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Mein Namensgeber ist der Nil,
Der Fluss am Fuß der Pyramiden.
So schleppe ich als Krokodil
Den Bach noch mit beim Kap im Süden.
Man kennt mich meist vom Leder her,
Vom Sonnenbad am Vormittage.
Ja kommen Sie, ich bitte sehr,
Ich liebe Menschen, keine Frage.
Ein Schwätzchen über Gott und Welt,
Dann zugeschnappt, kein Schmerzgemecker.
Zur Krokodilin sag ich, gelt,
Ein Zweibein schmeckt auch roh sehr lecker?
Mein Alter macht mich weis und klug,
So meide ich ein Übertreiben.
Es lehrt das Wort vom Brunnenkrug,
Nur selten Leute zu entleiben.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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Bewegt sich dort im Busch ein Wesen?
Verfremdet im Gestrüpp das Licht?
Recht schwierig, das herauszulesen,
Wenn Schattenschwarz das Grün durchbricht.
Ganz langsam schärfen sich Konturen,
Ein Gabelast bewegt sich sacht.
Das Auge folgte falschen Spuren,
Nun hat es Leben ausgemacht.
Ein Tier erscheint im Dicht der Zweige,
Den Hals umkost ein Mähnenschal.
Man hofft, dass etwas mehr sich zeige,
Da warnt des Perlhuhns Kreischfanal.
Verschwunden ist er, kaum gesehen,
Der Faun, der lautlos erst erschien.
Momente, die zu schnell vergehen,
Beinahe das Erlebte flieh’n.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. Im Krieg mehr als in der Liebe. Wenn die Jagd einmal angeblasen ist gibt es kein Halten mehr. Wirklich keines. Ohne Rücksicht auf Verluste!
An warmen Sommertagen habe ich die Terrassentür offen. Damals war ich noch mit Janette zusammen und wir wohnten ebenerdig mit einem Gartenanteil. Miezka lümmelt sich unter einem Busch vor der Türe. Die Sonne scheint, die Vöglein singen.
Eines dieser besagten Vöglein scheint jedoch gewisse Orientierungsschwierigkeiten zu haben. Wie dem auch sei, jedenfalls umschwirrt es den Busch unter dem sich Miezka niedergelassen hatt. Die, von dem fliegenden Objekt aufgestört, macht Anstalten, es zu fangen, was natürlich angesichts von dessen Flugkünsten kläglich scheitert. Das gefiederte Untier ergreift die Flucht. Nur leider in die falsche Richtung.
Ehe man piep sagen kann, ist das Vogeltier im Wohnzimmer. Und Miezka hinterher. Der Vogel hat sich auf dem Schrank niedergelassen, von wo aus er die prekäre Situation begutachtet. Miezka, als gelerntes Raubtier, hechtet ihm nach.
In einem Sprung ist das nicht zu schaffen, daher wird der Umweg über den Esstisch und das Sideboard genommen. Völlig unerheblich, dass dabei diverse Gegenstände auf dem Tisch aus dem Gleichgewicht kommen. Noch ist nichts zu Bruch gegangen.
Der Vogel sitzt immer noch auf dem Schrank, äugt misstrauisch herunter und beginnt mit Startvorbereitungen. Jetzt will ich aber Miezka einfangen, bevor noch ein Unglück passiert.Denn in deren Augen funkelt bereits pure Mordgier. Sie will sich nur nicht fangen lassen, sondern wagt sich mit einem Satz auf das Sideboard und springt dann sofort in Richtung Schrank. Die Blumenvase zerschellt am Boden, ebenso zwei Bilder. Scherben sollen ja Glück bringen, sagt man.
Bevor Miezka jedoch den Schrank erreicht hat, ist der Vogel in Richtung Fenster geflohen. Es stört ihn nicht, dass dieses geschlossen und eine Gardine davor ist. Viel Intelligenz scheint er nicht zu haben, da ja die Terrassentür immer noch offen ist. Jetzt hat sich der Gefiederte in der Gardine verheddert. Bevor ich ihm zu Hilfe kommen kann, ist Miezka vom Schrank runter und hängt nach einem rekordverdächtigen Sprint ebenfalls in der Gardine. Nur ist sie kein kraftloses Flattertier. Ausserdem sind Feliden mit scharfen Krallen bewehrt. Es können auch Rasierklingen sein, da bin ich mir nicht so sicher.
Der Kampf zwischen Krallen und Gardine geht jedenfalls zu Ungunsten der Gardine aus. Janette, durch den Krach in ihrer Lieblingslektüre gestört, kommt vom Garten herein und kann erst mal mit der Situation nichts anfangen. Sie ist entsetzt.
„Nimm sie sofort vom Vorhang!“
Sie meint Miezka.
Nur hat eben diese Miezka den festen Willen, das fliegende Häppchen zu erwischen und wehrt sich vehement, was der Gardine einige weitere Designeraccessoires beschert. Aber wir wollten sowieso neue Putzlappen beschaffen.
Endlich hab ich das gierige Fellbündel aus dem Vorhang geholt. Deren Blick ist immer noch erwartungsvoll auf den Vogel gerichtet. Den hat Janette anschliessend aus seinem textilen Gefängnis befreit. Die Gardine hat nicht mehr viel Ähnlichkeit mit einer solchen.Während Janette auf die Terrasse geht, schleicht Miezka mit heimtückischem Blick um sie herum. Auf der Terrasse lässt Janette den Vogel fliegen.
Miezka schaut ihm noch lange nach.
Sieht ihn den Himmel erklimmen.
Bis die Konturen nach und nach
Ganz im Azurblau verschwimmen.
Ihre Augen haben schon
Jenen dunklen Punkt verloren.
Sein Piepsen klingt noch monoton
Tief in ihren Ohren.
Leis durchstreift der Wind die Bäume
In den Wipfeln weit dort oben
Miezka hat jetzt Vogelträume
Sie wär’ gern nachgeflogen.
Foto: © HarleQin (Markus Kräft) / pixelio
Autor: Mike
champicnac@yahoo.de
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Im Weichbild der grünen Oasis,
Wo’s, Augensinn hinderlich, haß is,
Da schoss Maier Otto
Vom Kudu ein Foto
Und sah erst zu Haus, dass’s a Gaß is.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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Ich bin ein quirlig flinkes Hörn
Und weil ich klein bin, hint mit chen.
Mein Zehenfell, wen kann das stör’n,
Wächst ocker, ist doch wunderschen.
Der Dornschwanzbilch verbittert mich,
Er imitiert mein Ausseh’n gern,
Ich untersage ihm die Schlich,
Jedoch er will und will nicht hern.
So wirft sich nur die Frage auf,
Wo bleibt hier die Grammatik bloß?
Die ist, wie auch der Lettern Lauf,
Bei uns im Busch bedeutungslos.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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Paul Grote: Der Wein des KGB – Kriminalroman, München 2009, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-21160-4, 380 Seiten, Format 12 x 19 x 2 cm, Euro 8,95 [D,] 9,20 [A], sFr 15,90
„Winzer, bleib bei denen Rebstöcken“, möchte man dem Helden des Romans am liebsten zurufen. Doch Martin Bongers, deutscher Ex-Ingenieur und Ex-Weinhändler, der seit fünf Jahren in Bordeaux ein kleines Weingut bewirtschaftet, ist in einer momentanen Geldverlegenheit und lässt sich deshalb auf ein Himmelfahrtskommando ein: Ein Repräsentant des französischen Investors SISA kann ihn dazu überreden, nach Rumänien zu reisen, sich dort als selbständiger Consultant auszugeben und zum Verkauf stehende Weingüter zu begutachten.
Die SISA sagt sich, vermutlich zu Recht, dass die Preisvorstellungen der Eigentümer gleich exorbitant steigen würden, wenn sie wüssten, dass sich eine finanzkräftige Organisation für ihr Anwesen interessiert. Von einem kleinen Strohmann wie Martin Bongers wird man keine derartigen Mondpreise verlangen. Das leuchtet zwar ein, aber ganz koscher ist die Aktion trotzdem nicht. Dazu kommt, dass der Wahlfranzose Bongers die Gegebenheiten in Rumänien nicht kennt, die Sprache nicht spricht, aber mit Politikern, Winzern und diversen Interessensvertretern verhandeln soll. Dass ihm ein Bekannter zum Abschied die Adresse seiner rumänischen Verwandten aufnötigt, für den Fall, dass „du mal Hilfe brauchst“ (S. 28), hält er trotzdem für übertrieben.
Das ganze Projekt schreit lauthals: „FINGER WEG!“, doch Martin Bongers denkt sich, ‚wird schon schief gehen’, und macht sich auf den Weg.
Sein erster Kontakt im Lande, Sofia Rachiteanu vom Agrarministerium, versorgt ihn mit ein paar ernüchternden Informationen. Vielleicht hätte sie, die Tochter eines Dissidenten, sich etwas weniger kritisch äußern sollen. Denn EU hin oder her: „Wir werden immer abgehört, sie haben die Leitungen nie gekappt. Wer hätte es tun sollen? Alles ging so weiter wie bisher. Die Kommunistische Partei wurde nie entmachtet, nur anders angemalt, statt Hammer und Sichel jetzt Shareholder Value und Mikrochip.“ (S. 175/176.) So bringt es Sofias Bruder wenig später auf den Punkt.
Bei all der Geheimnistuerei und Bespitzelung kommt es zu einer folgenschweren Panne: Ein etwas zwielichtiger Wein-Experte, der sich als Elmar Harms vorstellt, hält Martin Bongers irrtümlich für einen Verbündeten und spielt ihm eine Liste mit potenziellen Ansprechpartnern zu – und die Kostprobe eines sensationellen alten Rotweins. „Zodiac“ steht auf dem Flaschenetikett, und nun hat Martin Bongers Blut geleckt: Das Weingut, das den „Zodiac“ gekeltert hat, will er unbedingt finden und für seinen Auftraggeber sichern. Doch da haben Harms und seine Männer ihren Irrtum bereits erkannt …
Ahnungslos tritt Bongers seine Reise von Weingut zu Weingut an, verkostet, besichtigt, prüft, verhandelt, folgt dabei der Spur des „Zodiac“ – und versteht bald die Welt nicht mehr: Eine seiner rumänischen Kontaktpersonen kommt unter mysteriösen Umständen ums Leben, eine zweite wird verhaftet. Sein Hotelzimmer wird durchwühlt und verwanzt, sein Dolmetscher bezieht von Unbekannten Prügel und ergreift entsetzt die Flucht.
Wer ist hinter Bongers her? Und warum? Was wollen seine Widersacher erreichen oder verhindern? Sind sie nur auf seine Unterlagen scharf? Für welche Information lohnt es sich, über Leichen zu gehen?
Wenn Bongers der Typ wäre, der sich eine Niederlage eingestehen kann, würde er den Krempel jetzt hinschmeißen und nach Hause fliegen. Doch Scheitern kommt für ihn nicht in Frage. Er will seinen Auftrag ausführen und der SISA das „Zodiac“-Weingut präsentieren, koste es, was es wolle.
Gut, dass er wenigstens Marc Simion als Reisegefährten hat, den leutseligen Rentner aus den USA, der ihn eines Morgens beim Frühstück im Hotel angesprochen hat. Simion besitzt zwar ein gewisses Nervpotential, versteht aber viel von gutem Wein und trifft auch in brenzligen Situationen stets den richtigen Ton.
Auf seiner Suche nach der Herkunft des „Zodiac“ folgt Bongers dem Tipp eines Professors für Weinbau und Kellertechnik. Er besucht ein Weingut in Dealu Mare – und kommt dort in Teufels Küche. Dass er da auftaucht, passt einem bestimmten Personenkreis nämlich ganz und gar nicht. Als dem „Winzer in geheimer Mission“ der Grund dafür dämmert, wird ihm auch klar, dass die ganze Aktion von Anfang an mindestens drei Nummern zu groß für ihn war. Was ihm weniger klar ist: Wie er aus dieser Geschichte mit heiler Haut wieder rauskommt …
Aufregend und beklemmend sind die Ereignisse, in die der arglose Wahlfranzose hier hineinrutscht. Dabei bekommt er es mit Gegnern zu tun, die unsichtbar im Hintergrund bleiben, deren Beweggründe er nicht versteht und denen er in keinster Weise gewachsen ist. Ein unschuldig Verfolgter, fast wie in einem Hitchcock-Film. Politik mischt sich hier auf spannende Weise mit Geschichte, Wirtschaft, Weinkultur und einer handfesten Krimi-Handlung.
Man kommt durchaus ins Grübeln über Sinn und Unsinn mancher Entwicklungen der EU-Politik, wenn sich die Experten in dem Roman unverblümt über die Situation in ihrem Land äußern. Darüber, dass der Technologietransfer wesentlich schneller vonstatten geht als die Mentalitätsänderung, zum Beispiel. „Ihr lasst uns keinen Moment in Ruhe, wir dürfen uns nicht entwickeln wie wir wollen. Alles geht so schnell, dass man keinen klaren Gedanken fassen kann, dass niemand überlegen kann, was er eigentlich will“, beschwert sich die BWL-Dozentin Miriam Vasilescu (S. 230). Und: „Früher kamen die Wölfe aus dem Osten, heute kommen sie aus dem Westen.“ (S. 227)
Bongers lernt schnell: „Die rumänische Eisenbahn zu modernisieren – Martin konnte sich vorstellen, dass da enorme Geschäfte in Aussicht standen: Die Steuerzahler der EU bringen das nötige Geld auf, die Konzerne stecken es ein, die Politiker erhalten ihre Provision von den Lobbyisten und die Arbeiter den Mindestlohn.“ (S. 264)
Die profunden Kenntnisse über den rumänischen Weinbau und dessen wirtschaftliche Verflechtungen hat sich der Autor während monatelanger Reisen im Land angeeignet. Und das gibt dem Kriminalroman einen Touch von „true crime“. Die wirklich üblen Schweinereien in dieser Geschichte hat sich der Autor nicht am Schreibtisch ausgedacht. Die hören auch nicht auf, nachdem man das Buch zugeklappt hat. Sie geschehen tagtäglich in der Realität und gehen munter weiter, weil niemand ein Patentrezept dagegen hat – und weil es für viele von Interesse ist, dass alles genau so weiter läuft wie bisher.
Für das Wohlergehen des Romanhelden wäre es sicher besser gewesen, er hätte diese Geschäftsreise nach Rumänien nie angetreten. Dem Krimi-Leser wäre dadurch allerdings eine hochinteressante, ungewöhnliche und packende Geschichte entgangen.
Ach ja … und den „Zodiac“, den legendären Rotwein, hinter dem Martin Bongers den ganzen Roman über her ist, den würde man ja nun zu gerne mal probieren …
Der Autor
Paul Grote, geboren 1946, berichtete fünfzehn Jahre lang als Reporter für Presse und Rundfunk aus Südamerika. Dort begegnete der professionellen Seite des Weinbaus. Seit 2003 lebt er wieder in Berlin und widmet sich dem Schreiben.
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
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Der Sänger, er kam aus Botswana,
Verstörte das Volk bis nach Ghana.
Als Star wollt’ er glänzen
In schrillen Sequenzen.
Als Glanzstar betrachtet ihn kana.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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Gekrümmt ist der Schnabel des Ibis,
Vermutlich noch mehr als ihm lieb is.
Doch wäre sein Mundwerk gerade,
So fände er’s auch wieder fade.
Der Vogel wirkt ruhig, gelassen,
Im Schrank steht die Vollzahl der Tassen.
Die Sorge ums Schnabelgebiege
Zeigt auffallend menschliche Züge.
Mitunter missfällt ihm sein Name,
War Hagedasch Herr oder Dame?
So grübelt der seltsame Ibis
Vermutlich viel mehr als ihm lieb ist.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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Auge um Auge, Zahn um Zahn, heisst es schon seit Urzeiten. Und tatsächlich ist der Mensch in seinen Rachegelüsten bereit, aus geringstem Anlass mit dem gröbsten Holzhammer zuzuschlagen. Die Methoden unserer Fellnasen sind da schon etwas subtiler. Und wie es aussieht auch ziemlich effektiv …
Ich beschloss, wieder einmal meine Mutter besuchen. Sie geht langsam auf die 80 zu und wohnt über 200 km von mir weg, daher sehe ich sie nicht oft. Und natürlich ist Miezka mit von der Partie. Sie kennt mittlerweile das Reisen und ist immer dabei, wenn ich unterwegs bin. Hinter dem Fahrersitz ist ein Netz quer gespannt, so dass sie nicht die ganze Zeit in der Transportbox verbringen muss. Die meiste Zeit schaut sie sowieso aus dem Fenster.
Nach 3 Stunden kommen wir an. Erst mal Begrüssung, dann das übliche „Wie geht’s dir?“. Kaffe und Kuchen stehen schon bereit, obwohl ich nicht unbedingt ein Freund solcherart inszenierten Smalltalks bin. Na ja, was soll’s.
Nach einiger Zeit eröffnet sie, dass Lotte auch noch kommt. Lotte ist eine Freundin meiner Mutter und kommt sporadisch zu Besuch. Ich kenne sie schon seit meiner Kindheit und mittlerweile hat sie die Ausmasse einer wagnerschen Walküre angenommen. Während wir uns an den Kaffeetisch setzen erkundet Miezka ausgiebig das Haus. Eine halbe Stunde später klingelt es und die Walküre steht vor der Tür. Hach, und lange nicht gesehen, wie geht’s und was machst du und bla, bla, bla …
Die Garderobe ist voll, also legt sie ihren Mantel auf die Couch. Miezka ist zurück und beäugt sie neugierig.
„Ach, du hast eine Katze.“
„Kratzt die?“
„Miez, miez, miez“
Antwort: „Miauuuu“
Jetzt wird Miezka zutraulicher.
„Miauuu“
„Miez, miez miez“
Mit einem Satz springt sie auf Walküre’s Schoss. Die ist nicht unbedingt erfreut.
„Ihhh, Katzenhaare“
Bevor ich eingreifen kann, befördert sie Miezka recht unsanft auf den Boden. Die zieht beleidigt ab. Soweit, so ungut.
Nächste Talkrunde.
„Wie viel Zucker in den Kaffee?“
„Möchtest du Sahne?“
Sahne ist das Stichwort.
Miezka auf dem Stuhl, Miezka auf dem Tisch, da ist sie fix.
Die Sahne ist ja auch sooooo verlockend.
Lotte wird jetzt ungehalten. Das darf man nicht dulden, unhygienisch, ausserdem, Tiere auf dem Tisch und bla und bla und bla … Lotte steigert sich in einen bühnenreifen Monolog mit zunehmender akustischer Präsenz. Nachdem sie sich beruhigt hat, Talkrunde Nummer drei.
Nach einiger Zeit beobachte ich aus den Augenwinkeln, wie Miezka langsam wieder ins Zimmer schleicht und sich’s auf Lotte’s Mantel häuslich einrichtet. Vorsichtshalber habe ich für mich mal auf stumm geschaltet. Und weiter geht der Smalltalk.
Nach einiger Zeit steht Miezka auf, buckelt sich leicht und setzt sich nur halb hin. Oh, diese Körperhaltung kenn ich …
Die Damen, in tiefen philosophischen Ausführungen darüber vertieft, wer alles gestorben, verheiratet und geboren ist, bemerken nichts. Nach einigen Sekunden steht Miezka wieder auf, zwei kurze Scharrer mit den Hinterpfoten und weg ist sie. Zurück bleibt auf dem Mantel ein feuchter, dunkler Fleck auf hellem Grund. Sehr dekorativ. Ich kann mir ein Grinsen fast nicht verkneifen.
Als Lotte später wieder geht, bemerkt sie den Fleck, ihr Gesicht nimmt die Farbe eines gekochten Krebses an und sie rauscht, ohne sich von mir zu verabschieden, ab. Seitdem hab ich sie zweimal gesehen, aber aus einem mir unerfindlichen Grund redet sie nicht mehr mit mir.
Auf der Rückfahrt erleuchtete der Heiligenschein um Miezkas Kopf das ganze Fahrzeug. Es kann aber auch ein Scheinheiligenschein gewesen sein.
Foto: © ShoTiMo (Regina Kaute) / pixelio
Autor: Mike
champicnac@yahoo.de
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Wir Trappen sind meist Schwergewichte,
Verständlich, dass wir lieber trappen.
Jedoch, das Schöne der Geschichte,
Man kann uns auch im Flug ertappen.
Als Riesentrappe bin ich einer
Der größten aller Schwingenbreiter.
Doch finde ich den Erdgang feiner,
Weil fühlbar leichter und so weiter.
Wir stöbern gern in Grüppchen leise
Durch Steppengräser in Botswana.
Natürlich dies nur beispielsweise,
Uns findet man auch nahe Ghana.
Das Interesse, anzunehmen,
Verlangt nach solchen Wissenshappen.
So komme ich zu weit’ren Themen… .
Sie schlafen schon? Auf Wiedertrappen!
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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