Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Sitzhaltung
1, 28 Januar, 2009, 4:08
Gespeichert unter: Rosmaringo

Ein Tigerpython liebt beim Sitzen,
Wie Fels- und Königspython auch,
Bequeme, weiche Nackenstützen
Und eine Decke auf dem Bauch.

Darüber gibt es kaum Belege,
Kein Bild, das Wissenslücken schließt,
Obwohl der Pythons Ruhepflege
Ganz sicher nicht erfunden ist.

tigerpython

Foto: Mariluna, 2004, Abbildung gemeinfrei

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Mantis religiosa
1, 25 Januar, 2009, 9:22
Gespeichert unter: Rosmaringo

Die grüne Mantis, allbekannt,
Verspeist ihr Männchen uncharmant
Noch während dieses kopulierend
Sich flugs verkleinert, fast halbierend.

Nach diesem eher kurzen Akt
Ist wieder Lauer angesagt.
Die Beine zum Gebet geschlossen
Empfängt sie neue Bettgenossen.

Ein Glück, dass jeder dritte Mann
Dem Liebestod entrinnen kann.
Es wäre dieser Schrecke Ende,
Das Gruselhochzeitsmahl Legende.

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Foto: © jenzig (www.JenaFoto24.de) / pixelio

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Reimzwang
1, 25 Januar, 2009, 9:20
Gespeichert unter: Rosmaringo

Versetzt nicht Morgenstern ein Wiesel,
Des billig schnöden Reimes wegen
Wer weiß, wie lang, auf blanken Kiesel?
Mich machte solches Tun verlegen.

Ich halte nichts von Reimeszwängen,
Doch kürzlich schwamm ein Hermelinchen
Beachtlich schnelle siebzehn Längen
In einem Freibad nahe Minchen.

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Foto: © cossac (Dieter Haugk) / pixelio

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Martin Conrath, Sabine Klewe: Das Vermächtnis der Schreiberin, Schwaben-Krimi
1, 19 Januar, 2009, 10:25
Gespeichert unter: Bücher

Martin Conrath, Sabine Klewe: Das Vermächtnis der Schreiberin, Schwaben-Krimi (Esslingen), Köln 2008, Hermann-Josef-Emons-Verlag, ISBN 978-3-89705-607-7, Softcover, 316 Seiten, 13,5 x 20 x 2,3 cm, EUR 9,90.

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Esslingen, Dezember 2008: Leichen im Keller
Heinrich Morgen, ehemaliger Jungstar der deutschen Historiker- und Archäologenszene, muss heute sein Geld auf dem Esslinger Mittelalter-Weihnachtsmarkt verdienen. Er verkauft dort Holzschwerter. Eine touristische Führung durch die alten Keller der Stadt nimmt nicht nur für ihn einen unerwarteten Verlauf: In einem der privaten Kellergewölbe wird die Leiche des Studenten Friedhelm Schenk gefunden. In seinem Herz steckt eine mittelalterliche Ahle. Ehe Heinrich es sich versieht, ist er allein bei dem Toten und muss auf die Polizei warten.

Heinrich macht Videoaufnahmen vom Tatort und entdeckt dabei Hinweise auf eine Geheimkammer. Die Neugier des Historikers siegt, der Öffnungsmechanismus ist kein großes Problem – und Heinrich kann einen Blick in einen Raum werfen, der 700 Jahre lang verschlossen war. Ein Spiegel befindet sich darin – und die Mumie einer Frau im mittelalterlichen Gewand!

Heinrichs Auffassung von rechtlich unbedenklichem Verhalten ist von je her flexibel, was ihn seinerzeit auch Job und Ruf als Historiker gekostet hat. Er lässt den Siegelring der Mumie mitgehen. Wenn er herausfinden könnte, wer die Frau war und seit wann sie hier liegt, wäre das eine kleine archäologische Sensation.

Bei den Ermittlungen verguckt sich Heinrich in die Kriminalkommissarin Senta Taler, die hoffentlich nie von seiner Fund-Unterschlagung erfahren wird. Bald gibt es noch mehr, was Senta nie erfahren darf. Anne Schnickler, die einen Stand auf dem Mittelaltermarkt hat, wird als Mordverdächtige verhaftet. Die Marktbeschicker sind jedoch von ihrer Unschuld überzeugt und machen sich heimlich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Dabei sind sie nicht gerade zimperlich.

War der Mord an Friedhelm Schenk eine Beziehungstat? Wurden ihm seine dubiosen Geschäfte zum Verhängnis? Oder wurde der Hobby-Historiker wegen des Mumienfunds im Keller umgebracht? Heinrich Morgen ist sicher, dass Schenk die Geheimkammer gekannt hat.

Mit ihren Schlussfolgerungen ist die „SOKO Anne“ der Marktleute zwar teilweise auf dem Holzweg, aber Heinrich Morgen kommt der Wahrheit doch so nahe, dass er sich und andere dadurch in tödliche Gefahr bringt …

Esslingen anno 1324: Eine Schreiberin in Not
Was Heinrich und die Marktbeschicker nie erfahren werden, erfahren wir Leser durch die Parallelhandlung, die im Esslingen des Jahres 1324 spielt: Für die medizinische Behandlung ihrer todkranken Tochter verschuldet sich die verwitwete Schreiberin Reinhild Wend beim Gastwirt Vornholt. Die Gegenleistungen, die er fordert, sind ungeheuerlich …

Wer ist die mumifizierte Tote im Keller? Wie kam die Frau ums Leben? Was kann vor 700 Jahren nur geschehen sein, dass jemand heute noch deswegen morden würde?

In rasantem Tempo bewegen sich die beiden Handlungsstränge aufeinander zu – bis zum furiosen Finale.

Schwabenkrimi ohne Kehrwochen-Klischees
Wer Kehrwochen- und Vierteles-Schlotzer-Klischees erwartet oder Hauptkommissar-Bienzle-Beschaulichkeit, wird hier enttäuscht werden. Mit dieser Art Folklore haben Martin Conrath und Sabine Klewe nichts im Sinn. Dafür kennen sie das Milieu des Esslinger Mittelaltermarkts umso besser. Conraths Bruder tritt dort seit Jahren als Troubadour auf und Conrath und Klewe hatten selbst schon einen Stand auf dem Markt.

Wenn zwei Autoren zusammen einen Roman schreiben, fragt man sich als Leser, wie sie das wohl bewerkstelligt haben. In diesem Fall hat Martin Conrath den Krimiteil geschrieben, der in der Gegenwart spielt und Sabine Klewe, die bereits historische Romane veröffentlicht hat, zeichnet für den mittelalterlichen Erzählstrang verantwortlich. So entstand ein packender Kriminalfall in einem faszinierenden Milieu und mit sorgfältig recherchiertem historischem Hintergrund.

Man muss weder Esslinger noch Schwabe sein, um diesen Krimi mit Vergnügen zu lesen, auch wenn es zweifellos seinen eigenen Reiz hat, die Schauplätze des Geschehens zu kennen.

Die Autoren
Sabine Klewe, Jahrgang 1966, Studium in Düsseldorf und London, ist freiberufliche Schriftstellerin und Übersetzerin und arbeitet als Dozentin für Fremdsprachen und kreatives Schreiben, unter anderem an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf.

Martin Conrath, geboren in Neunkirchen an der Saar, ist Schriftsteller, Musiker Journalist und Dozent. Seit 2006 lebt und schreibt er in Düsseldorf. Sein Roman „Das Schwarze Grab“ wurde 2008 als Tatort verfilmt.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
     
http:// edithnebel.wordpress.com



Alternatives Katzenfutter
1, 19 Januar, 2009, 7:19
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Kohlmeisen, Rotkehlchen, schimpfende Spatzen
Belagern den Futterplatz streitender Weise,
Merken kein Nahen von schleichenden Tatzen.
Die Mieze erbeutet ihr Frühstück ganz leise.

Sollen die Leute mich skrupellos heißen,
Ich spare mir Katzenkost, teuere Häppchen.
Samen, Getreide und Körner zum Beißen,
Sind katzenbezogen ein günstiges Schnäppchen.

katzenfutter

Foto: © gd (Kurt Michel) / pixelio

Autor: Ingo Baumgartner
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Anmache
1, 19 Januar, 2009, 7:17
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Ein Hammel fühlt der Hummel sich
Lautlich heftig zugetan.
So fragt er, liebes Pelztier, sprich,
Wärst du gerne mein Kumpan?

Die Hummel reagiert verletzt,
Distanziert sich vom Blabla.
Der Konsonantenklang ersetzt
Nicht den Wert von u und a.

hummel

Foto: © kretamaris / pixelio

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Hundefloh Kunibert
1, 19 Januar, 2009, 7:14
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Floh Kunibertchen schwört auf Dackel,
Doch stört ihn deren Schwanzgewackel.
Verärgert wählt der Schwerenöter
Als Wohnstatt einen Straßenköter.
Dort sieht er aber, blank entsetzt
Ein jedes Haar mit Laus besetzt.
Er kehrt, geläutert und mit Glück,
Auf Dackel Kunibert zurück.
Der wedelt freudig mit dem Schwanze,
So geht da capo jetzt das Ganze.

hundefloh

Foto: © This file is licensed under the Creative Commons „Attribution-ShareAlike 2.5 Spain“, Licence http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/es/deed.en, Photographer: Luis Fernández García. 2007-03-16

Autor: Ingo Baumgartner
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Annabelung
1, 19 Januar, 2009, 7:11
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Sie kennen schon ein Nabelschwein?
So ganz persönlich, meine ich.
Nun, sicher ist die Antwort nein,
Es wäre auch verwunderlich.

Gesetzt den Fall, Sie kennen eins,
Dann sind Sie Glückspilz von Natur.
Vertrauen eines Nabelschweins
Gewinnt man äußerst selten nur.

nabelschwein

Foto: © gemeinfrei

Autor: Ingo Baumgartner
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Schaukelzebra
1, 19 Januar, 2009, 7:09
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Das Hauspferd meidet Afrika,
Es hasst die heißen Breiten.
So lässt man seine Kinder da
Auf Zebraschaukeln reiten.

Solch Wackelspielzeug kostet viel
An Kongoschillingscheinen.
Drum spart man, Zebrakauf zum Ziel,
In ird’nen Warzenschweinen.

zebra

Foto: © Marcello66 (Stingray) / pixelio

Autor: Ingo Baumgartner
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Beharrlich
1, 19 Januar, 2009, 7:06
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Ich sitz’ beim Frühstückstisch und seh’
Im Blumenbeet ein schlankes Reh.
O wie idyllisch, denk’ ich mir,
Ein Herz erfrischend liebes Tier.

Das wahrlich zauberhafte Wild
Verändert negativ sein Bild,
Indem es meine Rosen frisst,
Was schwerlich gutzuheißen ist.

Es bleiben Dornen, Stängel nur
Von meiner Blütenprachtkultur.
Das Auge sieht, auch wenn es sucht,
Nur Mängel in der Rosenzucht.

So öffne ich das Fenster weit,
Ich glaube nämlich, wenn man schreit,
Entflieht das Rehlein in den Wald.
Ein Fehlversuch, bemerk’ ich bald

Ich huste, klatsche, brülle laut,
Das Tier, das meine Rosen klaut,
Blickt her zu mir mit blankem Hohn,
Ansonsten keine Reh-Aktion.

reh

Foto: © Knipsermann (Ernst Rose) / pixelio

Autor: Ingo Baumgartner
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