Weltgrösste Tiergeschichtensammlung


Autoren ohne Grenzen: Traumziele
1, 28 Dezember, 2006, 3:53
Gespeichert unter: Bücher

Autoren ohne Grenzen: Traumziele.

Autoren: Jan Bertram, Andrea Mikoleit, Monika Remlinger, Charlotte Brinkmann, Edith Nebel, Cornelia Koepsell, Kai Schnattinger, Horst Wehrse, Sylvia Bethke und Christina Hübner.
Hamburg 2006
Traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag
ISBN 3-937274-40-5
Flexibler Einband, 124 Seiten
EUR 9,95
Zu bestellen hier: http://traveldiary.de/buecher.htm
Und hier: http://www.amazon.de/Autoren-Grenzen-Traumziele-Monika-Remlinger/dp/3937274405

Dies ist ausnahmsweise keine Buchbesprechung, sondern der Verlagstext. Wer die Autorenliste gelesen hat, hat’s gesehen: Einer der Beiträge ist meiner … die Langversion meines Reiseberichts von den Bahamas. Die „tierische“ Kurzversion steht auf unserer Hauptseite http://www.tiergeschichten.de in der Rubrik EXOTEN: „Bahamas – ein Traumurlaub mit Freunden“. Auch das Buchcover ist ein Motiv von dieser Reise. Also ist das sozusagen ein Buchtipp in eigener Sache. ;-)

***

Ägypten * Bahamas * Costa Rica * Fidschi * Guatemala * Myanmar * Nepal * Osterinsel * Schottland * Teneriffe * Thailand *

Traumziele haben wir gesucht – die Ziele, von denen die Autoren ohne Grenzen ebenso träumen, wie auch unsere Leser.

Als wir unsere Suche begonnen haben, war uns nicht bewusst, wie sehr Menschen Träume mit Inseln verbinden, egal ob es nun die Bahamas sind, Fidschi, die Osterinsel oder die schottische Isle of Skye. Doch es sind auch Länder, Momente und Erlebnisse, die für die Autoren ohne Grenzen in der ganzen Welt Orte haben zu Traumzielen werden lassen.

In diesem Buch haben wir die besten Geschichten zusammengestellt, Geschichten von Autoren, die ihr Traumziel gefunden haben und doch immer noch von neuen Zielen träumen …

Autor: Edith Nebel
EdithNebel@aol.com

http://www.aufriss.de



Die Hausstaubmilbe, ein dankbarer Pflegling
1, 27 Dezember, 2006, 2:14
Gespeichert unter: Rosmaringo

Als Heimtier ist die Hausstaubmilbe,
Die braune Abart, nicht die gilbe,
Ein pflegeleichter Hausgenosse
Für Kinder, ebenso für Große.

Die Milben leben streng sozial
Und Einzelhaltung gilt als Qual.
Viertausend Tierchen werden satt
Pro Dezimeter im Quadrat.

Das Kuscheltier ist anspruchslos,
Man reinige den Teppich bloß
Nicht alle Jahre, das wär’ schlecht
Und überhaupt nicht artgerecht.

Zum Spiel und Tollen mit den Lausern
Nimm Atemmasken, nur nicht knausern,
Denn Milbenumgang ohne sie
Führt schnell zu schwerer Allergie.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at



Brunos Wege
1, 26 Dezember, 2006, 2:21
Gespeichert unter: Katzen

Ich liebe Bruno. Wenn ich ihn einen oder zwei Tage nicht sehe, schlafe ich schlecht. Wer weiß, auf welchen dunklen Pfaden er wieder wandelt und ob ihm nicht etwas passiert ist? Er neigt zum Herumtreiben, hat das Vagabundieren im Blut. Und ich kann ihn nicht an Haus und Hof binden, nur versuchen, es ihm angenehm einzurichten.

Aber im Grunde ist er es, der mir nachläuft – im wahrsten Sinne des Wortes. Ober er mich auch mag? Ich weiß es nicht. Er wirft sich an so manche Frau heran, die ihm ein bisschen schön tut.

Wenn ich zum Reiterhof gefahren bin und das Auto im Karree der Stallungen geparkt habe, kommt er mit wissendem Katergesicht und steil erhobenem Schwänzchen auf mich zu. Ewig wird es sein Geheimnis bleiben, woran er meinen Wagen erkennt. Jedenfalls täuscht er sich nie.

Seine Begrüßung ist herzlich, aber nicht übertrieben. Ein freundlich gewölbter, graugetigerter Rücken drückt sich ein, zwei Mal an meine Beine. Ein leises „Mau“ mit kurzem ,Hallo-Blick’ aus bernsteinfarbenen Augen. Nicht immer kann ich sein dezentes Willkommen ebenso erwidern, vor allem dann nicht, wenn er mir gerade eine unruhige Nacht bereitet hat.

„Da bist du ja endlich!“ Ich nehme ihn auf den Arm, lege meine Wange einen Moment an seine und höre glücklich sein beseeltes Schnurren. Da ich weiß, dass er meine allzu auffälligen Liebesbezeugungen nicht mag, setze ich ihn rasch wieder auf den Boden. „Hast du Hunger?“, gehe ich zu den elementaren Dingen des Lebens über.brbr,Aber klar’, antwortet Bruno, indem er in den Stall zu meinem Spind vorläuft, wo sich die Packung mit seinem Lieblingsfutter befindet. Ich fülle das Schälchen, schaue eine Weile zu, wie es ihm schmeckt.

Oft sehe ich Bruno nach dem Reiten nicht mehr. Meistens aber liegt er, wenn ich mein Pferd abgesattelt habe, schlafend auf dem großen Strohballen und ich kann ihn noch ein wenig beschmusen, ohne dass er munter wird.

Und dann gibt es diese Tage, an denen er es wissen will. Nie, wenn ich motorisiert da bin, nur dann, wenn ich zu Fuß komme. Er läuft mir nach.

Ich verlasse den Hof, biege um die Ecke auf den Feldweg und auf einmal springt hinter der Hecke lautlos ein kleiner grauer Irrwisch hervor. Schaut hocherfreut zu mir auf: Ich komme mit! Wie findest du das?

„Das geht nicht, Bruno! Bleib besser hier. Die Straße ist zu gefährlich.“

Er widerspricht mit lang gezogenem Murren. Während ich meine Schritte beschleunige, setzt er mir im schnellen Katzentrab nach. Bleibe ich stehen, stoppt auch er, umkreist meine Beine. ,Du wirst mich nicht los’, lese ich in seinem Blick. Manchmal renne ich ein Stück; er galoppiert hinterher bis er hechelt. Dann tut er mir Leid und ich werde langsamer.

Spaziergänger, die uns begegnen, lachen und zuweilen erzähle ich ihnen, was es mit diesem merkwürdigen Verfolgungsspiel auf sich hat. Bruno setzt sich daneben und hört zu. Den Schwanz artig um die Vorderpfoten gelegt, unschuldiges Gesicht, nach vorn gerichtete falbgraue Öhrchen. Ich könnte ihn knuddeln!

In neun von zehn Fällen gelingt es mir, meinen kleinen Schatten abzuhängen. Durch einen entgegen kommenden großen Hund zum Beispiel. Der flößt Bruno Respekt ein und er geht in Deckung. Ein herannahendes Auto erfüllt den gleichen Zweck.

Aber ein, zwei Mal hat Bruno gewonnen, ließ sich nicht abschütteln, trippelte – jedes Tempo mithaltend – auf weichen Katzenpfoten über den Weg, mir nach, durch die kleine Siedlung und zum Schluss über die Straße, wegen der mir so bang ist um ihn. Da standen wir schließlich beide vor der Eingangstür des Mietshauses, in dem ich im Parterre wohne.

„Und nun, Bruno?“ Interessiert untersuchte er die Duftmarken im Vorgarten. Er dachte nicht daran, den Heimweg anzutreten. Ich holte das Auto aus der Garage, schnappte ihn und mit einem keinesfalls beunruhigten, bestenfalls ein wenig irritiertem Beifahrer fuhr ich zurück zum Stall.

Bruno ist wirklich ein klasse Kater! Wenn er nur häuslicher wäre …
Gestern war er wieder nicht da, als ich auf den Hof kam, und auch den ganzen Tag von niemandem dort gesehen worden. Viel geschlafen habe ich daher nicht in dieser Nacht. Als die Vögel zu singen begannen, bin ich noch einmal eingeschlummert.

Ein Laut weckte mich, ließ mich hochfahren. Hatte eine Katze gerufen?
Draußen dämmerte es, die Zeit zwischen Nacht und Tag. Zwischen Traum und Wirklichkeit.

Wieder das Miauen, deutlicher, lauter. Bruno?
Ich sprang aus dem Bett. Ein Schatten hinter dem Fenster, ich öffnete es.
Tatsächlich – mein kleiner Schatten! Sein Fell ganz morgenfeucht, sein Schnurren euphorisch laut. Die Begrüßung fiel diesmal beiderseits überschwänglich aus.

Ich glaube, er mag mich wirklich.

brunomaul-klein.jpg

© Elke Schleich, Dezember 2003

Autor: Elke Schleich
ElkeSchleich@aol.com
http://www.weide-web.de



Vogel Rudolph
1, 21 Dezember, 2006, 6:55
Gespeichert unter: Rosmaringo

Dem Rentier sieht man’s gar nicht an,
Wie gut es Luft verdrängen kann.
Der Nordhirsch fliegt mit Leichtigkeit,
(beschränkt auf weihnachtliche Zeit),
Von Lappland bis nach Griechenland,
Für Stangenträger allerhand.
Ich glaube, das Geweih ist Mogel,
Die Tarnung aber glückt dem Vogel.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at



Elke Schleich, Holger Dittmann (Hrsg.): SUGAR BABY LOVE – Stories aus den Siebzigern
1, 19 Dezember, 2006, 4:12
Gespeichert unter: Bücher

Elke Schleich, Holger Dittmann (Hrsg.): SUGAR BABY LOVE – Stories aus den Siebzigern, Oschersleben 2006, Lerato-Verlag, ISBN: 978-3-938882-31-3, 126 Seiten, flexibler Einband, Format 14,8 x 21 x 0,7 cm, EUR 9,95.

„Ist das wirklich schon so lange her: Bonanzaräder, Prilblumen, Schlaghosen, Plateausohlen? Die WM `74, die RAF, die Rubettes?“ – Diese Frage stellt der Klappentext. Und der Zeitgenosse mittleren Alters, der, wie die Autoren, in den legendären 70-er Jahren jung war, schüttelt den Kopf. Nein, ausgeschlossen! Das kann unmöglich schon mehr als 30 Jahre her sein! Manches davon ist doch noch so präsent, als sei es erst gestern gewesen.

Und schon hat man das quietschbunte, prilblumenverzierte Buch aufgeschlagen und macht sich in den Geschichten und Gedichten auf die Suche nach dem Zeitgeist und dem Lebensgefühl von damals.

EIN HEISSER SOMMER ist’s im Jahr 1977, doch die Studentin Vera in Cornelia Koepsells Geschichte hat keine Zeit, für Baggersee und Freibad: Der Kommunistische Bund Westdeutschland baut in Frankfurt sein Hauptquartier, und die ahnungslose Vera wird in die Maurerkolonne eingeteilt. Das hat ungeahnte Folgen … und die Story ein paar herrlich boshafte Spitzen.

WILLKOMMEN IN DER DDR heißt es 1973 für Ralf Minkenberg und seine Familie. Mit zwei Autos und der Verwandtschaft aus Westfalen geht es Richtung Stralsund. Bürokratische Hürden, in der Hitze zerlaufene Stullen und ein mulmiges Gefühl bei den scharfen Kontrollen an der Grenze zerren an den Nerven. Aber es kommt noch dicker …

Um Farbenlehre der besonderen Art geht es in Amos Ruwwes Story DER NAHE OSTEN: Roter Libanese, Grüner Afghane, Goldener Nepalese … und um grüne Trachten geht’s auch. – Fehl am Platz fühlt sich Christiane Webers Heldin auf der Klassenfete in der Story SAILING. – FAST IM GEFÄNGNIS landet Hans Sonntag als er auf einem Fußmarsch im Vogtland vom Weg abweicht. Spannend!

DIE LETZTE STRASSENSCHLACHT VOR DER SOMMERPAUSE schildert Ernst-Eberhard Manski. Eine Veranstaltung, die ihm ein paar überraschende Begegnungen beschert … KÜSSEN WIE JOHN WAYNE will der 15-jährige Erzähler in Gregor Schürers Geschichte. Doch die 14-jährige Angelika zeigt ihm, wie das richtig geht. HINTER DER HECKE bei den kiffenden und musizierenden Gammlern statt auf der Geburtstagsfeier ihres Schwarms landet Elke Schleichs siebzehnjährige Heldin – und hat einen unvergesslichen Abend.

UNSERE ZEIT IN DEINEN AUGEN sieht Thomas Hocke … eine anrührende Erinnerung an einen tierischen Gefährten, der ihn durch seine Jugend begleitet hat. In Gertie Platzers Geschichte ICH WAR FAST SIEBZEHN versucht eine Mutter ihrer Tochter klarzumachen, was es in den siebziger Jahren für ein Mädchen für eine Katastrophe war, Brillenträgerin zu sein. – Cool, intellektuell und avantgardistisch ist Holger Dittmans Held. Nicht auszudenken, wenn seine Kumpels wüssten, dass er den Song SUGAR BABY LOVE mag!

IM AUFTRAG DES KARIERTEN KÄNGURUHS – ZWEITE FASSUNG ist Olaf Trint unterwegs. Er versucht, seiner Freundin die Faszination der legendären Jugendzeitschrift „Yps“ zu erklären. Eine Kurzgeschichte, die erst durch die Rahmenhandlung zu einer solchen wird. – Eine Geburtstagsparty entgleist in Martina Moritz Story EIN HIGHWAY FÜR BERNIE. Schnoddrig und unangepasst ist der Held in Christian Perkos ZONENSTORY. Ein Beitrag, der laut Vita aus einem umfangreicheren Werk stammt mit dem schönen Titel „Ach du Scheiße, Regen!“

Mit einer überraschenden Pointe wartet Tanja Thomsens Kurzgeschichte PAUL SCHWEIGT auf. Sofort liest man die Geschichte um eine unglückliche Ehefrau ein zweites Mal – auf der Suche nach den Hinweisen, die man im ersten Durchgang wohl überlesen hat.

26 Beiträge von 25 Autoren sind es. Sie alle hier kurz zu beschreiben, würde den Rahmen sprengen. Es ist auf jeden Fall ein abwechslungsreicher Mix aus erdachten Geschichten und persönlichen Erinnerungen, aus Kurzgeschichten, Gedichten und Beiträgen, die eher den Charakter eines Essays haben.

Es ist ein faszinierendes Erlebnis, in den Erinnerungen zu stöbern, die andere Menschen an eine Zeit haben, die man selbst sehr intensiv erlebt hat. Man ertappt sich dabei, Vergleiche zu ziehen: Wessen Geschichten kommen meinen eigenen Erinnerungen, meinem Lebensgefühl in jener Zeit am nächsten? Welche Erlebnisse sind mir fremd? Mit Christiane Webers SAILING fühle ich mich zum Beispiel ganz gut erwischt. Und mit noch ein paar weiteren Beiträgen. Und im Anhang kann man dann in den Autoren-Viten nachschlagen, inwieweit sich die Biographie des Autors tatsächlich mit der eigenen deckt …

Liebe Altersgenossinen und -genossen: Ran ans Vergnügen! Rücksturz in die Vergangenheit!

Rezensent: Edith Nebel

EdithNebel@aol.com

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Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!
1, 17 Dezember, 2006, 3:29
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Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern, Autorinnen und Autoren und deren Angehörigen ein frohes Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2007!

Das Tiergeschichten-Team



Betti Fichtl: Lustige Tiergeschichten. Mit farbigen Illustrationen von Maren Frank
1, 15 Dezember, 2006, 8:40
Gespeichert unter: Bücher

Geschichten und Gedichte für kleine Tierfreunde

Betti Fichtl: Lustige Tiergeschichten. Mit Illustrationenvon Maren Frank, Weiden 2005, Edition Wendepunkt, ISBN: 3-938728-11-6, Hardcover mit 15 Farbillustrationen, 76 Seiten, Format: 21 x 21 x 0,9 cm, EUR 13,50

Der Buchtitel „Lustige Tiergeschichten“ führt eigentlich ein klein wenig in die Irre. Nicht immer sind die Geschehnisse in den Geschichten und Gedichten zum Lachen. Die Beiträge haben allesamt einen positiven Grundton, doch es geht durchaus auch um ernste Themen: Um den Rauhaardackel Bodo, zum Beispiel, der von seinem Herrchen ausgesetzt wird und sich ein neues zu Hause suchen muss. Oder um den Papagei Leopold, der das Leben im Käfig satt hat und ein offen stehendes Fenster zur Flucht in die Freiheit nutzt. Auch die Geschichte vom jungen Zirkuselefanten Samira, der mit den Anforderungen an einen professionellen Auftritt in der Manege noch überfordert ist, hat einen ernsthaften Hintergrund.

Eines haben alle Beiträge gemeinsam: Sie sind gehen gut aus. Tränen und schlaflose Nächte muss man bei sensiblen Kindern, die diese Texte lesen oder vorgelesen bekommen, also nicht befürchten. Sie können getrost mit der kleinen Spitzmaus auf Entdeckungsreise gehen, die schwarze Kuh Blacky auf die neue Weide begleiten und mit dem Schäferhund Benno mitfiebern, den das Schicksal ins Tierheim geführt hat und der sich nun die bange Frage stellt, ob er jemals wieder ein glückliches Zuhause bei einer Familie finden wird.

Alle sieben Geschichten und vier Gedichte sind aus der Perspektive der Tiere erzählt. Dabei ist es eine gewisse “Vermenschlichung” unvermeidlich, schließlich unterstellt man den Tieren ja menschliche Gedankengänge. Was kein Fehler sein muss, denn dadurch wird deutlich, dass Tiere Lebewesen sind, die zu fühlen und zu leiden imstande sind: Der Papagei im Käfig strebt nach Freiheit, die verlassenen Hunde und der einzeln gehaltene Sittich sind einsam und der Spitz steht unter Stress, weil auf einmal ein fremder Hund in sein Revier eindringt: ein Pudel, den sein Frauchen in Urlaubspflege genommen hat.

Und über den Alltag und das Familienleben der Tiere lernt man auch noch etwas: Wie beispielsweise Stare und Störche ihre Kinder aufziehen und was eigentlich Katzen so den ganzen Tag treiben.

Die Kurzgeschichten empfinde ich persönlich als starker als die Gedichte, bei denen Reim und Rhythmus an manchen Stellen nicht ganz so perfekt sitzen. Aber das ist vielleicht etwas, das nur Erwachsene stört. Der eigentlichen Zielgruppe, den Kindern, dürften solche formale Dinge letztlich egal sein. Sie werden Spitzmaus, Sittich, Kuh &. Co. trotzdem in ihr Herz schließen.

Sollten die jungen Leserinnen und Leser je nicht wissen, wie ein Spitz, ein Star oder eine Spitzmaus aussieht: Auf den farbigen Abbildungen können sie die Helden der Geschichten kennen lernen. Die Illustratorin Maren Frank hat die Tiere liebevoll und naturgetreu gezeichnet.

Rezensent: Edith Nebel

EdithNebel@aol.com

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Ina Coelen, Ulrike Renk: Killer, Küche, Knast. Tatort Niederrhein. Der Krimi mit den todsicheren Rezepten
1, 13 Dezember, 2006, 12:37
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Kleinstadt-Idylle und Großstadt-Intrigen

Ina Coelen, Ulrike Renk: Killer, Küche, Knast. Tatort Niederrhein. Der Krimi mit den todsicheren Rezepten, Krefeld, 2006, LEPORELLO-Verlag, ISBN: 3-936783-18-7, Taschenbuch, 229 Seiten, Format: 19 x 11,5 x 2 cm, EUR 9,–

Der Krefelder Immobilienmakler Jörg Lintfort wird vermisst. Nicht unbedingt von seiner Frau Katta, denn der Treueste war er nicht. Er lebte auch schon länger von Frau und Tochter getrennt.

Was wirklich schlimm ist: Mit dem untreuen Gatten ist auch alles Geld der Familie Lintfort verschwunden. Ein böses Erwachen für Katta, die sich nie um Finanzielles und Organisatorisches gekümmert hat. Geld war für sie kein Thema, es war immer genug davon da. Katta stammt aus einer wohlhabenden Famile. Die Immoblienfirma, die ihr Mann leitet, hatte ihr Vater gegründet.

Jetzt ist Katta pleite, und irgendetwas muss passieren. Zum Glück hat sie Freunde, die sich nicht nur zum Feiern und Bekochtwerden in ihrer gemütlichen Wohnküche einfinden, sondern sich auch als Helfer in der Not erweisen.

Zugegeben: Es macht bei der Polizei keinen allzu guten Eindruck, dass Kattas Kumpel Jan jetzt bei ihr einzieht, weil er zu Hause Beziehungsprobleme hat. Auch Kattas mangelnde Besorgnis um ihren Mann erweckt Skepsis. Und wenn Hauptkommissar Jürgen Fischer und seine Kollegen erst wüssten, dass Kattas Freundin Claudia nicht nur eine brave Buchhalterin ist, sondern nebenbei als Detektivin arbeitet und auf eigene Faust Nachforschungen über Jörg Lintforts Verbleib anstellt, würden sie sicher andere Saiten aufziehen. Doch davon ahnen sie nichts.

Claudia bringt unbemerkt Jörgs Papiere an sich und entdeckt darin sogleich mit Kennerblick ein paar dubiose Geschäftsvorfälle. Diese Erkenntnis wirft neue Fragen auf: Was weiß Jörgs Mitarbeiterin Edda Müller, die schon für Kattas Vater gearbeitet hat? Ist sie in die Machenschaften involviert? Wer bitte ist der Herr, der sich am Telefon des Immobilienbüros als Jörg Lintfort ausgibt? Und vor allem: Wo ist Jörg?

Claudia wird das Gefühl nicht los, dass Kattas Tante Margarete Licht ins Dunkel bringen könnte … wenn sie nur wollte.

Während Claudia ihrer Detektivarbeit nachgeht und sich dabei nicht immer ganz legaler Mittel bedient, besinnt sich Katta auf ihr Talent als Köchin und macht sich mit einem Partyservice selbständig. Der Schornstein muss schließlich rauchen und das Leben weitergehen.

Da wird eine Leiche gefunden. Jetzt geht es nicht mehr nur um zweifelhafte Geschäfte. Jetzt geht es um Mord!

***

Bei ihren Nachforschungen nutzen Claudia und Katta die Vorzüge des weit verzweigten kleinstädtischen Kontakt-Netzwerks. Jeder kennt jeden, jeder weiß ein bisschen etwas. Man muss die Mosaiksteinchen nur fleißig zusammentragen, damit sich daraus ein Bild ergibt.

Das Bild, das hier entsteht, ist nicht nur schwarz-weiß – hier die Bösen, da die Guten. So einfach ist die Welt nicht. Nicht einmal ein einer Kleinstadt. Jeder, der in diesen vielschichtigen Fall verstrickt ist, hatte einmal gute Gründe für sein Tun. Oder für sein Schweigen. Doch manchmal genügt eine Kleinigkeit, und die Ereignisse laufen komplett aus dem Ruder …

Kapitelweise wechseln sich hier die Autorinnen ab: Ina Coelen schildert die Ereignisse aus Sicht der begnadeten Köchin Katta, Ulrike Renk sieht das ganze aus dem Blickwinkel der Detektivin Claudia. Dieser Kunstgriff gibt den beiden sympathischen Romanheldinnen nicht nur eine eigene Perspektive, sondern eine eigene Sprache und Persönlichkeit. Das ist einer der Vorzüge eines Autorenteams. Ein „Persönlichkeitssplit“ in dieser Konsequenz wäre für einen einzelnen Autor kaum zu schaffen.

Offensichtlich sind Ina Coelen und Ulrike Renk ein gutes Team. Genau wie ihre Heldinnen Katta und Claudia. Werden wir die beiden Damen samt ihrer liebenswert-chaotischen Freundesclique in einem Folgeband wieder sehen? Ich wäre gern dabei, wenn Claudia wieder ermittelt und Katta den Kochlöffel schwingt.

Wer es Katta gleichtun will: Im Anhang des Buchs gibt es eine Reihe professioneller Küchen-Tipps sowie „todsichere“ Rezepte, unter anderem von Horst Lichter und prominenten Köchen vom Niederrhein.

Spannende Unterhaltung – und guten Appetit!

Rezensent: Edith Nebel

EdithNebel@aol.com

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Kein Fahndungserfolg
1, 11 Dezember, 2006, 1:36
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Ein Schwein wurd’ unlängst in St. Gallen.
Von Trichinen überfallen.
Dies Verbrechen
Muss man rächen.

So suchen hundert Polizisten
Nach den Tätern, den vermissten.
Nicht erfolgreich,
Ist der Handstreich.

Der Täterkreis, so scheint es allen,
Stammt vermutlich aus St. Gallen.
Oder Zürich?
Sehr, sehr schwierich!

Dem Schwein ist’s Wurst und einerlei,
Bleibt es doch beschwerdefrei.
Wühlt im Mist
Und vergisst.

Den, der rohen Speck gegessen,
Kann dies aber furchtbar stressen.
Diagnose
Trichinose

Wie kann man nur die Menschheit strafen,
Weil die Polizisten schlafen,
Gar nichts schnallen
In St. Gallen?

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at



Beflügelt (Neufassung)
1, 11 Dezember, 2006, 1:35
Gespeichert unter: Rosmaringo

Ein Häslein hüpft Wald ein, Wald aus,
Versunken denkt’s an Kohl und Rüben.
Es sieht den Nimrod nicht, oh Graus.
Die Flinte blitzt am Waldrand drüben.

Auf Wolken hüpft es nun, wohlan,
Im Hasenhimmel, ungezügelt.
Vom Tempo her im Affenzahn,
Denn schließlich ist es jetzt beflügelt.

Autor: Ingo Baumgartner
rosmaringo@aon.at