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Erst eins, dann zwei …
1, 17 Januar, 2008, 12:49
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So schnell kann’s gehen. Da haben wir seit knapp drei Wochen unsere Malamuten Balu und zack … hatten wir einen zweiten Hund. Heute Nachmittag war ich mit meiner Tochter und Balu draußen. Fünf Minuten von uns entfernt ist eine große Wiese umgeben von Wald und Feldern. Dort gehen wir nachmittags oft hin, um mit Balu zu üben.

Das klappt im Prinzip schon ganz gut, bis auf die Tatsache, dass auf dem Feld Zuckerrüben angebaut wurden. Und Balu liebt Zuckerrüben. Auch heute wieder habe ich das Thema mit ihm diskutiert, denn er bekommt Durchfall von den Rüben. Das muss ja nicht wirklich sein.
Nachdem wir geübt, gespielt und getobt hatten, machten wir uns auf den Heimweg.

Ein wenig skeptisch bin ich immer noch, was andere Hunde angeht. Balu wurde schon zweimal von größeren Hunden gebissen und das, obwohl er eigentlich noch Welpenschutz haben müsste.

Mein Hund ist eine Schisserbuchse. Wenn sich uns andere Hunde nähern, drückt er sich an meine Beine. Als wir zur Straße kamen (eine Sackkasse, die zu einem Reiterhof führt), sah ich plötzlich einen größeren Hund am Straßenrand. Er lief dort langsam umher. Einen Menschen sah ich nicht. „Der tut bestimmt nichts, der will nur spielen“ hoffte ich und ärgerte mich über Besitzer, die meilenweit vor oder hinter ihren Hunden herlaufen und darauf vertrauen, dass schon nichts passiert. Ich schaute und schaute, konnte aber niemanden entdecken. Jetzt wollte ich auch nicht stundenlang warten, bis der Dosenöffner des Hundes auftaucht, also fasste ich mir ein Herz und wir gingen weiter.
Der Hund, ein blonder, offensichtlich älterer Labrador, kam und entgegen, schnüffelte kurz an Balu – und gut.

Schön, dachte ich, dann können wir ja weitergehen. Immer noch war weit und breit niemand zu sehen, dem der Hund gehören könnte.
Wir gingen also weiter … Lisa, Balu, ich – und der fremde Hund. Er lief neben uns her, als müsse das so sein. Er ging mit uns über die Straße, blieb einfach bei uns.
Das ging natürlich nicht. Irgendjemanden gehörte dieser Hund, irgendjemand liebt ihn, vermisst ihn … oder? Der Hund hatte kein Halsband und somit keine Hundemarke, keine Adresse, keine Tassomarke …

Wir gingen zurück zur Wiese, aber da war keiner. Niemand rief verzweifelt: „Wauzi, Ben, Fido … komm her! Wo bist du?“
Also machten wir uns wieder auf den Heimweg. Ich hoffte insgeheim, der Hund würde abdrehen und nach Hause laufen, wo immer das auch sein möge. Er tat mir den Gefallen nicht, er blieb neben mir.
Nun ja, wir nahmen ihn also mit nach Hause. Jeden, den wir trafen, fragten wir, ob der Hund bekannt sei? Ob den jemand schon mal gesehen hätte? Hatte keiner.

Bei uns zu Hause angekommen, ging „Hund“ mit hinein als hätte er das schon tausendmal so gemacht.
Bisher hatte Balu nicht reagiert. Zu Hause war das anders. Es ist SEIN Zuhause, sein Haus, sein Fressnapf, seine Wasserschüssel.

Lisa musste mit „Hund“ im Flur warten und ich fütterte Balu. „Hund“ bekam auch zu trinken und ein Leckerli. Nachdem Balu gefressen hatte, durfte „Hund“ in die Küche. Er legte sich unter den Tisch … als ob er da schon immer gelegen hätte.

Ich rief das Tierheim an. Sie wollten nachschauen, ob ein Hund vermisst würde oder sie ein Tier kennen würden, auf das die Beschreibung passt und mich dann zurück rufen.

Ich wurde nervös – so sehr ich Balu liebe und nie wieder abgeben möchte – einen zweiten Hund wollte ich nicht. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass „Hund“ das anders sah.

Schließlich rief das Tierheim zurück. Wo genau hätte ich den Hund aufgegabelt? Ich erklärte es noch mal, verschwieg auch nicht, dass mein Eindruck war, der Hund hätte uns ausgewählt. Sie hatten keine Vermisstenmeldung. Plötzlich hakte der Mann noch mal nach: eine älterer, blonder Labrador? Das könnte doch der Hund vom Reitstallbesitzer sein … er würde da anrufen – und bevor ich nachfragen konnte, was ich denn mit dem Hund nun machen sollte, hatte er schon aufgelegt.

Eine Viertelstunde tat sich nichts. Bis auf die Tatsache, dass Balu zusehends ungeduldiger wurde: „Das ist doch meine Küche, mein Zuhause, mein Rudel … WAS will der Kerl hier?“
Um ehrlich zu sein hat mich die Reaktion meines Hundes gefreut, zeigt sie mir doch, dass er sich hier eingelebt hat, sich wohl fühlt, hier zuhause ist. Balu wurde eifersüchtig.

Endlich klingelte das Telefon, ein verstörter Hundebesitzer meldete sich. Ungläubig hörte er sich die ganze Geschichte zweimal an, ich dachte schon, er fragt nie nach unserer Adresse. Schließlich tat er das doch.

Erleichtert setzte ich mich auf den Boden, kraulte meinen Malamuten und hatte schon kurz darauf einen zweiten Hund neben mir liegen, der auch gestreichelt werden wollte.

So fand uns dann auch der Besitzer … „Enno“ („Hund“), wollte zuerst gar nicht aufstehen.
Der Labrador ist zwölf Jahre alt, lebt von klein auf dem Hof, ohne Halsband und Leine. Erst in den letzten Monaten hat er die Angewohnheit entwickelt wegzulaufen.

Nun weiß ich wie „Hund“ heißt und wohin er gehört. Sollte er mir wieder einmal begegnen und folgen, brauche ich das Tierheim nicht einschalten.

Ich habe als Dank eine Flasche Rotwein erhalten. Zu blöd, dass ich nur Weißwein trinke. Aber das kann man sicher demnächst klären, denn „Enno“, daran glaube ich fest, wird uns noch öfter folgen.

Autor: Ulrike Renk
ulli@autorenecke.de
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Balu oder wie ich auf den Hund kam
1, 3 Januar, 2008, 6:45
Gespeichert unter: Hunde

Es muss so etwas wie Schicksal geben, das weiß ich seit dem ersten Advent 2007 ganz genau. An diesem Tag war ein kleiner Weihnachtsmarkt im Dorint Hotel. Mein Verlag hatte dort einen Bücherstand und wir beschlossen hin zu fahren und uns den Stand anzusehen. Da es eine Sturmwarnung gegeben hatte, waren die Stände drinnen aufgebaut. Auch wenn es dadurch nicht sonderlich winterlich wirkte, war die Stimmung gut. Es gab Waffeln und Glühwein. Wir unterhielten uns mit verschiedenen Leuten und beobachteten das Treiben.

Eine junge Frau stand mit einem Hund im Eingang. Ein wunderschöner Hund, dachte ich. Husky-Mix oder so etwas. Vor einigen Jahren hatte ich eine Husky-Mix Dame namens Laura. Immer noch erinnerte ich mich wehmütig an die schöne Zeit mit dem Hund. Der Wunsch, wieder einen Hund in die Familie aufzunehmen, war im letzten Jahr gewachsen und eigentlich wollten wir das im Frühjahr in Angriff nehmen. Aber nun sollte alles anders werden.

Meine Tochter Lisa hatte den Hund auch entdeckt. Vorsichtig näherte sie sich der Frau und kam mit ihr ins Gespräch. Während ich weiter an meinem Glühwein nippte und mich mit verschiedenen Leuten unterhielt, fand Lisa heraus, dass sie und die Frau gemeinsame Bekannte hatten und dass der Hund abzugeben war. Lisa bestürmte mich mit der Frau zu reden. Ich sah mir den Hund noch einmal genauer an. Ein wirklich schönes Tier, aber schon recht groß. Ein Welpe konnte das nicht mehr sein. Schließlich ging ich hin. Der Hund schaute mich an und es war um mich geschehen.

„Balu“ ist Alaskan Malamute, zu dem Zeitpunkt war er gerade mal sieben Monate alt und er war tatsächlich abzugeben.

Wir fuhren nachdenklich nach Hause. Ein Hund und gerade so ein Hund bedeutet viel Zeit und Arbeit. Obwohl ich als Schriftstellerin meistens zu Hause arbeite, war es doch ein Schritt, der gut durchdacht sein sollte. Wir diskutierten, schrieben Für und Gegen Listen und überlegten. Aber eigentlich war die Entscheidung in unseren Herzen längst getroffen.
Nun galt es aber, mehr über ihn heraus zu finden. Warum sollte er abgegeben werden? Wo wohnte er jetzt? Wie waren dort die Bedingungen? Würde er sich hier in diesem turbulenten Haushalt wohl fühlen? Waren alle Familienmitglieder einverstanden? Ich war mit Hunden und Katzen groß geworden und auch die Kinder konnten sich noch an Laura erinnern, die leider nur zweieinhalb Jahre bei uns leben durfte.

Wir nahmen Kontakt mit der jungen Frau auf bei der Balu lebte. Sie erzählte mir, dass sie zwei Husky hätte, ihre Freundin sich im Sommer zwei Malamuten-Mädchen aus einer Privatzucht geholt habe. Und da wäre auch Balu gewesen, der Kleinste des Wurfes. Ein Mann hätte ihn sich geholt, aber schon am nächsten Tag wieder zurückgegeben. Angeblich war der Hund verhaltensauffällig.

Daraufhin habe sie mit ihrer Freundin zusammen beschlossen, Balu zu retten. Gerade rechtszeitig, denn er wurde kaum noch gefüttert und war stark verwurmt. Sie pflegten den kleinen Kerl gesund und päppelten ihn auf. Ein ganz liebes Tier, meinte sie, aber trotzdem wären ihr drei Hunde zu viel. Deshalb suchten sie ein Zuhause für ihn mit Menschen, die Erfahrung hätten.

Wir trafen uns eine Woche später auf der Hundewiese. Es regnete in Strömen und war eisig kalt. Das tat unserer Begeisterung aber keinen Abbruch. Diesmal ließ ich Balu nicht aus den Augen, studierte sein Verhalten. Verhaltensauffällig erschien er mir nicht, nur verspielt und sehr gesund.

Wir verabredeten, dass wir uns in der nächsten Woche wieder treffen würden. Die Besitzerin wollte dann mit ihrer Freundin unser Haus anschauen. Durch den Vorweihnachtstrubel zog sich dieser Besuch jedoch hin. Wir warteten sehnsüchtig, Balu war in unsere Gedanken und Herzen längst eingezogen. Auch Näpfe und Futter hatten wir schon besorgt.

Dann kam der Besuch. Ich war aufgeregt und nervös. Würden wir der Prüfung standhalten? Balu sah es gelassener, er schnupperte durch das Haus, sprang vergnügt durch den Garten und legte sich dann schließlich mitten in die Küche. Nur vor Donna, unserer Katze, hatte er Angst.

Es vergingen wieder ein paar Tage, doch dann kam die erlösende Nachricht, dass wir als geeignet erschienen. Noch einmal trafen wir uns auf der Hundewiese. Diesmal rief ich Balu und er lief sofort zu uns und begrüßte uns freudig. Es schien, als wüsste er, dass wir seine Familie werden sollten. Schon am nächsten Tag durfte ich ihn abholen. Seiner bisherigen Familie fiel der Abschied nicht leicht, aber wir vereinbarten, dass wir uns nach einer gewissen Kennenlernzeit alle wieder auf der Hundewiese treffen würden.

An diesem Tag, es war Donnerstag der 27. Dezember, hatte mein großer Sohn seinen achtzehnten Geburtstag. Als ich ankam, saßen ein paar Freunde und er in der Küche. Balu schnupperte aufgeregt, legte sich aber dann wieder in die Mitte, als wäre er das gewohnt.

Am ersten Abend ging ich stündlich mit ihm raus. Zu Anfang lief er nur neben mir her, löste sich nicht. Nach und nach aber gab sich das. Obwohl ein Malamute ein Schlittenhund und somit ein Zugtier ist, ging Balu brav an meiner Seite. Fahrradfahrer und andere Spaziergänger interessieren ihn nicht. Artgenossen sieht er eher skeptisch, aber das legt sich sicher noch.

Ein wenig unsicher war ich, wie die erste Nacht werden würde. Ich hatte seine Decke mitbekommen und legte sie in mein Schlafzimmer. Zweimal probierte er in mein Bett zu springen, aber ich machte ihm deutlich, dass dies nicht gewünscht war. Er fügte sich schnell, legte sich nieder und schlief friedlich.

Jetzt haben wir Balu seit einer Woche und jeden Tag gewöhnen wir uns ein wenig besser aneinander. Er folgt mir auf Schritt und Tritt, liegt in meinem Arbeitszimmer und träumt, während ich schreibe. Haben wir Besuch, so begrüßt er alle und legt sich dann zu unseren Füßen.

Er liebt es, mit den Kindern im Garten zu toben, lässt sich kraulen und streicheln, fühlt sich am wohlsten, wenn er überall dabei sein darf.

Natürlich hat sich unser Tagesablauf verändert. Ein solcher Hund braucht Auslauf. In fünf Minuten sind wir auf den Feldern und im Wald. Ich muss gestehen, mir machen die Runden großen Spaß. Es ist eine Freude, wieder einen Hund zu haben und ich hoffe, wir dürfen uns noch lange an ihm erfreuen.

Autor: Ulrike Renk
ulli@autorenecke.de
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Mein bester Freund
1, 30 November, 2007, 8:34
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Ich möchte euch erzählen von meinem besten Freund. Er holte mich mit 8 Wochen von einem Bauerhof. Ich wollte dort nicht weg, dort waren meine Geschwister und meine Mutter, die sich immer liebevoll um uns gekümmert hat. Von meinem Vater weiß ich nicht sehr viel, nur dass meine Mutter sich immer heimlich mit ihm traf.

Meine Mutter sagte mir, dass dieser Mann, der mich mitnehmen will, einmal mein bester Freund sein würde und dass ich ihm vertrauen solle, denn er würde für mich sorgen, und mich beschützen. Eine Wahl hatte ich eh nicht. Er nahm mich einfach mit. Ich hatte große Angst vor diesem neuen Leben und vor meinen besten Freund.

Die ersten vier Jahre lebte ich mit meinem besten Freund alleine. Wenn er zur Arbeit ging, blieb ich brav zu Hause. Manchmal war das echt sehr lange, aber was macht man nicht alles für seinen besten Freund? Wenn er dann heimkam, freuten wir uns beide, und er ging dann erstmal mit mir spazieren. Das waren sehr schöne Spaziergänge. Ich durfte tun und lassen was ich wollte, mein bester Freund erlaubte mir alles.

Ja, doch, ich liebte ihn sehr.

Eines Tages kam dann diese Frau mit nach Hause. Mein bester Freund beachtete mich kaum noch, und ich zog mich auch etwas zurück, denn ich wurde nur noch weggeschickt. Auf einmal machte ich alles falsch. Damals verstand ich nicht was passiert war.

Nach einer Weile zogen wir um, zusammen mit dieser Frau, in ein schönes Haus mit Garten. Der Garten wurde mein neues Zuhause. Zwar wollte das mein bester Freund nicht, und es gab einen riesigen Krach, aber die Frau meinte, dass ich dort am besten aufgehoben sei. Ich bekam sogar eine Hundehütte.

Ich war sehr einsam, ich sehnte mich nach meinem besten Freund. Schöne Spaziergänge gab es kaum noch, und wenn dann nur sonntags, mit ihr. Mein bester Freund und diese Frau bekamen ein Kind. Ich sah es nur durch die Scheibe. Bald folgte ein zweites. Hin und wieder durfte ich mal dran schnüffeln. Wenn die Frau meines besten Freundes aber meinte, dass es genug sei, dann musste ich ihn meine Hütte gehen. Ich verstand das nicht. Warum trennte mein bester Freund immer das Rudel, das ich doch liebte, von mir?

Irgendwann wurde ich krank, der Schmerz in meinem Herzen war so tief, dass ich sterben wollte. Mir war alles egal geworden. Mittlerweile spielten die beiden Kinder schon allein im Garten. Wie die Zeit doch vergeht! Ab und zu durften sie mich streicheln. Eines dieser Kinder tat es auch ohne Erlaubnis ,was ich immer sehr genoss.

Mein bester Freund ging mit mir zum Tierarzt und ließ mich untersuchen. Der Tierarzt sagte ihm, dass ich zwar alt sei, aber dennoch gesund. Er solle mich wieder ins Haus holen und sich mehr mit mir beschäftigen, mich motivieren.

Ich war begeistert. Doch die Frau meines besten Freundes sah das ganz anders. Sie wollte ausziehen wenn ich ins Haus ziehe. Ich fand das toll: endlich nur wieder wir beide. So dachte ich.

Irgendwann kam mein bester Freund zu mir und sagte mir, dass ich nicht ins Haus dürfte und das er da nichts machen könnte, auch wenn er so gern würde. Er kraulte mich so wie schon lange nicht mehr. Ich war einfach nur glücklich, ich hätte ihm alles verziehen.

Von Stund an herschte nur noch Streit im Hause. Es ging um mich. Ich verstand es nicht. Ich war doch immer für meinen besten Freund da. Wenn es ihm schlecht ging, dann lag ich ihm zu Füssen, wenn er Liebeskummer hatte, dann weinte er sich bei mir aus. Alles lies ich aus Liebe zu ihm über mich ergehen. Was hab ich denn nur falsch gemacht?

Es ist wohl diese Frau, die mich von Anfang an nicht mochte. Dabei hab ich so oft versucht freundlich zu ihr zu sein,doch sie winkte immer ab. Warum nur?

Tags drauf kam mein bester Freund wieder zu mir. Er streichelte mich und weinte. Er drückte mich und hielt mich ganz fest und sagte mir, dass wir einen Spaziergang zum Tierarzt machen würden. Da wusste ich,d as würde unser letzter Spaziergang werden.

An diesem Tag musste ich sterben, weil mein bester Freund keinen anderen Ausweg sah.

Ich hoffe nur, diese Frau ist es wert, einen so guten Freund zu verlieren. Böse bin ich nicht, nur enttäuscht. Ich weiß jetzt, dass meine Mutter Unrecht hatte.

Du hast mich auch nicht umgebracht, nur erlöst. So wie es ein guter Freund machen sollte. Für die ersten vier Jahre danke ich dir, aber nicht für das Leid, was du mir danach angetan hast. Darüber bin ich einfach nur traurig.

Doch ich will nicht undankbar sein. Anderen Hunden geht es noch viel schlechter. Da hatte ich doch Glück, bei dir zu sein, …. glaube ich.

Verzeih mir, dass ich nicht perfekt war, aber wenn ich jetzt mal ehrlich seien darf: Du warst es auch nicht. Trotz alledem: Ich liebe dich, du mein bester Freund!

Autor: Samira Ferretti
samira_ferretti@yahoo.de

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Auf Streifzügen mit Quinze
1, 20 November, 2007, 6:51
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Ich bin der beste Freund und Kamerad von Actaeon. Deshalb darf ich ihn fast immer auf seinen Streifzügen durch die Natur begleiten. Das ist eine große Freude für mich und sehr aufregend. Es ist sicher interessant, einmal zu erfahren was ich dabei alles erlebt und auch gelernt habe.

(Die Bilder mit der schwarzen Leiste unten anklicken, dann werden sie größer)
Das aber bin ich noch nicht. Es ist zur Erinnerung an meine Vorgängerin Freia vom Klosterwald, eine Deutsch-Drahthaarhündin. Alles was sich Actaeon von einem guten Freund und Kamerad wünscht, hat ihn Freia geschenkt. Nach vierzehn Jahren hat sie ihn für immer verlassen, sie wird unvergessen bleiben.

So bin ich nun, Asta vom Wodanshof, auch eine Deutsch-Drahthaarhündin, der ständige Begleiter und Kumpan von Actaeon. Gerufen werde ich aber Quinze.

Diese Erziehungsmethode war bei mir nicht nötig. Aber Actaeon hatte damals sicher noch nicht so viel Erfahrung. Bobby war ja auch sein allererster Hund.

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So ganz ohne Strenge geht es aber auch nicht das sehe ich ja ein. Auf unseren ersten gemeinsamen Streifzügen, habe ich meine Erkundungen oft weit ausgedehnt. Dann rief und pfiff mein Gefährte, aus weiter Ferne, aber alles unverständlich für mich. Es weckte zwar meine Neugier, aber nur kurz. Dann setzte ich unbekümmert meinen Ausflug fort. Das sollte sich aber bald rächen. Ein Halsband bekam ich umgelegt mit einer langen Leine daran. Damit hatten meine nicht genehmigten weiten Ausflüge nun ein Ende. Denn sobald ein Doppelpfiff ertönte, wurde ich auch gleich kräftig am Halsband zurückgezogen.

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Als kluger Hund aber habe ich bald gelernt, wenn dieser Doppelpfiff ertönt muß ich sofort alles stehen und liegen lassen. Schon beim ersten Pfiff mache ich mich in großer Eile auf den Weg zu meinen Gefährten, um meinen Gehorsam zu zeigen. Na ja, nicht immer, aber oft.

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Bis in den letzten kleinsten Winkel von Hof und Garten, habe ich unzählige Male alles schon überprüft. So ist der Aufenthalt hier auch meistens sehr langweilig. Für jede Aufgabe die ich bekomme, bin ich deshalb dankbar. Ostern darf ich z.B. das Körbchen mit den im Garten gefundenen Eiern tragen. Das macht mir viel Spaß, denn ich habe große “Bringfreude”. Doch wenn ich das leere Körbchen aufnehmen will, muß ich gut auf Fridolin den Hahn aufpassen. Er hat was dagegen und ist auch sehr mutig.

Aber es wäre ja gelacht, wenn ein Deutsch-Drahthaar sich von einen kleinen Hahn einschüchtern läßt. Doch ist Vorsicht geboten, den er folgt mir immer noch einige Meter, manchmal auch mit Verstärkung. Schön ist er ja der Fridolin, deshalb hat er auch mehrere Frauen.

Einmal mußte ich mich in den umzäunten Auslauf eines Igels legen. Er sollte, wenn seine Verletzung ausgeheilt war, später wieder freigelassen werden. Meine Aufgabe war nun wohl, das lange beobachten lernen, ohne ihn zu belästigen. Ein blöder Befehl bei soviel Stacheln. Im Gegenteil, ich mußte aufpassen das er mir nicht zu nahe kam und war froh, als er wieder im Häuschen verschwand.

Heute Morgen bin ich wieder sehr spät. Alle meine Freunde sind schon bei der Arbeit. Joschi, der Haflinger, hinten links. Für längere Zeit hat er jetzt seinen Bruder Midas zu Besuch. Diggi, der kleine Grimbart, wie immer in den frühen Morgenstunden nach Regenwürmern grabend. Und Paulchen mit Henne Calota, wie so oft in angespanntem “Morgengespräch”.

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Freund Joschi begleite ich oft auf seinen weiten Waldtouren. Doch das behagt mir gar nicht, denn ich muß dabei stets in seiner Nähe bleiben. Auf der Weide, im Sommer wie im Winter, besuche ich ihn aber gern. Er scheint sich darüber auch zu freuen, denn er liebkost mich dann. Natürlich auf Haflingerart und die kann manchmal recht heftig sein.

Diggi kenne ich schon, als sie noch ganz klein war und die Augen zu hatte. Wir vertragen uns sehr gut und kämpfen oft auch friedlich um irgend ein Spielzeug. Sie ist aber auch aufdringlich und nimmt keine Rücksicht wenn ich mal ruhen möchte. Irgend etwas findet sie an mir immer interessant. Gern steckt sie ihre Nase in meine Ohren, vielleicht sind die ja auch nicht so sauber. Wenn Diggi erwachsen ist, kommt sie wieder in den Wald um dort zu leben, wie sich das für einen Dachs auch gehört.

Und das nun ist Paulchen, mein allerbester Freund. Wir sehen uns leider nicht immer, deshalb ist es eine besondere Freude, wenn wir uns wieder einmal treffen. Jeder will dann erstmal zeigen, das er stärker geworden ist. Auf den Ausflügen veranstalten wir oft auch kleine Wettbewerbe, besonders gern im Wasser. Hier mußte jeder sein Stöckchen im Wasser suchen und es wieder ans Ufer bringen. Ich war hier wohl der Erste. Manchmal fahren wir auch gemeinsam in die Berge oder ans Meer.

Die aufregensten Erlebnisse aber, habe ich mit Actaeon, meinen Gefährten und Kamerad auf unseren gemeinsamen Wanderungen und Beobachtungen. Dort darf ich mich auch meiner großen Leidenschaft dem Mäusefang widmen. Sicher ist das eines echten Jagdhundes nicht würdig, aber es ist spannend doch auch mit viel Arbeit verbunden. In einem Erdloch riecht es stark nach Maus. Schnell reiße ich die Grasbüschel mit Erde heraus und grabe den darunter liegenden Mäusegang auf. Der geht machmal ganz schön in die Tiefe. Das kann schon anstrengend sein.

Nanu, eben hatte ich doch den Mausgeruch noch in der Nase, jetzt aber nicht mehr. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt eben erstmal zu graben. Das hat die Maus ausgenutzt und heimlich ihre Höhle durch einen anderen Erdgang schnell verlassen. Ärgerlich nach soviel Anstrengung. Aber es gibt ja noch viele, viele andere kleine Erdhöhlen, wo Feldmäuse zu Hause sind.

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Vieles habe ich schon gelernt, was ein Jagdhund wissen sollte. Ganz wichtig ist auch liegen bleiben an einem Platz, den mein Gefährte bestimmt hat. Auf ein Kleidungsstück von ihm muß ich mich auf sein Kommando”bleib” hinlegen. Dann verschwindet er, ohne das ich ihn noch sehe und das bei Tag oder auch bei Nacht. Erst wenn er wiederkommt und mir den Befehl gibt, darf ich den Platz dann verlassen. Fast drei Stunden habe ich mal auf ihn warten müssen. Da hat er mich sehr gelobt.

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Immer wieder haben wir Rehe stundenlang beobachtet. Dabei hat Actaeon mit mir leise geflüstert und mich viel gelobt, wenn ich still liegen geblieben bin. So weiß ich jetzt, das ich zu ihnen friedlich sein muß, sie nicht hetzen und stören darf. Wechseln Rehe nur wenige Meter vor mir über meinen Weg, bleibe ich unaufgefordert stehen und beobachte nur, bis sie verschwunden sind. Für diese gute Erziehung bin ich meinen Gefährten sehr dankbar.

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Von einer besonderen Tat muß ich auch erzählen. Nach langer Wanderung hatten wir am Waldrand, für eine Brotzeit Rast gemacht. Wie immer war ich als Erster fertigund stöberte nun suchend durch die Wiese. Plötzlich in der Nähe ein leises Geräusch, aber nichts war zu riechen. Vorsichtig noch einige Schritte näher. Da sah ich zwischen den hohen Gräsern ein Tier, das ich noch nicht kannte. Meine Nase bekam auch keine Witterung davon. (Rehkitze haben noch keinen Eigengeruch. Es ist ein Schutz gegenüber Beutegreifern) . Aber am Boden und an den Halmen roch es nach Reh und der Geruch war mir ja vertraut.

Eine kurze Zeit beobachtete ich das Tier. Dann lief ich wieder zu meinen Gefährten, der noch ruhend unter den Bäumen lag. Ich aber fand keine Ruhe, war aufgeregt und neugierig über meine Entdeckung. Mehrmals lief ich zwischen dem Tier und meinen Gefährten hin und her. In der Wiese war schon ein richtiger kleiner Pfad entstanden. Das fiel meinem Kamerad nun aber auf und er begleitete mich. Dort hat er viel mit mir gesprochen, mir über den Kopf gestreichelt und ich durfte aus dem Rucksack ein Leckerbissen nehmen, den ich nur bei besonderen Leistungen bekomme. Er steckte dann an dem Fundort etwas abseits, zwei lange Äste in die Erde die weit über das Gras hinausragten. Ein Hinweis für den Landwirt der vielleicht noch heut oder morgen die Wiese mähen würde. Gleich nach unserer Wanderung fuhren wir zu ihm hin. Auch von ihm bekam ich viel Lob und dazu ein paar kräftige Klapse auf meinen Hintern. Lieber war mir aber das Stück Fleischwurst, die ich von seiner Frau gern entgegennahm. Am folgenden Nachmittag war die Wiese bis auf das markierte Wiesenstück gemäht und das Rehkitz lag gesund und munter noch mitten drin.

Aber an ihn, werde ich mich wohl nie gewöhnen. Oft sind wir ihm schon begegnet. Auf Waldwegen in frühen Morgenstunden und beim mäuseln auf gemähten Wiesen. Und am Familienleben haben wir schon an manchen Bau, als heimliche Beobachter, teilgenommen. Dabei zittert mein ganzer Körper aber vor Aufregung. Mein Kamerad versucht mich zu beruhigen, doch es hilft nichts, die Anspannung bleibt riesengroß. Vielleicht ist das ja mein großer Ärger, das selbst die Jungfüchse schon so einen schönen buschigen Schwanz haben. Bei mir aber, nach dem unnötigen kopieren als ich ganz klein war, nur noch ein Stummel übrig ist. Aber wehe ich bekomme einen Rotrock allein zu Gesicht, dann erwacht meine angeborene Jagdleidenschaft und ich hefte mich an seine Fersen. Den Doppelpfiff meines Gefährten höre ich nicht, oder will ihn nicht hören. Doch keine hundert Meter, dann gebe ich die Verfolgung auf. Das sieht auch so aus, als ob ich den Doppelpfiff zu spät gehört habe. Aber ich weiß, dass ich den flinken Fuchs niemals einholen kann.

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Doch es gibt nicht nur spannende, sondern auch trostlose Tage für mich. Man sieht es mir auch an. Dazu gehört die Heuernte im Garten. Keiner hat Zeit für mich, nicht mal zum spielen. Das Heu muß mehrmals gewendet werden. Freude nur für Fridolin mit Anhang. Sie müssen jetzt nicht mehr scharren, sondern finden einfach durch herumlaufen genügend zum aufpicken. Diggi läßt mich auch links liegen. Eigentlich verständlich, spielt sie doch lieber mit ihren neuen kleinen Artgenossen. Polizei fand ihn im April auf einer Straße, irgendwo an der Mosel. Es ist Bilbo, ein Bub. Und das Heu muß ja nun auch noch eingetragen werden. Eine wohl uralte Transportart. Aber sie zeigt mir, das mein Gefährte nicht nur kommandieren sondern manchmal auch arbeiten kann.

Auch was sich über meinem Gartenrevier so tut, macht mich manchmal neugierig. Schon ein paar Jahre lebt ein Elsternpaar hier. Jetzt im März beginnen sie bereits mit Neubau oder Ausbesserungsarbeiten ihrer Nester. Lange Ästchen werden dazu heran geschafft. Wenn die Tage wärmer werden, nimmt auch Kater Krischa seinen, durch das Schneegitter gesicherten Ruheplatz auf dem Heubodendach wieder ein. Mit den Elstern gibt es nur Ärger, wenn sie mir mein im Hof abgestelltes Futter stibitzen. Sonst leben wir recht friedlich miteinander.

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Wie in jedem Jahr hat die Rauchschwälbin wieder fünf Eier in ihr Kunstnest gelegt. Das hängt in Joschis Stall unter der Decke. Doch eines Tages große Aufregung im Forsthaus. Die Elster kam aus dem Stall und im Nest lagen nur noch vier Eier. Manchmal holt sie ja kleine Vogelkinder aus den Nestern im Garten um sie zu verspeisen. Das sie sich aber auch an unserem Rauchschwalbennest vergreift, haben wir noch nicht erlebt. Es mußte also ganz schnell etwas geschehen, denn die jungen Rauchschwälbchen waren bereits geschlüpft. Ich wurde also kurzfristig zur Stallwache, mit dem Komando “bleib” an der Stalltür abgelegt. In derZwischenzeit bereitete mein Gefährte irgend etwas zum Schutz der Schwälbchen vor. Diggi war wohl verwundert über meinen ungewöhnlich langen Ruheplatz und kontrollierte mehrmals ob ich noch da war. Erst in der Dunkelheit verschwand sie, wie jeden Abend drüben im Wald. Dann kam auch Joschi von der Weide und übernahm meine Aufgabe. Doch da gab es nicht mehr viel zu tun, denn die Elstern schliefen jetzt. Am nächsten Morgen, wie immer, mein erster Weg in den Stall zu Joschi. Er war aber längst schon draußen auf der Weide. Dafür sah ich plötzlich eine fürchterliche, unbekannte Gestalt in der einen Stallecke. So schnell habe ich noch nie den Stall verlassen. Erst draußen fand ich Mut, den Fremden mit drohendem bellen einzuschüchtern. Doch bald hatte ich mich an ihn gewöhnt und nahm, wie auch die fütternden Schwalbeneltern, keine Notiz mehr von ihm. Wenn schon ein sonst mutiger Jagdhund durch so etwas erschreckt, wie wird es dann erst der Elster ergehen?

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Noch am gleichen Tag vormittags, flog sie die Stalltür wieder an. Kehrte aber sofort wieder um und verschwand im Garten. Lange Zeit ließ sie sich im Hof auch nicht mehr sehen. Ein Lob diesmal meinen Gefährten, für die Idee dieser Elsterscheuche, auch wenn sie mir kurz einen gehörigen Schreck einjagde. Die vier Rauchschwälbchen wuchsen nun ohne Gefahr heran. Im nächsten Jahr werde ich keine Stallwache mehr schieben müssen.

Im Sommer sind wir viel am großen Waldteich. Den ganzen Tag könnte ich mich dort aufhalten, denn ich bin eine leidenschaftliche”Wasserratte”. Erst langes beobachten ob sich irgendwo im Wasser etwas bewegt. Selbst die großen Wasserläufer wecken meine Aufmerksamkeit. Doch da zieht ein kleiner Schwarm von Fischen. Meine Spannung steigt, zum Sprung bereit. Und jetzt, der springende Fisch nach einem Insekt und schon bin ich mit weitem Satz unterwegs.

Keine perfekte Landung, nur ein lauter Bauchklatscher. Es ist unangenehm, aber ein Drahthaar spürt kein Schmerz. Nichts ist mehr zu sehen von mir, ich gehe langsam unter. Doch nicht so tief, denn schon taucht der Kopf wieder auf.

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Natürlich ist der Fisch längst verschwunden. Doch einmal im Wasser, schwimme ich nun ruhig durch den ganzen Teich, hin und her, zweimal hundert Meter. Gefangen habe ich auch noch nichts im Wasser. Nur einmal kam ich zu einem Erdkrötenweibchen. Es tauchte auch nicht ab, als ich näher kam. Mein Gefährte sah das vom Ufer und gab mir den Befehl “bring”. Es kostete mich aber einige Überwindung das schleimige, kalte Etwas ins Maul zu nehmen. Erst als ich nochmals aufgefordert wurde zu bringen, nahm ich es, ohne zuzubeißen vorsichtig ins Maul und schwamm ans Ufer. Die Kröte lebte noch, war aber schon sehr geschwächt. Eine Schmeißfliegenart hatte ihre Eier in ihren Nasenlöchern abgelegt. Die geschlüpften Larven waren nun dabei, alles um sie herum aufzufressen. Ein qualvolles, langsames Sterben für das Krötenweibchen. Mein Kamerad erlöste sie davon. Ich aber wurde wieder sehr gelobt.

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Auch beim schwimmen macht es mir immer wieder große Freude etwas mit zubringen. Das machen alle meine Artgenossen gern. Deshalb ist der Deutsch-Drahthaar unter den Jägern auch so beliebt. Bei der Entenjagd holen sie die geschossenen Enten schnell und sicher aus dem Wasser. Da mein Kamerad nun aber kein Jäger ist, muß ich mich mit dem zufrieden geben, was ich beim schwimmen gerade finde. Es muß auch keine Jagdbeute sein. Eine Schwimmrunde ist abgeschlossen und schon stehe ich wieder erwartungsvoll am Ufer. Mein Stummelschwänzchen ist vor Spannung immer in Bewegung und schüttelt dabei auch die letzten Wassertropfen ab.

(

Nicht immer kann ich aber meinen eigenen Interessen nachgehen. Meinen Kameraden helfe ich auch, bei der Suche nach seinen Dachsen. Er zieht kleine Grimbärte auf, die keine Eltern mehr haben. Wenn die ausgewachsen sind, leben sie wieder draußen im Wald, ganz frei. Meine Aufgabe ist nun, die Erdbaue zu finden die sie sich selbst gesucht haben. Fast alle erkenne ich an ihrem Geruch und mit manchen hatte ich auch Freundschaft geschlossen als sie noch im Forsthaus lebten. Habe ich einen Bau entdeckt, in dem ein bekannter Dachs von mir steckt, teile ich das meinen Gefährten durch winseln mit.Viele Baue muß ich prüfen. Die meisten sind leer oder es sitzt ein Wilddachs drin, der mich aber nicht interessiert. Oft wechseln die Dachse auch ihre Baue. Heute schlafen sie mal hier und morgen ganz wo anders. Es ist schon eine recht anstrengende Sucharbeit für mich. Im Winter ist das einfach. Denn da bleiben sie viele Wochen im selben Bau um dort ihre Winterruhe zu halten.

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Wenn viel Schnee liegt, darf ich nicht mehr so oft frei herumstöbern. Mein Freund gibt mir deshalb den Befehl “Fuß”. Gehorsam begleite ich ihn dann auf den Streifzügen nur noch an seiner Seite gehend. Denn viele große und kleine Waldbewohner haben es jetzt sehr schwer, noch genügend Nahrung zu finden. Deshalb dürfen sie, besonders jetzt, auch nicht gestört werden. Leise sind wir unterwegs, doch der Winterwald ist sehr hellhörig. Gesehen hat uns das Reh noch nicht, aber unsere Schritte im Schnee hat es längst wahrgenommen.

Zwölf Schlaf- und Ruheplätze habe ich zur Auswahl. Die drei die ich bevorzuge, sind aber auch anderweitig sehr beliebt. Da ist das Rondell. Extra für mich einen Jagdhund, mit Beutemotiven. Aber nein, auch Diggi wenn die Haustür offen, beansprucht ihren Platz. Doch der reicht, wenn es bequem sein soll, gerade mal für mich. Gern liege ich auch etwas höher. Man hat so den besseren Überblick durch den ganzen Raum. Doch in den Abendstunden ist der Sessel meistens schon besetzt. Den ruhigsten und angenehmsten Schlaf aber, ohne große störende Nebengeräusche, finde ich oben im Haus. Ich kenne zwar keine Hundehütte, doch habe ich dann immer das Gefühl, in einer ganz exklusiven, großräumigen zu liegen. Nur gelingt mir das, wenn alle Türen offen und ich heimlich nach oben verschwinde. Das ist leider aber sehr selten.

Auch mir tut es mal gut, etwas anderes zu sehen und nicht ständig im selben Wald herumlaufen zu müssen. Zwar finde ich nicht überall, wie hier am Ostseestrand, trotz langen Grabens, meine geliebten Mäuse. Dafür aber gibt es viel viel Wasser und ganz anders als in meinem ruhigen Waldteich. Was für ein Spaß, gegen die stürmischen Wellen zu laufen und sich den kräftigen Seewind unter die Ohren blasen zu lassen.

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Und dann die Berge. Von ihnen ist Actaeon sehr begeistert und wandert hier auch am allerliebsten. Das aber kann ich von mir nicht sagen. Denn wenn wir den langen steilen Felspfaden folgen, darf ich nie so frei laufen wie ich gern möchte. Und bei einer Rast, wird mir auch das weite herumstöbern im nahen Wald immer verboten.

Und doch bin ich nach unseren Wanderungen, die meist den ganzen Tag dauern, oftmals todmüde. Sicher hängt das auch mit den vielen Steinen und den Fels zusammen, die meine Pfoten ja nicht so gewöhnt sind.

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Nun, es gibt aber auch ruhige, gemütliche Stunden für mich, besonders im Winter. Dann finde ich mal Zeit, mich allein mit mir zu beschäftigen. Auch mit Paulchen treffe ich mich nun häufiger. Nur die gemeinsamen Spaziergänge, jetzt an den Leinen, machen keine rechte Freude. Doch nach dem Nachmittagskaffee, erwartet uns immer ein besonderer Leckerbissen. Erwartungsvoll, was heut wohl in unseren Näpfchen liegt, wenn man uns gleich in die Küche rufen wird.

Das waren nun einige meiner Abenteuer die ich gemeinsam mit Actaeon erleben durfte. Aufregende und glückliche Stunden für mich, mit einem ganz tollen, aber wenn es sein muß auch strengen Kamerad und Kumpan. So ein erfülltes Hundeleben wünsche ich gleichermaßen allen meinen großen und kleinen Artgenossen.

Autor: Actaeon
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Die Prüfung
1, 24 Oktober, 2007, 12:41
Gespeichert unter: Hunde

Es ist schon nicht einfach, einen Jagdhund auszubilden. Manch strengem Richter rast der Puls, wenn er selbst als Hundeführer beim Derby oder Solms antreten muss. Nicht anders ergeht es den blutigen Anfängern, den Erstlingsführern. Die Richter geben sich zwar alle Mühe, dem Gespann zu helfen und beruhigend auf es einzuwirken, aber…

Aber, wenn da die verflixten Hasen nicht gewesen wären. “Falls ein Hase aufgeht und ihr Hund ihn hetzt, dann lassen Sie ihn ruhig hinterher, der kommt schon wieder”, so hieß es beruhigend von den Richtern beim Derby. “Sie können die Hündin ja ohnehin nicht halten”.

Es kam, wie es unglücklicher nicht kommen konnte. Die erste Suche, eine Minute nach dem Ansetzen, und der erste Hase steht direkt vor dem Hund auf. An ein Halten ist in der Tat nicht zu denken. Nun heißt es warten. “Der kommt schon wieder”, haben die Richter gesagt. Eine viertel Stunde vergeht, eine halbe, eine ganze Stunde. Aus Verärgerung wird Unruhe, aus Unruhe heiße Angst. Die Umgebung wird abgesucht. Ein Volkswandertag findet direkt über dem Hügel statt. Aber auch dort hat keiner den Hund gesehen.

Am späten Nachmittag sitzen alle im Suchenlokal. Lara ist immer noch abgängig. Im Geiste malen sich alle aus, was schlimmstenfalls passiert sein könnte. zu viele haben schon einen Hund verloren oder erlebt, dass dies einem Jagdfreund zugestoßen ist.

“Ja, die vielen Autos und Straßen heute!” Endlich kommt einer auf eine Idee: “Hast Du schon im Tierheim nachgefragt?” Das Tierheim, es ist gut eine halbe Fahrstunde entfernt vom Prüfungsort. Sollte der Hund etwa dort abgegeben worden sein? Tatsächlich! “Ja, eine Deutsch-Kurzhaar-Hündin ist schon seit heute morgen um 10 Uhr bei uns. Spaziergänger haben sie bei uns abgegeben”.

Gerade einmal dreihundert Meter vom Prüfungsort entfernt, direkt hinter dem Hügel, wenige Minuten nach dem Anfang der Hetze, hatten Spaziergänger mit ihrem Rüden die arme, herrenlose, und vielleicht ausgesetzte Hündin eingefangen, angeleint, und ins Tierheim gebracht - nachdem der Rüde die Hündin noch vergewaltigt hatte. Seither hasste Lara Rüden!

Im Prüfungszeugnis Derby steht jetzt: “Die Hündin hat sich der Prüfung bis zum Ende entzogen”. Was störte es die überglückliche Besitzerin, die ihren Hund wiedergefunden hatte!!

In der Woche drauf traten wir wieder beim Derby an. Die erste Suche, gleich zeigt die Hündin ein Fasanengeläuf an, steht vor, zieht nach. Die wenigen Hasen an diesem Tag gingen schon von weitem auf und wurden ignoriert. Am Ende des Tages durfte Lara als Suchensiegerin die Heimfahrt antreten. Ja, so ist das mit einem jungen Hund! So ist es mit dem Glück, das mein bei Prüfungen und bei der Jagd eben auch haben muss.

Seither ist so manches Jahr vergangen, und so manche Prüfung wurde noch bestanden. Sogar einmal Suchensieger bei der VGP war dabei. Lara wurde Mutter und mehrfache Großmutter. Sie wurde alt und abgeklärt. Einem Hasen hinterher zu gehen, den man ohnehin nicht bekam - das war dann unter ihrer Würde. Allenfalls mal fünfzig Meter, nur so zum Spaß …

Ansonsten liebte Lara ein warmes Plätzchen, an dem sie von vergangenen Jagdfreuden träumen konnte.

Im Mai 2004 schickten wir Lara mit über 14 Jahren über die Regenbogenbrücke in einer relativ guten Phase, um ihr weiteres Leiden zu ersparen. Sie hinterließ uns ihren Sohn Astor von der Himmelsleiter, unseren Rocky. Wir hofften, er würde uns genauso lange erhalten bleiben, wie seine Mutter. Aber schon nach 10 Monaten folgte er seiner Mutter, wenige Tage vor seinem 12. Geburtstag. Bis zuletzt hatte er sich liebevoll um Donner von der Himmelsleiter, den wenige Monate alten Welpen gekümmert, der nun sein Erbe angetreten hat.

Ingeborg Völker-Engler
ingeborg-voelker-engler@web.de

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Donner von der Himmelsleiter
1, 24 Oktober, 2007, 12:39
Gespeichert unter: Hunde

Wenn ich nach Hundegeschichten suche, finde ich meistens nur traurige Geschichten. Geschichten von ausgesetzten, überfahrenen, misshandelten Hunden.

Aber gibt es nicht auch die anderen, die geliebten, die behüteten Hunde?

Deshalb entschließe ich mich jedes Jahr aufs Neue, von diesen Hunden zu schreiben. Heute von meinem Deutsch-Kurzhaar-Rüden Donner von der Himmelsleiter alias Don.

Es begann alles mit der Geburt. Anstatt der erwünschten Hündinnen hatte meine Riecke erneut zehn Rüden und nur zwei Hündinnen zur Welt gebracht. Einer, der schwächste im Wurf, was Donner. Weil er so klein und schwach war, so sind wir Menschen eben, genoss er meine bevorzugte Behandlung. Die beste Zitze wurde freigehalten, damit auch dieser Kleine halbwegs genug Milch bekam.

Später durfte er öfter als alle anderen auf meinem Schoß liegen und ich dachte, wenn ich einen Welpen behalten könnte, dann diesen. Merkwürdigerweise verliebte sich jeder von unseren Freunden ausgerechnet in diesen Welpen. Aber sowohl für meinen Mann als auch für mich war klar, ein vierter Hund sollte nicht ins Haus kommen, und schon gar kein Rüde zu meinem relativ unverträglichen Rocky.

Also wurde Donner, wie alle seine Geschwister, verkauft.

Wenige Tage später mussten wir ganz unerwartet unsere alte Hündin, Hera vom Leinachtal, über die Regenbogenbrücke schicken. Auf einmal war es gespenstisch ruhig um uns geworden.

Zwei Tage später klingelte das Telefon. Zwei tränenerstickte Stimmen der jungen Käufer teilten uns mit, dass sie mit dem Welpen völlig überfordert seien. So kam Don zu uns zurück. Er war halb verhungert, sehr aggressiv und zugleich ängstlich, mit einem ganz gelben Fell.
Wir erkannten unseren Welpen kaum wieder.

Zu unserem großen Erstaunen, reagierte unser alter Rüde höchst nachsichtsvoll auf den Welpen, allerdings nur zwei Tage lang. Am dritten Tag nahm er sich den Kleinen einmal vor und zeigte ihm, wo es lang geht. Seither waren Rocky und Don ein Herz und eine Seele.

Wo Rocky stand und ging, war auch Don. Sie schliefen zusammen im Korb, fraßen aus einem Napf. Rocky war Dons großer Freund, obwohl ja auch Riecke, seine Mutter, da war.

Mehrfach wurde mir nun gutes Geld für Don geboten. Aus irgendeinem Grund, den ich selbst nicht benennen könnte, fand ich immer einen Grund, ihn nicht zu verkaufen.

Erst acht Monate später sollte ich erfahren, warum alles so gekommen war.

Plötzlich verschloss der Krebs den Darm unseres geliebten Rocky. Noch drei Wochen zuvor hatte er sich bei einer Saujagd an drei angeschweißten Sauen vortrefflich bewährt und Don eingejagt - nun mussten wir uns innerhalb weniger Stunden für immer von ihm trennen.

So blieb Rockys Erbe - Don. Es hatte wohl so sein sollen, dass er zu uns zurückkam!

Nun wünschen wir uns für Don ein langes, erfülltes Hundeleben. Er hat uns in diesem Jahr viel Freude auf der Jagd gemacht und ist ein ordentlicher Nachfolger für unseren Rocky geworden.

Ingeborg Völker-Engler
ingeborg-voelker-engler@web.de

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Wo die Liebe hinfällt!
1, 24 Oktober, 2007, 12:37
Gespeichert unter: Hunde

Unser erster Jagdhund war Lea. Sie war das Produkt des liebestollen Försterdackels und einer Terrier-Mischlingsdame. Lea war schwarz mit weißer Brust und sah sehr edel aus. Vielleicht war es das, was zur großen Hundeliebe führte.

Jeden Tag ging nämlich an unserem Garten ein junger Mann mit einer riesigen schwarzen Deutschen Dogge mit einem weißen Brustfleck vorbei. Ein monumentaler Hund. Ich habe nie einen größeren gesehen.

Eines Tages passte ich nicht auf. Lea flitzt los. Da ist die Dogge!
Ich bin starr vor Schreck.
Der Doggenrüde jedoch glotzt mit verliebten Kalbsaugen auf das kleine Dingelchen zu seinen Füßen und beginnt die Kleine sanft zu bespielen.

Die Freundschaft der beiden hielt bis zu unserem Wegzug.

Wegen des Größenunterschiedes konnten die beiden nie ein Liebespaar werden. Frei nach dem Motto: „Es waren zwei Königskinder, die hatten einander so lieb“.

Lea ist nun schon lange über die Regenbogenbrücke gegangen, ihre große Liebe sicher auch. Ich kann für die beiden nur hoffen, dass sie sich dort endlich wiedergefunden haben.

Ingeborg Völker-Engler
ingeborg-voelker-engler@web.de

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Meine kleine Leica
1, 22 Juni, 2007, 11:06
Gespeichert unter: Hunde

Hallo miteinander! Ich stelle mich mal vor. Ich bin die Leica, eigentlich heiße ich Blue of Chamber of Secrets und wurde am 25.08.2005 geboren. Mein Frauchen war schon ganz aufgeregt mich endlich zu sehen, denn sie begleitete mich von Anfang an.

Ein paar Wochen bevor ich auf die Welt kam, überlegte mein Frauchen sich einen tollen Namen für mich, schließlich braucht ein so schöner Hund wie ich auch den passenden Namen. Nach langem hin und her und langer Suche, stand mein Name fest: Leica … so sollte ich nun heißen, wenn ich endlich da bin.

Am 25.08.2005 war es dann so weit und mein Frauchen war schon ganz nervös mich endlich zu sehen. Ganz winzig und klein lag ich da mit meinen vier Brüdern und suchte verzweifelt die Milchbar. Mein Frauchen war sofort Feuer und Flamme für mich und konnte es nun nicht mehr abwarten mich endlich mitholen zu dürfen. Leider dauerte dies noch etwas, denn ich war ja noch so klein.

Mein Frauchen kam mich fast jeden Tag besuchen und ich durfte sogar, als ich etwas größer war, stundenweise zu Ihr nach Hause, also in mein neues Heim. Hui, da gab’s noch einen Hund! Hatte ich gleich ‚nen Spielkameraden, aber zum Toben musste ich schon noch ein wenig wachsen.

Als ich dann noch etwas größer wurde, blieb ich übers Wochenende bei meinem Frauchen, es gefiel mir recht gut. Lag da in so einem riesigen Bett mit meinem Frauchen und wir schmusten und kuschelten. Leider musste ich nach dem Wochenende wieder heim, denn um für immer zu bleiben war ich immer noch zu klein. Also wartete ich noch ein paar Wochen und ärgerte in der Zeit meine Brüder weiter. Natürlich kam mein Frauchen regelmäßig vorbei um nach mir zu sehen.

Endlich war es so weit, der Tag war gekommen, mein Frauchen holte mich ab und sagte “Komm, Leica, wir gehen heim!” … Hui, war das so schön, ich hatte ein zu Hause, obwohl bei meiner Mama ging’s mir auch sehr gut, aber nun hatte ich mein eigenes Frauchen, das ich mit niemandem teilen musste. Mann, war ich stolz.

Wir fuhren heim und daheim wartete schon der große Hund auf mich, mit dem ich gleich Freundschaft schloss. Weiter gab’s hier ‚ne menge Spielsachen, die ganz alleine mir gehörten. In jedem Zimmer steht ein gemütlicher Schlafplatz für mich, so dass ich überall, wo mein Frauchen gerade ist, mich gemütlich hinlegen kann um Ihr zuzusehen.

Und das tollste war und ist natürlich das Bett. Hei, war das groß. Habe mich gleich mal so breit darin gemacht, dass mein Frauchen, trotz dass ich so klein war, keinen Platz mehr hatte. Dort schliefen wir nun jede Nacht und ich wuchs und wurde immer größer.

Meine Kindheit war sehr schön … oft besuchten wir noch meine Mama und meine Geschwister (sogar heute sehe ich sie noch oft) und tobte mit Ihnen durch den Garten. Mein Frauchen hat auch nie viel geschimpft mit mir oder mich geschlagen. Kenne so was gar nicht.

Habe mein Frauchen oft geärgert, brauchte lange Zeit um stubenrein zu werden und habe auch mal ins Bett gemacht, den Teppich zerkaut und all die Dinge die ein junger Hund so macht gemacht. Aber immer hat mein Frauchen mir mit Geduld alles beigebracht und war nie richtig sauer auf mich.

Nun werde ich bald 2 Jahre alt und bin immer noch glücklich mit meinem Frauchen. Zwar ärgere ich sie ab und an immer noch, aber ich weiß Sie würde mich niemals wieder hergeben. Denn ich bin Ihr „Schatz“, sagt Sie immer, und Ihr ein und alles. Ich glaube wir werden uns für immer und ewig treu bleiben. Oft geht Sie aber für paar Stunden aus dem Haus, aber ich warte immer auf Sie und jedes Mal kommt Sie wieder zurück und bringt mir sogar oft was mit. Was zu futtern oder ein neues Spielzeug … als Entschädigung dafür, dass ich habe warten müssen.

Sie sagt mir immer, bevor Sie aus dem Haus geht, dass Sie arbeiten geht um mir viele Hundekuchen kaufen zu können und ich soll schön brav sein und aufpassen. Natürlich mach ich das dann auch. Wer macht das nicht für einen Hundekuchen?! Ach, mein liebes Frauchen, ich schätze es sehr, dass Du mich so liebst und danke Dir, dass Du für mich da bist…ich werde es auch IMMER für Dich sein.

***

So, meine Leica, nun bin ich aber dran! Hast ja schon viel erzählt. Ja, wie schön war die Zeit, als Du endlich da warst. Mann, war ich glücklich! Noch glücklicher war ich, als ich Dich endlich heim nehmen durfte.

Ich bin sehr froh, mich für Dich entschieden zu haben, und Du weißt auch, dass ich Dich niemals wieder hergeben werde und uns nichts und niemand auseinander bringt. Eigentlich muss ich Dir ja danken, dass Du immer für mich da bist. Du wartest auf mich, freust Dich immer wieder aufs neue, wenn ich heim komme, hörst mir zu, tröstest mich, freust Dich mit mir und schaust mich mit so einer Hingabe an, dass ich jedes mal vor Freude weinen könnte, wenn ich in Deine wundervollen Augen blicke.

So, wie Du mich begleitest und begleiten wirst, werde ich Dich auf alle Deinen Wegen begleiten, egal ob sie mal schwer oder auch leicht sein werden. Ich werde Dir zur Seite stehen so wie Du mir zu Seite stehst, denn ich liebe Dich, meine kleine Leica.

Autor: Susanne
Susanne-Maria-Anna@gmx.net

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Kleine Erinnerungen an unseren Micky
1, 4 Juni, 2007, 2:53
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Tja, Mick, nun bist du nicht mehr bei uns; aber gern erinnern wir uns an deine Macken und Angewohnheiten.

Du lagst am liebsten draussen, gleichgültig ob es schneite, regnete oder die Sonne schien.

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Obwohl der Regen dir nichts ausmachte, durfte „normales“ Wasser höchstens bis zur „Unterkante Bauch“ gehen.

Wenn du ins Haus wolltest, standest du vor der Haus- oder Terrassentür und belltest zwei Mal mit hoher Stimme. Umgekehrt, wenn du raus wolltest, genügte dir ein einmaliges, raues Bellen. Oder aber, du stupstest mich mit deiner feuchten Nase an und gingst zur Tür. Reagierte ich nicht sofort, standest du mit weit geöffnetem Maul hechelnd vor mir.

Sobald ich nur den geringsten Mucker machte, schossest du zur Tür und wartetest auf mich. Sobald ich die Fernbedienung zum Garagentor bediente, jaultest du in hohen Tönen und „das Wasser lief dir bereits im Maul zusammen“ – denn in der Garage lagerten deine Leckerlies: Rinderpansen Deine Reaktionsfähigkeit war sagenhaft. Du hättest bei der Fussball-WM jeden Elfmeter gehalten; der Ball konnte noch so unkontrolliert springen: du fingst ihn im Fluge.

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Nur ein Mal, als wir beide nach dem fliegenden Ball schnappten, hattest du meine Hand und den Ball gefangen. Unglücklicherweise riss mir dein Zahn eine alte, vernarbte Wunde am kleinen Finger auf. Mein Schmerzschrei, das Blut, ich lief eiligst ins Bad, um die Wunde zu versorgen. Als ich das Wasser wieder abstellte, härte ich ein jämmerliches Jaulen vor der Tür. Dort standest du, wartend, und als du mich wieder erblicktest, lecktest du meine Hand, so als wolltest du um Verzeihung bitten. An jenem Abend wichst du nicht mehr von meiner Seite.

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Tja, Mick, so warst du.

Autor: Friedhelm Markmann
markmannfried@web.de

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Nachruf auf unseren treuen Micky
1, 18 Mai, 2007, 7:32
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Bevor wir vor vier Jahren von der Großstadt aufs Land zu unserem Sohn zogen, kannten wir Micky – einen 11 jährigen Collie-Mix – als „Hundesitter“ schon einige Jahre. Er war ein „Wohnungshund“, ein „Sensibelchen“, fraß nur Diätfutter, litt unter Durchfall, gelegentlicher Inkontinenz und epileptischen Anfällen.

Dann übernahmen wir ihn ganz. Hier hatte er ein „eigenes Haus“, eine große Wiese und Auslauf. Nach wenigen Wochen verschwanden Durchfall, Inkontinenz und Anfälle fast vollständig. Er lebte förmlich auf, seine Augen sprühten vor Lebensfreude.

Sein Schlafplatz war unten. Morgens, wenn er wach wurde, lief er die Treppe hoch zum Schlafzimmer. Dort prüfte er zuerst, wessen Arm oder Hand am weitesten draußen lag. Laut schnaufend versuchte er, uns zu wecken, wenn das nicht klappte, „küsste“ er Hand, Arm oder sogar das Gesicht so lange, bis wir munter waren.

Eines Morgens hörten wir ihn kläglich jaulen. Er lag hilflos auf der Treppe: seine Hinterläufe hatten nicht mehr die Kraft, seine 36 kg Lebendgewicht hochzustemmen. Dieses „erste Mal“ wiederholte sich noch öfter, bis er selbst begriff, dass eine Treppe unbezwingbar für ihn geworden war.

Die Schwierigkeiten an seinen Hinterläufen mehrten sich. Der TA stellte eine fortgeschrittene schwere Arthrose fest; Herzinsuffizienz und eine Schilddrüsenunterfunktion kamen hinzu.

In dem Maße wie TA-Kosten und Medikamentenverbrauch stiegen, verringerten sich Beweglichkeit und Ausdauer. Jede Überwindung eines Höhenunterschieds wurde ihm zur Qual. Die ebenerdige Terrassentür war kein Hindernis. Bei den drei Stufen vorn zur Haustür aber, die er zunächst „schräg“ angehend überwandt, musste bald eine helfende Hand immer zugegen sein.

Anfangs unternahmen wir zwei Mal am Tag 6-8 km lange Spaziergänge. Die schrumpften langsam auf 50 Meter oder noch weniger zusammen. Doch immer, wenn ihm einer seinen „Kragen“ (Halsband) oder die Leine zeigte, oder wenn einer von uns zur Garderobe ging, brach die unbändige Freude auf einen Spaziergang aus ihm heraus. Er gebärdete sich wie toll: er bellte, holte seinen Gummiball, kämpfte mit seinem Zottel-Elch – kurzum er spielte den „übermütigen, jungen Hund“, bis – ja, bis vermutlich der Schmerz ihn in die Wirklichkeit zurückholte. Trotz seiner gesundheitlichen Einschränkung bewahrte er sich seine schier unglaubliche Geschicklichkeit beim Ballfangen. Und wenn er dann genug „gespielt“ hatte, küsste er die Hand oder nahm ganz behutsam und zärtlich den bloßen Unterarm in seine Fänge.

Obwohl er Schmerzen litt, begleitete er uns stets, wurde aber bald langsamer und drehte um, dabei schnaufte er wie zur Entschuldigung. Auf dem Hof führte er uns direkt zur Garage: dort lagerten nämlich seine Leckerlies: Rinderpansen. Da lief ihm schon vorher der Geifer aus dem Maul. Natürlich gab’s auch mal solche, die nicht seinem Geschmack entsprachen. Die fasste er dann mit ganz spitzen Zähnen und verbuddelte sie irgendwo auf dem Grundstück. An seiner dreckigen Nase konnte man den Erfolg seiner Bemühungen erkennen.

Micky war kein Schmusehund. Er ließ sich höchst ungern anfassen oder gar bürsten. Wenn er geduscht werden sollte, starb er vor und während der Prozedur tausend Tode. Er jammerte, jaulte und heulte dabei so erbärmlich, dass wir fast ein „schlechtes Gewissen“ bekamen. Ein Fremder, der das hörte, hätte uns vermutlich wegen Tierquälerei angezeigt.

Da jedoch diese „Waschzwänge“ immer öfter notwendig wurden - konnte er sich doch beim Koten nicht mehr in halbsitzender Stellung halten - denn er rutschte nach unten und verschmierte dabei sein Hinterteil.

Das dann zu reinigen, war für beide Teile keineswegs erfreulich.

Sein Schlafbedürfnis wuchs von Tag zu Tag. Wenn es aber auf Abend zuging, kehrte sich alles um. Er wurde von einer ziellosen Unruhe gepackt, so, als wenn er Angst hätte, einzuschlafen. Dazu kam ein unglaublich starkes Hecheln und „Nach-Luft-Schnappen“ hinzu, die Zunge hing ihm weit aus dem Maul, sein Trinkwasserverbrauch stieg enorm. Die Schlafphasen nachts waren relativ kurz; er musste raus. Draußen stand er manchmal wie orientierungslos. Er hörte nicht; man musste ihn zurückführen.

Und dann kam der 13.Mai. Micky konnte ohne unsere Hilfe nicht mehr aufstehen. Wenn er stand, schwankte er hin und her, fiel wieder um. Dabei schaute er uns - wie es schien - verzweifelt an. Das Hecheln verstärkte sich. Wir waren hilflos. Er akzeptierte jedoch unsere körperliche Nähe. Mit tröstenden Worten und Leckerlies wollten wir ihn aufmuntern. Ich weiß nicht, ob wir es schafften.

Am nächsten Morgen rief ich in aller Frühe den TA an. Er hatte uns ja schon früher auf Mickys Ableben vorbereitet; denn immerhin ist er schon 15 Jahre alt. Um 9.30h traf der TA ein. Nach kurzem Blick bestätigte er uns, dass nur ein rascher Tod unseren Mick vor weiteren Leiden bewahren und erlösen könne.

Zuerst bekam er eine Narkosespritze. Ich habe ihm die Augen zugehalten, seinen Nacken gestreichelt und beruhigende Worte in sein Ohr geflüstert. Als dann die finale Injektion gesetzt wurde, war in wenigen Sekunden alles vorbei. Er hat in meinen Armen den letzten Schnaufer getan.

Ich hoffen nur, dass unser Mick droben im Hundehimmel alle seine Freunde wiedertrifft.

Wir aber hier unten, wir haben geheult wie die Schlosshunde. Ich hätte nie gedacht, dass der Tod eines langjährigen Haustieres so viele Emotionen hervorruft.

Das sind noch ein paar Bilder aus „besseren Tagen“.

Walbertsweiler, im Mai 2007

Autor: Friedhelm Markmann
markmannfried@web.de

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