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Ein Schilfhalm eignet sich zum Rasten,
Libellen ruh’n dort regungslos.
Man pirscht sich näher, ohne Hasten,
Und sieht die Schöne plötzlich groß.
Die zart genetzten Flügelpaare,
Der langgestreckte Hinterleib,
Am Brustteil pelzig feine Haare,
Sind schön, doch kurzer Zeitvertreib.
Beim Kopf, da will der Blick verweilen,
Ein Riesenauge starrt dich an.
Du spiegelst dich in tausend Teilen,
In tausend Linsen sickert man.
Wie mag die Ruhende dich sehen
,Was geht in diesem Kopfe vor?
Wohl niemand wird es je verstehen,
Was eindringt durchs Fassettentor.
Für immer wird die Frage stehen,
Wie viel empfindet so ein Tier?
Libellen sind schön anzusehen,
Was halten sie jedoch von mir?
Foto: © guedo (Günther Dotzler) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Lydia Albersmann: Geronimos Pferdegeschichten – Der kesse Schimmel erzählt, Norderstedt 2009, Books on Demand GmbH, ISBN 978-3-8370-8101-5, 128 Seiten, mit s/w-Illustrationen der Autorin, Softcover, 13,5 x 21,5 x 0,8 cm, für Leserinnen und Leser ab 8, EUR 10,90
Den mutigen Schimmel-Wallach Geronimo, Bezwinger des gefährlichen Knistermonsters aus der Gattung der Abdeckplanen, kennen viele noch aus dem ersten Band: GERONIMO – MIT DEN AUGEN EINES PFERDES: Die Autorin veröffentlichte damals unter dem Namen Lydia Schweigert.
Band 2 setzt da auf, wo Band 1 aufgehört hat: Nachdem Geronimo, der Schimmel, und sein Freund aus Fohlentagen, der Fuchswallach Fidel, durch viele Menschenhände gegangen sind und sowohl gute als auch schlimme Erfahrungen gemacht haben, treffen sie sich zufällig in einem Reitstall wieder. Geronimos – „Ronnys“– Besitzerin, die klassische Reiterin Jenny und Fidels Besitzerin, die Westernreiterin Anke, sind befreundet.
Nette Menschen, gute Freunde unter den Artgenossen, eine schöne Aufgabe als Reitpferd und eine angenehme Unterkunft – so könnte das Leben eigentlich bleiben. Doch Ronnys bisherige Lebenserfahrung lässt ihn ahnen, dass paradiesische Zustände nicht lange anhalten.
Und in der Tat: Als Anke aus gesundheitlichen Gründen das Reiten aufgeben muss, soll Fidel verkauft werden. Mehr noch als die Angst vor dem Verlust des besten Freundes, macht Ronny die Vorstellung zu schaffen., dass Fidel es bei seinen neuen Besitzern kein schönes Leben haben könnte. Die Menschen, die vorbeikommen, um Fidel „auszuprobieren“ lassen nicht viel Gutes ahnen …
Kaum ist für dieses Problem eine zufriedenstellende Lösung gefunden worden, steht das nächste Unheil ins Haus: Bei einem Machtkampf mit Hengst Paolo wird Ronny so schwer verletzt, dass er in die Tierklinik muss. Schmerzhaft und erschreckend für Ronny – dramatisch und teuer für seine Besitzerfamilie.
Ronny lässt sich von seiner Verletzung nicht unterkriegen und freut sich unbändig, als er endlich wieder nach Hause darf zu seinem Kumpel Fidel, zu seinen Menschen und zu seiner neuen Freundin, der russischen Rappstute Maddi.
Kehrt jetzt wieder Ruhe ein in seinen Alltag? Schön wär’s! Kaum ist Ronny genesen, geschieht die nächste Katastrophe: Pferdediebe machen sich im Reitstall zu schaffen und entführen Ronny und seine Kollegen. Den Pferden ist klar, dass sie in Lebensgefahr schweben. Ausgerechnet an Fidel, der gern als „Weichei“ und „Zwerg“ geschmäht wird, beißen sich die Ganoven die Zähne aus. Er lässt sich nicht einfangen und entkommt. Wird es ihm gelingen, Hilfe zu holen?
Ganz ohne Blessuren geht das Abenteuer nicht ab. Wieder werden hohe Tierarztkosten fällig. Doch das ist nicht das einzige Problem der Pferdebesitzer.
Wenn Geronimo in seinem bisherigen Pferdeleben etwas zu fürchten und zu hassen gelernt hat, dann sind es die „Krisensitzungen“ der Menschen. Denn das hieß für ihn bislang immer, dass ein Besitzerwechsel ins Haus stand. Jetzt gibt es in es im Reitstall gleich mehrere Krisensitzungen, und das Ergebnis könnte schlimmer nicht sein: Ronnys und Fidels Besitzer sind in finanziellen Schwierigkeiten und beide Pferde sollen verkauft werden.
Lässt sich das Unglück noch aufhalten? Wird jemand rechtzeitig eine bessere Lösung finden?
Welche Rolle dabei ein Karomonster, eine Schlammpfütze sowie fliegende Pferde spielen und wie die Geschichte für Ronny und Fidel ausgeht, das steht im Buch …
Mit ihren unterhaltsamen und spannenden Geschichten aus der Sicht des Schimmel-Wallachs Geronimo weckt die Autorin bei großen und kleinen Tierfreunden Verständnis für die Bedürfnisse von Pferden. Oder, wie sie Ronny in ihrem Buch sagen lässt: Indem ihr möglichst viel über uns lernt und versucht, uns zu verstehen könnt ihr dazu beitragen, unser Leben besser zu machen. So viele Pferde leiden aus Gedankenlosigkeit ihrer Besitzer oder werden aufgrund von Missverständnissen unfair behandelt. (…) Wir Pferde sind euch Menschen ausgeliefert. Und es liegt in eurer Hand, unsere Welt Stück für Stück ein bisschen besser zu machen.“ (S. 123/124)
Hoffen wir für die Pferde, dass das Vorhaben gelingt und dieses unterhaltsame Buch zur Aufklärung beiträgt.
Die Autorin
Lydia Albersmann wurde 1968 in Köln geboren. Seit frühester Kindheit hat sie jede Minute ihrer Freizeit mit Pferden verbracht. Und weil ihr das noch nicht ausreichte, beschloss sie, ihr Hobby zum Beruf zu machen und arbeitete sieben Jahre lang hauptberuflich als Pferdepflegerin. Nach erfolgreichem Abschluss eines Grafikdesign-Studiums ist sie seit 2004 als freie Illustratorin und Schriftstellerin tätig. Die Pferde sind weiterhin ihre große Leidenschaft.
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
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Ein Schrei, ein Schlag, Holz donnert auf Metall – und der Kater rast in einem Affenzacken ins Wohnzimmer, als wolle er die Schallmauer durchbrechen.
Huch! Was’n jetzt los? Dass Kater Cooniebert einen Hang zu Hysterie und Drama hat, ist uns bekannt. Aber da muss was passiert sein!
Ein Blick auf den Balkon genügt und der Fall ist klar: Der Kratzbaum ist zusammengebrochen und gegen das Balkongeländer gekracht! Super! Den hatten wir erst vor vier Wochen gekauft. Als Ersatz für das gleiche Modell vom gleichen Hersteller und Lieferanten, das nach vier Jahren auf dem Balkon einfach schon ein bisschen verschossen, verzogen und verratzt war.
Nach vier Jahren auf dem Balkon hat der alte Kratzbaum etwas gelitten
Vier Jahre lang sind Mensch und Tier mit diesem Kratzbaummodell sehr zufrieden gewesen. Es stand bei uns auf dem überdachten Balkon und wurde dort ab und zu auch mal ein wenig nass. Das hat ihm nicht viel ausgemacht. Schöner ist er halt nicht geworden, weshalb wir ihn ersetzen wollten. Gesagt, getan, bestellt, bezahlt und montiert.
Wir haben den neuen Kratzbaum an die Stelle des alten gestellt – und wo der olle vier Jahre lang durchhielt, lag das neue Exemplar nach nicht einmal vier Wochen mit geknicktem Stamm auf dem Boden. Keine Ahnung, was das Vorgänger-Exemplar für ein Innenleben hat. Sind die Stämme aus Holz oder aus Kunststoff? Man sieht das ja nicht, weil Sisalschnur darumgewickelt ist. Der neue Kratzbaum jedenfalls hat Stämme aus Pappröhren, so Dinger, in denen man normalerweise Poster verschickt die natürlich keine Feuchtigkeit vertragen.
Kratzbaum 2009: Nach vier Wochen machte er die Grätsche
Natürlich hat der Händler nirgendwo in seinem Angebot geschrieben, dass das Teil fürs Freie geeignet ist. So gesehen trifft ihn keine Schuld. Doch weil der alte Kratzbaum das problemlos verkraftet hat, bin ich stillschweigend davon ausgegangen, dass ein neues Exemplar des Modells das auch packt. Sonst hätte ich das Ding ja nie im Leben gekauft, sondern mir vom Schreiner einen machen lassen!
Was wir getan haben: Wir haben das Modell 2009 und 2005 komplett zerlegt und einen gemischten Kratzbaum daraus gemacht: Die Plattformen vom neuen und die Stämme vom alten. Das ist zwar nicht im Sinne des Erfinders, aber was bleibt uns übrig?
Ich hab den Fall dem Lieferanten unseres Vertrauens geschildert, denn unsere Enttäuschung war schon groß. Und der Schreck des Katers, dem der Kratzbaum unterm Hintern zusammengefallen ist, ebenfalls. Ob sie sich wohl melden?
Kratzbaum gemischt: Plattformen von 2009, Stämme von 2005. Und drei Coonies, die darauf abhängen
Autor: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
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Anton G. Leitner, Gabriele Trinckler (Hrsg.): Ein Nilpferd schlummerte im Sand – Gedichte für Tierfreunde, München 2009, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-3-423-13754-6, Taschenbuch, 142 Seiten mit Illustrationen von Reinhard Michl, Format: 11,5 x 15 x 1 cm, EUR 4,95 [D], EUR 5,10 [A]
55 deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker vom Barock bis zur Gegenwart sind mit insgesamt 81 „tierischen“ Gedichten in diesem unterhaltsamen Bändchen vertreten. Hier gibt es Klassisches und Modernes, Gereimtes und Ungereimtes, Heiteres und Ernstes, Skurriles und Fabelhaftes.
Sie finden Vertrautes und Beliebtes wie z.B. Christian Morgensterns FISCHES NACHTGESANG und das MÖWENLIED, Rainer Maria Rilkes DER PANTHER und Friedrich Daniel Schubarts DIE FORELLE, die Sie sicher als Kunstlied kennen, vertont von Franz Schubert. Der Ohrwurm, den man beim Lesen unweigerlich bekommt, ist eine Gratis-Zugabe.
Es gibt auch viel Neues zu entdecken: rund ein Dutzend Gedichte, die eigens für dieses Buch geschrieben bzw. hier erstmals veröffentlicht wurden.
Von der Mücke bis zum Nashorn, vom Abflug der Stare bis zu Zebras, Ziegen und Zecken wird alles in Reim und Vers gewürdigt, was kreucht, fleucht, hüpft oder schwimmt. Sogar so merkwürdige Kreaturen wie Bücherwurm und Leseratte, Werwölfe, ein Goldfisch im Gurkenglas und ein Kaka-sie. Da ist die Kunst noch kreativer gewesen als die Natur.
Angesichts dieser Textvielfalt wird jeder Tierfreund mindestens ein Lieblingsgedicht entdecken, hat er doch die Auswahl unter Werken aus mehreren Jahrhunderten und mit höchst unterschiedlichen Ziel- und Stilrichtungen. Wo Goethe, Rilke und Grillparzer neben Ringelnatz, Morgenstern und Wilhelm Busch stehen und wo man jede Menge Lyriker kennen lernen kann, deren Namen und Werk einem bislang noch unbekannt waren, ist mit Sicherheit für jeden Geschmack etwas dabei. Wenn auch nicht jedes einzelne Werk in den allerallerhöchsten Sphären der Kunst schwebt. Aber das ist auch gar nicht der Anspruch dieser Sammlung. Sie unterhält, sie bringt zum Nachdenken – und vielleicht führt sie den einen oder anderen unterrichtsgeschädigten Gedichtemuffel über das nette Thema und die vorwiegend heitere Art ein bisschen näher an die Lyrik heran.
Wie wäre es z.B. mit DER KLEIBER von Stan Lafleur (*1968)? Ein Gedicht, das einen an den Dadaismus denken lässt und an Zungenbrecher-Sätze – und das man einfach nicht unfallfrei laut lesen kann, zumindest nicht als ungeschulter Laie. Was einen natürlich nicht daran hindert, es immer und immer wieder zu probieren. Wobei man nur hoffen kann, dass einen niemand hört. Vielleicht wird auch eines der meisterhaften Gedichte von Mascha Kaléko Ihr Favorit? Oder etwas Heiteres von Paul Maar oder Wilhelm Busch? DIE SCHNECKEN zum Beispiel sind sehr amüsant. Da treten die Tiere in Nahrungskonkurrenz zum Menschen, was dieser nicht besonders schätzt. Es ist schon interessant, mit welcher Freude man Gedichte über Tiere liest, auf die man im täglichen Leben nicht besonders gut zu sprechen ist.
Am besten, Sie gönnen sich das tierische Vergnügen und suchen sich Ihre ganz persönlichen Lieblingsgedichte selbst aus.
Sollte je ein Folgeband geplant sein: Unbekannte Dichter und deren Werke hätten wir bei http://www.tiergeschichten.de und http://tiergeschichten.wordpress.com jede Menge …
Die Herausgeber:
Anton G. Leitner, geboren 1961 in München, lebt als Verleger, Lyriker und Publizist im Landkreis Starnberg. Als Rezitator präsentiert er Poesie auf internationalen Literaturfestivals, im Rundfunk und auf CDs. 1992 gründete er die Zeitschrift DAS GEDICHT; die er bis heute editiert. Er wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet.
Gabriele Trinckler, geboren 1966 in Berlin, lebt seit 1999 als Lyrikerin, Herausgeberin und Verlagsangestellte in München. Sie ist Redakteurin der Zeitschrift DAS GEDICHT.
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
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Kein Pflug und keine scharfe Sense
Stört Halm und Blume, Stamm und Rohr.
Ein Nistplatz bietet sich für Gänse,
Die Sänger tun sich laut hervor.
So wuchert Urwald allenthalben,
Aus Schilf und ungeschnitt’nem Gras.
Die Mücken locken flinke Schwalben,
Im Buschgezweige regt sich was.
Die Haselmaus baut Kugelnester,
Libellen sind auf Wespenfang.
Ein leises Windchen weht von West her,
Ein Teichrohrsänger lauscht dem Klang.
Marienkäfer sammeln Punkte
Für Wettbewerb in Prächtigkeit.
Was gestern noch in Blüten prunkte,
Trägt heute schon ein Alltagskleid.
So wandelt sich das Bild den Augen,
Doch bleibt es immer Urnatur.
Geh hin, um alles aufzusaugen,
Doch hinterlasse keine Spur.
Foto: © Mariamne / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at
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Ein Häufchen winzig kleiner Stäbe
Klebt ungesehen auf dem Blatt.
Bald öffnet sich das Eigewebe,
Zum Licht drängt Raupe Nimmersatt.
Eine Woche, fünf, sechs, sieben,
Frisst die Larve, wächst heran.
Kaum ein Blatt ist ganz geblieben,
Lücken beißt der Raupenzahn.
Nach letztem Wechsel enger Hemden,
Verfällt das Tier dem Tod zum Schein.
An Gurten baumelt zum Befremden
Ein Sarg. Es wird das Ende sein.
Platzt da nicht die Haut am Rücken?
Lebt denn dieses Bündel hier?
Fühler drängen, bohren, drücken,
Arg zerknittert folgt das Tier.
Der Schmetterling saugt gierig Sonne,
In Pracht erstrahlt sein Farbenkleid.
Den Sommer über schenkt er Wonne
Als Gaukler, Bild der Fröhlichkeit.
Foto: © Eden (Sonja Winzer www.Bildbouquet.de) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Der Bauer bringt die Gülle aus,
Ein Fass auf Rädern birgt das Nass.
Der Städter zieht die Stirne kraus,
Greift an die Nase und wird blass.
Der Landmann malt, das Feld umrundend,
Das fade Grün zu braunen Tönen.
Gibt fettes Gras, den Rindern mundend,
Und dient, den Faulgeruch zu schönen.
Manch Ökonom hat mehr im Sinn,
Er überhöht den Guss zur Kunst,
Die Wiese hat dann Muster drin,
Der Bauer nützt der Stunde Gunst.
Das Nützliche mit Augenfreuden
In Einklang bringen, lohnt sich immer,
Denn Nierensaft aus Stallgebäuden
Stört ohne Kunstgenuss weit schlimmer.
Foto: © Boscolo (2009 Bernd Boscolo) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Ein Loblied auf das Ziegentier
Singt niemand, weder Alt noch Jung.
Den Brüdern Grimm verdanken wir
Den Funken einer Würdigung.
Alleine schon das Angesicht,
Gäb Stoff für Hymnen und noch mehr.
Im Auge schillert Bernsteinlicht,
Der Sehschlitz steht verblüffend quer.
Der Bart verschafft dem Ziegenhaupt
Erinnerung ans Morgenland
Und wer den alten Mythen glaubt,
Sieht Pan an Geißbocks Hinterhand.
Der Teufel leiht sich das Gehörn.
Vergleich, der metaphorisch hinkt?
Bei Gott, ich könnt es nicht beschwör’n,
Doch richtig ist, die Ziege stinkt.
Foto: © Havlena (Günter Havlena) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Wo Bäume aus dem Wasser streben,
Die Wurzeln in den Schlamm gesenkt,
Wo Hirsch und Fisch in Eintracht leben,
Wird reichem Leben Raum geschenkt.
Der Frühjahrsregen füllt die Täler
Des blinden Flusses reichlich an.
Die grünen Flächen werden schmäler,Auf Altholz sitzt ein Kormoran.
Gerecht verteilt sind Licht und Schatten.
Ein Wechselspiel im Tageslauf.
Das Wildschwein wühlt, die Bisamratten
Verschwinden, tauchen wieder auf.
Konzerte aus gefüllten Blasen
Der Frösche stören niemand hier.
Libellen ruh’n auf Algenrasen,
Die Musikanten im Visier.
Der Schlehdorn hebt die dunkle Schlange
Zum Sonnen auf dem Zweig empor.
Vor Äskulap ist manchem bange,
Die Amsel protestiert im Chor.
Karauschen nagen an den Zweigen,
Die dort ein Baum ins Wasser streckt.
Der Laubfrosch will sich dir nicht zeigen,
Er hält sich farbgetarnt versteckt.
Wie viele Stunden möcht ich weilen
In diesem Traum aus Grün und Blau.
So werde ich mich wohl beeilen
Zum nächsten Ausflug in die Au.
Foto: © Miroslaw / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Chinchillas haben, kaum geboren
Ein weiches Fell und große Ohren.
Sie sind dem Züchter lieb und teuer,
Die Hasenmaus ist Mode heuer.
Wär ich Chinchilla, nur fiktiv,
Ich legte mir die Räude zu.
Das senkte meinen Marktwert tief,
Doch ließ der Kürschner mich in Ruh.
Als Mantel oder warme Haube
Wär’s schön in weiblicher Begleitung.
Allein mir fehlt der echte Glaube
Ans Glück in solcher Aufbereitung.
Foto: © denyo111 (Dennis Kopass) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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