig. Vor langer Zeit waren ihre Vorfahren mit den Menschen aus dem Süden in dieses Land gekommen. Aber davon wusste sie nichts und es hätte sie auch nicht interessiert.

Sie wohnte nicht bei den Menschen, sondern streifte frei durch das Land. Eine Maus oder anders Getier fand sie meistens. Jetzt war sie in die Stadt gekommen, da sie fühlte, dass sie bald gebären würde. In letzter Zeit waren viele Menschen in der Stadt und die Gasthäuser der Menschen waren voll, so dass auch viele Mäuse in der Stadt waren die sich an den Abfällen der Menschen gütlich taten. Für die Katze war daher der Tisch reichlich gedeckt. Zwar hatte sie eine Scheu vor den Menschen und kam keinem zu nahe, aber manchmal konnte sie doch ein Stück Fleisch stibitzen.

An jenem Tag begann es bereits dunkel zu werden und die Häuser der Menschen waren voll. Wie sie nun um eine Ecke bog, sah sie ein Menschenpaar, das einen heftigen Wortwechsel mit einem weiteren Menschen führte. Sofort sah und roch die Katze, dass die Frau schwanger war. Aber nach der Katzen Art kümmerte sie der Menschen Geschäfte nicht.

Es war bereits dunkel, als sie das Paar noch einmal von weitem durch die Strassen ziehen sah. Nun galt es, einen sicheren Platz für ihr Nest zu finden. In der Stadt war das unmöglich. Also lief sie zum Stadtrand, da kannte sie eine Hütte. Zwar waren oft andere Tiere darin, aber die hatten ihr noch nie etwas getan. So lief die Katze zu der Hütte und suchte sich im Heu ein sicheres Versteck.

Die anderen Tiere beachteten sie nicht, sie gehörten den Menschen und sie kannten die Katze. Es dauerte auch nicht lange und die Katze gebar drei Junge, zwei Kätzchen und ein Katerchen. Sie biss die Nabelschnur durch und leckte sie trocken. Dann säugte sie die jungen Kätzchen zum ersten Mal.

Als sie sich ganz eng an ihre Jungen schmiegte um sie warm zu halten, gab es an der Tür ein lautes Gepolter. Die Tür ging auf und zwei Menschen kamen herein. Es war das Paar, dass sie heute schon zweimal gesehen hatte. Die Katze erschrak. Sie konnte ihre Jungen nicht im Stich lassen und jetzt war es unmöglich, ein neues Versteck zu suchen.

Die Frau konnte kaum noch laufen und hatte offensichtlich starke Wehen. Der Mann stütze sie. Sie legte sich auf einen Haufen Heu. Die Katze roch, dass die Frau jetzt gebären würde. Die anderen Tiere schauten den Geschehen interessiert zu. Und tatsächlich gebar sie nach einiger Zeit ein Kind. Sie wickelten es in Tücher, die sie bei sich hatten und legten es zum Schutz in eine leere Futterkrippe. Die ganze Zeit hatte sich die Katze still verhalten und alles nur aus ihrem Versteck beobachtet.

Nachdem etwas Ruhe eingekehrt war, widmete sich die Katze wieder ihren Jungen. Einige Zeit war vergangen, als die Tür zur Hütte wieder geöffnet wurde. Die Frau und der Mann erschraken erst, denn mehrere Männer kamen herein. Aber die Männer redeten nur mit den beiden Menschen.

Was dann geschah, begriff die Katze nicht. Die Männer nahmen vor der Futterkrippe Aufstellung und knieten auf den Boden. Dann sprachen sie für die Katze unverständliche Worte in der Menschensprache. Nach einiger Zeit gingen sie wieder.

Ruhe kehrte nun ein. Die Menschen schliefen im Heu. Jetzt wurde die Katze doch neugierig, auch wollte sie wissen, ob von dem Geschehen irgendeine Gefahr für ihre Jungen ausginge. Also schlich sie ganz vorsichtig durch das Heu zu den Menschen. Auch in die Futterkrippe schaute sie. Da lag dieses Menschenkind und schlief. Nun scheute die Katze eigentlich die Menschen, aber als sie dieses Kind sah, war alles ganz anders. Irgendetwas ging von dem Kind aus, das Vertrauen in der Katze weckte. Sie schnupperte an dem Kind. Dann fing sie an zu schnurren und ihm vorsichtig über das Gesicht zu lecken. Erst als das Kind unruhig wurde, sprang sie aus der Krippe und schlich wieder zu ihren Jungen.

Das Kind fing an zu weinen und die Frau wachte auf und stillte es. So verging die Zeit. Ab und zu verschwand der Mann und kehrte nach einiger Zeit mit Essen zurück. Eigentlich ist es die Art der Katzen, nach einiger Zeit nach einem neuen Versteck für die Jungen zu suchen, aber diesmal war es anders. Sie fühlte, dass dies der sicherste Ort war, den es gab.

Nach einigen Tagen gab es draussen vor der Hütte einige Aufregung. Es gab ein Gedränge und mehrere Männer kamen in die Hütte. Die waren ganz anders, als die Menschen, die sie bisher kennnenngelernt hatte. Sie waren auf eine Art gekleidet, welche die Katze noch nie gesehen hatte Auch sie knieten vor der Futterkrippe mit dem Kind und sagten unverständliche Worte. Und sie liessen seltsame Dinge zurück, als sie gingen. Da war etwas, dass in der Nase der Katze nicht gut roch, und anderes, das glitzerte, so dass sie gerne damit gespielt hätte.

Es vergingen wieder einige Tage. Dann passierte etwas Seltsames. Ein Licht war da und etwas nie gekanntes erfüllte den Raum. Aber seltsamerweise hatte die Katze keine Angst. Aus dem Licht kam eine Stimme in der Sprache der Menschen. Als das Licht wieder verschwunden war, waren die beiden Menschen in heller Aufregung. Sie packten eilig zusammen, was sie hatten, die Frau nahm das Kind und sie verschwanden aus der Hütte.

Jetzt war es auch an der Zeit für die Katze, umzuziehen. Sie wollte sich gerade aufmachen um ein neues Versteck zu suchen, als vor der Hütte Lärm erklang. Einige Menschen drängten sich herein und die Katze spürte sofort, dass diese übel gesinnt waren. Sie suchen in allen Winkeln der Hütte, aber sie fanden wohl nicht, was sie suchten.

Die ganze Zeit hatte sich die Katze mit ihren Jungen immer tiefer ins Heu zurückgezogen. Als die Menschen laut rufend wieder weg waren brachte sie ihre Jungen in ein anderes Versteck.

Schnell wuchsen die Kleinen heran und die Katze brachte ihnen alles bei, was man als Katze wissen muss. Und als die Zeit gekommen war, gingen sie ihre eigenen Wege. Die Katze aber streifte weiter durch das Land und obwohl sie immer noch vorsichtig war, hatte sie doch ihre Scheu vor den Menschen verloren.

Viel Zeit war vergangen, als sie auf einem ihrer Streifzüge einem Mann begegnete, von dem sie glaubte, ihn zu kennen. Aber ja, der roch so wie das Kind damals in der Hütte, nur war er jetzt erwachsen. Diesen Mann sah sie noch öfter auf ihrer Wanderung durch das Land. Und irgendwie hatte sie ein grosses Vertrauen zu ihm. Aber sie ging weiter ihren Katzengeschäften nach.

So lebte die Katze noch viele Jahre, länger als jede Katze vor ihr. Und sie war 35 Jahre alt, als sie unter einem Gebüsch einschlief. Als sie erwachte, war es heller Tag und es war warm. Sie steckte sich und schaute sich um. Um sie herum standen unzählige Tiere, von jeder Art. Zuvorderst ein grosser Kater, der den Kopf vor ihr neigte. Alle anderen Tiere taten es ihm gleich. Das verstand die Katze nicht. Da öffnete sich eine Gasse in der Menge der Tiere und ein Mensch kam auf sie zu. Sie erkannte ihn sofort. Das war der Mann, dessen Geburt sie miterlebt hatte. Aber wie sah der denn aus? Ganz blutig und mit vielen Wunden am Körper, an den Händen und den Füssen.

Die Katze fragte sich, wer ihn wohl so zugerichtet habe. Sie war bereit, jeden anzugreifen, der dem Mann zu nahe kam. Der aber bückte sich und nahm die Katze in seine Hände. Sie fühlte sich bei ihm so wohl, wie sie es noch nie erlebt hatte. Dann ging er mit ihr durch die Menge der Tiere. Jetzt sah sie erst wo sie war: Ein weites Land mit grünen Wiesen, wie sie es noch nie zuvor gesehen hatte. Von fern hörte man die Brandung des Meeres.

Der Mann trug die Katze immer weiter durch das Land, bis sie an Hügel kamen, die mit Wald bewachsen waren. Am Waldrand stand einer, der leuchtete in einem wunderbaren Licht. Als sie an ihm vorbeikamen verneigte sich auch der Leuchtende vor ihnen. Und weiter gingen sie durch den Wald bis sie wieder ans Meer kamen. Da ging ein in allen Farben schimmernder Weg in den Himmel. Die Katze kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Und so trug der Mann die Katze auf diese Brücke, die leuchtete wie ein Regenbogen, in den Himmel und mitten ins Licht hinein.

weihnachtskrippe

Foto: © HMathes (hmathes)/ http://www.pixelio.de

Autor: Mike
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Katzenjammer
1, 2 November, 2009, 6:54
Gespeichert unter: Katzen

Wie ich schon an anderer Stelle erwähnt habe, steht Miezka auf Musik. Sie tut alles, um ihren jeweiligen Musikgeschmack kundzutun. Wirklich alles. Peinlichkeiten eingeschlossen.

An jenem Tag Anfang Dezember war ich wegen einer Routineimpfung mit Miezka abends noch beim Tierarzt. Dazu ist keine Transportbox notwendig. Ich habe eine dieser praktischen aufrollbaren Leinen. Ausserdem will Miezka in dem beginnenden weihnachtlichen Trubel sowieso lieber getragen werden.

Der Weg führt durch die Innenstadt, wo vor einigen Tagen der Weihnachtsmarkt begonnen hat. Nun bin ich ja nicht unbedingt ein Freund solcherart weihnachtlich kommerzialisierter Institutionen, aber ein Glas Glühwein könnte man sich ja schon zu Gemüte führen. Alles auf der Welt ist im Wachsen begriffen, warum sollten da die Preise für Glühwein eine Ausnahme machen? Ausserdem findet der weihnachtliche Menschenauflauf nur einmal im Jahr statt, also, was soll’s. Miezka auf dem Arm stelle ich mich an einem Glühweinstand an, die verwunderte Blicke meiner Mitmenschen ignorierend.

Es gibt hier auch einige Stehtische, um die sich das Weihnachtsvolk glühweinschlürfend versammelt. Miezka schaut aufmerksam in die Runde, lässt sich aber ansonsten nicht stören. Jetzt bin ich doch einigen Fragen ausgesetzt. „Ja, Katze an der Leine, wie kommt’s?“, und Ähnliches.

Während des beginnenden Gesprächs erklingt mit einem mal eine Melodie. Einige Meter weiter, neben dem Eingang zum Rathaus, hat sich einer mit einer Geige postiert und beginnt zu spielen. Der, ein Junge von etwa 12 Jahren, intoniert gerade „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Schnell bildet sich ein Kreis um ihn, zu dem ich ebenfalls gehöre. Weihnachtsstimmung eben. Der Junge spielt nicht gerade wie ein Stargeiger, aber doch so halbwegs passabel. Glaubte ich. Ergriffen lauschen wir alle den Tönen.

Eben setzt er zur zweiten Strophe an. Da ertönt von meinem Arm ein langgezogenes, lautes „Miauuuuuuu!!!!!!!!“ Einige Köpfe wenden sich mir zu. Der Geiger fährt in seiner Interpretation fort. „Miauuuuuuu!!!!!“ Will Miezka etwa runter vom Arm? Nein, sie macht keine Anstalten. „Miauuuuuuu!!!!!“ Unüberhörbar. Einige der Anwesenden beginnen jetzt verschämt zu grinsen. „Miauuuuuuu!!!!!“

Der Stehgeiger zeigt jetzt eine leichte Irritation. Er hat wohl nicht mit Begleitgesang gerechnet. „Miauuuuuuu!!!!!“ Das war eines zuviel! Einige Leute beginnen lauthals zu lachen.

Immer mehr falsche Töne kommen aus dem Saiteninstrument. Anstelle spiritueller Ergriffenheit macht sich nun allgemeine Heiterkeit unter den Zuhörern breit. Schliesslich bricht der Spieler seine Darbietung ab.

Kaum hat die musikalische Berieselung aufgehört, stellt auch Miezka ihre Kommentare ein. Der Junge packt seine Geige ein und verschindet mit hochrotem Kopf in der Menge. Er tut mir richtig leid, aber was kann ich tun? Jedenfalls hat Miezka die Lacher auf ihrer Seite.

In dem Gewühl kann ich mich dann auch fast unauffällig verdrücken. Miezka jedenfalls lässt sich bis heute durch nichts zu einer Übersetzung ihrer Äusserungen ins Deutsche überreden. Aber was soll’s? Wenn sie bei Dieter Bohlen nicht als Superstar durchgeht, dann vielleicht in seiner Jury.

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Foto: © Corrie (Judith Lisser-Meister) / pixelio

Autor: Mike
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