Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Ina Coelen, Ulrike Renk: Tödliches Dinner. Niederrheinischer Kriminalroman.
1, 28 Dezember, 2007, 12:10
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Stammgäste und andere Betrüger
Ina Coelen, Ulrike Renk: Tödliches Dinner. Niederrheinischer Kriminalroman. Mit neuen todsicheren Rezepten, Krefeld 2007, LEPORELLO-Verlag, ISBN: 978-3-936783-23-0, Taschenbuch, 214 Seiten, Format: 19 x 11,5 x 1,8 cm, EUR 9,–

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Nach dem Tod ihres Mannes hat Katharina „Katta“ Lintfort ihr Leben notgedrungen gründlich umgekrempelt: Sie hat ihr Haus in Kempen vermietet und ist mit ihrer Tochter nach Krefeld in eine kleinere Wohnung gezogen. Und sie hat sich mit einem Bistro im Großmarkt sowie mit einem Buffett- und Partyservice selbständig gemacht.

Als sie unter den Gästen im Bistro zwei Herren von der Polizei entdeckt, ist Katta alles andere als begeistert. Sicher sind die beiden nicht nur wegen des guten Essens hier oder wegen der köstlichen Kaffeespezialitäten von Barmann Jan. Dienstlich hat Katta die Kommissare noch in denkbar schlechter Erinnerung. Sie waren es, die nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes ermittelt hatten. Und das nicht immer mit dem nötigen Feingefühl.

Als ob Katta nicht schon genug Ärger hätte, auch ohne dass die Polizei noch welchen ins Haus trägt! Die Miete für das Haus in Kempen ist schon mehrere Monate überfällig. Und die Kasse im Bistro stimmt auch nie, weil andauernd Bargeld verschwindet. Dabei arbeiten nur alte Freunde und Familienangehörige im Bistro mit. Und auch die neue Köchin macht einen so vertrauenswürdigen Eindruck, dass Katta ihr einen Diebstahl eigentlich nicht zutraut.

Was die Polizei zu erzählen hat, ist in der Tat wenig erfreulich: In jüngster Zeit ist es wiederholt zu Einbruchdiebstählen gekommen – und zwar in genau den Häusern und Wohnungen, zu denen Katta und ihre Leute den Schlüssel hatten, weil sie dort wegen eines Catering-Auftrags ein- und ausgingen.

Ist also doch ein Dieb im Bistro-Team?

Es hilft alles nichts: Freundin Claudia muss wieder ermitteln. Und dabei hat sie derzeit genügend eigene Probleme: Ihr Ehemann Michael benimmt sich ausgesprochen merkwürdig und abweisend. Und ihr regulärer Arbeitgeber, für den sie in Teilzeit die Buchhaltung erledigt, trägt sich mit dem Gedanken, die Firma altershalber aufzugeben. Damit wäre Claudias „Brot- und Butterjob“ weg. Von ihrer Nebentätigkeit als Privatdetektivin kann sie nicht leben.

Doch private Schwierigkeiten müssen erst einmal warten. Wenn Freunde in Not sind, lässt Claudia sich nicht lange bitten. Wo sie bei ihren Ermittlungen ansetzen wird, ist klar: Zunächst bei der Familie Inderfurth. Herr Inderfurth hat den Einbrecher überrascht, erlitt vor Schreck einen Herzanfall und liegt nun im Krankenhaus. Wenn er wieder bei Bewusstsein ist, ist er möglicherweise ein wertvoller Zeuge. Auch dem Fotografen Leo Lindges fühlt Claudia umgehend auf den Zahn. Er erzählt überall voller Stolz, dass man ein paar seiner Arbeiten gestohlen hat. Claudia hat da so ihre Zweifel. Vielleicht hat ja in seinem Fall das Verschwinden der Kunstgegenstände ganz andere Gründe …?

Und auch der persönliche Hintergrund von Kattas Angestellter, der Köchin Annette, muss durchleuchtet werden. Sie selbst macht einen rechtschaffenen Eindruck, doch hat sie einen Hang zu gewalttätigen und reichlich dubiosen Männern.

Auf einmal geht es um mehr als um ein paar gestohlene Kunstgegenstände: Herr Inderfurth stirbt im Krankenhaus ohne das Bewusstsein noch einmal wiedererlangt zu haben. Und ohne dass er Katta durch seine Zeugenaussage entlasten konnte.

Und um die Katastrophe perfekt zu machen, eskalieren die „Friedensverhandlungen“ zwischen einer unbeliebten Lateinlehrerin und ihrer Schulklasse, die in Kattas Bistro stattgefunden haben, auf ungeahnte Weise. Jemand bleibt dabei, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Strecke.

Was weiß die „Rentnergang“ darüber, drei ältere Stammgäste des Bistros, die offenbar nicht ganz so brav und bieder sind, wie sie auf den ersten Blick zu sein scheinen? Auf wessen Konto gehen die Einbrüche und der Tod des Herrn Inderfurth? Und, last not least, wohin verschwindet immer das Bargeld aus Kattas Bistro?

Wird es Privatdetektivin Claudia gelingen, die wahren Hintergründe der Machenschaften aufzudecken und ihre Freundin zu entlasten?

„Tödliches Dinner“ ist ein ernsthafter Kriminalroman, der seine komischen Momente hat. Wenn zum Beispiel Katta der untalentierten Claudia das Kochen beibringen will … wenn ein sensationslüsterner Bekannter der beiden Heldinnen meint, eine Wasserleiche entdeckt zu haben … oder als das Saubermann-Image der „Rentnergang“ so langsam zu bröckeln beginnt.

Ein paar nette Insider-Gags gibt es auch. Claudia liest den neuesten der Krefeld-Krimis, die im realen Leben Ulrike Renk schreibt und Ina Coelen verlegt. Und es tauchen zwei rüstige ältere Damen im Bistro auf, die man aus den Kurzgeschichten von Ulrike Renk kennt.

Wie schon im ersten Band der Reihe, KILLER, KÜCHE, KNAST, wechseln sich die Autorinnen auch hier kapitelweise mit dem Schreiben ab: Ina Coelen schildert die Ereignisse aus Sicht der begnadeten Köchin Katta, Ulrike Renk sieht das ganze aus dem Blickwinkel der Detektivin Claudia. Ein Kunstgriff, der jeder Heldin eine eigene Perspektive, eine eigene Sprache und eine eigene Persönlichkeit gibt.

Eine winzige Kleinigkeit macht sich bei diesem gelungenen Kriminalroman störend bemerkbar: Die Namen der Nebenfiguren. Dass aus einer Walburga durch Eheschließung auf einmal eine „Geyer-Walli“ wird, ist möglich und ein netter Witz am Rande. Auch einen „Richard Gier“ kann man noch akzeptieren. Aber dann sollten die Polizisten nicht auch noch „Greifzu“ und „Baldower“ heißen und der Antiquitätenhändler nicht ausgerechnet „Ramschrath“. Das zieht die Geschichte ein bisschen ins Lächerliche, und das muss ja nicht sein, denn die Mischung zwischen Spannung und Humor stimmt. Das Buch braucht keine Namenskalauer.

Wer übrigens so gekonnt wie Katta den Kochlöffel schwingen will: Im Anhang des Buchs gibt es eine Reihe „todsicherer“ Rezepte prominenter Köche vom Niederrhein. Und keine Angst vorm Nachkochen: Vergiftet wird in dem Krimi keiner …

Spannende Unterhaltung – und guten Appetit!

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

http:// edithnebel.wordpress.com



Einmal Katze, immer Katze
1, 27 Dezember, 2007, 8:22
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„Wohnungskatze?“, fragte die Frau im Tierheimbüro.
Ich nickte.
„Wie alt soll sie denn sein?“
„Kein Baby, aber auch keine sehr alte.“
Mit fünf Karteikarten wurde ich ins Katzenhaus geschickt. Eine junge Frau führte mich von Käfig zu Käfig. Da gab es Samtpfoten in allen Farben und Größen.
„Das ist Mohrle. Die sehen Sie gerade nicht, sie ist da hinten im Korb. Zwei Jahre, weiblich, Tricolor.“
Ich versuchte, mir Mohrle in drei Farben vorzustellen, hatte aber unweigerlich etwas Schwarzes vor Augen.
Viel Zeit für weitere Vorstellungsversuche blieb nicht, denn wir waren bereits an der nächsten Box. „Hier sind zwei drin“, erklärte man mir. „Eine ist ganz scheu, die zeigt sich nicht. Die andere käme in Frage. Jessy, ein Jahr alt.“
Mein spähendes Auge erblickte ein süßes, beigebraun-getigertes Kätzchen mit hellem Gesicht. Ich war ganz angetan. So etwa in der Art war Peters Wunschvorstellung. Peter ist mein Mann und er hatte am nächsten Donnerstag Geburtstag. Viele Jahre war es her, seit unsere letzte – Minka, schwarz-weiß, europäische Hauskatze – in die ewigen Mäusegründe gegangen war. Wir holten uns keine neue mehr ins Haus. Zu weh hatte uns das Abschiednehmen getan. Doch in der letzten Zeit drehten sich unsere Gespräche immer öfter um die liebenswerten Hausgenossen mit ihrem unvergleichlichen Charme. Und so hatte ich mir eine Überraschung für Peter ausgedacht.
„Gehen Sie ruhig mal rein!“, wurde ich aufgefordert.
Beherzt öffnete ich die Tür. Jessy schwirrte sofort ab, versteckte sich. Aber nach ein paar Sekunden konnte sie meinem freundlichen Locken nicht widerstehen, drückte sich an meine Beine, gab mir „Köpfchen“ und eroberte mein Herz.
„Die ist es“, bestimmte ich.
Die Tierheimdame im Büro reservierte mir Jessy, notierte meine Anschrift und ich ging mit einem frohen Gefühl heim.

Heimlich besorgte ich Katzenklo, Streu und Futter – Körbchen und Kratzbaum lagerten noch in der Garage – und versteckte alles im Keller. Und dann war endlich Donnerstag.
Im Tierheim herrschte Hochbetrieb. Es war Ferienzeit. Die Leute mit Pensions- und Fundtieren gaben sich die Klinke in die Hand.
Diesmal geriet ich im Katzenhaus an ein Mädel, vielleicht sechzehn, siebzehn. „Ich möchte die Jessy holen, hab ich mir Samstag ausgesucht.“
„Ah ja … Das ist doch die in der dritten Box.“
„Genau. Da, wo nur zwei einquartiert sind.“
„Sie ist jetzt allein“, sagte das Mädchen, während ich ihm folgte.
Ich sah in einen leeren Käfig. Nanu?
„Sicher im Körbchen. Wollen Sie nachschauen?“
Klar wollte ich.
Tatsächlich. In der Dunkelheit des Weidenkorbs entdeckte ich etwas Getigertes und hielt Vertrauen heischend meine Hand hinein. Eine feuchte Nase berührte sie. Mehr nicht.
Komisch. Warum war die denn heute so zurückhaltend?
Ich äußerte meine Verwunderung und erntete ein Achselzucken.
„Versuchen Sie mal, sie herauszuholen.“
Ich tat mein Bestes. Ohne Erfolg.
Schließlich kippten wir Jessy aus ihrem Korb in meinen mitgebrachten. Viel sah ich bei diesem Wechsel natürlich nicht von ihr. Aber immerhin doch, dass sie getigert war.
Im Büro entrichtete ich meinen Obolus von 80 Euro, ließ meine Ausweisdaten notieren und erhielt Jessys Impfpass.
„Tricolor?“, fragte ich. „Sie ist aber doch getigert.“
„Aber sie hat auch ein bisschen Rot drin.“

Peter war zunächst platt, dann begeistert. Ich wusste, ich hatte den richtigen Zeitpunkt getroffen – wir waren beide katzenreif!
Vorsichtig hob er den Deckel an. Ein grau-schwarzes Fell kauerte sich darin – erstarrt.
Ich hatte sie viel heller in Erinnerung und vor allen Dingen nicht so ängstlich.
Wir säuselten mit freundlichen Stimmen. Keine Reaktion. Aber dann sauste sie plötzlich wie ein geölter Blitz aus dem Korb und landete mit einem einzigen, wahnwitzigen Satz im Wohnzimmerschrank, verschwand hinter den Bücherreihen.
Klar wussten wir, dass Katzen zunächst Furcht haben im neuen Heim. Geduldig warteten wir auf eine Annäherung.
Doch wenn sie herauskam, dann nur, um ein neues Versteck zu suchen. Sie quetschte sich in jeden noch so kleinen Winkel, Hauptsache, er war dunkel und bot Sicherheit.
Am Abend ließ sie immerhin ein Unterm-Kinn-Kraulen zu, sogar mit Schnurrbegleitung, und in der Nacht suchte sie selbstverständlich das Katzenklo auf. Das beruhigte uns ein wenig.

Der Schock kam am nächsten Tag in Form eines Anrufs vom Tierheim. Da wäre etwas „nicht in Ordnung“. Großes Stutzen mit dem Hörer am Ohr. „Was denn?“
„Sie haben die Leni mitgenommen, nicht die Jessy.“
Ich war sprachlos. „Wie?“, kam es dann doch über meine Lippen. „Es war doch nur eine Katze da.“
„Nein, zwei.“
Dann musste sich eine in Luft aufgelöst haben. Egal, wie es nun passiert war, wir hatten Leni: Wohnungskatze, Vorbesitzer verstorben, elf Jahre alt.
Ich schluckte.
„Sie können selbstverständlich Leni zurück bringen und Jessy haben. Sie können aber auch Leni behalten.“
Ich schluckte noch einmal.

Peter und ich waren den Tränen nahe. Es ist ein blöder Vergleich, aber ich glaubte etwas von dem zu verspüren, was in Eltern von im Krankenhaus vertauschten Babys vor sich geht, wenn sie erfahren, dass ihr Kind nicht ihr Kind ist. Nur, die Situation war doch etwas anders. Wir hatten eine elf Jahre alte Katze! Das hieß, vielleicht in drei, vier Jahren schon wieder ein Abschied! Leid, Trauer. Genau das, wovor uns graute.
„Sie hat gesagt, wir sollen es entscheiden“, sagte ich mit einem Kloß im Hals.
Peter sah mich an. Und ich sah dieses spindeldürre, wieselflinke Graukätzchen vor mir. Fühlte ihr kleines Gesicht an meiner Hand, ihr Schnurren, ihre Angst.
„Man kann sie doch nicht einfach …“, sagte Peter.
Ich schüttelte den Kopf. Nein, es ging nicht.
Elf Jahre und so scheu. Uns war klar, dass diese Katze nur ganz schwer zu vermitteln war. Jessy, zutraulich, hübsch und jung, würde sicherlich bessere Chancen haben.
Am Nachmittag rief ich an und sagte, dass wir Leni behalten würden.
Am Abend kam Leni das erste Mal aus ihrem Versteck, ließ sich streicheln und verschwand wieder.
Am Nachmittag des nächsten Tages erfreute sie uns mit vielen „Köpfchen“ und „Bückelchen“ und mit dem Verzehr von acht Stückchen Hartfutter. Wir hatten sie bereits fest ins Herz geschlossen.

Zwei Monate später lebte mit uns ein sowohl quicklebendiges als auch total verschmustes Tigerchen. Leni fegte durch die Wohnung wie eine Einjährige, sprang mühelos auf 1,80 m hohe Schränke und liebte es, abends von einem Schoß auf den andere zu wechseln und Streicheleinheiten zu empfangen.

Und irgendwann fragte ich im Tierheim nach, was aus Jessy geworden war. Sie befand sich immer noch dort.
„Peter, was meinst du …?“

So nahm das Katzenschicksal seinen Lauf. Manchmal muss man es einfach geschehen lassen.

Elke Schleich, Juli 2004,

Autor: Elke Schleich
ElkeSchleich@aol.com
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Gefühlskälte
1, 27 Dezember, 2007, 8:21
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Ein Erpel ist ein Entenmann
Mit Ringelfedern hint am Bürzel.
Er rückt der Ente dann und wann
Mit stiller Sehnsucht an das Schürzel.

Der Ente ist es viel zu kalt
Zu winterlichen Liebesdingen.
Drum hört man Erpel, jung und alt,
Von unerfüllter Liebe singen.

Natürlich singen Erpel nicht,
Sie schnattern jede Viertelnote.
So viel zum straffen Kurzbericht
Vom Weihnachtsentenliebverbote.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Einschätzung
1, 27 Dezember, 2007, 8:20
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Ein Nashorn geht vergnügt des Weges,
Bläst ein Liedchen auf dem Horn,
Da kommen auf dem Pfad des Steges
Zwei Nasenhörner an von vorn.

Zu schmal für drei gehörnte Nasen,
Die Köpfe rauchen bald vor Zorn.
Es nützt kein Schnauben und kein Blasen,
Die Kimme richtet sich aufs Korn.

Sie sehen schlecht, die Dickhauttiere,
Und rennen aufeinander los.
Der Weg ist breit genug für viere.
Oft braucht es nur des Anlaufs bloß.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Eva Siebenherz: Das abenteuerliche Leben der Mieze Paula
1, 20 Dezember, 2007, 9:10
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Eva Siebenherz: Das abenteuerliche Leben der Mieze Paula, Berlin 2007, trafo-Verlag, Edition Drachenflügel (Jugendbuch), ISBN 978-389626-746-7, 76 Seiten, Softcover, mit Vignetten und zahlreichen Illustrationen von Maren Frank – in Farbe und Schwarzweiß, Format: 17 x 15 x 0,5 cm, EUR 12,80.

Paula Cover

Als das schwarze Kätzchen zur Welt kommt, ist es nicht gerade vom Glücksstern bestrahlt: Skrupellose Menschen werfen die kleine Katze und ihre Geschwister in einen Mülleimer. Doch Tierfreunde retten sie, bringen sie zum Tierarzt und anschließend ins Tierheim, wo die Kleine – als einzige Überlebende des Katzenwurfs – aufgepäppelt wird.

Kein Wunder, dass das kleine Katzenmädchen glaubt, sein Name sei „arme Socke“! So sagen nun mal alle zu ihr, die mit ihr zu tun haben.

Das Tierheim ist das einzige Zuhause, das die Kleine kennt, und so wehrt sie sich nach Kräften, als Antonia und ihr Lebensgefährte Fritz auf einmal im Raum stehen und sie mit nach Hause nehmen möchten. Die Kleine weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Nach Hause? Wo ist das?

Katze Blacky erklärt es ihr: „Zu Hause ist dort, wo die Menschen wohnen. Die sind hier, weil sie sich eine Katze wünschen und suchen sich hier im Tierheim eine aus und dann nehmen sie sie mit.“

Zuerst ist das schwarze Kätzchen nicht so begeistert von seiner Adoptivfamilie. Es ist schon sehr anstrengend, wenn man in einer vierköpfigen Familie ständig von einem zum anderen gereicht wird. Doch als es einen Namen bekommt – Paula, weil das der einzige Name ist, auf den es reagiert -, und ordentlich verwöhnt wird, stellt unser Katzenkind erfreut fest, dass es gar nicht so schlecht ist, adoptiert worden zu sein.

Gerade hat Paula sich eingelebt, da bricht Hektik aus. Die Familie verkauft ihr Hab und Gut und macht sich mit Wohnwagen und Paula auf nach Südtirol. „Auswandern“ nennt sie diese sonderbare Aktivität. Nachdem Paula im Auto gar so maunzt, wird sie in den Wohnwagen umquartiert. Auf dem Campingplatz angekommen, darf Paula endlich wieder raus – wenn auch nur an der Leine – und macht sogleich ein paar Erfahrungen fürs Leben:

* Ältere Katzen können verflixt herablassend sein.
* Perserkatzen haben Augen, auch wenn man die vor lauter Fell nicht sieht.
* Wenn man mit einer Leine am Baum angebunden ist, ist eine dumme Idee, den Baum zu umkreisen.
* Und wenn man morgens um 5 im Wohnwagen randaliert, wird man ins Vorzelt gesperrt.

Während Paula unverdrossen Lebenserfahrung sammelt, ist ihre Menschenfamilie auf Haussuche. Leider vergeblich. Was ihren Vorstellungen entspricht, übersteigt ihr Budget. Und so beschließen sie, ihr Glück im benachbarten Österreich zu versuchen.

So langsam hat Paula das Herumziehen satt. Sie möchte ein ganz normales Katzenleben führen. Doch zunächst sieht es nicht danach aus, als würde ihr Wunsch in Erfüllung gehen. Die Familie kampiert auf der Wiese eines Bauernhofs und sucht weiter nach einem passenden Haus. Paula legt sich sogleich Peter an, mit dem größten und frechsten Kater der Gegend. Nachts träumt sie dann davon, eine neongrün und leuchtend pinkfarben gestreifte Zauberkatze zu sein, die den Kater Peter in eine Maus verwandeln kann.

Da kommt ein Anruf aus Deutschland – die Familie muss in in ihre alte Heimat zurückkehren, um eine dringende Angelegenheit zu regeln. Und um Paula die Strapazen der Hin- und Rückreise zu ersparen, soll sie in der Zeit auf dem Bauernhof bleiben. Paula ist entsetzt: Damit ist sie dem frechen Kater Peter mit Haut und Haaren ausgeliefert. Vor allem, da Paula nur an der Leine ins Freie darf, was ihre Fluchtmöglichkeiten natürlich drastisch einschränkt.

Als sie sich wieder einmal in ihrer Leine verheddert und die Bäuerin „Entwicklungshilfe“ leisten muss, nutzt Paula die Gelegenheit zur Flucht. Zuflucht sucht und findet sie bei den Schweinen im Stall. Als das freundliche Borstenvieh Paula davor beschützen will, von der Bäuerin eingefangen zu werden, nimmt diese Aktion einen dramatischen Verlauf …

Und wieder heißt es weiterziehen. Paulas Familie verschlägt es in die Steiermark. Dort haben sie ein Haus gefunden und Paula darf endlich nach Herzenslust durch die Gegend stromern, ganz ohne Leine. Doch die Freude währt nicht lange: Nach wenigen Wochen ist schon wieder ein erneuter Umzug fällig.

Jetzt, nach vielen Irrungen und Wirrungen, ist die Familie in ihrn neuen Zuhause angekommen. Doch das neue Heim ist für Paula nicht der Himmel auf Erden, wie sie es erwartet hat: Sie bekommt Konkurrenz in Gestalt der Katzenkinder Mini und Maxi. Tochter Petra hat die beiden Kätzchen vor einem schlimmen Schicksal bewahrt und nach Hause gebracht.

Paula hat zwar Mitleid mit den Kleinen, aber die möchte weder ihre Menschen noch ihr Zuhause mit ihnen teilen. Was soll sie nur tun? Da hat Paula einen Traum, der ihr die ideale Lösung präsentiert. Aber wird sich das auch in die Wirklichkeit umsetzen lassen? Wird sie einen Weg finden, mit dem alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind?

Wer Katzen mag und vielleicht selbst schon Katzen hatte, wird Mieze Paula und ihre kleinen und großen Abenteuer lieben. „Das abenteuerliche Leben der Mieze Paula“ ist als Kinderbuch geschrieben worden, aber auch erwachsene Katzenfreunde werden ihre Freude an der Geschichte des temperamentvollen und lebensfrohen Kätzchens haben, das sich, was immer ihm auch widerfährt, einfach nicht unterkriegen lässt.

Die Illustratorin Maren Frank hat das kleine Buch liebevoll mit Katzen-Vignetten sowie farbigen und schwarz-weißen Illustrationen ausgestattet: mit niedlichen Katzen, frechen Nagern, stolzen Pferden, freundlichen Schweinen – und mit märchenhaften Szenen aus Mieze Paulas Träumen.

Ein unterhaltsames Büchlein zum Selberlesen oder zum Verschenken an kleine und große Katzenfreunde.

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

http:// edithnebel.wordpress.com



Frohes Fest!
1, 19 Dezember, 2007, 6:12
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Frohes Fest!

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

frohe Weihnachten und ein gesundes, friedliches, glückliches und erfolgreiches Jahr 2008!

Auch allen, die Kurban Bayram bzw. Eid al-Adha feiern, wünsche ich ein gesegnetes Fest.

Jenen, die froh sind, wenn sich der ganze Festrummel wieder gelegt hat, sei, frei nach Heinz Becker, versichert: „In einem Vierteljahr ist Ostern auch schon wieder vorbei.“

Edith von den Tiergeschichten


Foto: © Rosenstaude, http://www.pixelio.de



Edmund Schauer: Agent TQ – TOP SECRET: RADIOAKTIV. Das vierte Abenteuer des cleveren Siamkaters
1, 17 Dezember, 2007, 12:03
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Edmund Schauer: Agent TQ – TOP SECRET: RADIOAKTIV. Band 4. Mit 103 schwarz-weiß-Abbildungen, einer Codescheibe und 122 erklärenden Fußnoten. A-Zillingdorf 2007, erschienen im Selbstverlag, ISBN: 978-3-9502360-0-2, 245 Seiten, flexibler Einband, Format 15 x 20,8 x 1,7 cm, EUR 12,90. Zu beziehen im Buchhandel oder direkt beim Autor: http://www.ATQ.at Ein Kinderbuch, an dem auch Erwachsene ihre Freude haben.

ATQ4-Cover

Während sich Edi Cooper und sein intelligenter Siamkater von ihrem letzten strapaziösen Einsatz als Agenten der geheimen Regierungsorganisation COBRA erholen, ereignet sich 3.700 km weiter östlich eine ausgewachsene Schweinerei: Skrupellose Ganoven stehlen mit Hilfe korrupter Mitarbeiter waffenfähiges radioaktives Material aus einem Atomkraftwerk.

Kommissar Serge Poljakov weiß, welches Unheil dieses Material anrichten kann, wenn es in die Hände des organisierten Verbrechens oder in die von Terroristen gerät: Sie könnten eine „schmutzige Bombe“ damit bauen, die die Umgebung der Explosion für lange Zeit radioaktiv verseucht. Poljakov hat Grund zur Annahme, dass das Material umgehend außer Landes geschafft werden soll. Er vermutet hinter dem Verbrechen eine international operierende Organisation. Als er erfährt, dass die Bandenmitglieder sich eines ausrangierten Kommunikationssatelliten bedienen wollen, um miteinander in Kontakt zu treten, wendet der sich an COBRA-Agenten Edi Cooper. Cooper kennt sich aus mit solchen technischen Vorgängen. Und so kommen Cooper und TQ zu ihrem vierten gemeinsamen Fall.

Cooper fackelt nicht lange, verbindet ein altes Tonbandgerät mit dem Satelliten-Empfänger und die Atomschmuggler-Abhöraktion kann beginnen. Tatsächlich können die beiden Agenten ein paar Gesprächsfetzen erlauschen. Zudem gelingt es ihnen, mittels eines alten Video-Geräts eine Videokonferenz der Bande abzufangen. Wie gut, dass Cooper sich so gut mit Elektronik auskennt und – zum Verdruss seiner Gattin – veraltete Geräte sammelt!

Durch die Abhöraktion erfahren sie zweierlei: Die Bande macht Station in einem alten Bunker. Und sie will das gestohlene Plutonium in einem stillgelegten Atomkraftwerk lagern. An einem Ort also, an dem Radioaktivität nicht auffällt, weil man sie ohnehin erwartet.

Cooper hat diverse Vorbereitungen zu treffen und fordert zur Unterstützung ein zweites Agententeam an: Agentin Shirin Lennox und ihre Kollegin, die Cornish-Rex-Katze Snofru. Aus einem Campingbus heraus sollen sie die Landstraße überwachen, die die Plutoniumschmuggler auf dem Weg zum Bunker passieren müssen und beim ersten Anzeichen von Radioaktivität Alarm schlagen. Ab da übernehmen wieder Cooper und TQ den Fall.

Bis hier hin klappt alles wie am Schnürchen und das Glück scheint den Agenten weiter hold zu sein. Als die Atomschmuggler ihr Diebesgut in den Schutzbunker schleppen und in unscheinbare Werkzeugkisten umbetten, folgen ihnen Edi Cooper und TQ. Es gelingt ihnen, einen GPS-Sender an einem der Fahrzeuge zu platzieren. Doch dann wagen sie sich zu weit ins Innere des Schutzraums und verpassen den Moment, vor den Schmugglern den Bunker wieder zu verlassen. Als die Bande aufbricht, sperrt sie die zwei Agenten unbemerkt ein.

Doch Edi Cooper wäre nicht Edi Cooper, wenn er sich nicht zu helfen wüsste. Aus dem Plunder, der in der Halle herumliegt, improvisiert er kurzerhand eine Vorrichtung, die sie nach einigen Mühen zurück in die Freiheit bringt. TQ staunt über Coopers Rettungsmaßnahmen. Und dem Leser wird es ebenso ergehen. Denn anders, als man es aus einschlägigen TV-Serien kennt, wird hier plausibel erklärt, was der Agent konstruiert. Und man kann davon ausgehen, dass die Vorgehensweise genau recherchiert wurde und im Ernstfall tatsächlich funktionieren würde.

Kaum wieder draußen aus dem Bunker, stehen die beiden Agenten vor dem nächsten Problem: Vor der Bunker-Aktion haben sie ihren BMW mit einer Tarnvorrichtung unsichtbar gemacht. Die funktioniert so gut, dass sie ihr Fahrzeug nun nicht wiederfinden. Doch auch da hat Edi Cooper die rettende Idee.

Da die Agenten geraume Zeit mit „Pannenbekämpfung“ beschäftigt waren, sind die Schmuggler nun natürlich über alle Berge. Doch Edi und TQ haben keine Zeit, sich darüber zu ärgern. Und auch die Analyse eines mit mysteriösen Zeichen bekritzelten Schmierzettels, den TQ im Bunker gefunden hat, muss auf einen späteren Zeitpunkt vertagt werden, denn den beiden Agenten kommt ein Hilferuf des Kollegen Toni Lennox dazwischen.

Lennox befürchtet, einen Maulwurf in der Organisation zu haben, der vertrauliche interne Informationen an Ganoven weitergibt und damit COBRA-Einsätze torpediert. Mit einer vorgetäuschten Aktion will er dem Maulwurf eine Falle stellen. Cooper und TQ sollen derweil eine Bande von Autodieben ausspionieren.

Wieder müssen weitere Agenten eingreifen. Roy, Mara und die rote Katze Julia übernehmen die Autodiebe und spannen den Raben Igor und den Bussard Vinzenz als Luftaufklärer ein. Julia ist die perfekte Einsatzleiterin, und ihr Team spürt die Autodiebe in Nullkommanix auf. In einer alten Scheune lackieren diese die gestohlenen Fahrzeuge um. Als Julia die Diebe vor Ort näher in Augenschein nehmen will, gerät sie in tödliche Gefahr – und die Diebesbande kann sich aus dem Staub machen.

Die Atomschmuggler sind entkommen, die Autodiebe sind entkommen – das COBRA-Team scheint derzeit nicht gerade vom Glücksstern bestrahlt zu sein. Doch sie geben nicht auf. Eine Spur haben sie noch: den Zettel mit der Geheimschrift, der im Bunker lag. Als Cooper erkennt, um welchen Code es sich handelt, ist der Text schnell entschlüsselt: Es sind die Koordinaten einer so genannten „Ausweichposition“.

Die Agentinnen Mara, Shirin und die Katze Snofru werden eingeteilt, den Koordinaten zu folgen. Wenn sie Glück haben, sind am Zielort die Atomschmuggler. Aber auch das weibliche Einsatzkommando versemmelt seine Mission. In einer verfallenen Fabrikanlage stoßen sie auf die feiernden und trinkenden Schmuggler – aber sie werden entdeckt und gefangen genommen. Ob sie entkommen können? Das sei hier nicht verraten.

Die Schmuggler jedenfalls flüchten.

Jetzt dämmert es Edi Cooper: „Wir haben die Bande unterschätzt.“ Er hat es hier nicht mit ein paar kleinen Gaunern zu tun, sondern mit dem organisierten Verbrechen. Noch etwas wird ihm klar: Hinter dem Unternehmen steht ein fähiger Kopf, den die COBRA-Agenten nur zu gut kennen: Es ist der „Colonel“, dessen wahren Namen niemand kennt, und der ihnen schon bei verschiedenen anderen Gelegenheiten durch die Lappen gegangen ist.

Dieses Mal dürfen sie nicht versagen. Zu viel steht auf dem Spiel.

Ein Erkundungsflug mit einem ferngesteuerten Experimentalhubschrauber, der ein Strahlenmessgerät an Bord hat, ergibt, dass das radioaktive Diebesgut vom bisherigen Versteck ins stillgelegte Atomkraftwerk verbracht wurde. Während Cooper Vorbereitungen trifft, um Agent TQ mit dem drei Meter langen Hubschrauber auf eine Verbindungsbrücke des Kraftwerks zu bringen, damit ins Gebäude klettern kann, streift der Kater durch das Dickicht. Und entdeckt zwei nagelneue Geländewagen! Coopers Autoknacker-Talente kommen zum Einsatz und es zeigt sich, dass diese Fahrzeuge so präpariert wurden, dass man damit das radioaktive Material zum Endkunden bringen kann.

Jetzt geht es um die Wurst!

Angetan mit einer Schutzmaske und einer maßgeschneiderten Ausrüstung, die unter anderem einen Geigerzähler, eine Kamera und einen Fallschirm enthält, wird TQ vom Helikopter hoch oben auf dem Kraftwerk abgesetzt. Über einen Lüftungsschacht gerät er ins Innere und wird Zeuge, wie die Ganoven das Material in unverfänglich aussehende Verpackungen umfüllen. TQ hat genug gesehen und macht sich auf den Rückweg. Nun ist es an Agent Toni Lennox, den Zugriff zu veranlassen.

Schnell ist das Atomkraftwerk von gut getarnten COBRA-Agenten umstellt. Eigentlich kann jetzt nichts mehr schief gehen. Doch mit zwei unbeteiligten Teenagern, die sich aus purem Zufall auf dem Kraftwerksgelände aufhalten und nun zwischen die Fronten geraten, hat niemand gerechnet …

Wird der Zugriff erfolgreich verlaufen, ohne dass die beiden Teenies zu Schaden kommen? Kommt die Bande hinter Schloss und Riegel? Wird das gefährliche Diebesgut sichergestellt? Und vor allem: Geht den Agenten endlich der Kopf der Bande ins Netz?

Wer die vorangegangenen Abenteuer von Agent TQ kennt, weiß: Der „Colonel“ hat immer noch ein As im Ärmel …

* * * * *

Autor Edmund Schauer ist ein Mann mit einer Mission. Nicht nur, das er Kinder mit spannenden, amüsanten und gewaltfreien Kriminalromanen auf intelligente Weise unterhalten will – er möchte ihnen auch etwas fürs Leben mitgeben.

Edmund Schauer nimmt sein junges Publikum ernst. Er recherchiert gründlich und informiert seine Leser kritisch und verständlich über die höchst realen Gefahren des Atomschmuggels und des Einsatzes von Atomwaffen. Der Roman hat einen wahren Hintergrund.

Daneben gibt es ein Feuerwerk von Informationen. Die jungen Leser erfahren, was man unter dem Begriff Schwarzmarkt versteht, was das Gefährliche an Radioaktivität ist, was „schmutzige Bombe“ bedeutet, wie man in der Wüste mit einfachsten Hilfsmitteln Wasser gewinnt, wie ein Schweißbrenner funktioniert und viele, viele anderen hochinteressante Dinge mehr.

Doch nicht nur Sachinformationen bekommt man hier. Im Vorwort zum Buch schreibt der Autor: „Vor allem den jungen Lesern werden in der Geschichte moralische Grundsätze vermittelt, ohne den Zeigefinger zu erheben. Es werden Dinge des täglichen Lebens angeführt und gezeigt, dass Freundschaft und Toleranz wichtige Bestandteile der Familie und Gesellschaft sind und Alkohol- und Drogenmissbrauch keine Probleme lösen.“

Dieser ambitionierte Ansatz vereint sich mit Humor und Fabulierkunst zu einem höchst unterhaltsamen Gesamtkunstwerk. Die sympathischen Helden sind dabei keine allwissenden Übermenschen, sondern haben kleine Fehler und Schwächen wie Sie und ich. Agent TQ ist zum Beispiel ein passionierter Langschläfer, Agentenkatze Julia neigt zur Zickigkeit und Edi Cooper kämpft permanent mit den Pfunden, weil er einfach zu gerne gut isst.

Bei diesen Agenten hat man Familienanschluss, wie das bei den großen Kollegen aus Buch, Film und Fernsehen nie der Fall ist. Man kennt Frau, Kinder und Enkel und die ganzen häuslichen Umstände. Unvorstellbar zum Beispiel, dass jemand zu James Bond gesagt hätte, er könne erst wieder auf geheime Mission gehen, nachdem er seiner Schwiegertochter die Terrasse betoniert hat. Bei Edi Cooper kommt so etwas dagegen durchaus vor. Und das macht die Romanfiguren so nett, normal und liebenswert.

Noch ein Wort zu den über 100 schwarz-weiß-Fotos, die das Buch illustrieren: Wer die Serie noch nicht kennt, fragt sich jetzt vielleicht, wie man so eine Geschichte fotografieren kann. Des Rätsels Lösung: Freunde, Haustiere und Familie des Autors stellen einzelne Szenen nach. Den Rest besorgt eine Bilddatenbank Und manchmal wird auch ein wenig in die Trickkiste der Fotomontage, Illustration und Bildbearbeitung gegriffen.

Auch wenn der Autor sich vehement gegen Drogen aller Art einsetzt, muss ich ihm an dieser Stelle bescheinigen, dass seine Bücher süchtig machen. Zum Glück ist diese Sucht nicht schädlich. Im Gegenteil: Sie bildet das Alle TQ-Süchtigen wird es auf jeden Fall freuen zu hören, dass Band 5 bereits in Vorbereitung ist. Muss ja auch so sein. Schließlich läuft die Autoknackerbande noch frei herum, und der Maulwurf ist auch noch nicht enttarnt …

Rezensent: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

http:// edithnebel.wordpress.com



Der Eichelhäher
1, 17 Dezember, 2007, 7:52
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Der Eichelhäher ist benannt
Nach Einverleibung harter Samen.
Sein Fleischgelüst ist kaum bekannt,
Sonst hieß’ er Eierklau mit Namen.

Als Rabe, der ein Häher ist,
Entleert er manche Vogelnester,
Bestiehlt sogar mit Hinterlist
Das Fräulein Elster, seine Schwester.

So kann man vom Charakter her
Auf wenig Ehrgefühle schließen.
Jedoch, wer möchte nicht wie er
Das Schön- und Frechsein voll genießen?

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Das Wollschwein
1, 17 Dezember, 2007, 7:51
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Als Hammel fühlt’ das Wollschwein sich,
Gemeinschaftssinn gefiel ihm auch.
Kein Wunder, weil’s den Schafen glich
Auf Rücken, Beinen und am Bauch.

Es schlich sich in die Herde ein,
Versuchte dort und da ein Mäh.
Das sollte dann ein Blöken sein,
Dem Hirten aber tat es weh.

Der Alte sah das Grunzschaf an.
Er musterte den Ringelschwanz,
Befürchtete schon Säuferwahn
Und betete den Rosenkranz.

Das Wollschwein war nicht gern allein
Die einzig echte Herdensau.
Es bat die Lämmer Schwein zu sein,
Der Hirte ist jetzt dauerblau.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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Rochenglaube
1, 17 Dezember, 2007, 7:43
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Manuel, der Nagelrochen
Aus dem fernen Yucatan,
Glaubte bisher ungebrochen
An das Christkind, sieh mal an!

Kürzlich sah er Weihnachtsmänner.
Seither zweifelt er am Kind,
Grübelt nach bis Ende Jänner,
Wer die Echten, Wahren sind.

Solche Zweifel sind alleine
Nagelrocheneigenart.
Menschenkinder, auch ganz kleine,
Lieben Kind UND Rauschebart.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at

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