Ich bin der beste Freund und Kamerad von Actaeon. Deshalb darf ich ihn fast immer auf seinen Streifzügen durch die Natur begleiten. Das ist eine große Freude für mich und sehr aufregend. Es ist sicher interessant, einmal zu erfahren was ich dabei alles erlebt und auch gelernt habe.

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Das aber bin ich noch nicht. Es ist zur Erinnerung an meine Vorgängerin Freia vom Klosterwald, eine Deutsch-Drahthaarhündin. Alles was sich Actaeon von einem guten Freund und Kamerad wünscht, hat ihn Freia geschenkt. Nach vierzehn Jahren hat sie ihn für immer verlassen, sie wird unvergessen bleiben.

So bin ich nun, Asta vom Wodanshof, auch eine Deutsch-Drahthaarhündin, der ständige Begleiter und Kumpan von Actaeon. Gerufen werde ich aber Quinze.

Diese Erziehungsmethode war bei mir nicht nötig. Aber Actaeon hatte damals sicher noch nicht so viel Erfahrung. Bobby war ja auch sein allererster Hund.

So ganz ohne Strenge geht es aber auch nicht das sehe ich ja ein. Auf unseren ersten gemeinsamen Streifzügen, habe ich meine Erkundungen oft weit ausgedehnt. Dann rief und pfiff mein Gefährte, aus weiter Ferne, aber alles unverständlich für mich. Es weckte zwar meine Neugier, aber nur kurz. Dann setzte ich unbekümmert meinen Ausflug fort. Das sollte sich aber bald rächen. Ein Halsband bekam ich umgelegt mit einer langen Leine daran. Damit hatten meine nicht genehmigten weiten Ausflüge nun ein Ende. Denn sobald ein Doppelpfiff ertönte, wurde ich auch gleich kräftig am Halsband zurückgezogen.

Als kluger Hund aber habe ich bald gelernt, wenn dieser Doppelpfiff ertönt muß ich sofort alles stehen und liegen lassen. Schon beim ersten Pfiff mache ich mich in großer Eile auf den Weg zu meinen Gefährten, um meinen Gehorsam zu zeigen. Na ja, nicht immer, aber oft.

Bis in den letzten kleinsten Winkel von Hof und Garten, habe ich unzählige Male alles schon überprüft. So ist der Aufenthalt hier auch meistens sehr langweilig. Für jede Aufgabe die ich bekomme, bin ich deshalb dankbar. Ostern darf ich z.B. das Körbchen mit den im Garten gefundenen Eiern tragen. Das macht mir viel Spaß, denn ich habe große “Bringfreude”. Doch wenn ich das leere Körbchen aufnehmen will, muß ich gut auf Fridolin den Hahn aufpassen. Er hat was dagegen und ist auch sehr mutig.

Aber es wäre ja gelacht, wenn ein Deutsch-Drahthaar sich von einen kleinen Hahn einschüchtern läßt. Doch ist Vorsicht geboten, den er folgt mir immer noch einige Meter, manchmal auch mit Verstärkung. Schön ist er ja der Fridolin, deshalb hat er auch mehrere Frauen.

Einmal mußte ich mich in den umzäunten Auslauf eines Igels legen. Er sollte, wenn seine Verletzung ausgeheilt war, später wieder freigelassen werden. Meine Aufgabe war nun wohl, das lange beobachten lernen, ohne ihn zu belästigen. Ein blöder Befehl bei soviel Stacheln. Im Gegenteil, ich mußte aufpassen das er mir nicht zu nahe kam und war froh, als er wieder im Häuschen verschwand.

Heute Morgen bin ich wieder sehr spät. Alle meine Freunde sind schon bei der Arbeit. Joschi, der Haflinger, hinten links. Für längere Zeit hat er jetzt seinen Bruder Midas zu Besuch. Diggi, der kleine Grimbart, wie immer in den frühen Morgenstunden nach Regenwürmern grabend. Und Paulchen mit Henne Calota, wie so oft in angespanntem “Morgengespräch”.

Freund Joschi begleite ich oft auf seinen weiten Waldtouren. Doch das behagt mir gar nicht, denn ich muß dabei stets in seiner Nähe bleiben. Auf der Weide, im Sommer wie im Winter, besuche ich ihn aber gern. Er scheint sich darüber auch zu freuen, denn er liebkost mich dann. Natürlich auf Haflingerart und die kann manchmal recht heftig sein.

Diggi kenne ich schon, als sie noch ganz klein war und die Augen zu hatte. Wir vertragen uns sehr gut und kämpfen oft auch friedlich um irgend ein Spielzeug. Sie ist aber auch aufdringlich und nimmt keine Rücksicht wenn ich mal ruhen möchte. Irgend etwas findet sie an mir immer interessant. Gern steckt sie ihre Nase in meine Ohren, vielleicht sind die ja auch nicht so sauber. Wenn Diggi erwachsen ist, kommt sie wieder in den Wald um dort zu leben, wie sich das für einen Dachs auch gehört.

Und das nun ist Paulchen, mein allerbester Freund. Wir sehen uns leider nicht immer, deshalb ist es eine besondere Freude, wenn wir uns wieder einmal treffen. Jeder will dann erstmal zeigen, das er stärker geworden ist. Auf den Ausflügen veranstalten wir oft auch kleine Wettbewerbe, besonders gern im Wasser. Hier mußte jeder sein Stöckchen im Wasser suchen und es wieder ans Ufer bringen. Ich war hier wohl der Erste. Manchmal fahren wir auch gemeinsam in die Berge oder ans Meer.

Die aufregensten Erlebnisse aber, habe ich mit Actaeon, meinen Gefährten und Kamerad auf unseren gemeinsamen Wanderungen und Beobachtungen. Dort darf ich mich auch meiner großen Leidenschaft dem Mäusefang widmen. Sicher ist das eines echten Jagdhundes nicht würdig, aber es ist spannend doch auch mit viel Arbeit verbunden. In einem Erdloch riecht es stark nach Maus. Schnell reiße ich die Grasbüschel mit Erde heraus und grabe den darunter liegenden Mäusegang auf. Der geht machmal ganz schön in die Tiefe. Das kann schon anstrengend sein.

Nanu, eben hatte ich doch den Mausgeruch noch in der Nase, jetzt aber nicht mehr. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt eben erstmal zu graben. Das hat die Maus ausgenutzt und heimlich ihre Höhle durch einen anderen Erdgang schnell verlassen. Ärgerlich nach soviel Anstrengung. Aber es gibt ja noch viele, viele andere kleine Erdhöhlen, wo Feldmäuse zu Hause sind.

Vieles habe ich schon gelernt, was ein Jagdhund wissen sollte. Ganz wichtig ist auch liegen bleiben an einem Platz, den mein Gefährte bestimmt hat. Auf ein Kleidungsstück von ihm muß ich mich auf sein Kommando”bleib” hinlegen. Dann verschwindet er, ohne das ich ihn noch sehe und das bei Tag oder auch bei Nacht. Erst wenn er wiederkommt und mir den Befehl gibt, darf ich den Platz dann verlassen. Fast drei Stunden habe ich mal auf ihn warten müssen. Da hat er mich sehr gelobt.

Immer wieder haben wir Rehe stundenlang beobachtet. Dabei hat Actaeon mit mir leise geflüstert und mich viel gelobt, wenn ich still liegen geblieben bin. So weiß ich jetzt, das ich zu ihnen friedlich sein muß, sie nicht hetzen und stören darf. Wechseln Rehe nur wenige Meter vor mir über meinen Weg, bleibe ich unaufgefordert stehen und beobachte nur, bis sie verschwunden sind. Für diese gute Erziehung bin ich meinen Gefährten sehr dankbar.

Von einer besonderen Tat muß ich auch erzählen. Nach langer Wanderung hatten wir am Waldrand, für eine Brotzeit Rast gemacht. Wie immer war ich als Erster fertigund stöberte nun suchend durch die Wiese. Plötzlich in der Nähe ein leises Geräusch, aber nichts war zu riechen. Vorsichtig noch einige Schritte näher. Da sah ich zwischen den hohen Gräsern ein Tier, das ich noch nicht kannte. Meine Nase bekam auch keine Witterung davon. (Rehkitze haben noch keinen Eigengeruch. Es ist ein Schutz gegenüber Beutegreifern) . Aber am Boden und an den Halmen roch es nach Reh und der Geruch war mir ja vertraut.
Eine kurze Zeit beobachtete ich das Tier. Dann lief ich wieder zu meinen Gefährten, der noch ruhend unter den Bäumen lag. Ich aber fand keine Ruhe, war aufgeregt und neugierig über meine Entdeckung. Mehrmals lief ich zwischen dem Tier und meinen Gefährten hin und her. In der Wiese war schon ein richtiger kleiner Pfad entstanden. Das fiel meinem Kamerad nun aber auf und er begleitete mich. Dort hat er viel mit mir gesprochen, mir über den Kopf gestreichelt und ich durfte aus dem Rucksack ein Leckerbissen nehmen, den ich nur bei besonderen Leistungen bekomme. Er steckte dann an dem Fundort etwas abseits, zwei lange Äste in die Erde die weit über das Gras hinausragten. Ein Hinweis für den Landwirt der vielleicht noch heut oder morgen die Wiese mähen würde. Gleich nach unserer Wanderung fuhren wir zu ihm hin. Auch von ihm bekam ich viel Lob und dazu ein paar kräftige Klapse auf meinen Hintern. Lieber war mir aber das Stück Fleischwurst, die ich von seiner Frau gern entgegennahm. Am folgenden Nachmittag war die Wiese bis auf das markierte Wiesenstück gemäht und das Rehkitz lag gesund und munter noch mitten drin.

Aber an ihn, werde ich mich wohl nie gewöhnen. Oft sind wir ihm schon begegnet. Auf Waldwegen in frühen Morgenstunden und beim mäuseln auf gemähten Wiesen. Und am Familienleben haben wir schon an manchen Bau, als heimliche Beobachter, teilgenommen. Dabei zittert mein ganzer Körper aber vor Aufregung. Mein Kamerad versucht mich zu beruhigen, doch es hilft nichts, die Anspannung bleibt riesengroß. Vielleicht ist das ja mein großer Ärger, das selbst die Jungfüchse schon so einen schönen buschigen Schwanz haben. Bei mir aber, nach dem unnötigen kopieren als ich ganz klein war, nur noch ein Stummel übrig ist. Aber wehe ich bekomme einen Rotrock allein zu Gesicht, dann erwacht meine angeborene Jagdleidenschaft und ich hefte mich an seine Fersen. Den Doppelpfiff meines Gefährten höre ich nicht, oder will ihn nicht hören. Doch keine hundert Meter, dann gebe ich die Verfolgung auf. Das sieht auch so aus, als ob ich den Doppelpfiff zu spät gehört habe. Aber ich weiß, dass ich den flinken Fuchs niemals einholen kann.

Doch es gibt nicht nur spannende, sondern auch trostlose Tage für mich. Man sieht es mir auch an. Dazu gehört die Heuernte im Garten. Keiner hat Zeit für mich, nicht mal zum spielen. Das Heu muß mehrmals gewendet werden. Freude nur für Fridolin mit Anhang. Sie müssen jetzt nicht mehr scharren, sondern finden einfach durch herumlaufen genügend zum aufpicken. Diggi läßt mich auch links liegen. Eigentlich verständlich, spielt sie doch lieber mit ihren neuen kleinen Artgenossen. Polizei fand ihn im April auf einer Straße, irgendwo an der Mosel. Es ist Bilbo, ein Bub. Und das Heu muß ja nun auch noch eingetragen werden. Eine wohl uralte Transportart. Aber sie zeigt mir, das mein Gefährte nicht nur kommandieren sondern manchmal auch arbeiten kann.

Auch was sich über meinem Gartenrevier so tut, macht mich manchmal neugierig. Schon ein paar Jahre lebt ein Elsternpaar hier. Jetzt im März beginnen sie bereits mit Neubau oder Ausbesserungsarbeiten ihrer Nester. Lange Ästchen werden dazu heran geschafft. Wenn die Tage wärmer werden, nimmt auch Kater Krischa seinen, durch das Schneegitter gesicherten Ruheplatz auf dem Heubodendach wieder ein. Mit den Elstern gibt es nur Ärger, wenn sie mir mein im Hof abgestelltes Futter stibitzen. Sonst leben wir recht friedlich miteinander.

Wie in jedem Jahr hat die Rauchschwälbin wieder fünf Eier in ihr Kunstnest gelegt. Das hängt in Joschis Stall unter der Decke. Doch eines Tages große Aufregung im Forsthaus. Die Elster kam aus dem Stall und im Nest lagen nur noch vier Eier. Manchmal holt sie ja kleine Vogelkinder aus den Nestern im Garten um sie zu verspeisen. Das sie sich aber auch an unserem Rauchschwalbennest vergreift, haben wir noch nicht erlebt. Es mußte also ganz schnell etwas geschehen, denn die jungen Rauchschwälbchen waren bereits geschlüpft. Ich wurde also kurzfristig zur Stallwache, mit dem Komando “bleib” an der Stalltür abgelegt. In derZwischenzeit bereitete mein Gefährte irgend etwas zum Schutz der Schwälbchen vor. Diggi war wohl verwundert über meinen ungewöhnlich langen Ruheplatz und kontrollierte mehrmals ob ich noch da war. Erst in der Dunkelheit verschwand sie, wie jeden Abend drüben im Wald. Dann kam auch Joschi von der Weide und übernahm meine Aufgabe. Doch da gab es nicht mehr viel zu tun, denn die Elstern schliefen jetzt. Am nächsten Morgen, wie immer, mein erster Weg in den Stall zu Joschi. Er war aber längst schon draußen auf der Weide. Dafür sah ich plötzlich eine fürchterliche, unbekannte Gestalt in der einen Stallecke. So schnell habe ich noch nie den Stall verlassen. Erst draußen fand ich Mut, den Fremden mit drohendem bellen einzuschüchtern. Doch bald hatte ich mich an ihn gewöhnt und nahm, wie auch die fütternden Schwalbeneltern, keine Notiz mehr von ihm. Wenn schon ein sonst mutiger Jagdhund durch so etwas erschreckt, wie wird es dann erst der Elster ergehen?

Noch am gleichen Tag vormittags, flog sie die Stalltür wieder an. Kehrte aber sofort wieder um und verschwand im Garten. Lange Zeit ließ sie sich im Hof auch nicht mehr sehen. Ein Lob diesmal meinen Gefährten, für die Idee dieser Elsterscheuche, auch wenn sie mir kurz einen gehörigen Schreck einjagde. Die vier Rauchschwälbchen wuchsen nun ohne Gefahr heran. Im nächsten Jahr werde ich keine Stallwache mehr schieben müssen.

Im Sommer sind wir viel am großen Waldteich. Den ganzen Tag könnte ich mich dort aufhalten, denn ich bin eine leidenschaftliche”Wasserratte”. Erst langes beobachten ob sich irgendwo im Wasser etwas bewegt. Selbst die großen Wasserläufer wecken meine Aufmerksamkeit. Doch da zieht ein kleiner Schwarm von Fischen. Meine Spannung steigt, zum Sprung bereit. Und jetzt, der springende Fisch nach einem Insekt und schon bin ich mit weitem Satz unterwegs.

Keine perfekte Landung, nur ein lauter Bauchklatscher. Es ist unangenehm, aber ein Drahthaar spürt kein Schmerz. Nichts ist mehr zu sehen von mir, ich gehe langsam unter. Doch nicht so tief, denn schon taucht der Kopf wieder auf.

Natürlich ist der Fisch längst verschwunden. Doch einmal im Wasser, schwimme ich nun ruhig durch den ganzen Teich, hin und her, zweimal hundert Meter. Gefangen habe ich auch noch nichts im Wasser. Nur einmal kam ich zu einem Erdkrötenweibchen. Es tauchte auch nicht ab, als ich näher kam. Mein Gefährte sah das vom Ufer und gab mir den Befehl “bring”. Es kostete mich aber einige Überwindung das schleimige, kalte Etwas ins Maul zu nehmen. Erst als ich nochmals aufgefordert wurde zu bringen, nahm ich es, ohne zuzubeißen vorsichtig ins Maul und schwamm ans Ufer. Die Kröte lebte noch, war aber schon sehr geschwächt. Eine Schmeißfliegenart hatte ihre Eier in ihren Nasenlöchern abgelegt. Die geschlüpften Larven waren nun dabei, alles um sie herum aufzufressen. Ein qualvolles, langsames Sterben für das Krötenweibchen. Mein Kamerad erlöste sie davon. Ich aber wurde wieder sehr gelobt.

Auch beim schwimmen macht es mir immer wieder große Freude etwas mit zubringen. Das machen alle meine Artgenossen gern. Deshalb ist der Deutsch-Drahthaar unter den Jägern auch so beliebt. Bei der Entenjagd holen sie die geschossenen Enten schnell und sicher aus dem Wasser. Da mein Kamerad nun aber kein Jäger ist, muß ich mich mit dem zufrieden geben, was ich beim schwimmen gerade finde. Es muß auch keine Jagdbeute sein. Eine Schwimmrunde ist abgeschlossen und schon stehe ich wieder erwartungsvoll am Ufer. Mein Stummelschwänzchen ist vor Spannung immer in Bewegung und schüttelt dabei auch die letzten Wassertropfen ab.
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Nicht immer kann ich aber meinen eigenen Interessen nachgehen. Meinen Kameraden helfe ich auch, bei der Suche nach seinen Dachsen. Er zieht kleine Grimbärte auf, die keine Eltern mehr haben. Wenn die ausgewachsen sind, leben sie wieder draußen im Wald, ganz frei. Meine Aufgabe ist nun, die Erdbaue zu finden die sie sich selbst gesucht haben. Fast alle erkenne ich an ihrem Geruch und mit manchen hatte ich auch Freundschaft geschlossen als sie noch im Forsthaus lebten. Habe ich einen Bau entdeckt, in dem ein bekannter Dachs von mir steckt, teile ich das meinen Gefährten durch winseln mit.Viele Baue muß ich prüfen. Die meisten sind leer oder es sitzt ein Wilddachs drin, der mich aber nicht interessiert. Oft wechseln die Dachse auch ihre Baue. Heute schlafen sie mal hier und morgen ganz wo anders. Es ist schon eine recht anstrengende Sucharbeit für mich. Im Winter ist das einfach. Denn da bleiben sie viele Wochen im selben Bau um dort ihre Winterruhe zu halten.

Wenn viel Schnee liegt, darf ich nicht mehr so oft frei herumstöbern. Mein Freund gibt mir deshalb den Befehl “Fuß”. Gehorsam begleite ich ihn dann auf den Streifzügen nur noch an seiner Seite gehend. Denn viele große und kleine Waldbewohner haben es jetzt sehr schwer, noch genügend Nahrung zu finden. Deshalb dürfen sie, besonders jetzt, auch nicht gestört werden. Leise sind wir unterwegs, doch der Winterwald ist sehr hellhörig. Gesehen hat uns das Reh noch nicht, aber unsere Schritte im Schnee hat es längst wahrgenommen.

Zwölf Schlaf- und Ruheplätze habe ich zur Auswahl. Die drei die ich bevorzuge, sind aber auch anderweitig sehr beliebt. Da ist das Rondell. Extra für mich einen Jagdhund, mit Beutemotiven. Aber nein, auch Diggi wenn die Haustür offen, beansprucht ihren Platz. Doch der reicht, wenn es bequem sein soll, gerade mal für mich. Gern liege ich auch etwas höher. Man hat so den besseren Überblick durch den ganzen Raum. Doch in den Abendstunden ist der Sessel meistens schon besetzt. Den ruhigsten und angenehmsten Schlaf aber, ohne große störende Nebengeräusche, finde ich oben im Haus. Ich kenne zwar keine Hundehütte, doch habe ich dann immer das Gefühl, in einer ganz exklusiven, großräumigen zu liegen. Nur gelingt mir das, wenn alle Türen offen und ich heimlich nach oben verschwinde. Das ist leider aber sehr selten.

Auch mir tut es mal gut, etwas anderes zu sehen und nicht ständig im selben Wald herumlaufen zu müssen. Zwar finde ich nicht überall, wie hier am Ostseestrand, trotz langen Grabens, meine geliebten Mäuse. Dafür aber gibt es viel viel Wasser und ganz anders als in meinem ruhigen Waldteich. Was für ein Spaß, gegen die stürmischen Wellen zu laufen und sich den kräftigen Seewind unter die Ohren blasen zu lassen.

Und dann die Berge. Von ihnen ist Actaeon sehr begeistert und wandert hier auch am allerliebsten. Das aber kann ich von mir nicht sagen. Denn wenn wir den langen steilen Felspfaden folgen, darf ich nie so frei laufen wie ich gern möchte. Und bei einer Rast, wird mir auch das weite herumstöbern im nahen Wald immer verboten.

Und doch bin ich nach unseren Wanderungen, die meist den ganzen Tag dauern, oftmals todmüde. Sicher hängt das auch mit den vielen Steinen und den Fels zusammen, die meine Pfoten ja nicht so gewöhnt sind.

Nun, es gibt aber auch ruhige, gemütliche Stunden für mich, besonders im Winter. Dann finde ich mal Zeit, mich allein mit mir zu beschäftigen. Auch mit Paulchen treffe ich mich nun häufiger. Nur die gemeinsamen Spaziergänge, jetzt an den Leinen, machen keine rechte Freude. Doch nach dem Nachmittagskaffee, erwartet uns immer ein besonderer Leckerbissen. Erwartungsvoll, was heut wohl in unseren Näpfchen liegt, wenn man uns gleich in die Küche rufen wird.

Das waren nun einige meiner Abenteuer die ich gemeinsam mit Actaeon erleben durfte. Aufregende und glückliche Stunden für mich, mit einem ganz tollen, aber wenn es sein muß auch strengen Kamerad und Kumpan. So ein erfülltes Hundeleben wünsche ich gleichermaßen allen meinen großen und kleinen Artgenossen.
Autor: Actaeon
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