Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Asta, unser erster Hund by edithtg
1, 31 Mai, 2010, 3:06
Einsortiert unter: Hunde

Mit ihr begann alles, durch sie kamen wir zu unserem ersten Hund. Dabei war sie nicht einmal ein Rassehund, nein, eine Mischung aus Schäferhund und einem Collie. Besondere Schönheit zeichnete sie nicht aus, ihre Ohren waren sogar verschieden groß und eines davon hing ein wenig , aber all das, störte uns nicht, sie war eben unsere Asta.

Wie wir genau zu ihr kamen, weiß ich nicht mehr genau, es ist schon fast vierzig Jahre her, und ich meine nicht wichtig. Aber ich denke, ich habe sie aus dem Tierheim geholt. Damals bezogen wir unser erstes Haus und dazu gehört einfach ein Hund der das Haus bewacht.

Unsere Kinder waren zu jener Zeit noch klein, und unsere Asta selbst noch ein kleines Hundebaby. Wahrscheinlich liebten sie die Kinder gerade deswegen so sehr. Und wie kleine Kinder eben so sind, zerrten sie manchmal auch an Astas Fell oder legten sie in den Puppenwagen, zogen ihr Kleidchen an und setzten ihr Mützchen auf. Sie blieb geduldig und nur wenn es ihr zu arg wurde, dann bellte sie die Kinder an. Asta wohnte mit uns im Haus und manchmal war sie so ungestüm das sie Sachen umwarf und kaputt machte. Dann schaute sie so unschuldig dass man ihr nicht böse sein konnte.

Wenn Asta mit den Kindern im Garten herum tollte, dann konnte ich ganz beruhigt sein, den Kindern würde nichts geschehen. Sie ließ auch niemanden in den Garten und ins Haus. Die Kinder liebten ihre Asta und sagten sie wäre der allerschönste Hund auf der Welt.

Leider hatten wir einen Nachbarn der sich aufregte wenn Asta ab und zu in seinen Garten kam, deswegen mussten wir sie entweder im Haus oder im Zwinger hinter dem Haus halten. Das gefiel ihr gar nicht und sie riss ab und zu aus um durch das Dorf zu laufen. Keiner hatte Angst vor ihr, alle wussten wie lieb sie war. Am liebsten wollte sie bei uns im Haus bleiben und mit den Kindern spielen, aber da war unsere Katze und die mochte das nicht. Manchmal drangen Geräusche aus unserem Haus die sich ungefähr so anhörten: „ Miaaauuu, Krrrrrr, Miroooo, Knurrrrrr“, da dachten unsere Nachbarn sicher die Tiere zerfleischen sich, dabei taten sie sich nichts, gar nichts.

Wenn wir alle zu meinen Eltern nach Bayern fuhren, durfte Asta nicht fehlen. Am Anfang brachten wir sie fast nicht in den Zug, ihr wurde immer schlecht.

Aber wenn wir nach fünf Stunden an unserem Ziel angekommen waren, dann wollte sie nicht aus dem Zug heraus.

Unsere Asta hatten wir fast zwölf Jahre dann schlief sie ruhig und friedlich ein, zum Glück waren die Kinder schon groß, aber trotzdem sehr traurig. Nach Asta hatten wir einige Zeit keinen Hund, erst später kam Lady zu uns.

Foto: © jessyrv (Sylvi) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier
UrsulaGeier@web.de

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Die Abenteuer von Rex und Cimba by edithtg
1, 21 April, 2010, 5:04
Einsortiert unter: Hunde

Als Rex, der Hund, zu uns kam, lebten wir gerade in Spanien. Wir, das waren ich, Cimba der Kater und mein Frauchen.

Nach verschiedenen missglückten Versuchen mit Hunden hatte Frauchen beschlossenm einen eigenen Hund zu besorgen. Der fand sich schnell bei einem Hundezüchter, der Deutsche Schäferhunde hatte.

In Deutschland war es ein Bernhardiner gewesen. Aber diese Hunde mochten keine Sonne, sie liebten eher den Schnee. Und so kam es, dass wir unseren Rex bekamen. Er hatte so einen Unschuldsblick drauf, dass man ihn einfach gern haben musste. Und keiner konnte so wie er seinen Kopf auf die Seite legen und nach rechts und links schauen, er hatte es faustdick hinter seinen Ohren, sagte Frauchen immer.

Unser Hund Rex hatte einen deutschen Vater und eine spanische Mutter, und er war ein echter Tollpatsch. Wir beide, Rex und ich, Cimba, liebten uns auf den allerersten Blick, und das blieb all die Jahre so.

Endlich hatten wir einen Hund der uns alle beschützte. Rex ließ keinen ins Haus. Egal wer es war, sie hatte alle einen Mordsrespekt vor diesem Hund. Und ich, Cimba, liebte Rex ganz besonders, er beschützte und er tröstete mich wenn ich einmal traurig war. Ich durfte sogar in seinem Hundekorb schlafen, wenn ich Angst hatte.

Manchmal streiften Rex und ich durch den Wald, der hinter unserem Haus lag und dann rannten wir beide bis wir ganz außer Atem waren.

Rex lehrte mich auch wie man sich tot stellt. Das fand ich besonders lustig, weil sogar unser Frauchen drauf reinfiel als ich es probierte. Aber dann wurde sie richtig böse, weil ich sie so erschreckt hatte und verbot mir es noch mal zu machen.

Mit Rex erlebte ich immer wieder neue Überraschungen, auch welche, die Frauchen gar nicht leiden konnte.

Einmal haben Rex und ich bei unseren Nachbarn einen frischen Kuchen mitgenommen der zum Auskühlen auf dem Tisch im Garten stand. Klar haben wir beide den Kuchen verputzt, er hat wunderbar geschmeckt. Das hat Frauchen auch verboten. Sie sagte, das sei gestohlen und stehlen dürfen wir nicht.

Ein anderes Mal lag ein großes Stück Fleisch auf dem Grill im Garten. Wir haben das eine Weile beobachtet, als keiner das Fleisch gegessen hat, nahmen wir es mit und dann verbuddelten wir es bei uns im Garten. Aber natürlich sah Frauchen das und schimpfte ganz arg mit uns. Und dabei hatten wir es doch nicht einmal gefressen, wieso wurde sie dann so böse?

Die Menschen sind manchmal echt merkwürdig und ärgern sich über Dinge die es nicht wert sind. Zum Glück waren Rex und ich der Cimba uns meistens einig, und oft mussten wir lachen, wenn sich die Menschen so aufregten, obwohl es nicht nötig wäre.

Nur einmal, da regte sogar ich mich auf, das war, als jemand bei uns über die Mauer sprang und ins Haus einbrechen wollte.

Ich hatte eine furchtbare Angst und zitterte richtig. Es regnete heftig und dazu blitzte und donnerte es noch. Rex bellte wie verrückt und fletschte die Zähne, und dann knurrte er auch noch ganz laut. Zum Glück hatte der Einbrecher auch Angst und rannte davon. Mein kleines Herz klopfte noch ganz lange wie wild und ich war so froh dass ich Rex den Hund als Schutz hatte. Die anderen Katzen beneideten mich um Rex und spotteten über mich, aber ich scherte mich nicht darum, ich war froh, dass es den Hund Rex gab und er mich beschützte.

Foto: © Karl-Heinz Liebisch / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier
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Das Narbengesicht by edithtg
1, 22 März, 2010, 5:48
Einsortiert unter: Hunde, Lyrik

Auf einmal war er da.
Man sieht es genau.
Der kommt aus der Gosse und weiß sich zu wehren. Er ist schnell wie ein Pfeil und seine Muskeln sind gespannt wie ein Bogen. Man legt sich besser nicht mit ihm an und hängt zu dem einem Schloss vor seinem Käfig gleich noch ein zweites dran. In der hintersten Ecke sitzt er starr wie ein Fels, duldet keinen Blick und leise knurrend zieht er sich zurück. Niemanden will er sehen. Im Schatten versteckt er sein hässliches Narbengesicht. Seine Augen sind rot … soviel Hass. Er beißt nach der Hand, die durch sein Gitter fasst. Auf seinem Pelz, dort klebt noch das Blut vom Kampf aus vergangenen Tagen und Nächten, als irgendwer nach ihm trat und ihn beinahe mit einer rostigen Stange erschlug, weil er nicht gut genug war in den Augen der Menschen.

Und in einer Nacht, als er für Geld die Macht der Stärke mit seinesgleichen austrug, da haben die Todesschreie seine Seele gebrochen. Er wollte nie mehr töten und dann lief er weinend fort. So viele Tage lief er auf wunden Pfoten und verkroch sich in den Büschen vor denen, die zornig nach ihm suchten. Bis irgendwann jemand ihn fand … verdurstend und hungernd mit gebrochener Seele.

Er sucht sich die dunkelste Ecke und legt sich nur zögernd auf seine warme Decke. Wie gern würde er einfach nur schlafen, aber die Angst vor den Träumen lässt ihn aufmerksam wachen. Nie mehr soll ein Mensch es wagen und so schlimme Dinge mit ihm machen.

Der Hund aus dem Heim … wie schmutzig er ist und so gefährlich. Die Maske aus Stein liegt stumm auf seinem Gesicht. Er wird lieber sterben als Vertrauen zulassen, will keinen Freund und will keinen Feind. Er bleibt allein für sich. Bald mag keine Hand mehr durch sein Gitter fassen. Man lässt ihn in Ruh und geht stumm an seinem Käfig vorüber. Vielleicht ein paar Tage noch, dann kriegt er den Schuss. Ihm ist nicht zu helfen und einmal ist Schluss. Starr bleibt die Maske vor seinem Gesicht. Er fühlt es … bald wird er sterben und über die Brücke gehen und über den Fluss. Schon lange hat er die Hoffnung verloren und das Ende herbei gesehnt. Im Leben, da war er immer allein … vielleicht aber wird der Tod ein klein wenig freundlicher zu ihm sein. Alle sagen es … das Narbengesicht aus der Gosse ist der hässlichste Hund in dem Heim!

Da kam ein Mensch, der enttäuscht von den Menschen war. Wund ist sein Herz, der Schmerz fraß es restlos leer. Und er sieht nicht den wilden Hass in dem Hundegesicht, fühlt nicht den geifernden Fang, der bedrohlich nahe sich durch das dicke Gitter schiebt. Der einsame Mensch sagt ganz leise flüsternd nur ein einziges Wort und reißt dem hässlichen Hund die Maske vor seinem Gesicht mit einem Ruck fort. In tausend Scherben bricht sie zu Boden und sie lässt ihn die Tränen weinen, die er weint in diesem Augenblick. Er mag gar nicht aufhören und weint viele Stunden … weint um die Freunde, die er verlor, um am Leben zu bleiben und er verflucht die Menschen, die ihn mit Steinen bewarfen und stolz mit blutigem Geld ein Monster erschufen.

Still ist es geworden mit einem Mal in dem Heim. Tiere und Menschen schauen hin zu dem Narbengesicht. Sie stehen schweigend betroffen für einen Moment und ein jeder von ihnen weint seine Tränen allein für sich. Dann bedecken sie machtlos ihr Gesicht.

Die ersten hellen Schatten eines neuen Tages fallen auf das Narbengesicht. Heute kommt der Mensch, der so enttäuscht von den Menschen ist und er nimmt ihn mit. Alle im Heim sehen seine große Angst. Er mag die Leine nicht und das schöne weiche Lederband. Doch ganz leise flüsternd sagt sein Herr ein einziges Wort und er geht mit ihm die Straße hinunter und durch den Ort an den Wiesen vorbei auf ein weites Kornblumenfeld. Er löst die Leine von dem Lederband und wirft einen bunten Ball so hoch er nur kann in das Feld hinein. Verstohlen schiebt der Hund sich an dem Menschen vorbei und macht sich auf, die Hoffnung erhaschend und den bunten Ball. Er spürt, er ist nicht mehr allein und er wird kein Hund mehr aus der Gosse sein. Er suchte Liebe. Von Anfang an. Vielleicht aber können Menschen manchmal verschieden sein und das Fünkchen Hoffnung beginnt in seinem Herzen auf zu glimmen. So sehr wünscht er sich, nie mehr ein Monster zu sein. Bald liegt er schüchtern sich freuend auf seiner Decke am warmen Kamin und schaut gedankenverloren zu den knisternden Flammen hin. Ein alter Schuh zum zerbeißen wurde sein größter Schatz und es gibt Tage, da macht er bereitwillig Platz für Alisa, die kleine getigerte Katz. Er lässt es zu, dass sie sich anschmiegt an seinem geschundenen Pelz und in dieser oder in einer anderen Nacht leise schnurrend seinen Schlaf bewacht.

Der Hund aus dem Heim behält sein Narbengesicht und viele Wunden bleiben für immer frisch. Er schaut seinem Herrn sehr genau ins Gesicht und einmal, da sieht er, dass der Freund eine Träne sich aus seinen Augen fort wischt. Sofort springt er auf von seinem Platz am warmen Kamin und eilig läuft er zu ihm hin, um ganz nahe in dessen weinende Augen zu sehen. Er macht sich ganz klein und drängt sich nicht auf … bebend verharrt er Stunde um Stunde geduldig und wartet auf ein einziges gutes Wort.

Draußen liegt schon die Dämmerung über den Ort und sie gehen die Straße hinunter und an den Wiesen vorbei auf das weite Kornblumenfeld. Hoch fliegt der Ball durch die Abendschatten in das schweigend dichte Feld hinein und das Narbengesicht macht sich auf. Er ist schnell wie ein Pfeil auf der Suche nach dem bunten Ball und er hält ihn so fest er nur kann in seinem roten gefährlichen Fang. Dann trägt er ihn behende trabend zurück zu seinem Herrn.

Langsam gehen sie den Weg durch die Dämmerung heim.
Der einsame Mensch und das Narbengesicht.

Foto: © KHLaube (Karl-Heinz Laube) / http://www.pixelio.de

*****

Wir bekamen mit diesem Hund einen Freund, dessen Liebe, Loyalität und Treue das wieder gut machte, was Menschen an ihm verbrochen haben.
Wir durften elf Jahre lang seine Familie sein. Nun ist er vor drei Wochen über die Brücke gegangen. In Würde und in Frieden. Zu Hause bei seinen Kameraden und seinen Menschen.
Irgendwie aber ist er noch nicht ganz fort. Ich meine immer, ihn an seinem Lieblingsplatz sitzen zu sehen, wie er nachdenklich nach draußen schaut oder sonst was begrübelt … er war ständig über irgendwelche Dinge am Grübeln.
Weil er einzigartig war in seinem Geben, ist mein nächstes Buch überwiegend ihm gewidmet. Es heißt: Das Land der vier Himmel.
Auf den letzten Seiten meines Buches wird sein Gedicht stehen.

*****

Weine weine leise … Hundgesicht,
in deinen Träumen ganz verfangen,
Tränen wehen durch der Nebel Gischt,
… geh nicht … noch nicht …
Lautlos, scheinbar unberührt weben Erdenengel einen Pfad aus Licht.
Weine weine leise … Menschenschmerz,
Hundeseele traf mein Herz,
riss heraus ein großes Stück, hält es fest, ganz fest an sich gedrückt.
Augenblick noch zögernd in der Nebelwand …
wie still die Stille… immer stiller,
Hundgesicht auf meiner Hand,
… noch nicht … geh nicht …
Miteinander flüsternd kleine Engel auf dem weißen Pfad …
schreiben scheinbar unberührt vom Abschied das Gedicht ins helle Sternenlicht.
Weine weine leise… Hundeseele,
macht sich auf seinen der so vielen Wege,
geh mein Freund, geh immer weiter über diesen Pfad aus Licht …
geh durch die Ferne bis zum Horizont,
nur noch ein kleiner Punkt im letzten Sonnenrot …
Ich hör mein Rufen leiser … immer leiser,
bis das Schweigen es zerbricht.
Weine weine leise … hinterm Mond, da ist ein Stern geboren.
Ein kleiner Stern im Sterngewimmel … geh mein Freund, geh immer weiter …
geh deinen Weg in das Land der vier Himmel.
Lautlos, beinahe tief berührt seh ich die kleinen Engel mit dir dorhin verschwinden.
Weine weine leise … Wind dreht langsam seine Kreise von hier nach dort,
trägt dein letztes Stückchen Wärme von mir fort.
Zurück bleib ich … gefangen in der Nebelwand.
… Nacht ist es geworden.
Schatten huschen durch die Dunkelheit … sie flüstern, stubsen, raunen, streicheln meineHand,
nah … ganz nahe aus dem Sterngewimmel hinterm Wind das Hundgesicht …
werd dich suchen, werd dich finden in der großen Stille der vier Himmel.
Weine weine leise Seelenschmerz… in kalten Händen liegt das Hundeherz …
in meinen Träumen ganz verfangen beginn ich an den Wolken hoch zu rangeln,
schau empor ins Sterngewimmel… werd dich suchen, werd dich finden …
in den Wäldern der vier Himmel.
Lautlos, scheinbar unberührt binden weise Engel ohne Eile für mich alleinein dickes Seil aus Sternenseide.
Hinterm Horizont entfliehen letzte Nebelschleier dem ersten Morgenrot.
… Du bist nur fort… du bist nicht tot …
Einsamkeit umarmt mich tröstend,
weine weine leise … Augenblick am Wegesrand bleibt träumend still an meiner Seite.

Aus meinem Buch „Der die Tränen trägt“ – Das Narbengesicht. Nach einer wahren Geschichte. Autorin: Barbara Schüring.

ReDiRoma-Verlag, ISBN: 978-3-86870-120-3

Ein lieber Gruß an euch Tierfreunde. Es ist gut, dass es nicht nur die anderen … Menschen gibt.

Autor: Barbara Schüring
hoepfel@online.de

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Weihnachtsglück für sechzehn Pfoten by edithtg
1, 17 Dezember, 2009, 4:40
Einsortiert unter: Hunde

Ein eisiger Wind fuhr mir durch meine braunen langen Strähnen. Es war über Nacht bitterkalt geworden. Der Schnee fiel ohne Pause auf die einsame Strasse auf der ich entlang trottete. Schnell konnte ich nicht laufen, ich war hochschwanger und musste schleunigst eine Unterkunft finden. Meine Babys in meinen Bauch zappelten und ich musste kurz stehen bleiben und durchatmen.

Wie konnte das nur passieren? Mir, einer ausgewachsenen intelligenten Hündin mit schönem Fell und großen Augen, gewitzt und gescheit? Ich bewachte einen großen Hof, war zuverlässig und hörte aufs Wort. Die Menschen dort waren gleichgültig mir gegenüber aber ich bekam regelmäßig Futter und durfte mich den ganzen Tag frei bewegen. Nur zum Arzt brachten sie mich nicht und so kam ich eben in die fruchtbaren Jahre und fühlte mich plötzlich seltsam allein.

Auf den erstbesten Rumtreiber bin ich reingefallen, kastriert war er, so seine Aussage. Umgarnte mich und versprach mir „den vollen Napf“ auf ewig. Ich war verliebt und es kam wie es kommen musste. Kaum hatte das junge Glück zwischen uns begonnen war es auch schon wieder vorbei und er machte sich aus dem Staub.

Die erste Zeit fühlte ich gar nichts, dann wusste ich, dass neues Leben in mir wuchs und ich freute mich wie wild. Tollte durch den Hof und jaulte was das Zeug hielt. Wurde langsam dicker und träger. Ich vertraute meinem Umfeld und sah mich in Gedanken mit meinen Kindern den Hof gemeinsam bewachen.

Meine Menschen aber sahen meiner seltsamen Veränderung nicht lange zu, ich wurde vom Hof verjagt und mit Steinen beschmissen. Ich verstand nicht was los war, kam zurück und wurde wieder verjagt. Traurig nahm ich Abschied von meiner alten Heimat und trottete einer ungewissen Zukunft entgegen.

Die vergangenen Tage waren hart, ich schlief in feuchten Gräben und fraß tot gefahrene Igel von der Strasse, trank Wasser aus dreckigen vereisten Tümpeln. Die Kälte wurde immer schlimmer und eines Morgens lag der erste Schnee auf den trostlosen Feldern.

Langsam musste ich mir was einfallen lassen, mein Zustand verschlimmerte sich stündlich, meine Babys wollten auf die Welt, aber wollte die Welt meine Jungen und mich?

Die Strasse zweigte in zwei Richtungen und mein Instinkt befahl mir nach links zu gehen. Ich lief entlang und kam durch einen dichten Wald. Der Schnee hing schwer und nass in den Tannen und es wurde dunkel.

Ich zwinkerte die weißen Flocken von meinen Augen und meinte in der Ferne ein Licht zu sehen. Es war keine Einbildung. Am Ende der Strasse stand ein Haus mit hell erleuchteten Fenstern. Das war meine Chance, ich durfte keine Zeit verlieren. Schnell lief ich auf das Gebäude zu. Zu meiner Freude stand hinter dem Haus eine große, schöne Scheune. Ich horchte und schlich mich langsam auf den sauberen Hof, in der Hoffnung irgendwie in die Scheune hinein zugelangen. Ich staunte nicht schlecht, das Scheunentor war leicht geöffnet.

Vorsichtig schielte ich in das dunkle Gebäude hinein. Da lag viel helles Stroh und in einer Ecke stand ein großes schwarzes Pferd das mich staunend anschaute.
„Was willst du hier?“ fragte es mich mit tiefer Stimme.

„Ich brauche einen Schlafplatz für die Nacht, ich kann nicht mehr laufen“ hechelte ich und schob meinen Bauch etwas nach vorne.
„Ich sehe schon du bekommst Junge. Leg dich zu mir, hier ist frisches Heu.“ Das Pferd nickte mit dem Kopf und ich ging zu ihm. Erschöpft ließ ich mich nieder und wedelte dankbar mit dem Schwanz.
„Ich wurde von meinen Besitzern verjagt, sie wollten meinen Zustand nicht. Ich habe nichts mehr außer meinen Kindern, wenn sie gesund auf die Welt kommen“
„Soso das sagen sie alle wenn sie im Dreck sitzen“ schnurrte ein dicker roter Kater der plötzlich um die Ecke kam. Seine goldenen Augen funkelten mich strafend an. Er wusste dass ich ihm in meinem Zustand nicht gefährlich werden konnte, deshalb wohl seine freche Klappe.
„Lass sie“ wieherte das Pferd, „ sie hat viel durchgemacht“.
„Du hast recht“ sagte ich zu dem Kater der sich auf das Stroh zu uns legte. „Ich war naiv und wollte etwas für mich haben, das aber andere nicht wollen. Jetzt sitze ich ohne Herr und Hof da mit Kindern denen ich kein Heim bieten kann.“
„ Unser Herr hat dafür gesorgt dass ich keine Frau mehr in Schwierigkeiten bringen kann“ miaute der Kater. „Wer weiß für was es gut war“ grinste er neckisch unter seinen weißen Schnurhaaren.
„Hier ist alles so sauber und ordentlich, ein schönes Zuhause habt ihr hier“. Ich schaute mich staunend um.
„Der Hausherr ist sehr ordentlich und reinigt meine Box jeden Tag, wir haben wirklich Glück“ schnaubte das Pferd zufrieden.
Der Kater nickte und räkelte sich, dann begann er sich seine Pfoten zu lecken.

Plötzlich bekam ich heftige Bauchschmerzen, mein Laib drohte zu platzen. Ich jaulte auf und ergab mich dem ersten Krampf. „Es geht los, ich bekomme meine Babys“ jammerte ich.

„Du musst tief atmen und ruhig bleiben“, beruhigte mich das liebe Pferd.
„Pressen“ maunzte der Kater und machte einen kleinen Buckel.

Wer hätte das noch vor ein paar Tagen gedacht, da lag ich nun in einer Scheune und hatte zwei neue Freunde um mich rum, die mir halfen meine Kinder zu gebären und nach vielen Schmerzen, Krämpfen und aufmunternden Worten kamen auf einmal ein kleiner Zwerg nach dem anderen zur Welt.

Ich konnte mein Glück kaum fassen, drei süße und gesunde Babys lagen feucht und verschwitzt an meinem Bauch. Ihre kleinen Augen waren verklebt aber die tapsigen Pfötchen kamen schon in Bewegung und ich leckte ihnen vorsichtig das Fell sauber. Sie hatten alle ein braunes Fell wie ich, nur der kleinste hatte noch einen weißen Fleck auf der Brust. Sie sahen alle mir ähnlich und nicht ihrem Erzeuger, dachte ich erleichtert.

„Das hast du gut hinbekommen“ freute sich das Pferd und wieherte freudig.
Der rote Kater schnurrte begeistert.

Meine kleinen Racker quetschten sich auch gleich an mich und jeder schnappte sich eine Zitze. Ich war das perfekte Mutterglück.

Plötzlich wehte ein Windstoss die Scheunentür weit auf und ein Mann mit einem kleinen Mädchen an der Hand kam direkt auf uns zu. Der Mann hatte eine Laterne in der Hand und strahlte uns allen mitten ins Gesicht.
Sein Blick blieb starr und völlig ungläubig an mir und meiner Familie hängen.

„Papa schau doch, ein Hund mit lauter kleinen Babys. Ist das mein Weihnachtsgeschenk?“ Das kleine Mädchen lachte freudig und klatschte in die kleinen Hände. „Eigentlich nicht“, sagte der Mann leise „aber eine Überraschung ist das wirklich, eine gelungene würde ich sagen“.
Die große Hand des Mannes kam auf mich zu und ich duckte mich aus Angst, dass Schläge folgen würden. Aber was war das?
Er streichelte mir zart über meinen Kopf und dann nahm er vorsichtig Baby mit Fleck in seine großen Hände. „Das sind wirklich Weihnachtsgeschenke auf vier Pfoten“. Sachte legte er mein Kind zu mir zurück, „Weißt du Papa, ich habe letzte Woche dem Christkind geschrieben dass ich wieder einen Hund haben möchte, jetzt wo der Bello tot ist. Meinst du nicht wir könnten sie alle behalten, weil das Christkind uns doch jetzt gleich so viele Hunde geschenkt hat?“ Das Mädchen zupfte aufgeregt an der Jacke des Mannes.

Der Mann ging in die Hocke und sah uns alle lange an. Der rote Kater strich am Arm seines Herren entlang und schnurrte. Das Pferd schnaubte leise.

Sie wollten mir helfen, meine guten Freunde.

„Nun ich denke die Hündin für mich und ein kleines Hundebaby für dich, die anderen zwei kriegen wir bei Onkel und Tante unter, da geht es ihnen gut und sie können sich regelmäßig sehen“ Der Mann streichelte seiner glücklichen Tochter über das Haar.

„Jetzt lass uns Futter holen für alle und dann danken wir dem Christkind für dieses schöne Geschenk, die Mama wird uns das gar nicht glauben, sie vermisst uns sicher schon. Komm lass uns gehen, sie sind sicher alle sehr hungrig. Und den Christbaum willst du doch auch endlich sehen oder?“ Das Mädchen lächelte freudestrahlend ihrem Vater zu.

Sie gingen beide leise aus der Scheune.

„Du bist wirklich ein Glückshund, soviel Dusel muss man haben“ schnurrte der Kater. „Willkommen bei uns“ freute sich das Pferd und stampfte mit den Hufen auf.

Ich konnte nur ungläubig nicken und schaute glücklich auf meine Kinder. Wir wurden verstoßen und wieder aufgenommen. Wir hatten alle in einer Nacht Freunde und ein neues Zuhause gefunden.

Das alles in nur einer Nacht. Eine besondere Nacht, nahm ich an.

Foto: © sparkie / http://www.pixelio.de

Autor: Barbara Pronnet
barbarapronnet@web.de

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Pedro von der Straße by edithtg
1, 6 Dezember, 2009, 3:47
Einsortiert unter: Hunde

Diese Geschichte erzählte mir ein sehr lieber Freund. Sie ist wahr und so schön, daß ich sie einfach niederschreiben muß.

Es war einmal eine glückliche Familie mit Mutter, Vater,Sohn und zwei Hunden. Die Mutter wollen wir Eva nennen, den Vater Heiner und den Sohn Alex. Die beiden Hunde Asta und Arcor. Vater Heiner und seine Familie lebten in Deutschland machten aber jedes Jahr mehrere Wochen Urlaub in Spanien, dort besaßen sie auch ein Haus.

Vater Heiner hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, jeden Abend ganz alleine eine kleine Autorundfahrt zu unternehmen. Bei einer dieser Fahrten sah er auf der Straße einen kleinen Hund, der überall herum lief und nach Futter suchte. Niedlich sah er aus, große braune Knopfaugen, gelocktes Fell, so groß wie ein Dackel, und ein Mischling. Das machte ihn so richtig liebenswert.

Es war Oktober und die meisten Touristen schon abgereist, der Kleine hatte es schwer, jetzt Nahrung zu finden. Vater Heiner überlegte nicht lange, er lud das kleine Hundekind in sein Auto und nahm es mit nach hause.

Seine Frau und Sohn freuten sich riesig über den kleinen Kerl. Er wurde gebadet und gefüttert und sah danach richtig hübsch aus, später schlief er selig am Fußende von Alexanders Bett. Aber schon am nächsten Morgen klingelte ganz früh das Telefon und eine Frau beschimpfte Heiner ganz bitterböse und nannte ihn einen Hundedieb.

Sie wolle ihren Pedro wieder zurück schrie sie und zwar sofort. Heiner beruhigte sie und verabredete sich mit ihr. Er nahm den Hund “Pedro” und fuhr zu dem Treffpunkt. Dort wartete schon die Frau auf ihn und nahm ihm Pedro aus dem Arm und drückte und küsste ihn.

Heiner erfuhr, das “Pedro” der Liebling der ganzen Straße war. Alle hatten ihn lieb, fütterten ihn, und nun würde der Hund bald ganz alleine sein, weil in wenigen Tagen auch noch die letzten nach hause flogen. „Und was soll dann aus unserem armen Pedro werden”?“, schluchzte sie. „Er wird doch alleine verhungern, der Kleine.“
„Ich nehme ihn mit zu mir nach Deutschland“, sagte Heiner, „da hat er gleich zwei Spielkameraden, meine Asta und meinen Arcor. Sie sind zwei ganz liebe Schäferhunde und sie werden Pedro lieb haben.“
Und der kleine Pedro schaute Heiner mit seinen braunen Kulleraugen an, sprang auf seinen Arm und schleckte in stürmisch ab.

Und so geschah es, die Familie flog mit “Pedro” nach Deutschland und das Findelkind verstand sich super mit den beiden Schäferhunden. Sehr glücklich war auch Alex, er hatte den kleinen Pedro sehr lieb und die beiden waren meistens zusammen.

Eigentlich müsste die Geschichte hier zu Ende sein, aber sie geht weiter. Fast zwei Jahre war der Hund Pedro bei seiner Familie in Deutschland und im Urlaub in Spanien, dann trennten sich Eva und Heiner. Eva blieb mit den Hunden in Spanien, Heiner mit Sohn Alex in Deutschland. Alex war traurig ohne Pedro, er sah ihn jetzt nur noch wenn er in Spanien Urlaub machte und es brach ihm fast das Herz, wenn er wieder nach Deutschland fliegen mußte.

Als Eva umzog gab sie die drei Hunde weg, und Alex konnte Pedro nicht mehr sehen. Er wurde immer trauriger und stiller. Alex wollte nicht mehr nach Spanien fliegen weil sein Pedro nicht mehr dort war, aber Heiner zog es irgendwie da hin, warum wusste er nicht.

Kaum in Spanien gelandet fuhr Heiner seine gewohnte Runde wie früher. Da, was war das, der Hund dort, der sah genauso aus wie Pedro. Und Heiner bremste, stieg aus, rief laut “Pedro” und rannte los, auf den Hund zu. Und der Hund rannte auf Heiner zu, riss ihn fast um, sprang ihm auf den Arm und schleckte sein Gesicht ab.

Ja, es war Pedro, sein Pedro. Heiner konnte es fast nicht glauben, er war überglücklich, er hatte seinen Pedro wieder. Schnell fuhr er nachhause um Alex zu überraschen. Und Alex weinte vor Freude über die Rückkehr von seinem Pedro und küsste ihn stürmisch und immer wieder.

„Wir trennen uns nie mehr sagte er zu seinem Vater und Pedro, so war es auch. Heiner, Alex und Pedro verbrachten noch viele gemeinsame glückliche Jahre. Der kleine Hund Pedro ist ein alter Hund geworden und seine Familie, Heiner und Alex, haben ihn so geliebt wie er sie geliebt hat. So endete “Pedros” Heimkehr doch noch so glücklich wie im Märchen.

Foto: © Torsten Gudescheit / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de

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Geschichte einer Sommerliebe by edithtg
1, 20 November, 2009, 5:07
Einsortiert unter: Hunde

Der Sand scheuerte zwischen ihren Zehen, wenn sie, wie jeden Tag, ihr Revier auf der Insel ablief. Am Strand fand sie manchmal Reste, die von den Badegästen zurückgelassen worden waren; in den Hinterhöfen der Restaurants durchwühlte sie den Abfall nach Brauchbarem. Wer sie sah, schenkte ihr keinen zweiten Blick. Struppiges Fell, glanzlose Augen, hängende Ohren, eingezogener Schwanz. Die Einwohner duldeten sie, die meisten jedenfalls. Mit den Jahren hatte sie gelernt, den Steinewerfern auszuweichen. Ein leichtes Hinken war die Folge davon, dass sie in ihrer Jugend nicht vorsichtig genug gewesen war. Fremde warfen ihr manchmal etwas Fressbares zu, hielten sie aber sonst auf Abstand.

Ihr Leben verlief in den immer selben Bahnen. Bis an einem schönen Sommertag ein Mann ganz allein am Strand entlang ging. Sein Gang war langsam und müde, sein Kopf gesenkt. Von Zeit zu Zeit bückte er sich, hob einen Stein auf und warf ihn ins Wasser. Als er sie erblickte, ging er in die Hocke und rief sie leise zu sich. Beim ersten Mal reagierte sie mit einem Knurren, kam nicht näher, lief aber auch nicht weg. Am nächsten Tag kam er wieder, und auch am Tag darauf. Bei der zweiten Begegnung wurde sie neugierig und sah ihm ins Gesicht, gerade in seine traurigen Augen. Dabei spitzte sie die Ohren, eines ganz hoch, das andere in der Hälfte geknickt, was ihr ein drolliges Aussehen verlieh, und ihn zum Lächeln brachte. Mehr geschah nicht, bei diesem zweiten Mal. Beim dritten Mal näherte sie sich vorsichtig seiner dargebotenen Hand, so dass sie, wenn sie sich ganz lang streckte, daran schnuppern konnte. Er roch gut, wie eine Erinnerung an die Welpenzeit.

Als sie das nächste Mal zum Strand kam, hielt sie bereits Ausschau nach dem Fremden. Kaum hatte sie ihn erblickt, begann ihr Schwanz vorsichtig zu wedeln. Diesmal ließ sie sich von ihm sogar über den Kopf streicheln und rannte spielerisch den geworfenen Stöcken hinterher. In der folgenden Zeit gewöhnte sie sich daran, dass er täglich mit ihr spielte und sie streichelte. Voller Vertrauen wälzte sie sich zwischendrin auf den Rücken und ließ sich den Bauch mit den alten Kampfnarben kraulen.

Ihr Schritt wurde stolzer, ihr Fell glänzte und ihre Augen leuchteten, wenn sie neben dem Mann am Strand entlang lief. Er erzählte ihr von seinem Leben auf der anderen Seite des Wassers und sie hörte aufmerksam zu, auch wenn sie es nicht wirklich verstand. Wie schön die Welt jenseits der Insel sei, und wie unendlich groß, davon sprach er. Mitnehmen wolle er sie, er habe ein schönes Haus und sei ganz alleine. Sehnsüchtig schweifte sein Blick dabei übers Wasser. Manchmal, wenn er im Sand saß und sprach, schien sie doch etwas zu verstehen, legte ihm die Schnauze aufs Bein und blickte ihn unverwandt an.

Eines Tages kam er nicht mehr alleine an den Strand. In seiner Begleitung waren andere Urlauber, Männer und Frauen. Sie unterhielten sich und lachten viel; er lachte am lautesten. Die Hündin lief neben der Gruppe her, keiner beachtete sie. Erwartungsvoll legte sie ihren Lieblingsstock vor seine Füße. Doch der Mann hatte kaum einen Blick für sie, strich ihr nur abwesend mit der Hand über den Kopf. Voller Hoffnung versuchte sie ihr Glück am nächsten und am übernächsten und am darauf folgenden Tag. Doch gleichgültig, ob sie ihn mit schief gelegtem Kopf ansah, ihm ein Stück Holz hinlegte oder leise bellte, mehr als eine flüchtige Berührung kam nicht von ihm. Hatte er doch jetzt Freunde, die ihm zuhörten und ihn verstanden. Besonders mit einer Frau unterhielt er sich oft, ging mit ihr auch allein am Strand spazieren, erzählte ihr von der großen Welt jenseits des Wassers. Dabei ruhten seine Augen erwartungsvoll auf ihr. Sie hörte ihm zu, legte ihm dabei die Hand auf den Arm und antwortete mit Sätzen, die er hören wollte. Am Ende des Urlaubs war sie es, die ihn von der Insel nach Hause begleitete.

Die Hündin blieb allein zurück, trug ihren Stock am Strand entlang, suchte jeden Tag dieselben Plätze auf. Oft lag sie am Strand, den Kopf auf die Pfoten gelegt, den Blick aufs Wasser gerichtet. Im Winter war dann alles wieder, wie es immer gewesen war. Sie lief ihre Runden, suchte nach Futter, war auf der Hut vor Kämpfen. Erneut verlor ihr Fell den Glanz, den Schwanz klemmte sie wieder zwischen den Hinterläufen ein. Nur manchmal, da hob sie den Kopf, schnupperte in den Wind und stellte die Ohren auf. Vielleicht, nur vielleicht, war da ein vertrauter Geruch in der Luft, wie aus der Welpenzeit.

Foto: © dalmatiner http://www.pixelio.de

Autor: Sabine Kern
kernhalsenb@aol.com

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Napoleon, du bist mein Held by edithtg
1, 13 November, 2009, 6:03
Einsortiert unter: Hunde

Schon als Napoleon zu uns kam, ahnten wir dass er ein ganz besonderer Hund war. Seine Augen schauten noch ganz verwundert in die Welt, so wie es bei kleinen Welpen ist, später änderte sich das, und er bekam einen spitzbübischen Blick.

Das kleine Bündel Hund hatte ein schwarzes braunes und weiß geflecktes Fell. Er sah so unschuldig aus, so als ob er kein Wässerchen trüben könnte, dabei hatte er es faustdick hinter seinen Schlappohren.

Napoleon war eine Mischung aus Beagle und Dackel, etwa 35 cm hoch mit krummen Dackelbeinchen und Beagleohren, aber ganz schön stämmig gebaut. Sein Vater ein Dackelhund, seine Mutter eine Beaglehündin, beide ganz lieb, wobei der Dickkopf seines Vaters und die Liebenswürdigkeit seiner Mutter zu gleichen Teilen in Napoleon vereint waren.

Am liebsten hielt sich Napoleon bei den Kühen auf, er jagte sie und bellte laut wenn sie “Muh“ machten. Doch damit nicht genug, er zwickte sie auch in ihr Euter und freute sich diebisch wenn er sie erwischte. Eines Tages, Napoleon hatte gerade wieder eine Kuh ins Euter gezwickt, trat ihn diese mit ihrem Fuß so heftig, dass der kleine Hund in hohem Bogen durch die Luft flog. Seit diesem Tag zwickte Napoleon keine Kuh mehr ins Euter.

Dafür stellte er andere kleine Dinge an, er holte wenn keiner hin sah, die Schnitzel vom Teller, versteckte Socken und zerbiss mit Begeisterung Hausschuhe. Und immer sah er so unschuldig aus, dass ihm keiner böse sein konnte.

Sein Lieblingsplatz war in der Küche auf der großen Eckbank die um den Kachelofen herum gebaut war. Dort schlief und träumte er, oft mit unserer Katze Karla die auch aus seiner Schüssel fressen durfte.

Als Napoleon größer geworden war, verliebte er sich in eine langhaarige Dackeldame und saß stundenlang vor der Haustüre wo sie wohnte. Er gab auch nicht auf als es bitter kalt wurde und er fast erfroren wäre. Hätten die Leute Napoleon nicht ins Haus geholt, er hätte mit Sicherheit nicht überlebt. Und er war so treu, das er viele Jahre immer wieder vor der Haustüre jener Dackeldame saß. Alle anderen Hunde waren schon nachhause gegangen, nur Napoleon wartete immer noch auf seine große Liebe.

Eines Tages, mein Mann schob noch eine Pizza in den Ofen und legte sich auf die Eckbank um auf die Pizza zu warten, dabei muss er eingeschlafen sein. Er wachte erst auf als ihn Napoleon am Hemd zog und wie ein Verrückter bellte. Die ganze Küche war schon voller Rauch und die Pizza schwarz und verkohlt. Napoleon bellte und zerrte an meinem Mann bis er aufstand und die Fenster öffnete. Napoleon hat meinem Mann das Leben gerettet, dieser treue Hund erkannte die Gefahr und handelte. Ohne Napoleon wäre Schlimmes passiert, das ganze Haus hätte abbrennen können.

BRANDSCHUTZ

Foto: © Sternschnuppe1 (Rike) / http://www.pixelio.de

Autor: Ursula Geier, Oktober 2009
UrsulaGeier@web.de

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Wiedergeburt ??? by edithtg
1, 17 Dezember, 2008, 1:16
Einsortiert unter: Hunde

Im Mai letzten Jahres hatte Heidi ihren fast 15 jährigen Berner Sennhund Miro für immer verloren. Die Trauer war groß.

Und jetzt hatte sie auf einer Trekkingtour in Nepal ein höchst seltsames Erlebnis: die Gruppe wandert durch eine grandiose, karge Gebirgswelt, als ihr ein Rudel Hunde entgegen kommt. Plötzlich bricht einer von ihnen aus und stürmt mit freudigem Bellen auf Heidi zu. Er richtet sich vor ihr auf, legt beide Pfoten auf ihre Schulter und „küsst“ Gesicht und Hände.

Nach dieser stürmischen Begrüßung hinterlässt er auf der Vorderseite des T-Shirts einen kräftigen, markanten „Pfoten-Abdruck“. (Es war kein Produkt des bekannten Hamburger Trekking-Ausrüsters)

Heidi hat versucht, durch zweimaliges Waschen bei 60 ° diesen Flecken zu entfernen: es ist ihr nicht gelungen!

Die Intensität ist zwar schwächer geworden – die Umrisse sind jedoch noch nach wie vor deutlich wahr zu nehmen.

Zufall????

berner_senner

Foto: © Robelio (Robert Babiak) / pixelio

Autor: Friedhelm Markmann
markmannfried@web.de

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Hundefreunde oder die Kategorisierung der Menschheit by edithtg
1, 1 Dezember, 2008, 7:14
Einsortiert unter: Hunde, Menschen

Die Menschheit lässt sich grundsätzlich in zwei Gruppen einteilen, die eine erste grobe Einschätzung mit allerdings hoher Treffsicherheit zulässt: in Hundeliebhaber und Unsympathen.

Die Hundefreunde ihrerseits trennen sich in zwei eher unversöhnliche Partien: die Katzenhasser und die restlichen Hundezugetanen. Katzenhasser sind alles andere als sympathisch, man darf sie daher ohne zu zögern in die Kategorie Unsympathen einreihen. Das erhöht nicht nur deren Zahl, sondern befördert sie zu einer veritablen Mehrheit.

Das jetzt schon als deutliche Minorität antretende Grüppchen der restlichen Kynophilen unterteilt sich wiederum in Schoßhundfreunde und Halter scharf gemachter Kampfhunde. Wer sich ausschließlich an gefährlichen, Zähne starrenden Ungeheuern ergötzen kann, wirkt im Regelfall auch selbst nicht so, dass man ihn mit größerer Sympathie bedenken würde.

Bleiben die Schoßhundfetischisten. Was an denen sonderlich liebenwert sein soll, erfreut sich keines leichten Zuganges. Wie hier schlüssig gefolgert wird, ist die Menschheit in ihrer Gesamtheit nicht zu mögen.

hundleckerli

Foto: © knipseline / pixelio

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Ein namenloser Hund sucht ein Zuhause by edithtg
1, 9 September, 2008, 9:51
Einsortiert unter: Hunde

Hallo aus Fuerteventura!

Mein Names ist … ich weiss gar nicht wie ich jetzt richtig heisse, ich habe bei meinen “Pflegeeltern” so viele verschiedene Namen, die aber alle ganz toll klingen und mir auch richtig gut tun. Ich heisse z.B.: „Schätzchen“, „Hallo Süsse“, „ Hinkefüsschen“ und bei allen Namen geht es mir gut und ich werde gestreichelt.

Aber ich erzähle Euch meine Geschichte von Anfang an:
Ich bin ungefähr 1 Jahr alt und seit dem 20.8.2008 hat mein neues Leben angefangen. Was bis dahin war, will ich Euch nicht erzähle. An dem 20. sind meine „Eltern“ die ich bis dahin hatte, mit mir ins Auto gestiegen, was für mich ganz ungewöhnlich war, denn bis dahin hat man mich nie irgendwohin mitgenommen, ich musste immer auf einem Balkon leben. Ich wusste nicht, was mich erwartet und ob ich mich freuen sollte, aber ich war schon sehr neugierig. Wir sind noch nicht sehr lange mit dem Auto gefahren, als das Fenster weit aufgemacht wurde und da wurde ich auch schon gepackt und aus dem fahrenden Auto geworfen. Ich hörte nur noch quietschende Reifen und dann kannte ich gar nicht mehr weiter denken, denn ich hatte fürchterliche Schmerzen in meinem linken Füsschen, das ich nur noch weinen konnte.

Nach ein paar Minuten beugte sich eine Frau über mich und hob mich auf und brachte mich mit ihrem Auto zur Hundestation nach La Oliva. Meine starken Schmerzen wurden etwas gelindert, als sich dort zwei ganz nette Menschen um mich kümmerten. Da war Karin, die Leiterin von der Hundestation und Simone eine junge Studentin, die gerade Ihr Praktikum dort gemacht hat. Das gerade zu der Zeit Simone da war, war für mich ein riesiges Glück, denn wie sie mich gesehen hat, hat sie sofort ihre Tante angerufen, bei der sie zur Zeit wohnt, und sie gefragt, ob sie mich mit nach Hause bringen kann. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen, denn so ist es mir erspart geblieben, das ich Tag und Nacht in einem kleinen Zwinger sein muss. Die Hundestation hat zwar Auslauf für die Hunde, da ich aber so klein bin, kann ich mit den grossen Hunden nicht zusammen sein, sie würden mich sicher beissen.

So und nun bin ich also in meinem neuen zu Hause und da gibt es so viel Neues. Da ist erst einmal „Josie“ eine ältere Hundedame (die meine Pflegemutter Christine in der Mülltonne gefunden hatte), die erst etwas eifersüchtig war, aber dann doch bald anfing mit mir zu spielen, also wir verstehen uns gut. Mit dem Kater (der übrigens auch zugelaufen ist und da ein liebevolles zu Hause gefunden hat) ist es nicht so ganz einfach, aber wir respektieren uns.

Da gibt es einen Garten, in dem man herumlaufen kann und ich muss mich daran gewöhnen, das ich auch da mein „Geschäftchen“ machen kann, und nicht mehr auf dem Balkon auf dem ich auch immer leben musste. Ich darf mit Josie im Haus herumlaufen, habe ein schönes Kissen zum Ausruhen, und ich darf sogar bei meinem neuen Frauchen oder Herrchen auf den Sessel oder das Sofa oder auch auf dem Schoss sitzen, es ist wie im Paradies.

Am selben Tag ist Simone und Christine mit mir noch zum Tierarzt gegangen, da ich immer noch Schmerzen hatte wenn man mich angefasst hat. Durch eine Röntgenaufnahme hat der Tierarzt festgestellt, das ich mir mein Füsschen gebrochen habe, aber an so einer blöden stelle, das es nicht geschient oder eingegipst werden kann. Das ist aber nicht mehr so ganz schlimm, da ich eine Spritze und Tabletten bekommen habe und nun bin ich auf 3 Füssen auch ganz schön schnell.

Leider weiss ich, das ich wieder abgegeben werden soll, da ich noch sehr jung bin und „meine Leute„ glauben, für mich auch wieder nette Leute zu finden, denn hier ist immer eine Auffangstation für Hunde, denen es so schlecht ging wie mir, und ganz sicher kommt bald wieder ein neuer Hund. Ich werde jetzt noch sterilisiert und dann bleibe ich noch 2-3 Wochen hier, aber dann wäre es schön, wenn mich jemand neues „adoptieren„ würde. Gerne würde ich bleiben, aber ich weiss, das ich platz für andere Hunde machen muss. Vielleicht gefalle ich ja einem von Euch und er/sie hat mich lieb.

Ein liebes Wau-wau
Ein namenloser Hund

Wenn jemand Ihm ein liebevolles zu Hause geben will, kann er sich mit der Autorin in Verbindung setzen:
Christine Schönung
Telefon: 0034 689 35 42 00
E-mail: fueservice@fuerteventura.de.com

Autor: Christine Schönung
fueservice@fuerteventura.de.com

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