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Der Drakensberge Felsenflächen
Sind lesbar wie ein Bilderbuch.
Gemalte Lebensszenen stechen
Hervor wie Schwarz auf Leinentuch.
Das Urvolk Afrikas erzählte
Erleben, Jagd in Malerschrift.
Schamanenkunst, die nichts verhehlte
Vom Tanz bis hin zum Lanzengift.
So weiß man um die Rituale,
Die Tierwelt längst vergang’ner Zeit,
Das Haus der San im grünen Tale,
Den Buschmann der Vergangenheit.
Dem Fremden stehen Türen offen
Zum Blick auf Welten weit zurück.
Als Regenbogenkinder hoffen
Die San jedoch auf Zukunftsglück.
Foto: Lukas Kaffer. San/Bushman Rock art, Ukalamba Drakensberge, South Africa. It shows an Eland. Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext.
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Meine Freundin hat ihn “mitgebracht”, den Mann, den sie liebt. „Du musst ihn unbedingt kennen lernen“, hat sie mir am Telefon gesagt, „er ist einfach irre“.
Ich kenne meine Freundin schon fast zwanzig Jahre. Sie ist wirklich eine tolle Frau, unabhängig, fröhlich und sehr geschäftstüchtig. Geheiratet hat sie nie. Sie fand nicht den Richtigen, immer war da etwas, was sie störte. Ich war echt gespannt, wen sie mir da mitbrachte. Es musste ja ein toller Mann sein, wenn er sie so beeindruckte.
Endlich, da kamen sie beide. Sie, wie immer, elegant, charmant und sprachgewandt. Er klein, farblos und sehr ruhig, kein Adonis, eher ein Mitteldurchschnitt. Sie führte die Unterhaltung, er saß ruhig neben ihr, streichelte nur zärtlich ihre Hand und verhielt sich abwartend.
Ich war irgendwie ratlos – was war dran an dem Mann? Er sah nicht gut aus, er redete fast nichts, er war einfach nur da! Mein Gott, dachte ich so für mich, was für ein Langweiler! Nein, so einen Mann würde ich nicht geschenkt haben wollen. Was um alles in der Welt fand sie an diesem Menschen?
Wie sich im Gespräch herausstellte, konnte er nicht mal tanzen, reisen war auch nicht sein Ding. Er konnte eigentlich nur zuhören. Ob er vielleicht ein guter Liebhaber ist? Aber den Gedanken verwarf ich schnell. So sah er nicht aus.
Was er wohl beruflich mache, fragte ich ihn. „Hm, sehr viel und breit gefächert“, sagte er. Mann, war das eine Pfeife! Na ja, ich musste ihn ja nicht haben.
Meine Freundin lobte ihn in den höchsten Tönen, seine exzellenten Kochkünste, sein großes Organisationstalent, obendrein sei er ein Finanzgenie. Aha, dachte ich, er ist wahrscheinlich ein Börsenmakler oder Studienrat, hat einen eher trockenen Beruf der Gute. Dieser Mensch war nicht Fisch und nicht Fleisch, eine seltene Gattung Mann.
Endlich ging der kleine Nachmittagsplausch zu Ende. Ich war froh, so einen öden Nachmittag hatte ich lange nicht mehr gehabt!
Nach zwei Tagen rief mich meine Freundin an und fragte mich, wie ich ihn fände.
„Muss ich das wirklich sagen?“, fragte ich zurück. „Nein, musst du nicht. Ich weiß wie wundervoll er ist. Seit ich ihn habe, stimmt bei mir alles. Er kocht, er putzt, er kauft ein, er macht die Wäsche, und er braucht ganz wenig Haushaltsgeld. Und billig ist er noch dazu, er nimmt nur 1200 Euro im Monat. Ich muss ihn ganz schnell heiraten, bevor mir dieses Juwel von einer Anderen weg geschnappt wird.“
Ich lachte und lachte, so hatte ich lange nicht mehr gelacht. Der tolle Typ war ein “Hausmann”. Darauf wäre ich nie gekommen, und ein kleines bisschen neidisch war ich schon auf meine Freundin. Sie hatte Recht, so einen Mann gibt es nicht alle Tage, die haben schon Seltenheitswert.
Foto: © artoid (Franz Schneider) / http://www.pixelio.de
Autor: Ursula Geier
UrsulaGeier@web.de
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Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Autorinnen und Autoren,
am 28. Februar fliege ich geschäftlich nach Barcelona. Am 6. März bin ich, wenn alles gut geht, wieder zurück. In der Zwischenzeit geschieht hier redaktionell nichts. Ich werde weder Zeit noch Gelegenheit haben, am Blog etwas zu tun. Vermutlich habe ich dort nicht einmal Internetzugang. Beiträge und Kommentare, die in der Kalenderwoche 9 eingereicht werden, sehe und bearbeite ich also erst nach meiner Rückkehr.
Zu beneiden braucht mich übrigens niemand. Eine Gaudi wird das keinesfalls. Ich werde von dieser schönen Stadt nicht sehr viel mehr sehen als Besprechungsräume.
Bis dann!
Edith von den Tiergeschichten
Foto: © dreams4ever (Eva Kaliwoda)/ http://www.pixelio.de
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Die besten Weblogs in deutscher Sprache sind wir in der Kategorie „Tiere“ momentan auf Platz 23. Wie subjektiv oder repräsentativ so eine Auswahl auch immer sein mag – dass wir zu den besten zählen, das lesen wir natürlich gern.
Edith von den Tiergeschichten
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Ein zarter Duft lag in der Luft und die ersten Blumen lugten bereits zaghaft aus der Erde. Ja es roch nach Wärme, Sonne und Licht. Es wurde Frühling.
Herr und Frau Klopfer mit ihren drei Hasenkindern schauten gutgelaunt aus ihren Gruben mitten in den weiten Feldern. Es war Zeit rauszugehen.
Die kleinen Hasen hoppelten vorsichtig aus ihrem Unterschlupf und begannen sich dann fröhlich zu jagen. Mutter Klopfer mahnte zur Vorsicht:
„Passt auf, dass ihr euch nicht gleich verletzt!“
„Lass sie doch“, meinte Papa Klopfer und strich sich mit den Pfoten über das linke Ohr. „Sie wollen ihr junges Leben genießen“.
Er schaute aber auch aufmerksam über das weite Feld ob nicht ein Fuchs oder eine Katze unterwegs war.
„Komm Hops, wir spielen fangen“, schrie Hoppel begeistert. Das kleine Hasenmädchen war völlig begeistert von ihrer neuen Freiheit. Im Bau war es eng geworden.
„Lass ihn, der träumt schon wieder!“, lachte Mümmel der Hasenbruder und jagte seine Schwester die kichernd Haken schlagend davon rannte.
Der kleine Hops wollte nicht mehr fangen spielen, er beobachtete vorsichtig einen bunten Schmetterling der sich auf einem Narzissenkelch niedergelassen hatte.
‚Wenn ich auch so fliegen könnte, ich würde ganz weit weg fliegen und mir die ganze Welt ansehen’, träumte Hops und schon sah er sich im blauen Himmel dahin gleiten wie eine Feder.
„Hops, träum nicht! Wenn du draußen spielst, musst du immer dein Umfeld im Auge haben. Merk dir das!“, sagte der Papa der plötzlich neben ihm saß.
„Ja Papa, mache ich“, sagte Hops schuldbewusst. Er war der kleinste unter den drei Kindern und auch der Verträumteste. Mama und Papa mahnten ihn ständig, nicht immer vor sich hinzudenken und unachtsam zu sein. Die Gefahr war groß und Hops wusste das.
„Papa, du hast uns gestern eine Gute-Nacht-Geschichte über Ostern erzählt, aber ich bin eingeschlafen.“
„Ostern? Ach ja das waren noch Zeiten. Früher haben die Menschen noch an etwas geglaubt, sie hatten Liebe und Phantasie, der Osterhase und Nikolaus waren wichtige Botschafter für diese schönen Feste. Heute glaubt kein Mensch mehr an uns.“
„Was hat der Osterhase denn gemacht?“ fragte Hops neugierig.
„Wir sind losgezogen und haben Eier in den Gärten der Menschen versteckt und die Kinder haben sie gesucht und sich gefreut“.
„Wie schön, das war sicher lustig. Die armen Kinder bekommen jetzt keine Eier mehr?“
„Die wissen doch gar nicht mehr, wo die Eier herkommen“, sagte Papa.
„Warst du auch ein Osterhase?“, fragte Hops.
„Nein das war auch schon vor meiner Zeit, mein Großvater, der alte Klopfer, hat es erzählt.“ Papa schaut mit seinen großen braunen Augen auf einmal ganz traurig.
„Wenn mich nicht alles täuscht ist es morgen wieder soweit, ich hab da so meinen Riecher.“
„Das fühlt man im Herzen, Hops“, flüsterte ihm der Papa zu.
„Kommt essen“, rief die Mama und alle hoppelten schnell zu ihrem Bau zurück. Frisches Gemüse gab’s heute, ausgegraben aus den Feldern.
Beim Essen dachte Hops immer an den Osterhasen. Das war ein schöner Name und seine Bedeutung klang wichtig. ‚Ich möchte auch ein Osterhase sein. Warum kann man nicht einfach wieder an etwas glauben? Wenn die Kinder mich sehen werden sie sicher wieder Liebe und Freude in sich fühlen’. Hops war ganz aufgeregt bei dem Gedanken und nahm sich fest vor, den Papa später noch ein bisschen auszufragen.
Beim Abendkuscheln hockte sich Hops gleich zu dem Papa.
„Du Papa, ich möchte Osterhase werden, was muss ich machen?“
Mama Klopfer wurde gleich ganz aufgeregt.
„Nein, Hops, das ist zu gefährlich. Die Menschen würden dich erschießen oder du wirst vorher schon überfahren oder vom Fuchs gefressen. Die Bauernhöfe hier in der Gegend haben Hunde und Katzen.“
„Aber Mama“, weinte Hops und sah zu Papa hin. Der schüttelte leicht mit dem Kopf.
„Die Mama hat Recht. Sei vernünftig, Hops! Und jetzt geht alle ins Bett!“
Als die Hasenkinder in ihrer engen Nische zusammenrückten sagte Mümmel leise zu Hops: „Du immer mit deinen Einfällen! Du solltest lieber lernen, wie man sich versteckt wenn Gefahr droht!“
Hops konnte nicht einschlafen. Er wollte Osterhase werden und gleich morgen würde er sich einen Plan überlegen.
‚So schwer wird das nicht sein. iIch habe viel Phantasie’, freute sich der kleine Hase, und dann fielen ihm auch die Augen zu.
Der nächste Tag war wunderschön. Die Sonne schien vom wolkenlosen Himmel und Familie Klopfer wollte einen Ausflug zu einer saftigen Wiese unternehmen. Hops wollte eigentlich nicht lügen, aber sein Entschluss stand beim Aufwachen fest.
„Könnt ihr nicht ohne mich gehen? Mir ist schlecht, ich mag nichts essen.“
Hops schob seine Karotte weg, obwohl er Hunger hatte. Mama Klopfer schaute ihm gleich besorgt in die Augen und fühlte ob seine Ohren heiß waren.
„Dann bleibe ich bei dir, mein Kleiner“, meinte die Mama.
„Nein Mama du musst mit“, weinte Hoppel, „ich will nicht, dass du daheim bleibst“.
Das kleine Hasenmädchen hing noch sehr an der Mama.
„Bitte geht ohne mich, ich lege mich hin und schlafe fest und wenn ihr wieder zurück kommt bin ich ganz der alte“, bettelte Hops und legte sich gleich in seine Schlafecke. Der Papa schaute ihn sehr intensiv an und Hops schämte sich für das Lügen aber es musste sein, diese Gelegenheit musste er nutzen.
Endlich, nach großen Ermahnungen und vielen Nasenstupsern, verließ die Familie den Bau und Hops blieb erleichtert zurück.
‚So, jetzt muss ich ganz fest überlegen. Papa sprach von Eiern, die kann ich in dem Bauernhof holen der gleich in der Nähe ist, dann werde ich weitersehen’, dachte Hops und seine kleine Nase zuckte ganz schnell.
Hops fraß noch schnell seine Karotte vom Frühstück und schaute vorsichtig aus dem Bau. Die Luft war rein und Hops hüpfte los Richtung Bauernhof.
Der große Bauernhof hatte einen Hühnerstall und Hops hatte die freilaufenden Hennen schon öfters aus der Ferne beobachtet. Papa hatte seinen Kindern schon mal erklärt, dass Hühner Eier legen. Vorsichtig hüpfte Hops über den verwaisten Hof, alles war ruhig, kein Hund oder Katze zu sehen.
Der Hühnerstall stand offen und Hops lugte um die Ecke. Da saßen die Hennen auf einen Balken in einer Reihe und gackerten um die Wette. Ein weißes Huhn bemerkte den kleinen Hasen als erste.
„Was willst du denn hier“, schimpfte sie, und die anderen Hühner schauten ihn neugierig an.
„Ich heiße Hops und bin der Osterhase“, erklärte Hops mutig. „Ich wollte euch fragen, ob ich ein paar Eier von euch haben kann damit ich diese an die Kinder verteilen kann, damit sie wieder an mich glauben.“
„Hihi, so was aber auch, schaut euch diesen Spinner an“, gackerte ein braunes Huhn mit weißen Federn. „So was verrücktes hab ich ja noch nie gehört, da lachen ja die Hühner“ Die ganzen Hennen schrien jetzt laut und schüttelten sich vor Vergnügen.
Hops war enttäuscht von diesen hysterischen Viechern und wollte schon einen Rückzieher machen, als plötzlich ein prächtiger Hahn um die Ecke bog und ihn anstarrte.
„Seid still“, sagte er zu seinem Harem und die Hennen verstummten sofort.
„So, so, du bist also der Osterhase. Dachte immer, es gibt euch nicht mehr. Egal, gebt ihm drei von den neugelegten Eiern, damit er seine Arbeit erledigen kann“
Der schöne bunte Hahn trat sehr bestimmt auf und das weiße Huhn zeigte mit dem Schnabel auf ein Heunest. Hops hüpfte hin und sah drei wunderschöne Eier liegen.
‚Die nehme ich gleich mit’, dachte Hops erfreut. Aber als er sie mit seinen kleinen Pfoten packen wollte, kullerten sie gleich zurück in ihre Mulde.
„Die kann ich nicht tragen“, jammerte Hops. „Wie soll ich die denn zu den Kindern bringen?“
„Ein Osterhase muss das eigentlich wissen“, belehrte ihn der Hahn, der schon langsam ungeduldig wurde. „Nimm das kleine Bastkörbchen hier in der Ecke, damit holt die Bäuerin unsere Eier.“
Hops hüpfte zu dem Körbchen und schlug seine scharfen Vorderzähne in das weiche Material. Eine Henne half ihm, die Eier in das Körbchen zu schieben. Die anderen sahen schweigend zu.
„Ich danke euch von ganzen Herzen, ihr seid wirklich sehr nett und hilfsbereit zu mir. Ich bin ein Anfänger und mache das zum ersten Mal“ erklärte Hops verlegen.
„War anzunehmen“, krähte der Hahn. „Jetzt mach dich auf den Weg, du hast dir ja viel vorgenommen. Viel Glück!“
Hops nickte und bedankte sich noch einmal. Er hüpfte mit dem Korb im Maul aus dem Hühnerstall und machte sich vorsichtig auf den Weg. Sein nächstes Ziel war die kleine Siedlung hinter dem Acker. Da würden hoffentlich Kinder wohnen.
Hops schwitzte schon nach ein paar Metern. ‚Was bin ich doch dumm! So einfach kann man kein Osterhase werden. Die hatten sicher einen richtigen Beutel oder Korb auf dem Rücken und sie wussten genau was sie machen mussten. Ich weiß gar nichts.’
Hops kam der Weg immer länger vor und er musste auf halbem Weg eine Pause machen. Der Korb wurde immer schwerer und seine Zähne taten ihm schon weh.
’Ich muss es schaffen’, dachte Hops und setzte sich kurz ins weiche Gras. Ich habe meine Eltern angelogen und eigentlich die Eier und den Korb gestohlen, ich bin ja ein feiner Osterhase.
Hops nahm den Korb wieder vorsichtig auf und hüpfte weiter. Als er das erste Haus erreichte, war er so erschöpft, dass er schon zitterte. Auf der gepflasterten Terrasse brach Hops fast zusammen. Der Korb fiel im aus dem Maul und fast wären die Eier auch noch rausgekullert.
Jetzt weinte Hops herzzerreißend. „Mama“, schluchzte er vor sich hin.
Plötzlich ging die Terrassentüre auf und ein Mann und eine Frau kamen heraus.
„Sieh dir das an, ein Häschen!“, sagte die Frau völlig verdutzt.
Ihr Mann schaute überrascht unseren Hops und den Bastkorb mit den Eiern an. Hops sah aus als würde er jeden Moment in Ohnmacht fallen vor Angst.
„Mama, Papa, wo seid ihr?“, schrie eine helle Kinderstimme aus dem Haus und schon stand ein kleiner blonder Junge auf der Terrasse.
„Der Osterhase!“, schrie er begeistert und rannte auch schon auf unseren Hops zu. Der erwachte aus seiner Schreckstarre und schlug einen Haken und hoppelte so schnell er konnte über die Wiese Richtung Bauernhof, fetzte über den weiten Acker und lief und rannte Richtung Heimat. Dabei hörte er immer wieder was der kleine Junge gesagt hatte: „Der Osterhase, das ist der Osterhase!“
Als er endlich völlig erschöpft und ausgelaugt in seinem Bau ankam, verkroch er sich sofort in seine Ecke und verschnaufte. Jetzt ging es ihm wirklich schlecht und er wollte nur seine Ruhe haben. Hops fielen die Augen zu. Er schlief so tief, dass er erst wieder erwachte als seine Familie von ihrem Ausflug zurück kam.
„Hops, mein Kleiner, wie geht es dir denn?“, fragte die Mama ganz besorgt.
Seine Familie stand um ihn rum, die Geschwister ganz verschwitzt vom vielen Spielen. Da brach es aus Hops heraus, er erzählte seiner überraschten Familie alles, sein Vorhaben, seine Lügereien, sein Abenteuer im Hühnerstall und das Erlebnis auf der Terrasse und wie der kleine Junge ihn genannt hatte.
„Er sagte, ich bin der Osterhase“, endete Hops seine Geschichte.
Der Papa sah seinem Jungen tief in die Augen. „Hops, es war nicht richtig uns anzulügen und dass du dich in Gefahr begeben hast. Ich muss aber auch sagen dass du wirklich ein tapferer kleiner Kerl bist und wir sehr stolz sind was du gewagt hast. Du hast an etwas geglaubt und dem Kind wieder Phantasie und Freude geschenkt. Das ist genau die Aufgabe eines Osterhasen. Ich bin sehr stolz auf dich.“
Der Papa richtete sich auf. „Hops hat uns gezeigt, dass wir eine Aufgabe haben. Wir werden den Osterhasen wieder aufleben lassen, wir werden losziehen und Hoffnung, Freude und Spaß zu den Menschen bringen, damit sie sich wieder auf das Fest freuen. Nächstes Ostern werden wir losziehen und in der Zwischenzeit werden wir uns gut vorbereiten, damit es uns etwas leichter fällt als dir, Hops. Seid ihr damit einverstanden?“
Ein Jubel ging durch den Hasenbau und die Kinder hüpften fröhlich um ihre Eltern rum.
„Hops, du bist unser Osterhase“, schrie der kleine Mümmel und alle lachten und strahlten.
Hops sprang vor Freude hoch in die Luft.
„Es lebe der Osterhase, hurra!“
Foto: © El-Fausto (Harry Hautumm) / http://www.pixelio.de
Autor: Barbara Pronnet barbarapronnet@web.de
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Nur welkes Gras und Dornenzweige,
Der Platz ernährt ein Dutzend Ziegen.
Dank Felsen auf des Hanges Neige,
Kann Thabo dort im Schatten liegen.
Konservendosen, lose Drähte,
Die Böden alter Plastikflaschen,
Verbindet er, dreht Wickelnähte,
Setzt Schrauben, Schlingen, Ösen, Laschen.
Zwei Wochen werkt er, biegt und schneidet,
Dann rollt das Ding aus Abfalltonnen.
Von allen Kindern jetzt beneidet,
Hat Thabo viel für sich gewonnen.
Foto: © tokamuwi / http://www.pixelio.de
PS: Jetzt hab ich vom Autor noch ein Foto Original-Drahtautos bekommen, um das es in dem Gedicht geht. Eine interessante Konstruktion, in der Tat! Das Bild aus der pixelio-Datenbank lasse ich trotzdem drin. Ich hab’s dort schon verlinkt; es zu entfernen wär jetzt ein Umstand. EN
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Erwartung, aufgeregtes Hoffen,
Schon sind die gut bewachten Schranken
Zur großen Tiererkundung offen.
Man lobt Herrn Krugers Schutzgedanken.
Drei Tage Spannung, Abenteuer,
Die Kamera zeigt vollen Speicher,
Um Baobab, Savannenfeuer
Aus eigner Sicht fürs Leben reicher.
Die letzte Nacht im Paradiese,
Ein Holzhaus lädt zum Übernachten.
Du überblickst die Uferwiese,
Kannst Fluss und Busch und Wald betrachten.
Da poltert es wie Donnergrollen.
Ein Rüssel greift, die Äste knicken,
Der graue Riese schöpft aus Vollem,
Entzieht sich Schritt für Schritt den Blicken.
Hyänen üben sich im Lachen,
Der Löwe kündet sich mit Brüllen,
Das Warzenschwein umwirbt die Bachen,
Ein Affe greift nach Samenhüllen.
Der Holzveranda Höhenlage
Eröffnet dir Naturgeschehen.
Du wünschst zum Ton der Eulenklage,
Der Abend möge nie vergehen.
Foto: Rob Hooft. Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren. Es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen Umschlagtext und keinen hinteren Umschlagtext.
Autor: Ingo Baumgartner
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Einsortiert unter: Sonstige
Eigentlich wollten wir nur eine Kleinigkeit essen und landeten bei dem Hasenbebeles-Verein. Da war heut ganz schön was los und sogar Lose wurden verkauft,klar nahmen wir auch ein paar. Es wurde ein richtig schöner Abend und irgendwann wurden dann die Losnummer aufgerufen die gewonnen hatten.
Tatsächlich, die Nummer 359 hatte gewonnen und sogar den Hauptpreis! Ja, das war doch meine Nummer! Einen Hauptpreis, den hatte ich noch nie gewonnen. Ich freute mich riesig.
Und da kam er schon der Hauptgewinn, in einem großen Karton wurde er mir überreicht. Ein Karton der sich bewegt und noch dazu schwer ist, was kann das denn sein, dachte ich und schaute vorsichtig hinein. Klar, es konnte doch nur ein Hase sein, schließlich waren wir beim Hasenbebeles-Verein. Er sah wunderschön aus, so wie der Hase von Dürer. Kennt jeder, denke ich mal.
Der Hase sei ein Rammler, sagte mir der Vorstand vom Verein und zwinkerte mir zu. Da sei für Nachwuchs bestens gesorgt. Er heiße “Hase”, meinte er noch und sei ein Prachtexemplar.
Am nächsten Tag bauten wir einen Hasenstall, gaben Heu und Futter hinein und freuten uns, weil unsere Kinder total begeistert von dem neuen Hausgenossen waren. Der Hase wurde schnell größer. und eines Tages war die Stalltüre offen und der Hase verschwunden.
Die Kinder suchten ihn überall und fanden ihn nicht weit vom Haus in einem Feld. Dort hockte er und ließ sich auch einfangen.
Eigenartiger Weise wurde der Hase immer dicker und riss sich auch noch Haare aus. Komisch, dachte ich, das machen doch nur Häsinnen. Kann nicht sein, dachte ich, das ist doch ein Rammler. Ich rief bei dem Hasenbebeles-Verein an und fragte nach. Die Antwort: “Klar ist es ein Rammler, was denn sonst?”
Nach wenigen Wochen lagen zwei allerliebste kleine Hasenkinder im Stall. Sie waren genauso schön wie der Rammler, der kein Rammler war. Und ich hatte den Verdacht, dass ich veräppelt worden war. Aber die Kleinen waren so niedlich, dass mir das gar nichts ausmachte. Und die Kinder freuten sich über die beiden Hasen.
Abbildung: Albrecht Dürer: „Junger Hase“. Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Autor: Ursula Geier
UrsulaGeier@web.de
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Einsortiert unter: Rosmaringo
Der Büffel äst im Ufergrün,
Ein Kudu kaut im Schatten wieder.
Der Madenhacker setzt sich kühn
Im Maul der Panzerechse nieder.
Der Hügelkette Gräserflor
Neigt sanft sich blauen Flüssen zu.
Zikaden zirpen schrill im Chor,
Der Riedbock pflegt noch Mittagsruh.
Hluhluwe schwingt im Luftgeflirr
Zum Höhepunkt des Sonnenstands.
Vor Hitze schützt das Baumgewirr
Im Nahbereich des Uferrands.
Der Abend erst lockt Warzenschwein
Und Pavian zum feuchten Kies
Des Tümpels. Letzter fahler Schein
Wünscht gute Nacht dem Paradies.
Foto: © Claudia Brefeld / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
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Einsortiert unter: Katzen
„Warum“, fragt Mowgli, „haben die Menschen Waffen?“
„Ich weiss es nicht.“ antwortet Miezka, „Uns genügen unsere kleinen Krallen zum Jagen. Wir brauchen keine grossen Pranken oder Reisszähne. Denn wir Katzen haben eine Waffe, die ist viel mächtiger als alle Waffen, welche die Menschen gebaut haben, bauen, oder jemals bauen werden.“
„Und welche Waffe ist das?“
„Welche das ist? Nun, da erzähle ich dir am besten die Geschichte einer Liebe im Feuer.“
***
Blackberry fühlte sich ziemlich unbehaglich. Es war viel zu heiss hier. Zwar wehte immer ein Wind vom Meer, aber die Sonne war viel stärker hier, als er es gewohnt war. Viel zu dicht und zu lang war sein Fell für dieses Klima. Der Kater war die Hitze nicht gewohnt und sie machte ihm zu schaffen. Seine Vorfahren stammten aus einem kalten Land, das die Menschen Norwegen nannten. Denn obwohl er es nicht wusste, war er ein direkter Nachkomme der Katzen, die auf dem Drachenboot des Leif Erikson gewesen waren. Er hatte über diese Fahrten schon Gerüchte gehört, aber etwas genaues wusste er nicht.
Jetzt war er auf dieser langweiligen Insel. Es gab bei den Menschen zwar sehr vieles, was ihn interessiert hätte, aber die machten einen furchtbaren Aufstand, wenn er an bestimmten Plätzen auftauchte. Dann wurde er von dort vertrieben. Nur das Flugfeld mied er von sich aus. Den grossen Flugzeuge mit ihren lauten Propellern mochte er nicht zu nahe kommen. Jeden Tag flogen viele Fugzeuge ab und kamen wieder. Manchmal kamen weniger wieder, dann gab es eine Aufregung bei den Menschen, die Blackberry nicht verstand. Es war auf dem Schiff, mit dem er hierher gekommen war, viel interessanter gewesen. Dort hatten einige der Mannschaft öfter mit ihm gespielt.
Foto: © Gosia (Gosia Patyk)/ http://www.pixelio.de
Seit er mit Roger auf diese Insel gekommen war, bestand immer diese hektische Betriebsamkeit bei den Menschen. Also stromerte er immer wieder auf der Insel, aber auch da war es langweilig. Und immer diese Hitze. Zwar wehte immer ein Wind, aber viel Milderung brachte das nicht. Roger war viel beschäftigt, trotzdem kümmerte er sich um den Kater, wo er nur konnte. Nur seit einigen Tagen war Roger ziemlich seltsam. Oft verschwand er mit anderen in einer Baracke. Da blieb er dann stundenlang und kam immer nachdenklich wieder. Seit das passiert war, flogen auch kaum noch Flugzeuge.
Aber heute schien ein besonderer Tag zu sein. Ein Schiff war angekommen. Es kamen oft Schiffe hier an, aber diesmal machten die Menschen scheinbar ein Geheimnis daraus. Sie taten ganz geheimnisvoll und achteten diesmal nicht auf den Kater, der herumschlich. Ein Riesending wurde ausgeladen und auf das Flugfeld gebracht.
Der Kater beobachtete alles von weitem, auf das Flugfeld traute er sich nicht. Er wollte sich lieber anders den Tag vertreiben. So lief er gelangweilt wieder an den Strand.
Mäuse jagen konnte er nicht, denn hier auf dieser Insel gab es keine. Manchmal kamen Krabben aus dem Wasser mit denen man spielen konnte. Nur aufpassen musste man, denn einmal hatte eine Krabbe Blackberry am Ohr erwischt und das war ziemlich schmerzhaft gewesen. Er hatte sie zwar abschütteln können und nichts weiter war passiert, doch war er seitdem vorsichtig mit den gepanzerten Krabblern.
Heute waren sehr viele am Strand, denn vor einigen Tagen hatte es einen Taifun gegeben und viele waren an Land gekommen. Immer wieder versuchte der Kater eines der scherenbewehrten Dinger umzudrehen und zu beschnüffeln. Und er machte sich einen Spass daraus, sie festzuhalten, wenn er es trotz ihrer Scheren fertiggebracht hatte, sie auf den Rücken zu drehen. Er roch, dass unter dem Panzer schmackhaftes Fleisch war, aber er konnte die Panzerung nicht aufbrechen.
Nach einiger Zeit hatte er genug und lief zurück. Roger war noch nicht da und so machte es sich Blackberry in der Baracke gemütlich. Es dämmerte schon als Roger zurückkam und Blackberry erst mal etwas Futter hinstellte. Danach gab es eine ausgedehnte Steichel- und Kraulstunde. Der Kater fing an zu schnurren und sich an Roger zu reiben. Er würde zwar später wieder rausgehen, aber jetzt genoss er die Zuwendung.
Es war schon dunkel und Roger las noch irgendwelche Papiere durch, als der Kater energisch verlangte, nach draussen gelassen zu werden. Roger war irgendwie nicht bei der Sache und reagierte so ziemlich verspätet, was ihm einen vorwurfsvollen Blick von Blackberry einbrachte.
Draussen war alles ruhig, wie immer, nur auf dem Flugfeld war die Beleuchtung an. Blackberry konnte erkennen, dass in einem der Flugzeuge ebenfalls noch Licht war. Es war eben jenes, in das die Menschen das grosse Ding verladen hatten. Einer der Menschen arbeitete darin, aber Blackberry konnte nichts genaues erkennen. Seltsam war das schon, aber der Kater hatte hier schon so of seltsame Dinge erlebt, dass er der Sache nicht weiter auf den Grund gehen wollte. So schlich er weiter zwischen den Baracken und ins Gebüsch. Aber ausser einigen kleine Echsen gab es hier nichts besonderes zu entdecken.
Mitten in der Nacht machte er sich wieder auf den Heimweg. Plötzlich blieb er erstaunt stehen und duckte sich ins niedrige Gras. Das Flugfeld war hell erleuchtet und eine Menge Menschen hatten sich versammelt. Was sollte das, es war doch mitten in der Nacht?
Es blitzte ein paar mal. Der Kater kannte das, Roger hatte das auch einmal mit ihm gemacht. Er nannte das „Foto“. Blackberry konnte dieses „Foto“ überhaupt nicht ausstehen, aber die Leute auf dem Flugfeld waren ja noch ein Stück entfernt.
Plötzlich wurde es laut. Das Flugzeug hatte die Motoren angeworfen und die Propeller begannen sich zu drehen. Blackberry blieb wo er war und flüchtete nicht, denn das hatte er schon sehr, sehr oft gesehen. Nur, wohin wollten sie jetzt mitten in der Nacht? Es hatte zwar schon oft Nachtflüge gegeben, aber dann waren immer sehr viele Flieger gestartet. Heut nicht, es war nur dieses eine, mit dem Ding an Bord.
Die Motoren dröhnten fast schmerzhaft in des Katers empfindlichen Ohren. Dann drehte der Flieger und rollte in Richtung Startbahn. Das Dröhnen wurde immer lauter, als das Flugzeug zu rollen begann und immer schneller wurde.
Blackberry hatte schon unzählige Starts miterlebt und erwartete, dass das Flugzeug jeden Moment abheben würde, doch das tat es nicht. Es wurde immer schneller und schneller und erst als es fast am Ende der Startbahn war, hob es ab. Der Kater hatte genug gesehen und wollte wieder nach hause. Eine zeitlang sah er dem Flieger noch nach, bis dieser in der Nacht verschwunden war.
***
Kazumi war die ganze Nacht unterwegs gewesen. Jetzt war es Zeit nach hause zu gehen. Im Osten begann es bereits zu dämmern. In der Nacht war sie in der Stadt gewesen, aber jetzt war es Zeit nach hause zu gehen. Sie wohnte bei einer Menschenfamilie in einiger Entfernung von der Stadt und der Weg nach hause war noch weit. Viele Vögel erwachten jetzt und die Katze lauschte ihrem Gesang. Auf Vogeljagd wollte sie aber jetzt nicht gehen, sie war müde und wollte schlafen. Noch über zwei kleinere Hügel, dann würde sie das Haus sehen können. Immer heller wurde es und sie freute sich schon auf ihr Frühstück und einen ausgiebigen Schlaf.
Plötzlich hörte sie direkt vor sich ein lautes Rascheln. Sofort spitzte sie die Ohren und ging in Lauerstellung. Etwas war da zwischen den Steinen. Noch einmal raschelte es.Völlig bewegungslos verharrte die Katze. Da bewegte sich etwas unter den Steinen. Fast war es nicht erkennbar, doch Kazumis scharfe Katzenaugen sahen sehr wohl den grossen Käfer, der sich zwischen einigen Steinen und Gräsern weiterschob.
Sie wartete erst mal ab. Bevor der Käfer wieder zwischen den Steinen verschwinden konnte, schnellte Kazumi vor und bekam ihn zu fassen. Er war ziemlich gross, fast grösser als Kazumis Pfote und sehr stark. Er wand sich und zappelte. Kazumi liess ganz kurz los und wollte ihn wieder fassen, aber der Käfer war sehr schnell und fast wieder hinter den Steinen verschwunden, als sie ihn wieder zwischen die Krallen bekam. Und noch mal liess sie los und sofort danach wieder zuzupacken. Diesmal erwischte sie ihn sofort. Das Spiel ging so eine Weile und endlich hatte sie genug. Sie biss zu und wollte den Käfer fressen, liess es aber dann doch bleiben, denn mit einem mal fing der Käfer fürchterlich an zu stinken. Nein, da würde sie zuhause besseres Futter bekommen.
Ausserdem hatte sie das Zwischenspiel ziemlich aufgehalten. Es war jetzt bereits heller Tag, die Sonne war aufgegangen und sie wollte eigentlich jetzt zuhause sein. Ganz aus der Ferne hörte sie sehr leise aus der grossen Stadt die Sirenen heulen. Das hatte sie schon oft gehört und sich nie etwas dabei gedacht. Die Menschen waren jedes Mal sehr aufgeregt, aber es war noch nie etwas passiert. Und richtig, nach einiger Zeit hörte das Geheul auf.
Kazumi lief weiter, als sie ein leises Brummen hörte. Es kam aus der Luft. Auch das kannte sie. Es waren die Flugzeuge der Menschen. In der Stadt fürchteten sie sich davor, aber Kazumi verstand nicht, warum. Dem Geräusch nach flog das Flugzeug auch in grosser Höhe, daher kümmerte sich die Katze nicht weiter darum. Noch einen Hügel, dann war sie zuhause. Sie dachte an Aiko und wie sie von ihr liebevoll umsorgt wurde.
Jetzt konnte sie schon die Kirschbäume sehen, die in einiger Entfernung vom Haus standen. Sie wollte auf die Bäume zulaufen, da traf sie der Blitz. Sie wusste nicht, wie ihr geschah, alles war für einen kurzen Moment in furchtbar blendend helles Licht getaucht. Dann fühlte sie eine sengende Hitze auf ihrem Rücken und roch wie ihr Fell verbrannte. Es traf sie ein fürchterlicher Schlag und es wurde dunkel um sie.
Langsam kam sie nach einiger Zeit wieder zu sich. Sie wollte aufstehen, aber es gelang ihr nur sehr mühsam. Was war da passiert? Es war dunkel, fast Nacht. Endlich kam sie wieder auf die Beine. Ihr war seltsam zumute. Der ganze Rücken schmerzte und es roch nach Rauch. Auch sehen konnte sie nicht gut, ihre Augen hatten von dem Blitz wohl Schaden genommen, obwohl der ja hinter ihr gewesen war.
Sie machte einige Schritte, die ihr ziemlich schwerfielen. So gut sie konnte, schaute Kazumi sich um und erkannte die vertraute Umgebung nicht mehr. Bäume hatten ihr Laub verloren, an verschiedenen Stellen brannte es und das Haus bestand nur noch aus Trümmern. Unter Schmerzen drehte sie den Kopf in Richtung der Stadt. Dort, wo die Stadt gewesen war, erhob sich eine pilzförmige Wolke bis in den Himmel. Überall war Feuer und Rauch. Die Sonne war weg, es war finster. Irgendwie schaffte die Katze es, zu den Resten des Hauses zu kommen. Sie hatte fürchterlichen Durst.
Überall lag geborstenes Gebälk und Mauerwerk. Und inmitten des Chaos hörte sie ein Stöhnen. Das war die Stimme von Aiko. Sie lag unter einigen Balken, blutend und verdreckt. Kazumi kroch über die Trümmer zu Aiko und schmiegte sich ganz eng an sie. Sie hatte Angst, wie sie es noch nie erlebt hatte. Als die Katze bei Aiko war, beruhigte sich die ein wenig, hörte auf zu stöhnen und streichelte Kazumi über den Kopf. So lagen sie einige Stunden und keine Hilfe kam.
Der Durst wurde immer schlimmer, aber Aiko hatte sich trotzdem etwas erholt und versuchte, die Balken wegzuschieben, die über ihr lagen. Und tatsächlich gelang es ihr, sich Stück für Stück freizuarbeiten.
Der Himmel wurde immer dunkler und ein seltsamer Geruch lag in der Luft. Dann fing es zu regnen an. Eigentlich wäre der Regen willkommen gewesen, denn dann könnten sie beide den Durst stillen, aber der Regen war schwarz und die Tropfen fielen sehr schwer. Kazumi wollte das nicht trinken. Sie roch die Gefahr, die von dem schwarzen Regen ausging und fing an, Aiko anzumaunzen. Diese erkannte, dass die Katze sie warnen wollte und versuchte, sich unter den Trümmern des Daches von dem Regen zu schützen. Stunde um Stunde blieb Aiko mit Kazumi unter den Dachresten und sie fragten sich, was wohl passiert war. Eine Antwort darauf hatten sie nicht.
Kazumi ging es jetzt wieder etwas besser, trotz des verbrannten Rückens und sie schnüffelte unter den Trümmern. Und irgendwo roch es nach frischem Wasser. Ja, da waren diese Glasflaschen in denen Aiko immer frisches Wasser abgefüllt hatte, seit es vor langer Zeit mit den Sirenen losgegangen war. Sie maunzte und kratzte daran, bis Aiko aufmerksam wurde und danach schaute. Endlich Wasser! Obwohl sie fürchterlich Durst hatten, trank Aiko nicht alles, sondern nur sehr wenig und gab auch Kazumi nicht viel, denn sie wussten nicht, wie lange sie noch hier ausharren mussten.
Ob es Tag oder Nacht war, wussten Aiko und Kazumi nicht, es blieb finster. Und irgendwann hörten sie Stimmen. Mehrere Leute waren da und riefen. Und Aiko antwortete.
***
Es gab eine grosse Aufregung bei den Menschen. Etwas war passiert und alle waren wie in einem Freudentaumel. Auch Roger wirkte irgendwie erleichtert und Blackberry war sehr froh darüber. Vor vielen Tagen war das Flugzeug, das er nachts hatte abfliegen sehen, am gleichen Tag wieder zurückgekommen. Einige Tage später war noch einmal unter den gleichen geheimnisvollen Umständen ein anderes Flugzeug gestartet. Dann war lange Zeit nichts mehr passiert. Doch nun herrschte so etwas wie Aufbruchsstimmung. Viele der Menschen waren an Bord der Schiffe gegangen und die Schiffe waren ausgelaufen.
Roger war mit dem Kater geblieben, obwohl sich Blackberry nichts sehnlicher wünschte, als wieder von dieser trostlosen Insel wegzukommen.Und genau danach sah es jetzt aus. Er würde wieder an Bord eines Schiffes sein und dann ging es nach hause. Der Tag kam, an dem sie sich einschifften. Doch was den Kater verwunderte, war, dass die Fahrt nach Norden ging und nicht nach Osten, wo sie hergekommen waren.
Nach Tagen legte das Schiff an einem Hafen an und der Kater fand sich in einer fremden Welt wieder. So etwas hatte er noch nie gesehen. Das war eine Stadt der Menschen, aber sie war vollkommen zerstört. Überall roch es nach Brand und Tod. Feuer war keines zu sehen, aber Blackberry spürte, dass hier etwas furchtbares passiert sein musste. Als er mit Roger an Land ging, sah er viel Hoffnungslosigkeit in den Gesichtern der Menschen.
Irgendwo waren wieder Baracken aufgestellt worden und Roger bezog eine davon. Er war den ganzen Tag damit beschäftigt, sich die Zerstörungen anzusehen und sich Notizen zu machen. Für den Kater hatte er daher jetzt weniger Zeit. Der streifte den Tag über durch die Ruinen. Jagen konnte er hier nicht, es gab einfach nichts mehr, aber zu entdecken war so viel.
Einige Tage später stromerte er am Stadtrand umher, wo die Zerstörung nicht so gross war. Viele Menschen hatten sich da versammelt, es wurde Essen und Wasser ausgegeben. Ein grosses Zelt war aufgebaut und darin wurden die Verletzungen der Menschen behandelt. Auch einfache Betten waren aufgestellt auf denen Menschen schliefen.
Vorsichtig schlich sich der Kater durch die Reihen der Betten. Doch was war das? Neben dem Bett einer jungen Frau lag eine Katze. Ihr weises Fell war am Rücken ganz verbrannt und die Haut vernarbt. Vorsichtig schlich Blackberry näher. Die Katze bemerkte ihn und wandte ihm den Kopf zu. Sie schaute ihn aus traurigen Augen an und liess zu, dass Blackberry immer näher kam. So, wie sie aussah, musste sie Schlimmes durchgemacht haben.
Blackberry war jetzt bei ihr und begann ihr ganz vorsichtig das Fell zu lecken. Jetzt bemerkte die Frau in dem Bett, dass da noch eine Katze war und sagte etwas in einer fremden Sprache. Blackberry verstand viel von dem, was Roger sagte, aber das, was die Frau sagte, verstand er nicht. Doch er spürte, dass die Frau beruhigende Worte sprach, daher lies er es auch zu, dass sie ihn streichelte.
Den ganzen Tag über blieb Blackberry bei der Katze und der Frau. Erst am Abend lief er wieder zu der Baracke und zu Roger. Der wunderte sich, wo der Kater so lange geblieben war, machte aber sonst kein weiteres Aufheben dazu.
Die folgenden Tage war Blackberry jeden Tag bei der Katze von der er inzwischen wusste, dass sie Kazumi und die Frau Aiko hiess. Irgendwie fühlte sich Aiko besser, seit Blackberry da war und sich um sie und Kazumi kümmerte, obwohl er nur ein Kater war.
Roger war jeden Tag in der zerstörten Stadt unterwegs, manchmal mit einigen anderen. Und oft machten sie „Foto“. Wozu interessierte den Kater nicht. Irgendwann kam Roger auch an den Stadtrand. Und genau dort entdeckte er Blackberry, wie er gerade in das Zelt lief. Er folgte dem Kater, da er sowieso auch hinein wollte. Den Schreibblock in der Hand betrat er das Zelt. Blackberry lief zielstrebig durch das Zelt, als wüsste er genau, wo er hinwollte.
Roger war ganz erstaunt, als er sah, dass Blackberry zu einer weissen Katze mit verbranntem Rücken zulief und sie nach Katzenart begrüsste. Dann liefen die beiden Katzen auf ein Bett zu auf dem eine Frau sass. Die Frau sagte etwas, streichelte beide und sie sprangen der Frau auf den Schoss. Roger hatte die ganze Szene erstaunt beobachtet, dann beschloss er, die Frau anzusprechen. Langsam kam er dem Bett näher. Die Frau schaute ihn erst angstvoll, dann erstaunt an. Hier im Sanitätszelt waren eigentlich nur Ärzte, Offiziere hatte sie hier noch nie gesehen. Was wollte der von ihr?
Da sprang Blackberry von ihrem Schoss lief zu Roger und rieb sich an seinen Beinen. Jetzt begriff Aiko, der Kater gehörte zu dem Offizier. Der beugte sich zu ihr herunter und sagte nur: „Hello.“ Das verstand Aiko und sie antwortete:“ Konnichiwa.“ Roger kannte das Wort, es bedeutetet ungefähr „Guten Tag“. Ansonsten war eine Verständigung nur sehr schwer möglich, aber mit vielen Gesten gelang es Aiko und Roger so etwas wie eine holprige Unterhaltung zustande zu bringen. Blackberry war jetzt wieder bei Kazumi und hatte sich neben sie gelegt.
Von dem Tag an besuchte Roger jeden Tag Aiko. Immer wieder gelang es ihm, soviel Zeit zu erübrigen, dass es für einen Besuch reichte. Blackberry war sowieso immer bei Kazumi und Aiko. Der ging es mit der Zeit immer besser und der Tag kam, an dem sie nicht mehr in dem Zelt bleiben konnte. Doch wohin sollte sie gehen? Das Haus ihrer Eltern war zerstört und beide tot. Die Ärzte und Sanitäter konnten ihr dabei nicht helfen.
Mit Kazumi auf dem Arm ging sie langsam durch die Strassen. Ohne dass sie es selbst bemerkt hatte, war sie einfach Blackberry gefolgt, der einige Meter vor ihr lief. Und Blackberry lief ganz einfach zu Roger. Aber das wusste Aiko nicht, deshalb war sie ziemlich erstaunt, als sie vor der Baracke stand und Blackberry miauend um Einlass rief. Und noch erstaunter war sie, als Roger die Tür öffnete. Der sagte gar nichts und nahm sie nur in seine Arme.
Blackberry huschte hinein und ganz langsam folgte Aiko. Kazumi sprang sofort von Aiko’s Arm und rannte mit völliger Selbstvertändlichkeit zu Blackberry, als ob sie immer schon hier gewesen wäre. Und Roger und Aiko erkannten, dass die beiden Katzen inmitten des Chaos das Schicksal ihrer beiden Herzen besiegelt hatten. So stellen sich die Katzen über all den Zwist der Menschen, denn sie sind in vielen Dingen menschlicher als die Menschen selbst. Sie tun das auf leisen Pfoten und öfter als die Menschen das erkennen können und sie verlangen nichts dafür.
Foto: This image is a work of a U.S. military or Department of Defense employee, taken or made during the course of an employee’s official duties. As a work of the U.S. federal government, the image is in the public domain.
Autor: Mike
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