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Herein, so ruft der Borkenkäfer
Und merkt zu spät, es klopft der Specht.
Ach wär ich doch kein Ungezäfer,
Damit der Vogel mich nicht mecht.
So sinniert der Kerf der Rinde,
Im Sprachgebrauch recht ungelenk.
Er kriegt, soferne ich ihn finde,
Ein Wörterbüchlein als Geschenk.
Foto: © schauhi (Kurt Bouda) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Steffanie Burow: Das Jadepferd. Roman, Müchen 2008, Knaur Verlag, ISBN 978-3-426-66297-7. Hardcover mit Schutzumschlag, zwei Landkarten und Glossar, 472 Seiten, Format: 15 x 22 x 3,5 cm, EUR 19,95
Marion Reuter, Anfang 30, ist eine erfahrene Rucksacktouristin. Als sie sich auf einer Asientour von ihrem Lebens- und Reisegefährten trennt, ist es deshalb keine Frage, dass sie alleine in den Westen Chinas weiterreist. Aber ob das so eine gute Idee ist?
Um einem einsamen Abend im Hotelzimmer zu entgehen, unternimmt sie einen Abendspaziergang durch das muslimische Viertel Kashgars – und stürzt in eine schlecht gesicherte Baugrube. Als sie wieder zu sich kommt, stellt sie fest, dass sie nicht allein in der Grube liegt. Doch was sie für einen Betrunkenen hält, der im Kanalisationsrohr seinen Rausch ausschläft, ist in Wahrheit eine Leiche!
Für einen winzigen Augenblick verlässt Marion das gesunde Urteilsvermögen und sie begeht einen folgenschweren Fehler: Der Tote hat ein kleines, ramponiertes Lackkästchen bei sich. Marion steckt es ein und ruft erst dann um Hilfe.
Der Junge Mann in der Baugrube erweist sich als Mordopfer. Kommissar Li Yandao nimmt die Ermittlungen auf. Nun wäre es das Klügste, das unterschlagene Kästchen dem Kommissar mit einer halbwegs plausiblen Erklärung auszuhändigen. Doch Marion verpasst den richtigen Zeitpunkt und kommt aus dieser Geschichte nicht mehr mit Anstand heraus.
Im dem Lackkästchen befindet sich die vordere Hälfte einer Pferdefigur aus Jade und ein paar beschriftete Bambusstäbchen. Dass es sich bei dem Pferdchen mitnichten um gut gefälschten Touristenkitsch handelt, dämmert Marion, als sie ihr Hotelzimmer durchwühlt vorfindet. Gestohlen wurde nichts. Was sollte bei einer Backpackerin auch zu holen sein? Wer immer in ihr Zimmer eingedrungen ist, muss das Kästchen mit dem Pferd gesucht haben. Doch das trägt sie stets bei sich.
Was hat es mit dem Jadepferd auf sich? Musste schon der junge Mann in der Baugrube wegen dieses Artefakts sterben? Und ist es Einbildung, oder wird Marion wirklich von einem riesenhaften Uighuren und einem jungen Chinesen mit einem Muttermal im Gesicht verfolgt? Ein etwas auffälliges Team für eine unauffällige Beschattung …
Marion beschließt, Kashgar zu verlassen, auch wenn sie inzwischen mehr als nur Sympathie für Kommissar Li Yandao empfindet. Dieser ahnt zwar, dass „Ma Li Huo“, wie er sie nennt, ihm etwas verschweigt, doch Beweise hat er nicht, und so muss er sie ziehen lassen.
Marions Verfolger lassen sich nicht so einfach abschütteln. Was sie zunächst nicht ahnt: Der hochgewachsene Uighure und sein Kollege sind nur Handlanger. Professioneller und um einiges gefährlicher ist „der Russe“ Nikolai, der die Verfolgung aufnimmt, als Marion in Turfan eintrifft. Nicht nur sie selbst ist jetzt in Gefahr, sondern auch ihre Reisebekanntschaften, wie zum Beispiel die uighurische Ärztin Batügül, die ihr in Khotan spontan eine Unterkunft angeboten hat. Oder die Backpacker Robert, Greg und Jenny, die sie in Turfan kennen gelernt hat.
Wird Marion herausfinden, was es mit dem Fund auf sich hat und warum alle Welt dahinter her ist? Rechtfertigt der rein materielle Wert des Jadepferdchens wirklich eine Hatz quer durchs halbe Land, Mord und Totschlag inklusive? Wird es Marion gelingen, genügend falsche Fährten zu legen, um sich und das Jadepferd unbeschadet außer Landes zu bringen?
Wenn Marion all das wüsste, was die Autorin uns erzählt, wäre sie da nicht so sicher. Als Leser erfahren wir nämlich nach und nach die Geschichte von Marions Jadepferd. Sie beginnt im Juli 102 v. Chr., als der Hohe Sekretär Zhao Shan zwei Tagesreisen von Chang’an entfernt einen Boten des Kaisers abfängt und ihm ein Lackkästchen mit einer Nachricht an den General Li Guangli abnimmt – eine Tat mit weitreichenden Folgen.
Seither sind mehr als zweitausend Jahre vergangen. Das Kästchen mit dem Pferd und den Bambusstäbchen hat inzwischen einen langen Weg von Chang’an bis in den äußersten Westen Chinas zurückgelegt. Es hatte im Lauf der Zeit viele Besitzer und kaum einem hat es Glück gebracht.
Mit Spannung und Faszination verfolgt man Marions Flucht von West nach Ost. Gleichermaßen fesselnd und womöglich noch exotischer als Marion Reuters Tour de Force durch halb China ist die Jahrtausende lange Reise des Jadepferdchens.
Manchmal möchte man sie schütteln, diese halsstarrige Marion, die auf Biegen und Knochenbrechen an ihrem Vorhaben festhält, das Artefakt zu behalten und nach Deutschland zu bringen. Dabei ist sie gar nicht so hartgesotten wie sie selbst glaubt, auch wenn man ihr eine gewisse kriminelle Energie und Kreativität nicht absprechen kann. Der Trick mit dem Ferrari, zum Beispiel, der ist klasse …
DAS JADEPFERD ist eine packende Mischung aus Abenteuerroman, Krimi, Reisebericht und Landeskunde. Man merkt deutlich, dass die Autorin hier kein angelesenes Wissen zum Besten gibt, sondern die Region selbst bereist und sich intensiv mit den Gegebenheiten des Landes beschäftigt hat.
Hat sich eigentlich schon jemand die Filmrechte an dem Stoff gesichert? Auch wenn die historischen Rückblenden sicher eine Herausforderung wären: Diese temporeiche Story würde auch in Kino oder Fernsehen eine gute Figur machen.
Die Autorin
Steffanie Burow war Art-Direktorin und Werbetexterin, bevor sie gemeinsam mit ihrem Mann ausgedehnte Reisen durch die Länder des Fernen Ostens unternahm. Heute lebt die Autorin in Hamburg.
Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http:// edithnebel.wordpress.com
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Dichter als die Regenwälder,
Reicher auch an Grün und Tieren,
Voller sind die Wiesenfelder,
Allerdings in Miniatüren.
Käfer drängen sich durchs Gras,
Elefanten gleich im Forste.
Die Zikaden schäumen Glas
Obenauf wie Adlerhorste.
Wespen kreisen wie ein Aar,
Regenwürmer spielen Boa.
Tupfenwanzen glauben gar
Leopard zu sein in Goa.
Wicken ranken bis zum End
Eines Stängels wie Lianen.
Raupen nützen sehr behänd,
Tarzanesk die Kletterbahnen.
Träumend liege ich am Rain.
Mogli tarnt sich heut als Grille.
Bienen summen um mein Bein,
Balus Brummen in der Stille.
Foto: © ginover / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Die Amsel flötet früh am Morgen.
Sie singt die Weise ohne Noten.
Verliebt ins Lied, noch frei von Sorgen,
So trällert sie, im Busch verborgen,
Als wär ein Morgengruß verboten.
Dies alles scheint der Mensch zu glauben.
Der Zweck ist aber unerfreulich.
Des Hahnes Pfeifen in den Lauben
Ist eher warnend böses Schnauben
Und klingt für Amselmänner gräulich.
Jedoch der Holden im Gezweige,
Verzückt vom Auftritt des Tenores,
Erscheint das Drohen wie der Geige
Verträumter Klang zur Morgenneige.
Von Liebe träumt sie, nicht von Zores.
Foto: © bigmama (Manfred Schimmel) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Liebe Leserinnen und Leser,
hier gibt’s heut kein literarisches Meisterwerk, sondern nur ein paar Bilder von unseren drei Maine-Coon-Katern:
So richtig nett ist’s nur im Bett, denkt sich Kater Cooniebert, und nimmt eine ganz sonderbare Ruhehaltung ein. Naja, das muss ja er wissen, ob das bequem ist oder nicht.
Indie pennt auf der Felldecke. Das sieht schon entspannter aus. Nur die Ohren, die sind wach. „Die kleine Katze mit den großen Ohren“ nennen unsere Nachbarn ihn. Ob er jemals zu seinen Lauschern dazu wächst?
Ist keine Felldecke zu Hand, taugt notfalls auch Onkel Yannick als Schmusekissen.
Indie in Action – mit seinem Cocktailwedel.
Onkel Yannick greift ein. Oder an.
Cooniebert, Indie und Yannick auf dem Balkon-Kratzbaum. So langsam wird das Möbelstück nicht nur zu klapperig, sondern auch zu klein für die drei.
Autor/Fotograf: Edith Nebel/Gerhard Löw
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Ein Pflänzchen lockt im Teich vom Grunde.
Das Wasser läuft im Schnabelmunde
Des Schwanes, welcher Kopf voraus
Hinunter langt zum Gaumenschmaus.
Jedoch er bleibt im Schlamme stecken
Und muss elendiglich … sich schämen.
Wer anders jetzt geendet hätt’,
Denkt schwanbezüglich gar nicht nett.
Foto: © wrw / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Die Sonne bricht durchs Blätterdach,
Das Wurzelwerk greift weit um sich.
Mit Lichterkringeln, tausendfach,
Vergnügt ein Faun im Moose sich.
Die Stille schmeichelt dem Gemüt,
Erweckt, beflügelt Fantasie.
Zu schaurig menschlichem Geblüt
Verwandelt sich die Szenerie.
Die Buche wird zum alten Mann,
Mit Wurzeln knorrig, Muskeln gleich.
Es springt ein Schreckgesicht uns an,
Nur Rindenlaune spielt den Streich.
Des Spechtes Meißel dröhnt im Takt,
Gedankenbild weicht Wirklichkeit.
So wird der Rucksack aufgepackt,
Im Kopf ein Hauch von Seligkeit.
Foto: © pitlafit (Andreas Reuter) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Der Schilfhalm beugt im Wind sich hin,
Er spiegelt sich in Wellenzwergen.
Ein Reiher sucht im Röhricht drin
Sein Glanzgefieder zu verbergen.
Mein Auge aber findet ihn,
Ich will das Späherglück mir loben.
Er wiegt sich mit dem Schilfe hin,
In Anmut, hoch den Kopf erhoben.
Der Reiher äugt, erspäht den Fisch,
Es wippt nur kurz die Federgabel.
Des Reihers flinker Mittagstisch,
Steckt schluckbereit am spitzen Schnabel.
Foto: © Joujou (guedo = Günther Dotzler / Bearbeitung: Joujou) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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Ein Kronenkranich kennt kein Messer,
Der Rehbock keine Nagelscher’.
Ich find die Ignoranz weit besser,
Weil Klingenkenntnis seltsam wär.
Denn Messer, Gabel, Scher und Licht
Sind für Reh und Kranich nicht.
Foto: © Ingo Baumgartner
Autor: Ingo Baumgartner
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Es laicht der Frosch in großen Klumpen,
Man meint des Quakers Stolz zu spüren.
Die Kröte lässt sich auch nicht lumpen,
Nur formt der Nachwuchs sich zu Schnüren.
Der Molch klebt Eier, ähnlich Nissen.
Kein Anlass, mehr vom Lurch zu wissen.
Foto: © Nafusa (Sabine Geißler) / pixelio
Autor: Ingo Baumgartner
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