Gespeichert unter: Rosmaringo
Bauer Hubers Schwein plagt Grippe,
Hier am Hof der erste Fall.
Abgeschirmt von seiner Sippe
Fiebert es im Ferkelstall.
Schadenfreude zeigen Hennen,
Gackernd necken sie die Sau.
Sie, die diese Krankheit kennen,
Geben sich nun neunmalschlau.
Bald schon fleht der Huberbauer
Virus tragend selbst um Ruh.
Um die Therapie zu straffen,
Legt man ihm das Schwein dazu.
Foto: © Knipsermann (Ernst Rose)/ http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Gespeichert unter: Vögel
Vor wenigen Tagen wachte ich von einem lauten Geschrei auf. Ich schaute aus dem Fenster und sah einen Vogel der auf dem Dach des Nachbarn saß und heftig schimpfte. Der ganze Vogel zitterte und bebte, so regte er sich auf.
Er war schwarz und seinem Aussehen nach ein Rabe. Ich kannte ihn schon ein paar Jahre, er wohnte immer in der großen Tanne hinter unserem Haus. Sein Gesang war nicht sonderlich schön, aber dafür konnte er nichts. Raben können nicht melodisch singen, sie krähen halt, das ist allgemein bekannt.
Dieses Mal krähte der Vogel nicht, nein, er schrie förmlich. Das ganze Unrecht dieser Welt lag in seiner Stimme, die sich fast überschlug, so aufgebracht war er. Ich verstand seine Wut, hatte man ihm doch so mir nix, dir nix, seine Wohnung weggenommen und ihn und seine Familie zu Obdachlosen gemacht.
Sein ganzes Elend schrie er heraus und die Menschen die draußen auf ihren Balkonen und in ihren Gärten standen waren ratlos.
In das Vogelgeschrei mischte sich das bösartigen Geräusch einer Motorsäge, die den wunderschönen Baum in Nachbars Garten einfach absägte. Eine herrliche Tanne war es gewesen, gerade gewachsen ein wunderschöner Anblick, und die Heimat einer Rabenfamilie.
Jahre lang hatte sie dort gestanden und jetzt wurde sie abgesägt. Fast neun Meter war sie hoch geworden und das Nest der Rabenfamilie befand sich oben in der Tannenspitze. Unsere Vogelfamilie war heimatlos geworden, das stimmte mich traurig.
Ich bewunderte den Raben wie er so laut und zornig schimpfte und sich nicht beruhigen wollte. Fast zwanzig Minuten zeterte er auf dem Hausdach des Nachbarn und wollte nicht aufhören. Kein Wunder, seine Kinder waren dort geboren und aufgewachsen und jetzt, wenige Wochen vor Weihnachten, hatte er kein Heim mehr.
Ich weiß nicht wie ein Rohrspatz schimpft, aber ein Rabe übertrifft ihn sicherlich. Ich wünsche dem Raben, dass er bald wieder einen schönen großen Tannenbaum findet, wo er mit seiner Vogelfamilie in Ruhe leben kann. Und manchmal wünsche ich mir, dass ich so schimpfen könnte wie jener Rabe.
Foto: © Migueldelapopo / http://www.pixelio.de
Autor: Ursula Geier, November 2009
UrsulaGeier@web.de
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Gespeichert unter: Bücher | Schlagworte: Festrede, Rede, Vorlesegeschichten, vorlesen, Vortrag, Weihnachten, Weihnachtsfeier, Weihnachtsgeschichten, Weihnachtszeit
Gregor Schürer: Dschingel bellt – Geschichten für die Weihnachtszeit, Norderstedt 2009 Herstellung und Verlag: Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8391-3915-8, Softcover, 68 Seiten. Format: 14,8 x 21 x 0,5 cm, EUR 4,90.
Weil der Autor bei seinen Lesungen immer wieder gefragt wird, ob es seine Weihnachtsgeschichten denn auch als Buch gebe, die Stories aber bislang „nur“ in verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften und Kurzgeschichtensammlungen verstreut publiziert wurden, hat er sie nun zu einem weihnachtlichen Band zusammengefasst.
14 Geschichten sind es, entstanden in einem Zeitraum von 22 Jahren: Humorvolles, Skurriles, Himmlisches, Tierisches, Geheimnisvolles rund um die besinnliche Jahreszeit. Und manche Beiträge sind einfach zum Weinen schön.
Die Zugfahrt: Wo ist der bärtige alte Herr hingekommen, der eben noch mit dem jungen Vater zusammen im Zugabteil saß? Ist da Übernatürliches im Spiel?
Der Weihnachtsspaziergang: Beim Gassigehen mit dem Hund bleibt ein Mann vor einer Krippe im Schaufenster stehen. Dass das Jesuskind ihn angelächelt hat, das muss er sich eingebildet haben. Oder?
Ein unvergessliches Weihnachtskonzert: „Unmöglich, diese Banausen mit ihren schnurlosen Telefonen!“, regt sich der Erzähler auf, als so ein wichtigtuerischer Jungmanager das Weihnachtskonzert mit dem Klingeln seines Handys stört. Doch es kommt noch schlimmer! – Warum dieses Konzert dem guten Mann unauslöschlich in Erinnerung bleiben wird und weshalb er nichts davon seiner Familie erzählt, verrät uns der Autor in dieser amüsanten Geschichte.
Frohe Weihnachten, Nummer 13.497: Oma Schulte verbringt die Weihnachtsfeiertage notgedrungen allein, die Familie wohnt einfach zu weit weg. Hat wirklich soeben ein durchgefrorenes Weihnachtsengelchen bei ihr ans Fenster geklopft?
Es schneit nicht im August: Die kleine Susanne ist todkrank und freut sich schon so auf Weihnachten. Das kommende Weihnachtsfest wird sie aber aller Voraussicht nach nicht mehr erleben.
Der Gameman: Keinen Gameboy, sondern einen Gameman wünscht sich der neunjährige Cornelius zur Weihnachten. Doch der viel beschäftigte Vater versteht die Botschaft nicht …
Dschingel bellt: Moos für die Weihnachtskrippe wollen Vater und Tochter im Wald holen. Dabei finden sie jedoch etwas ganz anderes. Nachdem man diese Geschichte gelesen hat, wird man beim Weihnachtslied „Jingle Bells“ auf einmal ganz merkwürdige Assoziationen haben …
Gefrorene Sterne: Die kleine Sabine kann nicht einschlafen. Da taucht eine geheimnisvolle Gestalt in ihrem Zimmer auf und bietet an, ihr eine Frage zu beantworten, auf die noch nie jemand Auskunft geben konnte …
Horn-Sivan und das frierende Jesuskind: Sivan heißt der Ochse, der im Stall zu Bethlehem Zeuge von Christi Geburt wird. Gerne würde er das frierende Kind wieder zudecken, aber mit seinen ausladenden Hörnern kann er das heruntergefallene Tuch nicht aufheben. Da naht himmlische Hilfe – und die hat unerwartete Folgen.
Das entlaufene Pferd und der doofe Otto: Was die vierjährige Nora noch nicht versteht, das reimt sie sich zusammen. Dabei kommt’s zu allerlei putzigen Missverständnissen. Ihr Vater staunt, ihr Bruder wundert sich – und der Leser schmunzelt.
Heilig Abend 2106: Was wäre, wenn Jesus in 100 Jahren noch einmal auf die Welt käme? Der Autor entwickelt ein skurriles und durchaus vorstellbares Szenario.
Die geheimnisvolle Dose: Was bewahrt Oma nur in der Porzellandose auf ihrem Nachttisch auf? Den Schlüssel zur Vorratskammer vielleicht? Dort lagern die Weihnachtsplätzchen. Eines Nachts fast sich der kleine Enkel ein Herz, krabbelt aus dem Bett und sieht heimlich nach …
Weihnachten ist Muttertag: Anfang Dezember kommt Oma aus dem Krankenhaus und zieht erst einmal zu ihrem Sohn und dessen Familie. Die Enkel sind begeistert: Weihnachtsschmuck basteln, Plätzchen backen Karten spielen – das macht mit Oma noch mal so viel Spaß. Alle freuen sich aufs Weihnachtsfest. Doch das verläuft ganz anders als geplant …
Heilig Abend in Stalingrad, Weihnachten in Kunduz: Soldat Marcel schreibt aus Afghanistan einen Weihnachtsbrief an seinen Großvater, der ihm seinen Glücksbringer aus Stalingrad überlassen hat. Sehr berührend!
Wer stimmungsvolle Weihnachtsgeschichten sucht, der liegt mit dieser abwechslungsreichen Sammlung richtig. Viele der Kurzgeschichten sind auf Lesungen „vortragserprobt“ und eignen sich durch Umfang und Erzählweise bestens dazu, auf Weihnachtsfeiern oder im Familienkreis vorgelesen zu werden. Ob Sie ein jüngeres, älteres oder gemischtes Publikum zum Lachen oder Nachdenken bringen möchten oder ob Sie es zu Tränen rühren wollen: Hier finden Sie für jeden Zweck die richtige Geschichte. Natürlich spricht auch nichts dagegen, dass Sie es sich gemütlich machen und die abwechslungsreichen Weihnachtsgeschichten in aller Stille alleine genießen.
Der Autor:
Gregor Schürer schreibt seit vielen Jahren als Journalist und Autor. Der gebürtige Schwabe lebt mit Frau und zwei Töchtern in Heimersheim an der Ahr (Rheinland-Pfalz). Er hat zahlreiche Geschichten in Anthologien veröffentlicht und diverse Preise und Auszeichnungen erhalten.
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
„Heut will ich euch die Geschichte vom Feuermännchen erzählen“, sagte eines Abends unsere gute alte Tante Minna; “ sie ist zwar ein bissel gruselig, aber ich will sie euch doch erzählen.
Ihr müsst wissen, zu Hause in Pankenbrück hatten wir einen großen Kachelofen, so einen recht altmodischen grünen Kachelofen. Und blanke Haken hatte er, um nasse Kleider dran aufzuhängen, und eine Warmröhre mit einer Messingtüre hatte er auch. Ich sage euch Kinder, es war ein Prachtstück von einem alten Kachelofen!
Und was das herrlichste war, es wohnte ein Feuermännchen drin, ein wirklich gelbes Teufelchen. Wenn man unten die Tür aufmachte und die rote Glut einem entgegenschlug, konnte man ihn deutlich hüpfen und springen sehn, hopp, hopp, immer durch die Flammen durch, hinüber und herüber. Manchmal machte er auch einen ganz lächerlichen Spektakel. Er amüsierte sich, die Holzstücke, die nicht gleich brennen wollten, knack, mitten durchzubrechen, spuckte wohl auch die Flammen, dass sie sprühten und zischten, und kicherte vernehmlich hinterher. Kurz und gut, er war eben ein rechtes Teufelchen, wie alle andern Feuermännchen auch sind.
Doch nun kommt meine Geschichte.
Einmal nämlich musste ich eine Mausefalle aufstellen. Im Eckschrank in der Wohnstube hatte das Brot ein ganz verdächtiges Loch gehabt. Ich briet ein Stück Speck hübsch knusprig und legte es in die Falle. Am andern Morgen war der Speck weg, die Falle aber zu und von einem Mäuschen nix zu sehen. Grete und ich schüttelten verwundert die Köpfe; bloß der Fritz, der sich über nichts wunderte, lachte unbändig, so dass wir schon glaubten, er habe das Mäuschen wieder laufen lassen. Er sagte aber nein, und da er ein wahrhaftiger Junge war, musste wir ihm schon glauben. Ich machte ein neues Stück Speck zurecht und richtete die Falle zum zweiten Male. Aber es ging wie vorher: Speck weg, Maus weg, Falle zu! Das ging nicht mit rechten Dingen zu!
Ich machte mir nun mein Bett auf dem Sofa in der Wohnstube zurecht und wollte aufpassen. In der Falle roch wieder ein saftiges Speckstückchen. Ich legte mich hin und blinzelte von Zeit zu Zeit hinüber, aber es blieb alles still.
Wenn der Vollmond nicht so hell ins Zimmer geschienen hätte, wäre mir die Zeit gewiss recht lang geworden. Endlich hörte ich Trippelschrittchen, und – Kinder, da hatten wir die Bescherung! Da kam mein Mäuschen, aber nicht allein, es hatte einen artigen Kavalier bei sich, nämlich unser leibhaftiges Feuermännchen. Der ging an die Falle, hielt zierlich und geschickt das Fallbrettchen hoch, Mäuschen holte den Speck, und als sie außer Gefahr war, ließ das Kerlchen vorsichtig den Deckel wieder fallen. Ich sah belustigt zu, mit welchem Appetit sie dann den Speck verzehrten, und spitzte die Ohren, was sie wohl sonst noch machen würden.
Ich brauchte nicht lange zu warten, bis sie ihre drolligen Spiele anfingen. Mitten auf der Diele war ein großer weißer fleck, den hatte der Vollmond dorthin gemalt. Da begannen sie ihre Kunststückchen. wie die geschicktesten Turner und Seiltänzer sag’ ich euch!
Einmal war Feuermännchen der Reiter und Maus das Pferdchen. Hui, ging’s immer rundum, ohne Sattel und Zaum. Nein, das hättet ihr wirklich sehn müssen! Von Mäuschens kleinen Ohren bis zu Mäuschens Schwanzspitze lief das behände Männchen hin und her, vorwärts und rückwärts, dass sein gelbes Röckchen sich um ihn bauschte und die roten Schuhe klapperten. Dabei schoss er noch Köpfchen und schlug Räder dabei; ich sage euch, mir wurde ganz wirbelig dabei.
Oder Maus lief ihrem Kameraden blitzschnell durch die Beine, rechtsum, linksum, sprang ihm unversehens über den kopf weg, wieder durch die Beine und lief ihm endlich davon. Dann begann ein tolles Haschen über Stuhl und Tisch, oben und unten; von der Gardinenstange aufs Fensterbrett, von dort auf die Sofalehne oder quer über die Kommode, bis sie sich endlich hatten und müde waren. Dann setzten sie sich artig auf eine Fußbank und streichelten und küssten sich wie richtige Liebesleute.
Bald aber tollten sie wieder wie vorher. Das dauerte so eine gute Stunde; da ging der Mond weg, und Maus und Feuermännchen verschwanden im Ofen, unten, wo schon lange eine Kachel fehlte. Na, nun wusste ich Bescheid und nahm mir vor, da nun einmal das Mäuschen unserm Feuermännchen sein Schatz war, ihr nix Böses zu tun. Im Gegenteil, Grete musste jeden Tag ein Puppenschälchen voll Milch vor das Ofenloch stellen; und ich tat ab und zu auch noch einen andern guten Bissen hinein; wusste ich doch, dass auch Feuermännchen kein Kostverächter sei.
Bald war das Mäuschen so zahm, dass es sich auch am Tage hervorwagte, ja, es stellte sich zu den Mahlzeiten ein und trug manch Häppchen zu ihrem Schatz ins Ofenloch. Wir nannten sie Frau Grisegrau und hatten sie alle lieb.
Wenn Vollmond war, ließ es mir keine Ruhe; eine Nacht wenigstens musste ich ihrem übermütigen Treiben zusehen. Auch dem Fritz und der Grete machte ich mal im Wohnzimmer ihr Bett auf; aber die dummen Göhren schliefen immer ein und wussten am andern Morgen nix vom Feuermännchen und nix von Frau Grisegrau.
So lebten wir ein paar schöne Jahre zusammen; und wenn die Bratäpfel in unserm alten Ofen schmorten und draußen der Sturm ging, erzählte ich den Kindern neue Kunststücke von Feuermännchen und Grisegrau, und sie guckten vergnügt ins Ofenloch und sahen das Teufelchen lustig flackern und springen.
Doch nun kommt’s traurig, Kinder, denn alles Schöne hat im Leben mal ein Ende. Eines Tages lag unser Mäuschen tot vor ihrem Loche. Ein fremder Kater hatte sich hereingeschlichen und es erwischt. Ich verjagte ihn, aber ich kam zu spät. Ich blieb im Wohnzimmer, und als der Mond kam, sah ich unser Feuermännchen klagend um die Leiche gehen. Zuletzt nahm er sie auf den Rücken und ging langsam den gewohnten Weg durch die Kachel.
Im Ofen war noch Glut, ich bückte mich, um hineinzusehen, da war er schon mit seiner lieben Grisegrau mitten drin. Hellauf loderten die Flammen, die die kleine Maus begraben sollten; ganz stille hockte das Feuermännchen daneben und sah zu. Mir war ganz traurig zumute, als ob mir was liebes gestorben wäre … Bei uns im Hause wurde es auch still, seitdem Feuermännchen und Griesegrau nicht mehr zusammen spielten. Der Fritz kam zu den Soldaten und die Grete wurde Erzieherin weit weg in Ungarn.
Für mich allein mochte ich keine Bratäpfel mehr in den alten Kachelofen legen, und auch das Feuermännchen habe ich seit jener Nacht nicht wieder gesehen.
Foto: © hofschlaeger (Stephanie Hofschlaeger)/ http://www.pixelio.de
Autor: Paula Dehmel
(geb. 1862, † 1918)
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Gespeichert unter: Hunde
Der Sand scheuerte zwischen ihren Zehen, wenn sie, wie jeden Tag, ihr Revier auf der Insel ablief. Am Strand fand sie manchmal Reste, die von den Badegästen zurückgelassen worden waren; in den Hinterhöfen der Restaurants durchwühlte sie den Abfall nach Brauchbarem. Wer sie sah, schenkte ihr keinen zweiten Blick. Struppiges Fell, glanzlose Augen, hängende Ohren, eingezogener Schwanz. Die Einwohner duldeten sie, die meisten jedenfalls. Mit den Jahren hatte sie gelernt, den Steinewerfern auszuweichen. Ein leichtes Hinken war die Folge davon, dass sie in ihrer Jugend nicht vorsichtig genug gewesen war. Fremde warfen ihr manchmal etwas Fressbares zu, hielten sie aber sonst auf Abstand.
Ihr Leben verlief in den immer selben Bahnen. Bis an einem schönen Sommertag ein Mann ganz allein am Strand entlang ging. Sein Gang war langsam und müde, sein Kopf gesenkt. Von Zeit zu Zeit bückte er sich, hob einen Stein auf und warf ihn ins Wasser. Als er sie erblickte, ging er in die Hocke und rief sie leise zu sich. Beim ersten Mal reagierte sie mit einem Knurren, kam nicht näher, lief aber auch nicht weg. Am nächsten Tag kam er wieder, und auch am Tag darauf. Bei der zweiten Begegnung wurde sie neugierig und sah ihm ins Gesicht, gerade in seine traurigen Augen. Dabei spitzte sie die Ohren, eines ganz hoch, das andere in der Hälfte geknickt, was ihr ein drolliges Aussehen verlieh, und ihn zum Lächeln brachte. Mehr geschah nicht, bei diesem zweiten Mal. Beim dritten Mal näherte sie sich vorsichtig seiner dargebotenen Hand, so dass sie, wenn sie sich ganz lang streckte, daran schnuppern konnte. Er roch gut, wie eine Erinnerung an die Welpenzeit.
Als sie das nächste Mal zum Strand kam, hielt sie bereits Ausschau nach dem Fremden. Kaum hatte sie ihn erblickt, begann ihr Schwanz vorsichtig zu wedeln. Diesmal ließ sie sich von ihm sogar über den Kopf streicheln und rannte spielerisch den geworfenen Stöcken hinterher. In der folgenden Zeit gewöhnte sie sich daran, dass er täglich mit ihr spielte und sie streichelte. Voller Vertrauen wälzte sie sich zwischendrin auf den Rücken und ließ sich den Bauch mit den alten Kampfnarben kraulen.
Ihr Schritt wurde stolzer, ihr Fell glänzte und ihre Augen leuchteten, wenn sie neben dem Mann am Strand entlang lief. Er erzählte ihr von seinem Leben auf der anderen Seite des Wassers und sie hörte aufmerksam zu, auch wenn sie es nicht wirklich verstand. Wie schön die Welt jenseits der Insel sei, und wie unendlich groß, davon sprach er. Mitnehmen wolle er sie, er habe ein schönes Haus und sei ganz alleine. Sehnsüchtig schweifte sein Blick dabei übers Wasser. Manchmal, wenn er im Sand saß und sprach, schien sie doch etwas zu verstehen, legte ihm die Schnauze aufs Bein und blickte ihn unverwandt an.
Eines Tages kam er nicht mehr alleine an den Strand. In seiner Begleitung waren andere Urlauber, Männer und Frauen. Sie unterhielten sich und lachten viel; er lachte am lautesten. Die Hündin lief neben der Gruppe her, keiner beachtete sie. Erwartungsvoll legte sie ihren Lieblingsstock vor seine Füße. Doch der Mann hatte kaum einen Blick für sie, strich ihr nur abwesend mit der Hand über den Kopf. Voller Hoffnung versuchte sie ihr Glück am nächsten und am übernächsten und am darauf folgenden Tag. Doch gleichgültig, ob sie ihn mit schief gelegtem Kopf ansah, ihm ein Stück Holz hinlegte oder leise bellte, mehr als eine flüchtige Berührung kam nicht von ihm. Hatte er doch jetzt Freunde, die ihm zuhörten und ihn verstanden. Besonders mit einer Frau unterhielt er sich oft, ging mit ihr auch allein am Strand spazieren, erzählte ihr von der großen Welt jenseits des Wassers. Dabei ruhten seine Augen erwartungsvoll auf ihr. Sie hörte ihm zu, legte ihm dabei die Hand auf den Arm und antwortete mit Sätzen, die er hören wollte. Am Ende des Urlaubs war sie es, die ihn von der Insel nach Hause begleitete.
Die Hündin blieb allein zurück, trug ihren Stock am Strand entlang, suchte jeden Tag dieselben Plätze auf. Oft lag sie am Strand, den Kopf auf die Pfoten gelegt, den Blick aufs Wasser gerichtet. Im Winter war dann alles wieder, wie es immer gewesen war. Sie lief ihre Runden, suchte nach Futter, war auf der Hut vor Kämpfen. Erneut verlor ihr Fell den Glanz, den Schwanz klemmte sie wieder zwischen den Hinterläufen ein. Nur manchmal, da hob sie den Kopf, schnupperte in den Wind und stellte die Ohren auf. Vielleicht, nur vielleicht, war da ein vertrauter Geruch in der Luft, wie aus der Welpenzeit.
Foto: © dalmatiner http://www.pixelio.de
Autor: Sabine Kern
kernhalsenb@aol.com
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Gespeichert unter: Katzen
Kater Momo ist ein ganz besonderer Kater. Über ihn habe ich einige Geschichten geschrieben. Hier ist eine davon.
Kater Momo gehörte zur Rasse der Siam-Katzen, ein alter Thai-Kater also, der etwas Mystisches hatte. Kater Momo fuhr gerne im Auto mit und erschreckte uns manchmal fast zu Tode, nämlich dann wenn er sich heimlich ins Auto schlich und auf dem Rücksitz wartete bis das Auto los fuhr, um dann mit einem kühnen Sprung auf dem Vordersitz zu landen und uns mit seinen großen blauen Augen unschuldig an zu schauen.
Kater Momo liebte nur einen Menschen und das war Danny, mich maunzte er manchmal an, aber mit Danny „redete“ er sehr viel. Und noch eine Leidenschaft besaß er: Lange Spaziergänge waren seine Lieblingsbeschäftigung. Da ging er ganz geschickt vor. Er wartete meistens, bis einer von uns das Haus verließ, dann schlich er hinterher, aber so geschickt, dass man ihn nicht bemerkte. Nicht selten geschah es, dass er plötzlich in unserer kleinen Kneipe, wo wir ab und zu einkehrten, neben uns auf einem Stuhl saß und fröhlich miaute.
Als wir Momo abholten, war er ein richtiger Einzelgänger gewesen und hatte nie aus dem Haus gedurft. Danny gefiel das gar nicht und er gewöhnte ihn langsam nach draußen. Als Momo das erste Mal hinaus ging setzte er sich zuerst hin und bestaunte die Gräser und Blumen die sich leise im Wind bewegten. Nach einer Weile hüpfte er wie ein junges Böcklein hin und her, sauste plötzlich los um sich dann wie wild um sich selbst zu drehen. Es war ein Bild für Götte,r und ich lachte weil es so lustig aussah. Jetzt hatte ich ihn beleidigt, er drehte sich um und ging ins Haus.
Irgendwann fing er an Mäuse zu fangen und sie ins Haus zu bringen. Er legte sie mir vor die Füße und ging erst dann wieder, wenn ich ihm über den Kopf streichelte und lobte. Nur eine Sache dauerte sehr lange: Die Sache mit der Katzenkiste. Er wollte sie weiter benutzen und nicht nach draußen gehen. Nach dem Essen brachte ich ihn hinaus und wartete, dass er sein Geschäft verrichtete. Aber er tat es nicht. Er kam wieder rein und ging auf sein Kistchen.
Dann stellte Danny sein Kistchen vor die Tür und er begriff, was er tun sollte. Endlich hatte er gelernt, auf das Katzenkistchen zu gehen, das vor der Türe stand, und nicht im Zimmer herum zu stänkern. Und wir konnten wieder in Ruhe unser Essen genießen – ohne den herben Duft von Kater Momo.
Foto: © Melmonth / http://www.pixelio.de
Autor: Ursula Geier, November 2009 UrsulaGeier@web.de
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Gespeichert unter: Bücher
Tom Liehr: Pauschaltourist, Berlin 2009, Aufbau Verlag, ISBN 978-3-7466-2533-1, 335 Seiten, Softcover, 11,5 x 19 x 2,2 cm, EUR 8,96 (D), EUR 9,20 (A)
„Ich bin achtunddreißig, lebe mit einer Frau und zwei Katzen zusammen, habe Publizistik studiert und im Nebenfach Literaturgeschichte, arbeite als Hiwi für ein Reisemagazin und hocke in einem gefängnisartige Touristen-Lager, das sich auf einer Insel befindet, die wie ein Atomwaffentestgebiet aussieht. Dazu trinke ich mit Erdöl verschnittenen Wodka und Bier, das vermutlich als Abfallprodukt bei der Kunststoffherstellung gewonnen wird.“ (S. 45)
Nikolas Sender, 38, reißt in der Redaktionskonferenz die Klappe ein bisschen zu weit auf und hat plötzlich einen sechswöchigen Höllenjob an der Backe. Aus dem Mund seines Chefredakteurs hört sich das so an: „Wir könnten jemanden losschicken, der sich nur Pauschalangebote anschaut, vier, vielleicht sogar drei Sterne und weniger. Anonym. Und darüber berichtet. Jeweils eine Woche, mit allem Drum und Dran.“ (S. 21)
Nicks Partnerin auf diesem Horrortrip ist ausgerechnet Nina Blume, die trinkfeste Chefin des Ressorts Weltreisen, die unter Flugangst leidet, eine Vorliebe für geschmacklos-enge Kleidung hat und stets ihren Pudel Bimbo mitschleppt. Na, Mahlzeit, das kann ja heiter werden! Wird es auch, zumindest für den Leser, wenn Nick und Nina samt Pudel mehrere Wochen lang durch die Pauschaltouristen-Hölle gehen.
Gran Canaria: Abgezockt und ausgeknockt
Ihre erste Station ist Gran Canaria. Dort treffen die beiden auf ein merkwürdiges Ritual, das sie fortan begleiten wird: das Reservieren der Hotelliegen am Pool mittels Badetüchern – morgens um halb fünf. Sie begegnen tragischen Figuren wie Jens, der nach einem Schlaganfall Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis hat und seither mit seiner Frau Jahr für Jahr ins selbe Hotel kommt, weil er sich dort noch von seiner Hochzeitsreise her auskennt. Urlaub in der Endlosschleife.
Nach einer Nacht mit einer elfengleichen Schönheit sind Nicks gesamte Wertsachen weg. Dafür hat er nun Filzläuse. Die Ersatzbeschaffung von Laptop und Kamera endet im Fiasko, weil Nick sein Helfersyndrom nicht im Griff hat.
Was ihre Mitmenschen beißt, für den Aufenthalt in so einer Touristen-Massenabfertigungsanlage einen Haufen Geld zu bezahlen und das ganze auch noch toll zu finden, erschließt sich weder Nick noch Nina. Ihr erster Artikel über dieses Reisefiasko schlägt ein wie eine Bombe. Privat läuft’s eher bescheiden: Nicks langjährige Lebensgefährtin Silke schickt ihn telefonisch in die Wüste, weil sie einen anderen hat. Sie räumt die gemeinsame Wohnung aus und verschwindet.
Marokko: Fischnudeln und Reptilienschnitzel
Schlimmer kann es nicht mehr kommen, denkt sich Nick, und reist mit seiner Kollegin weiter nach Agadir. Nach diversen haarsträubenden Vorfällen fliegen sie dort aus dem Hotel und landen in einem heruntergekommenen Clubhotel, in dem Fischnudeln, Reptilienschnitzel und graubrauner Matsch serviert werden Das jedenfalls ist Nicks Interpretation. Dem Chefanimateur Jacky bescheinigt Nick „die gleiche niederschmetternde Abgerocktheit“ wie dem gesamten Club (S. 144).
Nick und Nina begegnen einer Freundesclique aus Rostock und zwei, äh, Filmproduzenten. Bei einem peinlichen Showauftritt trifft Nick das Komikzentrum des Publikums, beim Bogenschießen trifft er etwas, worauf er gar nicht gezielt hat. Und bei einem Ausflug trifft er auf einen Reiseleiter, der mit missliebigen Gästen kurzen Prozess macht.
Auch der zweite Artikel kommt hervorragend an. „Auf diesem Niveau muss es weitergehen“, befiehlt Chefredakteur Heino Sitz (S. 172), drückt Nick und Nina etwas Schmerzensgeld in die Hand und schickt sie weiter nach Mallorca.
Mallorca: Die Mütter-Mafia schlägt zu
Vor dem Abflug wird Nick noch von seiner Ex Silke abgefangen, die ihm Wichtiges zu sagen hat. Nur wer ihr neuer Lover ist, das sagt sie nicht. Dafür ahnt er, wer Ninas verheirateter Freund ist, den sie auf Mallorca trifft. Und dass der Mann sie verarscht, das ahnt er auch. Nina sieht das natürlich anders. Das könnte Nick zwar egal sein, ist es aber nicht. Die gemeinsamen Erlebnisse in der Touristenhölle haben die beiden Kollegen zusammengeschweißt, und Nick ist klar geworden, dass Nina Blume im Grunde schwer in Ordnung ist.
Auf Mallorca gibt es Ärger mit einer wild gewordenen Mütterhorde, die kollektiv auf einen vermeintlichen Kinderschänder losgeht. Mit Nick geht wieder der gute Samariter durch, und Oliver von Papening, das Müttermobbingopfer, erweist sich als dankbar, wohlhabend und gut vernetzt. Er kennt sogar Nicks und Ninas Chef. „Mutterschutz“ heißt der Artikel, den die beiden über Mallorca abliefern. Und schon sitzen sie im Flugzeug nach Portugal.
Portugal: Angeschmiert und abgeführt
Inzwischen fühlt Nick sich unterwegs wohler als Zuhause, wo nichts und niemand mehr auf ihn wartet, und er kann sich eine Rückkehr an den Redaktionsschreibtisch kaum mehr vorstellen. Im Hotel begegnen sie Barbara, die daheim auch nichts mehr hält, und die von einem Neuanfang an der Algarve träumt. Alles ist ihrer Meinung nach besser als Bielefeld.
Ein junges niederländisches Ehepaar entpuppt sich ebenfalls als nette Bekanntschaft. Weniger erfreulich hingegen verläuft Nicks zufälliges Zusammentreffen mit einer Dame des horizontalen Gewerbes und ihrem Beschützer. Selbst das filmreife Eingreifen des beherzten Niederländers kann da nichts mehr retten: Nick landet im portugiesischen Knast.
Durch Zufall erfährt unser Redakteur nun auch noch, wer ihm Lebensgefährtin Silke ausgespannt hat –und ist wie vom Donner gerührt. Wenigstens Nina ist glücklich. Ihr Lover hat versprochen, sich scheiden zu lassen.
Ägypten: Hühnchen rupfen im Nobelrestaurant
Ägypten ist die letzte Station dieser Touri-Ochsentour. Diese Etappe der Reise beginnt mit einer erfreulichen Begegnung beim Abflug und geht damit weiter, dass jemand gleich nach der Landung Ninas Koffer klaut. Ferner stellt sich die Frage, ob man eine naive Verkäuferin vor einem Heiratsschwindler warnen sollte oder nicht. Die Reise endet mit einem geschickt eingefädelten Showdown, bei dem in einem Nobelrestaurant diverse Personen zusammentreffen, die noch ein Hühnchen miteinander zu rupfen haben. Das hat Konsequenzen …
Kaputte Typen, kaputte Träume
Zart besaitet sollte man für diese Lektüre nicht sein. Hier fallen schon mal deutliche bis derbe Worte. Wer das abkann, wird sich köstlich amüsieren und nicht umhin können, bei der einen oder anderen Szene laut loszulachen.
Manchmal bekommt man direkt Mitleid mit den schonungslos durch den Kakao gezogenen Urlaubszielen. Nein, möchte man am liebsten ausrufen, so öde und schrecklich ist es dort wirklich nicht! Und gar so kaputt und bescheuert wie im Buch sind die Leute in Wahrheit auch nicht. Oder doch …? Es kommt einem erschreckend vieles bekannt vor. Das Körnchen Wahrheit in den Geschichten hat schon Felsbrockengröße.
Doch das Buch ist mehr als eine saukomische Ballermann-Satire. Die Personen in dem Roman machen sich Gedanken über das Leben, über Ziele, Pläne und Träume. Ihre eigenen, und die der anderen. Freundschaften, Liebes- und Geschäftsbeziehungen werden hinterfragt, in Frage gestellt, beendet oder begonnen. Und am Schluss ist nichts mehr wie es war.
Was aus den Personen (werden) wird, denen Nick und Nina auf ihrem Horrortrip begegnet sind, das erzählt uns der Autor im Epilog. Diese höchst vergnüglichen Ausblicke setzen den abgefahrenen Geschichten in dem Buch noch die Krone auf. Manch einem gönnt man sein Schicksal von Herzen. Bielefeld-Barbara, zum Beispiel. Und auch Emad, dem ägyptischen Hallodri.
Der PAUSCHALTOURIST bietet tierisch komische Unterhaltung mit Sinn und Verstand – und fernab jeder political correctness. Vielleicht sollte man das Buch im Urlaub lesen. Egal, was einem dort dann widerfährt: Es wird einem halb so schlimm vorkommen …
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
Gespeichert unter: Internes
Diesmal kann ich nichts dafür … dass die Story einer „unserer“ Autorinnen in der Zeitschrift „Geliebte Katze“ erschienen ist. Als Ursula Geiers Geschichte „Blaue Augen und scharfe Krallen“ im September 2009 in dem Magazin abgedruckt wurde, kannte sie unsere Seite noch gar nicht. Aber irgendwie ist’s doch immer ein Qualitätsbeweis, wenn das, was wir hier so veröffentlichen, auch gut genug für Magazine und Bücher ist. Deshalb habe ich das Septemberheft herausgekramt, als hier in den Kommentaren das Gespräch auf die Geschichte kam, und die Doppelseite für unseren Blog gescannt. Beweisführung, sozusagen.
Ursula Geier ist hier mit den Beiträgen http://tiergeschichten.wordpress.com/2009/11/13/napoleon-du-bist-mein-held/ und http://tiergeschichten.wordpress.com/2009/11/06/cimba-wandert-widerwillig-aus/ vertreten. Und wenn es nach mir geht, dürften es gerne noch mehr Geschichten werden.
Edith von den Tiergeschichten
Gespeichert unter: Rosmaringo
Die Birke winkt mit letztem Blatt,
Der Moorfrosch liegt im Torf, erstarrt.
Verschwunden altes Farbensatt,
Die Morgenluft friert Gräser hart.
Wie milchig weiße Fahnenbahn
Zieht Nebel zähe bodennah.
Das Knabenkraut setzt Raureif an,
Nur Vogelstimmen dort und da.
Bald deckt der Flocken reines Weiß
Das wartende Novembermoor.
Selbst Flackergeister fliehen leis,
Hinaus durchs offne Schwadentor.
Foto: © Knipserlein (A.Dreher) / http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Noch grast das Vieh auf bleichen Matten,
Sucht Sonnenplätze, die schon rar.
Der nahe Wald wirft lange Schatten,
Im Laub verfängt sich Spinnenhaar.
Ein Bild des Friedens, Pinselzauber,
Die Stille bricht nur Schellenklang.
Ein Hörnchen putzt die Pfoten sauber,
Die Spatzen kuscheln winterbang.
So führt der Herbst in weiße Zeiten,
Versteckt den Farbentopf im Hain.
Man sieht ihn aus dem Lande schreiten,
Die Möwe führt den Winter ein.
Foto: © pgm (Paul-Georg Meister)/ http://www.pixelio.de
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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