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Ein Fuchs schlich sich wohl viele Mal`
zu Bauer Roettgers Hühnerstall.
Der Bauer hat, wie ´s sich gehört,
die Legehennen eingesperrt,
was auf besondere Weise nützt,
weil es vor Vogelgrippe schützt.
Das kam dem Roten sehr entgegen,
braucht er doch nicht zu überlegen,
welch Tierchen aus der Hühnerschar
ohn` Mühe wohl zu reissen war!
So schlüpfte denn der Mordgesell
durchs Scheunentor, wo er ganz schnell
die Beute zu erlegen dachte.
Wenngleich er vorsichtig und sachte
sich anschlich, wurde er entdeckt,
und mittels Knüppel hingestreckt.
Die Hühner nahmen´s mit Vergnügen.
Doch tags darauf sah man eins liegen,
wie´s knusprig in der Pfanne briet
und Schadenfreude so missriet.
Der Fuchs erfuhr nach der Behandlung
eine gar seltsame Verwandlung.
Er dient seitdem – wenn wenig Hitze –
dem Bauern Roettger nun als Mütze.
Zu diesem Vorfall fällt mir ein:
des einen Glück, des andern Pein.
Foto: © wrw / http://www.pixelio.de
Autor: Hans Witteborg
HWitteborg@t-online.de
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Anja Jonuleit: Herbstvergessene – Roman, München 2010, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-24788-7, Softcover/Klappenbroschur, 428 Seiten, Format: 13,5 x 21 x 3,3 cm, EUR 13,90 (D), EUR 14,30 (A)
„Ich hatte eine Mutter, der es schlicht zu langweilig war, sich um ein Kind zu kümmern. Da gab es nichts, wo sie glänzen konnte, keine Bühnen, auf den sie sich präsentieren konnte. Wissen Sie, dass sie meinen Geburtstag meistens einfach vergessen hat?“ (Seite 332)
Die Raumausstatterin Maja Sternberg, 41, hat aus gutem Grund ein überaus distanziertes Verhältnis zu ihrer Mutter, der erfolgreichen Konferenzdolmetscherin Lilli. Seit 10 Jahren haben sie sich nicht mehr gesehen, abgesehen von einer kurzen Zwangsbegegnung auf einer Beerdigung. In all den Jahren haben sie lediglich Weihnachtskarten ausgetauscht.
Aufgewachsen ist Maja in verschiedenen Internaten und bei ihrer Großmutter Charlotte. Seit deren Tod ist das Thema „Familie“ für sie erledigt. Umso überraschter ist sie, als Lilli eines Tages bei ihr anruft und sagt: „Es gibt da etwas, was ich dir sagen muss … und zeigen.“ (Seite 15)
Maja verabredet sich mit ihrer Mutter für die folgende Woche. Doch als sie in Wien eintrifft, steht sie vor verschlossener Tür. Den Grund dafür erfährt sie von der Nachbarin Erna Buchholz: Lilli Sternberg ist tot. Sie ist vom Balkon gesprungen – Selbstmord aus Angst vor Schmerzen und Siechtum. Die Kettenraucherin Lilli litt an Lungenkrebs.
Maja ist wie vom Donner gerührt. Selbstmord? Das passt so gar nicht zu ihrer Mutter. Und selbst wenn sie diese Absicht gehabt hätte … hätte sie nicht noch die paar Stunden gewartet und erst das Treffen mit ihrer Tochter hinter sich gebracht, wenn sie sie schon eigens nach Wien bestellt hat? Ob Lilli ermordet wurde? Ein Unfall kann es nicht gewesen sein, versehentlich kann man nicht über diese Balkonbrüstung fallen. Und was war es eigentlich, das Lilli ihrer Tochter so dringend mitteilen wollte?
Maja bleibt erst einmal in Wien. Die Beerdigung muss organisiert und die Wohnung aufgelöst werden. Vielleicht ergibt ja die Durchsicht des Nachlasses Hinweise darauf, was ihre Mutter in jüngster Zeit bewegt hat. Doch alles, worauf Maja stößt, ist eine Fülle von Rätseln und Ungereimtheiten. Eine Bekannte ihrer Mutter lässt ihr einen Umschlag zukommen, den diese ihr kurz vor ihrem Tod zur Aufbewahrung gegeben hat. Inhalt: Ein Schlüssel und ein Foto von Oma Charlotte mit einem Baby auf dem Arm. Das Bild trägt auf der Rückseite den Vermerk: „Wir beide in Hohehorst, März 1944“.
Hohehorst? Und wer bitte ist das Kind? Lilli kann es nicht sein, denn die war ein heller, blonder Typ, und das Kind auf dem Foto ist zweifellos dunkelhaarig. Um ein älteres Kind Charlottes kann es sich auch nicht handeln, denn das Baby auf dem Foto ist maximal vier Monate älter als Lilli. Das passt zeitlich nicht.
Lillis Geburtsurkunde, die Maja im Nachlass findet, trägt zusätzlich zur Verwirrung bei. Lilli ist im Mai 1944 in Hohehorst zur Welt gekommen. Nicht in Bremen, wie sie immer gesagt hat. Und es ist kein Kindsvater eingetragen. Aber Lillis Vater war doch Paul, Charlottes erster Ehemann, der als im Krieg vermisst gilt! Opa Gustav Benthin war „nur“ Majas Stief-Großvater. Ist Charlotte gar nicht mit Paul verheiratet gewesen?
So nach und nach dämmert es Maja, dass sie von ihrer Familiengeschichte rein gar nichts weiß. Hohehorst, das hat sie inzwischen herausgefunden, war ein Lebensborn-Entbindungsheim. Mit Sicherheit könnten die Lebenserinnerungen von Oma Charlotte Licht ins Dunkel bringen. Dass sie welche geschrieben hat, erfährt Maja zufällig am Telefon. Ein Verlag hat die ersten 50 Seiten davon zugeschickt bekommen und interessiert sich nun auch für den Rest. Nur hat Maja keine Ahnung, wo sich das Manuskript befindet. Und da der Verlag unwillig oder unfähig ist, ihr eine Kopie des Teils zuzuschicken, den er bereits vorliegen hat, ist auch von dieser Seite keine Aufklärung zu erwarten. Lillis Anwälte erweisen sich als ebenso unkooperativ und nutzlos.
Erst als Maja in Lillis Unterlagen einen Zeitungsausschnitt über einen 1950 verschwundenen Husumer Arzt findet, kommt ein wenig Bewegung in die Sache. Sie macht Roman Sartorius, den Sohn des Arztes, ausfindig. Vielleicht kann er ihr ja sagen, in welcher Beziehung sein Vater zu ihrer Mutter stand. Sie erfährt, dass Dr. Heinrich Sartorius von 1941 bis Kriegsende Belegarzt im Lebensborn-Heim Hohehorst war. Er muss also Großmutter Charlotte gekannt haben! Und sicher hat er auch gewusst, was es mit dem dunkelhaarigen und dem blonden Kind auf sich hat.
In Hohehorst muss Maja also ansetzen, wenn sie etwas über ihre Familiengeschichte erfahren will. Und Charlottes Manuskript muss sie finden. Das könnte das gewesen sein, was Lilli ihr kurz vor ihrem Tod noch hatte zeigen wollen. Aber das Rätsel ihrer Abstammung klärt noch immer nicht die Umstände, unter denen Lilli Sternberg zu Tode kam. Oder doch? Hängt beides zusammen?
Maja lässt nicht locker. Sie reist, sucht, recherchiert und befragt alle möglichen Zeitzeugen und Weggefährten ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Doch wer die falschen Fragen stellt, bekommt auch nicht die richtigen Antworten. Nichts, was sie im Laufe ihrer Ermittlungen erfährt, passt zu dem Bild, das sie von ihrer Großmutter hatte. Erst ein unbedacht dahingesagter Satz einer Wiener Bekannten ihrer Mutter bringt Maja auf die richtige Spur …
Die Wahrheit ist ebenso simpel wie ungeheuerlich – und es gibt Leute, die würden alles tun, damit diese Wahrheit nicht ans Licht kommt.
Parallel zur Geschichte von Maja Sternbergs Spurensuche erhält der Leser Einblick in das verschollene Manuskript von Majas Großmutter. Wir erfahren die tragische Geschichte ihrer großen Liebe zu Paul, einem verheirateten Mann jüdischer Abstammung. Wir erleben mit, wie sie von ihrer Heimatstadt Königsberg ins Lebensbornheim Hohehorst bei Bremen kommt und wie sie schließlich nach traumatischen Erlebnissen allein mit Kind in Lindau am Bodensee landet. Dabei sind wir nicht wirklich klüger als Maja, die sich von diesem Manuskript Klarheit über ihre Familiengeschichte erhofft. Denn wir sitzen, ohne es zu bemerken, demselben Irrtum auf wie Maja Sternberg.
Erst ganz zum Schluss fallen die Puzzleteilchen an ihre Plätze und ergeben ein vollständiges Bild der Ereignisse während der Kriegs- und Nachkriegszeit. Und dieses Bild ist für keinen der Beteiligten schmeichelhaft. Nun erfahren wir auch, was es mit dem Titel des Buchs auf sich hat, HERBSTVERGESSENE … ein weiteres gruseliges Kapitel aus dem großen Buch der Familiengeheimnisse.
Die egozentrische Lilli und die eigenbrötlerische Maja machen es einem nicht leicht, sie zu mögen. Sympathisch an Maja ist allerdings ihre Ehrlichkeit. Sie macht sich keine Illusionen über ihre Macken und Eigenheiten. Und auch nicht über ihre Beziehungen zu Männern im Allgemeinen und die zu ihrem Lebensgefährten im Besonderen. Ob man die Hauptpersonen nun ins Herz schließt oder nicht – auf jeden Fall will man eine Erklärung für all die Widersprüche in Charlottes und Lillis Biographie haben. Und so verfolgt man mit Spannung Majas Recherchen und Oma Charlottes Erinnerungen. Bis sich alles zu einem Gesamtbild fügt.
Der hollywoodreife Showdown am Ende hätte nicht unbedingt sein müssen, aber just dieser Handlungsstrang hat die Geschichte ins Rollen gebracht, und auf diese Weise findet er eben seinen übermäßig dramatischen Abschluss. Eigentlich schade – und unnötig. Die Geschichte von Charlotte, Lilli und Maja wäre auch ohne diese aufgesetzte Action spannend und interessant genug gewesen.
Für alle, die in Sachen Lebensborn-Heime ähnlich unbewandert sind wie die Heldin: Das Lebensborn-Heim Hohehorst, Heim Friesland, gab es wirklich. Die Gebäude stehen noch und dienen heute als Therapiezentrum für Drogenabhängige. Hier ein paar Aufnahmen aus dem Jahr 2010:
Herrenhaus Hohehorst, Schwanewede
Zufahrt mit Torhäusern.
Laternenaufsätze der Torpfeiler.
Foto: Quarz. Die Bild-Dateien wurden unter der Lizenz „Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen Deutschland“ in Version 3.0 (abgekürzt „CC-by-sa 3.0/de“) veröffentlicht.
Die Autorin
Anja Jonuleit, 1965 in Bonn geboren, ist Übersetzerin und Dolmetscherin. Sie lebte und arbeitete in New York, Bonn, Rom, Damaskus und München. 1994 kehrte sie mit ihrer Familie an den Bodensee zurück. Sie ist Mutter von vier Kindern. Ihren ersten Roman DAS WASSER SO KALT veröffentlichte sie 2007. HERBSTVERGESSENE ist ihr zweiter Roman.
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
Herbstvergessen, Herbstzeitlose, Lebensborn, Hohehorst, 2WW, 2. Weltkrieg, Nazis, Lebensgeschichte, Spurensuche, Experimente an Patienten
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Es knickt das vierte Bein der Spinne,
links hinten nämlich, sichtbar ein.
Beim Laufen hält sie tacktlich inne,
der Schmerz muss unerträglich sein.
Man denkt sich, echt ein armes Schwein.
Den Tag darauf quert deine Schritte,
ein Schwein mit müdem Hinterlauf.
Man merkt sofort, das ist nicht Sitte,
es tritt das Tier mit Schmerzen auf,
doch nimmt man’s ohne “arm” in Kauf.
Warum, so fragt die Sau des Bauern,
kein Mitgefühl aus Menschenmund?
Der Spinne schenkt man Tiefbedauern,
wünscht wortreich sie erholt, gesund.
Ich bin ein wahrlich armer Hund.
Foto: © Fragenus (Jerzy Sawluk) / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Es schneit schon Blätter, Fröste kichern,
das Tageslicht spürt Urlaubsdrang.
Die Gämsen wollen sich versichern
und schauen talwärts, futterbang.
Ins Heu gehn fette Murmeltiere,
der Bergfink findet sich im Schwarm.
Ein Senner greift sich an die Niere,
er hält sich mit Gebranntem warm.
Dies alles stört die Blütenkelche
in ihrem Techtelmechtel kaum.
Sie locken späte Bienen, welche
die Mittler sind im Blumentraum.
Foto: © Minimax (Erich Keppler) / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
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Ein Fuchs dünkt sich besonders schlau,
er lief nach Oberammergau,
um sich als Judas zu verdingen.
Die Leute dort ihn aber fingen
und sperrten ihn, das war gemein,
in einen Hundezwinger ein.
Da alle schwarz dort und nicht rot,
so musst er bleiben, bis er tot.
Wär´ er so schlau, wie er vermeinte,
ging er nach Osten ins vereinte
Deutschland und lebt` dort nicht schlecht
wär Schosshund von Frau Wagenknecht.
Käm´ wieder bald nach NRW
als Maskottchen dieser roten Fee.
Foto: © Helga Schmadel / http://www.pixelio.de
Autor: Hans Witteborg
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In Schönheit sterben dacht der Schwan
ist das, was ich am besten kann,
und legte sich mal probeweis
Flügel gestreckt auf ´s blanke Eis.
Vom Ufer aus hat es den Schein
als endete der Schwan sein Sein.
Man legt ihm um den Hals ´ne Schlinge,
dass man ihn so ans Ufer bringe.
Ein Schauspieler ist sehr erschreckt,
wenn man ihn aus der Rolle weckt!
Auch unserm Schwan wurde es bang,
der Strick zog ihm den Hals so lang.
Da half dann auch kein Flügelschlag
als einer seiner Wirbel brach.
In Schönheit sterben ist recht dumm,
wenn Beifall fehlt vom Publikum.
Foto: © ErdeundMeer / http://www.pixelio.de
Autor: Hans Witteborg
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Mit den Tieren reden tun viele Leute, dass sie ihnen sprachlich antworten, d.h. dass man sich mit ihnen regelrecht unterhalten kann, ist wohl außer Franz von Assisi noch niemandem so recht gelungen. In Fabeln jedoch ist dies überhaupt kein Problem. Einfach fabelhaft! So kann ich also glaubhaft mit Augenzwinkern versichern, dass sich folgende Geschichte so abgespielt hat, wie ich sie euch erzähle und wenn ihr Parallelen findet, wird sie noch glaubwürdiger.
Ein Dachs, der im Wald weithin als wunderbarer Architekt und Baumeister unterirdischer Behausungen bekannt war, hatte im Laufe seines Daseins tief im Inneren der Erde ein unübersehbares Labyrinth von Höhlen und Gängen angelegt mit etlichen Notschlupflöchern, ein wahrer Palast, ausgesprochen weiträumig angelegt. Da er zudem ein Reinlichkeitsfanatiker war, wurde es ihm mit der Zeit wirklich recht mühsam seine Behausung in dem Zustand zu erhalten, der seiner Ästhetik entsprach. Mit anderen Worten: er gab einen Teil seines Besitzes einfach auf indem er dort nicht mehr verweilte.
Eines Tages kam zufällig Reinecke Fuchs, der Listige, an einem Eingang zu dem Dachsbau vorbei. Er suchte gerade eine Unterkunft vor den kalten Wintertagen und da er im Grunde die Arbeit, sich selbst eine Heimstatt zu schaffen, verabscheute, untersuchte er den Dachsbau auf Tauglichkeit, fand ihn passend und auch unbewohnt, was ihm einigen Ärger ersparte. Kurzer Hand nahm er freudig Besitz und machte es sich für eine längere Zeit bequem. Im Gegensatz zu Dachsen sind Füchse aber nicht besonders reinlich. So ließ er Überreste seiner Mahlzeiten einfach herum liegen, ja er genierte sich nicht einmal seine Notdurft in der Unterkunft zu verrichten.
Auf diese Weise machte sich bald ein durchdringender Geruch bemerkbar, der sich durch den gesamten Bau verbreitete. Irgendwann erreichte der Gestank auch den Teil des Baues, den der Dachs noch bewohnte. Das störte Meister Grimbart gewaltig und so machte er sich auf, die Ursache dieses Desaster zu suchen. Er brauchte nicht lange herum zu irren, da stieß er auf den Teil seiner Wohnung in dem der Fuchs sich eingerichtet hatte.
Der Dachs stellte ihn wütend zur Rede: „Was fällt dir Schweinigel ein, meinen Bau so zu versauen. Da lass ich dich hier schon umsonst wohnen und du richtest so einen Mist an. Nicht nur, dass dies total unhygienisch ist, du forderst die Jagdhunde geradezu heraus und gefährdest mit deinem Benehmen unser aller Leben … du … du … MESSI, du!“
„Pah,“ antwortete der Fuchs, “ich lebe, wie es mir gefällt, da hast du mir nicht drein zu reden.“
„Wenn du selbst so eine Lebensweise betreibst, wie willst du dann deinen Kindern als Vorbild dienen? Sie werden all den Schmutz auch in ihre Gedanken aufnehmen und nie zu wertvollen Mitgliedern der Waldgesellschaft werden, schämen solltest du dich,“ giftete der Dachs.
Der Fuchs lachte ihm frech ins Gesicht, drehte ihm sein Hinterteil zu und furzte ihm zum Abschied noch auf die empfindliche Nase.
Der Dachs hatte die Schnauze voll und schwor sich nicht mehr einzumischen. Der Fuchs änderte sein Benehmen nicht sondern gab die schlechten Manieren an seine Welpen weiter. Und so blieb die Waldgesellschaft unverändert … nichts änderte sich.
Nichts? Eines Tages hörte man Hundegebell …
Foto: © Templermeister / http://www.pixelio.de
Autor: Hans Witteborg
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Es sprach erbost der Isegrim
zu Reinicke: „ ´s gibt wenig Sinn
zusammen die Behausung teilen,
du solltest hier nicht länger weilen,
benimmst wie eine Wildsau dich
und stinkst hier rum ganz fürchterlich!“
Der Reinicke drauf ziemlich spitz:
„du Grimbart bist wie Rumpelstilz,
du, dein Verwandter an dem See,
ein Gurkentrupp – oh, jemminee!“
Sie zanken sich und schlugen,
bis sie sich dann vertrugen.
Nur scheinbar – denn zur Dämmerstunde,
beginnt dann eine neue Runde.
Doch die Bewohner in dem Wald
ließ dieser Streit inzwischen kalt,
weil Pack sich häufiger wohl schlägt,
beim Sattsein sich jedoch verträgt.
So leckt man Wunden sich und Hintern,
gewinnt auch Zeit zum Überwintern.
Die Waldbewohner fröhlich singen
den Satz aus Götz von Berlichingen!
Foto: © angelsami (Uta Herbert) / http://www.pixelio.de
Autor: Hans Witteborg
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Es saß auf einer hohen Eiche
damit sie alles übersehe
und vor Gefahren rechtzeitig weiche
aufmerksam eine Rabenkrähe.
Ein Fuchs, der lang schon rumgeschnürt
,vergeblich was zu fressen suchte,
war von dem Anblick wie gerührt,
konnt´ klettern nicht, was er verfluchte.
So säuselte er voller List
die Krähe mit Worten zu betören,
wie das bei Gaunern üblich ist.
Sie war so klug nicht zuzuhören.
Der Fuchs schmeichelte und tänzelte,
verströmte aus Viola Duft
er lockte und scharwenzelte,
wollt sie verführ´n der Schuft!
Die Krähe lachte amüsiert,
dem Fuchs blieb nichts als schämen,
sie hat mit ihm auch nicht poussiert.
Ein Vorbild im Benehmen!
Foto: © beekeeper (Karin Schumann) / http://www.pixelio.de
Autor: Hans Witteborg
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Die Sonne greift zur Nachttischlampe
und geht im Westen rotgelb unter.
Ein Pferd steht träumend an der Rampe,
es wirkt so ganz und gar nicht munter.
Warum, so fragt sich der Betrachter,
träumt rampenlehnend nicht ein Bauer?
Es wäre auch noch angebrachter
fürs Schaf als Horizontbeschauer.
Doch nein, ein Pferd steht an der Rampe,
verträumt und ganz und gar nicht munter.
Die Sonne löscht die Nachttischlampe,
und geht im Westen rotgelb unter.
Foto: © Paulwip / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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