Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Birgit Käker, Jörg Olbrich (Hrsg.): Alea3 – Ein Jahr danach by edithtg
1, 26 März, 2007, 1:32
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10 phantastische Geschichten von 10 Autoren

Birgit Käker, Jörg Olbrich (Hrsg.): Alea3 – Ein Jahr danach. Anthologie, Ebersdorf 2006, Web-Site-Verlag ISBN-13: 978-3935982054, Taschenbuch, 256 Seiten Format: 19,8 x 12,8 x 2 cm, EUR 10,90

Jede der 10 Geschichten begann einmal mit einem harmlos aussehenden Objekt: einem kleinen Würfel aus Obsidian, auf dessen Seite jeweils eine römische Drei eingraviert ist. Mit diesem Würfel hat es eine ganz besondere Bewandtnis: Wer ihn findet, erlebt das Abenteuer seines Lebens – er wird in eine fremde Welt versetzt.

Nicht immer ermöglicht der Würfel dem Finder eine Rückkehr in sein altes Leben. Und manchmal entscheiden sich die Menschen auch aus freien Stücken dafür, in ihrer neuen Welt zu bleiben.

Alea3 – Ein Jahr danach ist die Fortsetzung der Anthologie Alea3 – Der Weltenwürfel und geht der Frage nach, wie es den Menschen ergangen ist, die der Würfel entführt hat und die in einer fremden Welt eine neue Heimat gefunden haben. Haben sich ihre Wünsche, Träume und Hoffnungen erfüllt? Haben sie ihren Entschluss jemals bereut?

Aber auch der Würfel ist in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen und hat neue Personen in andere Welten transferiert.

Claudia Hornung: Die letzte der Dhúr – Belinda ist eine von denen, die ihr altes Leben mit streitenden Eltern und mobbenden Schulkameraden freudig hinter sich ließ, um zusammen mit dem Feenprinz Japhael und dem Zwerg Gorge die Welt Drendurum vor der ewigen Dunkelheit zu retten. Wer mit dieser Entwicklung ein Problem hat, ist die amtierende Feenkönigin. Prinz Japhael erhebt nun Anspruch auf den Thron. Bei der Verteidigung ihrer Macht schreckt die Königin nicht einmal vor Mord zurück – Mord an einem Lichtwesen. Ob das so eine gute Idee war?

Achim Hildebrand: Das Labyrinth der Welten – Vom Weinkeller der Dorfschänke wird der Glücksspieler Nidel in ein riesiges steinernes Labyrinth versetzt. Genau einer der unzähligen Gänge führt zurück in seine Welt – und man hat nur einen einzigen Versuch. Das jedenfalls erzählt ihm Barsuliam, der unheimliche und wenig Vertrauen erweckende Hüter des Labyrinths. Doch Nidel wäre kein Spieler, wenn er nicht sein Glück versuchte …

Birgit Käker: Das Leben eines Gefangenen – Nicht ganz freiwillig ist Felicitas in ihrer neuen Welt geblieben. Man hatte sie bei ihrer Ankunft im Land Darash für die Braut des Grafen gehalten und sie kurzerhand mit ihm verheiratet. Den Würfel hat ihr Gatte weggeworfen. Jetzt ist Felicitas Burgherrin und schwanger. Der Graf ist in den Krieg gezogen – und Drachenreiter greifen die Burg an. Felicitas trifft eine verhängnisvolle Fehlentscheidung …

Ralf Seybold: Der Seelensammler – Der Mineraliengroßhändler Markus nimmt unterwegs einen Anhalter mit, dem seltsame Dinge widerfahren sind, nachdem er im Wald einen Obsidianwürfel gefunden hatte. Als Markus kurz anhält, verschwindet der Anhalter – den Würfel lässt er zurück, den damit verbundenen Fluch anscheinend auch. Markus verirrt sich im Wald und strandet in einem heruntergekommenen Gasthof. Und nicht nur er …

Jörg Olbrich: Die Krönung von Nauron – Student Thomas war ein regelrechter Bücherwurm und Stubenhocker, ehe der Würfel ihn ins nauronische Reich katapultierte. Ausgerechnet seine Erfahrung mit Computerspielen half ihm, sieben Prüfungen zu bestehen, die fünf Weisen auszuschalten und die Krone des Landes zu erobern. Jetzt ist er kurz davor, sich zum König krönen zu lassen. Doch die alten Machthaber haben noch Freunde im Land …

Christine R. Förster: Leonidee – Ein echtes Highlight ist die Geschichte des Studenten Leon Steiner, der nach einem Würfelspiel in einer Kneipe im antiken Griechenland aufwacht. Seine humanistische Bildung erweist sich als äußerst hilfreich dabei, sich in der ungewohnten Situation zurechtzufinden. Nur, wie erklärt er den Helden von damals, dass er so viel über sie weiß? Vor allem Odysseus erweist sich als recht sperrig, empfindet er den Studenten doch als ernst zu nehmende Konkurrenz. Nicht nur bei der hübschen Königstochter Nausikaa. Nein, der Junge stiehlt ihm auf der ganzen Linie die Schau. Damit aus der Odyssee nicht unversehens eine Leonidee wird und alles so abläuft, wie man das aus Homers Sagenwelt kennt, muss Leon ein paar Leute behutsam in die richtige Richtung schubsen …

Timo Bader: Gekommen um Chaos anzurichten – Der Künstler Ricardo Salino ist seinerzeit von seinem Besuch aus der Welt der Andersartigkeit nach Hause zurückgekehrt, voller Ideen für seine Arbeit. Jetzt ist Gnox, der Gaffer, auf Gegenbesuch hier. Auch wenn das liebenswerte Monster stets nur beste Absichten hegt – in seiner Welt ist das Chaos der Normalzustand. Und es folgt ihm auch hier auf dem Fuße …

Philipp Bobrowski: Endlich Urlaub – Detektiv Will Rest ist auf dem Weg zum Flughafen, in die verdienten Ferien, als er sich plötzlich im Land Dnal wieder findet. Der große Rebauz erteilt ihm den Auftrag, ein vor Jahren verschwundenes magisch begabtes Kind zu finden. Nur, wenn Rest das schafft, kann er wieder in seine Welt zurückkehren. Nun beginnt ein herrlich skurriles Detektivspiel, bei dem es sich empfiehlt, die unaussprechlichen Eigennamen der Eingeborenen genau unter die Lupe zu nehmen. Eine köstliche Parodie auf die Detektivgeschichten der legendären „Schwarzen Serie“!

Maike Schneider: Dementarias silberner Tempel – Auch Sylvia ist geblieben, nachdem der Würfel sie in die Welt der Amazonen versetzt hat. Im Tempel wird sie zur Heilerin ausgebildet, doch im Grunde gefällt ihr der fanatische Männerhass der Amazonen genau so wenig wie die männerdominierte Welt, aus der sie gekommen ist. Als eine Gruppe Männer aus den Wäldern zum Tempel kommt und um die Hilfe einer Heilerin bittet, eröffnen sich für Sylvia ganz neue Perspektiven …

Mandy Schmidt: Die Botin des Panóus – Pele ist nur eine Punkerin, die im Theater ein Prominenten-Souvenir klauen will. Doch als ihr ausgerechnet der Würfel aus Obsidian in die Hände fällt, ist sehr schnell Schluss mit lustig. Samt ihrem Haustier, einem Erdmännchen, wird sie in die Welt der Kuhoks versetzt, wo man sie für eine Art Mischung aus Moses und dem Messias hält. Wie kommt sie aus dieser Nummer wieder heraus?

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, was verschiedene Autoren aus einem vorgegebenen Thema machen. Bei Alea3 – Ein Jahr danach ist eine bunte Mischung herausgekommen. Spannend und mysteriös, humorvoll und originell, kritisch, allegorisch, symbolisch – und auf jeden Fall unterhaltsam. Man muss den vorangegangenen Band nicht gelesen haben, um diesen hier zu verstehen. Aber man kann es natürlich tun. Lohnend ist es allemal:

Birgit Käker, Jörg Olbrich (Hrsg.): Alea3 – Der Weltenwürfel, Ebersdorf 2004, Web-Site-Verlag ISBN-13: 978-3935982047, Hardcover, 260 Seiten Format: 18,8 x 13,2 x 2,6 cm, EUR 12,–

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com
http://www.aufriss.de

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Nachweis des blinden Flecks by edithtg
1, 26 März, 2007, 6:19
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Wo der Nerv das Aug verlässt,
Sind Menschen grottenolmig blind.
Nachweis bringt ein kleiner Test,
Und diesen machen wir geschwind.

Eine Hand breit auseinander,
(Benütz die Finger zum Probieren),
Zeichnen wir zwei Salamander,
Die lassen sich so schön verzieren.

Nun bewegen wir die Lurche,
Wobei man einen nur fixiere.
Plötzlich trifft der Strahl die Furche,
Man sieht statt zwei nur eins der Tiere.

Leute, die nicht zeichnen können,
Auch keinen Salamanderbauch,
Sollten trotzdem sich’s vergönnen,
Zwei schwarze Punkte tun es auch.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Steiß by edithtg
1, 26 März, 2007, 6:17
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Das Steißbein ist – stark reduziert –
Den Lendenwirbeln angefügt.
Was Löwe, Tiger, Spitzmaus ziert,
Das wirkt beim Menschen unterdrückt.

Des Schwanzes karger Überrest
Trägt keine Quaste, einfach nichts.
Doch stürzen wir bei Glatteis fest,
Da jault das Steißbein, denn dann bricht’s.

Man könnte also durchaus meinen,
Für’n Hugo wär das Angehänge.
Nur, Reim auf Eisbein gäb es keinen,
Der ähnlich stark wie Steißbein klänge.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Sehnlicher Wunsch by edithtg
1, 23 März, 2007, 1:01
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Ich möchte gern die Afterflosse
Vom trägen Spiegelkarpfen sein.
Dann wär ich Bruder und Genosse
Der Flossen von dem Wasserschwein.

Nicht Bruder wär ich, sondern Schwester?
Die Flosse sei geschlechtlich Weib?
Und solch pedanter Klugscheiß, Bester,
Ist ganz im Ernst dein Zeitvertreib?

Da lob’ ich kreativen Geist,
Der meinem Kopfe innewohnt.
Der Afterflossenwunsch beweist,
Wie sehr sich freies Denken lohnt.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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2007: Neues von Mäxchen oder Ein unglaublicher Hund by edithtg
1, 23 März, 2007, 7:10
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Fortsetzung von http://tiergeschichten.wordpress.com/2006/10/31/maxchen/

Nun sind schon wieder 2 Jahre ins Land gegangen. Unser Max ist alt und grau geworden, von seiner unbändigen Lebensfreude hat er jedoch nichts verloren.

Noch immer reist er mit uns auf den Campingplatz. Es gibt für ihn nichts schöneres, als dort herumzustromern, alle Nachbarn zu besuchen und sich anständig verwöhnen zu lassen. Am liebsten geht er zu unseren holländischen Nachbarn. Kein Wunder kaum hat er seine kleine Ledernase zum Zelt hereingesteckt erschallt auch schon: „Na mien Hundje wullst een lecker Kukje?“ – Na was soon richtiger verfressener Hund ist der sagt da nicht nein. Schwanzwedeln steht unser Moppel dann vor dem Schrank und wartet auf seinen Vollkornkeks. Noch ein paar Krauler und dann kommt er wieder auf unseren Platz.

Doch nun wird alles anders. Nichts mehr mit Kukjes oder anderen Leckereien.

Alles fing im letzten Jahr an. Unsere kleine Leberwurst auf 4 Pfoten wurde immer träger. Spazieren gehen und mit anderen Hunden spielen? Fehlanzeige. Am liebsten lag er auf seiner Decke und döste vor sich hin. Na ja, haben wir uns gedacht, er wird langsam alt. Da er sich sonst nicht veränderte, haben wir uns nichts dabei gedacht.

Das Jahr ging zu Ende – neugierig wie immer begrüßte Mäxchen das neue Jahr. Schwanzwedelnd stand er in der Haustür und schaute was die Menschen draußen so trieben, dann trottete er wieder rein. Der Geruch war doch zu streng für seinen empfindlichen Riechkolben.

Die Tage und Wochen vergingen. Es gab Tage, da war Max wieder fast ein junger Kerl und an anderen lag er auf seiner Decke und kam kaum hoch. Nur seine Kraul- und Kuscheleinheiten holte er sich wie gewohnt am Abend pünktlich zur Tagesschau.

Unser Max ist krank

Dann kam der bewusste Samstag. Ich war mit unserem Wau die gewohnte Runde gegangen. Dabei war mir aufgefallen, dass er kaum strullte und wenn, kam nur ein ganz dünner Strahl. Auch wich er kaum von meiner Seite.

Unruhig fuhr ich gleich am Montag mit ihm zum Tierarzt. Diagnose – ein riesiger Blasenstein machte ihm das Leben schwer. Gleichzeitig stellten die Tierdoktoren einen Herzklappenfehler und Wasser in den Lungen fest.

„Machen sie sich keine Sorgen da kann nichts passieren, die Harnröhre ist frei. Er bekommt jetzt Tabletten und in 10 Tagen operieren wir ihn.“ –
Am nächsten Tag kam noch weniger Urin. Wieder riefen wir bei den Ärzten an. Wieder nur beruhigende Worte.

Wieder beim Doktor

Am nächsten Tag schauten mich traurige Hundeaugen an. Ein kleiner Hundekopf presste sich an meine Beine und ein zartes Fiepen sagte: „Frauchen – bitte hilf mir.“ Meine Tochter, die gekommen war, um nach ihren Liebling zu schauen, war entsetzt. Und mir tat’s Herz weh, den kleinen Kerl so leiden zu sehen.
Am Nachmittag erreichte ich endlich die Tierärztin. Glücklicherweise war ihr Mann nicht da, und so schickte sie mich weiter zu einer befreundeten Kollegin, die eine etwas größere Tierklinik besitzt.

Lebensgefahr

Ein Blick auf die mitgebrachten Röntgenbilder und die Sache stand fest: Harnröhre dicht – von wegen nur ein Stein. Zwei weitere saßen in der Harnröhre. Sofort OP, Chance 50:50 – oder einschläfern. Von wegen! Die Chance sollte er haben.

Nachdem er narkotisiert war, machten wir uns schweren Herzens auf die Heimfahrt. Ich gestehe, meinem Mann, mir und Melanie liefen die Tränen wie Sturzbäche aus den Augen. Schließlich wussten wir nicht, ob unser Stinker wieder kommt.

Bei jedem Klingeln des Telefons zuckten wir zusammen. Es waren immer unser Schwiegersohn und unser Sohn. 5 Stunden später der erlösende Anruf. Zumindest die Operation hatte er schon mal überstanden. Am nächsten Tag durften wir ihn abholen. Dort erfuhren wir, dass seine Chancen in Wirklichkeit nur 10-20% betragen hatten.

Ein unglaublicher Hund

Und wie stand’s um den Dicken. Langsam, vorsichtig aber schwanzwedelnd kam er uns entgegen und zeigte uns, wie er strullern kann. Noch nie habe ich eine Tierärztin gesehen die sich so freute, dass ein Hund in ihrer Praxis Seen hinterließ. „Ein unglaublicher Hund, ein unglaublicher Hund.“ Immer wieder sagte sie diesen Satz. “Er muss Sie unendlich lieben. Die Schmerzen müssen die Hölle gewesen sein und das seit längerem.“

Auf meine Frage, wieso wir das nicht bemerkt haben, sagte sie: „ Er liebt Sie so unendlich, dass er das verheimlicht hat. Er wollte bei Ihnen, seinem Rudel bleiben. Unsere Hunde stammen ja bekanntlich von den Wölfen ab, und die verstoßen kranke und alte Tiere. Das wollte er nicht – deshalb haben sie nichts bemerkt.“

Ach Mäxchen – wir haben dich auch lieb.
Wieder flossen Tränen – aber diesmal vor Freude und Rührung.

Zwei Wochen sind seitdem vergangen. Mäxchen ist wieder ganz der Alte. Nein besser – es ist, als sei er 5 Jahre jünger. Er rennt und tobt wieder durch die Gegend, spielt mit anderen Hunden und freut sich, wenn wir 2 – 3 Stunden spazieren gehen.

P.S. An alle die uns gesagt haben 1.000,- Euro für eine Tierarztrechnung sind rausgeschmissenes Geld: Für Maxi immer wieder, er liebt selbstlos bis zum Ende. Ihr tut mir leid, denn so etwas werdet ihr nie erleben, da ihr ( Gott sei Dank) kein Tier habt und hoffentlich nie haben werdet, denn euch ist Geld mehr wert als ein Wesen aus Fleisch und Blut.

Autor: Familie Wolfgang Witt
Witt-IZ@versanet.de

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Mikroskopisch by edithtg
1, 19 März, 2007, 8:49
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Objektiv und Okular
Vergrößern winzig kleine Dinge,
Sei’s gezupftes Wühlmaushaar,
Vom Schmetterling die Flügelringe.

Stößt man gar auf Kieselalgen,
Amöben oder Pilzgeflecht,
Siehst du ’s Urgetier sich balgen,
Erfreut man sich der Welt zu Recht.

Selber wird man plötzlich klein,
Erkennt den eignen Stellenwert,
Nein, es kann nichts schöner sein
Als dieser Blick, der dir beschert.

Doch endet die Verklärungsphase,
Und ebbt das Interesse ab,.
Wischt man’s Tröpfchen von dem Glase,
Und spült das Zeug ins Klo hinab.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Susanne Goga: Tod in Blau. Kriminalroman by edithtg
1, 16 März, 2007, 7:29
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Kommissar Leo Wechsler ermittelt wieder im dem Berlin der 20-er Jahre

Susanne Goga: Tod in Blau. Kriminalroman, München 2007, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, ISBN: 978-3-423-24577-7, Flexibler Einband, 297 Seiten, Format: 13,5 x 21 x 2,7 cm, EUR 14,50

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Berlin, 1922. Ein Verkäufer für Herrenoberbekleidung wird tot aus dem Landwehrkanal gefischt. Selbstmord? Unfall? Oder gar Mord? Kommissar Leo Wechsler ermittelt. Eine Spur im Nachlass des jungen Mannes führt zur rechtsextremen Asgard-Gesellschaft und zu einem ihrer führenden Köpfe, Oberstleutnant Ulrich von Mühl.

Kriminalsekretär Walther spricht aus, was wohl jeder, einschließlich Leo Wechsler, über Herrn von Mühl denkt: „Mann, was für ein arrogantes Schwein“.

Die Wege der Polizei und der dubiosen Gesellschaft kreuzen sich schon bald ein zweites Mal. Der Maler Arnold Wegner liegt tot in seinem Atelier. Und dieser Tod war kein Unfall. Mit seinen provokanten, expressiven Bildern des Kriegs und des Elends sowie den wenig schmeichelhaften Porträts angesehener Personen der Gesellschaft hat er sich nicht viele Freunde gemacht. Hauptsächlich die Mitglieder der Asgard-Gesellschaft haben gegen den Maler und seine Arbeiten gehetzt – allen voran Ulrich von Mühl.

Aber tötet jemand tatsächlich einen Maler, nur weil ihm dessen Bilder nicht gefallen? Ist der Täter nicht vielleicht eher im privaten Umfeld des Künstlers zu suchen? Was ist mit seiner Frau? Die Ehe war nicht glücklich. Mit der Treue nahm Wegner es auch nicht so genau. Geht die Tat vielleicht auf das Konto eines betrogenen Ehemanns?

Auch wenn Leo Wechsler gute Kontakte zur Künstlerszene hat – die Ermittlungen gehen nicht so recht weiter. Doch dann liefert die avantgardistische Tänzerin Thea Pabst, Modell und Geliebte des ermordeten Malers, einen wichtigen Hinweis: Es gibt einen Zeugen, der Licht ins Dunkel bringen könnte. Paul Görlich, ein geistig zurückgebliebener Zwölfjähriger aus einem der trostlosen Armenviertel der Stadt, hatte sich mit dem Künstler angefreundet und verfügt womöglich über entscheidende Informationen.

Auch wenn dem kleinen Paul die Brisanz seines Wissens wahrscheinlich gar nicht bewusst ist – Arnold Wegners Mörder kann kein Risiko eingehen …

Die verschiedenen Handlungsstränge des Romans führen den Leser quer durch die gesellschaftlichen Schichten Berlins: in die vornehmen Villen der besseren Gesellschaft, in die Hinterhöfe und Armenviertel und in die extravagante Künstlerszene der 20-er Jahre. Eine faszinierende – und dank der authentischen Charaktere sehr lebendige – Momentaufnahme der Stadt aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Mit lebhaftem Interesse und Mitgefühl verfolgt man als Leser auch Kommissar Wechslers privates Schicksal. Zum einen spiegeln sich gerade in diesen Alltagsgeschichten besonders deutlich die Lebensbedingungen der damaligen Zeit wieder. Zum anderen sind Wechslers Lebensumstände ziemlich ungewöhnlich: Er ist verwitwet, hat zwei Kinder, und seine unverheiratete Schwester Ilse führt ihm den Haushalt. Doch es zeichnen sich Veränderungen ab: Ilse hat seit einiger Zeit einen Freund und Leo Wechsler entwickelt ein romantisches Interesse an der sympathischen Bibliothekarin Clara Bleibtreu. Warum aber erzählt sie nie etwas aus ihrem bisherigen Leben?

Ausgerechnet Ulrich von Mühl, der Unsympath von der Asgard-Gesellschaft, muss Claras Geheimnis lüften. Und auch Herbert von Malchow, Leos verhasster Kollege, drängt sich auf unverantwortliche Weise in Wechslers persönliche Angelegenheiten. Es bleibt also spannend bei Leo Wechsler … nicht nur dienstlich, sondern auch privat.

Wenn die nächste kriminalistische „Zeitreise“ ins Berlin der 20-er Jahre ansteht und Leo Wechsler wieder ermittelt, bin ich auf jeden Fall mit von der Partie!

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

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Biene gegen Elefant by edithtg
1, 15 März, 2007, 8:05
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Der Biene Rüssel saugt den Nektar,
Das Elefantensaugrohr nicht.
Der Ele bräuchte tausend Hektar
An Wiesen für ein Hauptgericht.

Doch umgekehrt wär’s einfach merde,
Dann würden Bienen Äste knicken.
Ade, ihr Wälder dieser Erde!
Kein Obstbaum ließe sich noch blicken.

Sie würden grünen Wiesen weichen,
Und die zum Dickhaut-Eden werden.
Die Nektarschänken würden reichen
Für tausend Elefantenherden.

Jetzt schauten wohl die Immen dumm,
Ganz ast- und blattlos die Natur,
Wo blieb’ das liebliche Gesumm?
Nur Elefanten grasten stur.

So bleiben Bienen, Elefanten,
Bei eigner Rüsselqualität.
Denn alle andren Varianten
Wär’n diesen Strophen ähnlich “bled”.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Theo Graufell: Gestatten, Kümmel. Von Beruf Katze by edithtg
1, 15 März, 2007, 7:55
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Das Leben aus Katzen- und Menschenperspektive

Titel: Gestatten, Kümmel. Von Beruf Katze
Untertitel: Nicht alltägliche Geschichten aus dem Leben einer Samtpfote
Autor: Theo Graufell
Verlag: MuTiG GbR
ISBN-13:
978-3940699060
Broschiert: 254 Seiten
Größe: 21 x 15 x 1,6 cm
Preis: EUR 11,70

Klappentext:

Ein Buch – Zwei Autoren.
Kümmel und ihr zweibeiniger Gefährte schildern das Zusammenleben von Katze und Mensch auf unterhaltsame Art und Weise aus zwei sehr unterschiedlichen Perspektiven.
Was die unternehmungslustige Katze Kümmel gut findet, muss der stets besorgte Theo Graufell noch lange nicht gut finden.

Zum Buch:

Ja, die Perspektiven, aus denen Kümmel und Theo die Welt betrachten sind sehr unterschiedlich. Kein Wunder, nur Katzen können die Welt mal von ganz oben – aus der Tannenspitze – und mal von ganz unten – aus der Höhle unterm Busch – betrachten. Manche Katzen, zu denen Kümmel zweifelsohne gehört, entwickeln dabei einen Weitsicht und einen Scharfsinn, welche dem ihrer zweibeinigen Mitbewohner nicht nur in tierischen, sondern auch in menschlichen Belangen oft überlegen zu sein scheint.

Aber Kümmel wäre nicht glücklich, hätte sie nicht ihr Pendant in ihrem Zweibeiner Theo gefunden. Theo arbeitet zu Hause, er textet, schreibt, grübelt und füllt die Pausen dazwischen mit hingebungsvoller Sorge um Kümmelchen. Dass er dabei manchmal á la Don Quichotte etwas übereifrig wirkt, verzeiht der Leser dem sympathischen Co-Autor sehr gerne, da er mit viel Einfühlungsvermögen und vor allem Humor erzählt.

Wenn zwei in einem Haus öfter mal umtriebig sind und Abenteuer erleben, benötigen sie dringend jemanden, der sie ab und an mal auf den Boden holt. Diese Rolle der vernünftigen Eminenz übernimmt Ulrike Vierauge. Bei dem, was ihr Theo alles mit und um Kümmel veranstaltet, tippt ihr Finger öfter mal fast von alleine gegen ihre Stirn, aber nur liebevoll.

Der Leser begegnet in diesem Buch vielfältigen Zweibeinern und Katzen, Großkatzen, merkwürdigen Wattwürmern, übergewichtigen Gänsen, eingeschüchterten Hunden und vielem anderen, was da kreucht und fleucht, den wiehernden Amtsschimmel nicht zu vergessen.

Der Schreibstil erinnert über lange Strecken an Ephraim Kishon. Dieser hätte Theo Graufell jedoch zutiefst um seine intelligente, kätzische Mit-(oder doch Haupt-?)Autorin beneidet. Meist lustige, manchmal aber auch ernste Episoden werden abwechselnd von beiden Erzählern so fesselnd vorgetragen, dass ich das Buch an einem Abend ohne Unterbrechung durchlas. Dabei begann ich zwischendurch öfter mal laut zu lachen, was mir eigentlich sonst beim Lesen nicht passiert.

Empfehlen würde ich das Buch allen Katzenbesitzern, Möchtegernkatzenbesitzern, allen, die Katzenbesitzer und Katzen verstehen wollen, allen, die gerne lachen, allen, die lange nicht mehr gelacht haben und allen anderen, die noch nicht wissen, was sie verpassen. Auf der Homepage gibt es eine kleine Leseprobe.

Ach ja, das Deckblatt wurde von Christina Koppe http://www.ck.artpage.de.vu gestaltet. Ein Besuch auf ihrer Seite lohnt sich.

Rezensent: Sabine Kern
Kernhalsenb@aol.com

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Endvokal by edithtg
1, 12 März, 2007, 11:54
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Hoch im Norden, streng behütet,
Weil dieser Vogel selten brütet,
Baut ihr Nest in Eis und Schnee
Fast unbemerkt die Schneeeule.
Man erspart dem Ohr die Qual
Betont man hier den Endvokal.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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