Gespeichert unter: Katzen
Wir leben auf dem Lande, gleich neben einem Bauernhof, sozusagen mit Natur und Tier auf Du und Du. So ist es kaum verwunderlich, dass wir häufiger vierbeinigen Besuch bekommen – manchmal mehr, als uns lieb ist. So auch in diesem Frühjahr, als die herumstreunende Katze „Knickohr“ kurz vor ihrer Niederkunft immer näher an unsere Terrasse kam und regelmäßig morgens vor dem Wohnzimmerfenster wartete, damit sie auf keinen Fall ihre tägliche Ration Leckerlis verpasste. Ihren Namen hatte sie von ihrem eingeknickten Ohr, dass sie wohl nach einem Kampf als Andenken behalten hatte. Sie war ein armer Wurm, musste in ihrem kargen Katzenleben schon einige Blessuren davongetragen und wäre doch so gerne ein Mitglied unserer Familie. Doch dagegen hatten Carlo und Cora – unsere beiden Stubentiger – etwas und wir waren auch der Meinung, dass zwei fröhliche Katzen ausreichten. Doch an einem Tag im Mai änderte „Knickohr“ unser aller Leben:
Ich war gerade im Garten beim Herumbuddeln in der Erde, als ich aus dem Augenwinkel sah, wie Knickohr eiligst in unserem Haus verschwand. Na, das ging ja nun gar nicht! Bevor sie unser Wohnzimmer in Beschlag nehmen konnte, oder schlimmer – das ganze Katzenfutter auffraß, wollte ich ihr zuvor kommen und eilte ins Haus. Ich durchsuchte das Erdgeschoss. Nirgends konnte ich die zeckenbehaftete und verschmutzte Stromerin entdecken. Ich ging nach oben und schaute in jeden Winkel. In unserem Schlafzimmer fand ich sie schließlich: Knickohr lag unter einem Tisch, um sie herum drei kleine Knäule – ihr frischer Wurf, gerade mal einen Tag alt. Ich brachte es nicht übers Herz, sie wieder vor die Tür zu setzen. Also stellte ich einen Katzenkorb ins Zimmer, machte es der jungen Mutter ein wenig bequem frischen Handtüchern und ergab mich in mein Schicksal. Was sollte man gegen solch einen entschiedenen Willen ausrichten? Blieben nur noch Carlo, Cora und mein Mann, denen ich diese Situation klarmachen musste.
Carlo und Cora empfingen die Untermieterin mit borstigen Schwänzen und genervten Fauchen. Sofort ging Knickohr auf Gegenwehr und verteidigte ihr neues Zuhause vehement. Da verstand sie überhaupt keinen Spaß! Carlo zog den Schwanz ein und ging! Cora ebenso. Blieb nur noch mein Mann. Der brachte nur ein lautes Stöhnen heraus, konnte aber auch nicht ernsthaft dafür eintreten, dass wir die unterernährte und vollkommen ausgemergelte Mutter wieder an die Luft setzten.
So wohnte Knickohr ab sofort mit ihrem Nachwuchs in unserem Schlafzimmer. Tagsüber ließen wir sie hinaus und nach kurzer Zeit kam sie zurück, um ihre Jungen zu säugen und schnurrte dabei unermüdlich. Nach einigen Wochen konnte wir unsere Mutter „überreden“ ins Badezimmer umzuziehen. Hier konnte ich die Tür abschließen und somit verhindern, dass Carlo immer mal wieder nachsah, ob der „Hausdrachen“ samt Nachwuchs noch im Hause war. Ihm stanken die Untermieter gewaltig!
Als die Jungen fünf Wochen alt waren, gerade anfingen Geschmack am Dosenfutter zu bekommen, verschwand Knickohr von einem Tag auf den anderen. Ich hatte sie morgens hinaus gelassen und sie blieb noch ein paar Minuten auf der Terrasse sitzen und schaute mich durch das Fenster an. Im Nachhinein kam es mir fast so vor, als hätte sie Abschied genommen – aber das war bestimmt nur Einbildung.
Jedenfalls blieb unsere Suche nach ihr erfolglos. Die Kleinen waren schon soweit, dass sie ohne Muttermilch auskamen und so überlegten wir, was wir mit ihnen tun sollten. Eines der Jungen konnten wir an Nachbarn verschenken. Die anderen beiden bekamen zunächst einmal Namen: Dino und Pauli sollten die beiden Kater heißen. Dann fragten wir noch ein paar Tage halbherzig, ob jemand zufällig einen oder auch zwei Kater geschenkt haben möchte – doch erwartungsgemäß fanden sich keine Interessenten.
Das Ende vom Lied: In unserem Haus tummeln sich nun vier Katzen (pardon, drei Kater und eine Katze!) und wir werden zeitweise geduldet. Aber so ist das, wenn man sich die Stromer von der Straße ins Haus holt – man wird sie nicht wieder los …
Autor: Elfi und Norbert Saupe
saupe-hartenholm@t-online.de
Gespeichert unter: Pferde
Die Geschichte, von der ich erzählen möchte, handelt von einem Pferd, von dem ich nicht weiß, ob es noch lebt. Auf diesem Pferd fing ich mit 6 Jahren an zu reiten, es war ein sehr großer Westfale. Sein Name war Alabaster. Kurz einfach Ali!
Er war eine Seele von Pferd und man konnte alles mit ihm machen. So dauerte es auch nicht lange, bis ich 2000 mein erstes Turnier mit ihm bestritt. Wir hatten die Startnummer 001. Ironie des Schicksals, aber wir wurden tatsächlich auch erster! Wir bestritten noch viele gemeinsame Turniere, alle erfolgreich!
Wir hatten einen der schönsten Zeiten zusammen bis ich irgendwann durch Zufall mitbekam, dass seine Besitzerin ihn verkaufen wollte. Für mich brach damals eine Welt zusammen. Noch heute fällt es mir schwer darüber zu sprechen.
Auf Grund einer Krankheit war er schwer vermittelbar so dass er zum Schluss zum Pferdehändler kam. Ob Ali noch lebt oder nicht ist, wohl keinen allzu schwere Frage. Immerhin wäre er dieses Jahr 19 geworden.
Ich bin jetzt 15 Jahre alt und habe ein neues Pflegepferd, aber ich werde wohl nie wieder ein Pferd finden dem ich so vertrauen werde. Ich wünsche allen, dass sie solch ein Glück einmal verspüren werden.
Danke!
Autor: Jana Jarczak
janafienchen@yahoo.de
Gespeichert unter: Katzen
Endlich geschafft!
Der große, schwere Blumentopf ist mit neuer Erde gefüllt, ein hinzu gepflanzter junger Farn gibt dem gewaltigen Altfarn ein frisches Aussehen. Die langen Wedel schleifen auf dem Fußboden, als ich den Topf ins Wohnzimmer trage, um ihn auf die hohe Pflanzensäule zurückzustellen.
Gerade in dem Augenblick, als ich den Topf mit Schwung hochheben will, um ihn an seinen alten Platz zu stellen, wird er wie von magischer Hand kräftig zurückgezogen: Gina, meine Katze!
Die Wedel des Farns erregten ihre Aufmerksamkeit, und genau im unpassenden Augenblick greift sie zu!
Der große Blumentopf gerät ins Schwanken und fliegt schwerfällig zurück in meine Arme. Darauf unvorbereitet stolpere ich, den Topf krampfhaft festhaltend, rückwärts – und falle zum Glück weich in einen Sessel. Doch das Glück währt nicht lange, denn der Sessel ist wegen der doppelten Ladung Mensch & Blumentopf plus Aufprallgeschwindigkeit so überfordert, dass er umkippt!
Nun liege ich rücklings auf der Lehne des Sessels, die Beine zur Zimmerdecke gestreckt. Auf meinem Bauch steht schief der große Blumentopf, den ich noch immer fest umschlungen halte. Die Farnwedel hängen wie ein Dach über meinem Kopf, lassen mir aber noch genug Sicht zum Tisch frei. Dort steht ein randvoll gefülltes Glas mit Milch, nur wenige Zentimeter vom Sessel entfernt, gefährlich nahe am Tischrand. Entsetzt sehe ich, dass das Glas ins Schwanken geraten ist – und droht umzukippen.
Ich halte die Luft an, spannungsvolle Sekunde des Bangens … und dann passiert es doch: die Milch ergießt sich wie eine Sintflut über meinem Gesicht und den Haaren!
Ich schaffe es gerade noch rechtzeitig, vorher meine Augen fest zu schließen und wage nicht, sie wieder zu öffnen, solange ich den Milchsee auf beiden Augenlidern spüre. Ein plötzlich kratzend leckendes Gefühl im ganzen Gesicht sagt mir, dass Katze Gina trotz Farnwedel keine Mühe hat, an das für sie so köstliche Nass zu kommen.
„Hilfe!“, schreie ich, während Gina unbekümmert weiterschleckt.
Da höre ich hinter mir jemanden herzhaft lachen, unaufhörlich. Ich biege meinen Kopf nach hinten und öffne die nun trockenen Augenlider. Meine Tochter steht auf dem Kopf an der Wohnzimmertür, die Beine fest an der „Decke“ klebend… und pullert sich fast vor Lachen, die Beine über Kreuz haltend, in die Hose!
„Warum muss mir so was Peinliches passieren?“, denke ich Unglückliche.
Sie verschwindet kurz aus meinem Blickfeld, und als sie zurückkommt, hält sie etwas zwischen ihren Händen, das auf mich gerichtet ist. Sie wird doch nicht etwa…? Da blitzt es auch schon! Erst danach werde ich aus meiner misslichen Lage befreit, endlich.
Als ich etwas später, geduscht und frisiert, das inzwischen ausgedruckte Bild sehe, welches mir meine Tochter grinsend überreicht, schreie ich entsetzt auf … und halte mir dann prustend vor Lachen den Mund zu: nie und nimmer darf jemand dieses Bild zu sehen bekommen, dafür werde ich sorgen!
Ähm, sie wird doch inzwischen keine E-Mail mit Anhang verschickt haben? Dann bringe ich sie um – und Gina ist daran schuld!
Autor: Monika Drake
Moni-D@gmx.de
Gespeichert unter: Katzen
Ich kann gar nicht beschreiben, wie wichtig mir mein kleiner süßer Kater Happy ist.
Noch lebt er …
Noch …
Wir waren im Urlaub, als dieses ganze Drama seinen Lauf nahm. Der Kleine war zur Pflege bei meiner Mama, für zehn Tage.
Er fing plötzlich an zu humpeln, mit seinem rechten Hinterlauf.
Meine Mama ging natürlich sofort mit ihm zum Tierarzt.
Die erste vorläufige Diagnose lautete schon da: Verdacht auf Osteosarkom. Nie hatte er auch nur irgendwas, war immer gesund. Gerade mal sieben Jahre ist er alt.
Wir waren gerade in Düsseldorf gelandet, als ich an der Stimme meiner Mutti schon merkte, das etwas absolut nicht stimmt und die Lage ernst zu sein scheint. Sie hatte mir nichts vorher erzählt, um uns unseren „ersten gemeinsamen Urlaub“ nicht zu verderben. Ich wusste nur, dass sie mit ihm beim Arzt war. Doch nun, am 16. September 2006 hat erst sie und dann unsere Ärztin mir alles erzählt. Was dann folgte waren unzählige Arztbesuche, Überlegungen, Tabletten, Leckerchen usw …
Wir hatten den Entschluss gefasst, das Bein amputieren zu lassen. Meine Tierärztin gab mir die Adresse von einer Tierklinik in Duisburg, die wir auch aufsuchten. Alle, die die Röntgenaufnahmen bisher gesehen hatten von dem Bein waren sich einig, dass es ein sehr aggressiver Knochentumor ist. Vielleicht spontan entstanden, vielleicht nach einem Sturz oder Fraktur. Wer weiß das schon so genau, mein Kleiner konnte es mir ja nicht sagen.
Nachdem der Knochen unter Narkose punktiert wurde kam nach 10 Tagen das Ergebnis vom Labor. Die schlimmsten Befürchtungen hatten sich bestätigt. Der Knochen muss so schnell wie möglich ab, sonst gibt es keine Hoffnung mehr.
Ich kann gar nicht beschreiben, wie es mir mit dieser Diagnose ging. Ich habe tagelang nur geweint und mir unendlich große Sorgen gemacht. Ich habe mich natürlich für die O.P. entschieden, auch wenn ich Sorge hatte, ob er die O.P. überhaupt schafft. Denn schon als der Knochen punktiert wurde ist er kaum aus der Narkose aufgewacht. Doch was mir große Hoffnung machte, war die Tatsache, dass bei den Röntgenaufnahmen der Lunge keine Metastasen gefunden wurden.
Wir hatten dann unseren großen Tag mein Happy und ich. Sein kleines Bein sollte am 12. Oktober 2006 amputiert werden. Die Ärztin in Duisburg machte mir noch Mut, dass Katzen prima mit 3 Beinen leben können. Sie verglich noch mal die Telefonnummern und sagte mir, ich soll mich nicht erschrecken, wenn sie tatsächlich mal anruft, meist hätte sie nur eine Frage oder so …
In Gedanken nur bei meinem Kleinen sind wir erst mal nach Hause gefahren. Ich habe nur geweint und mir unendlich große Sorgen gemacht. Nach knapp 5 Stunden klingelte plötzlich unser Telefon.
Ich wusste sofort, dass etwas nicht stimmt und habe wieder nur geweint. Am anderen Ende war die Tierklinik und die Ärztin sagte mir, dass es nicht zur O.P. gekommen ist und ich den Kleinen wieder abholen darf. Sie haben beim Ultraschall des Bauches eine sehr große Metastase festgestellt. Neben der Niere, in der Größe einer Walnuss.
Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen.
Ich kann im Moment nicht beschreiben, wie ich mich fühle. Der Kleine ist alles für mich, wie mein eigenes Kind. Meine Ärztin gab ihn mir wieder mit den Worten, dass sie nichts mehr für ihn tun können und das ich entscheiden soll, wann er nicht mehr kann und wann es Zeit ist für ihn zu gehen. Katzen sollen still und einsam leiden, sagt man. Woher sollte ich nun wissen, wann der Tag zum sterben gekommen ist???
Im Moment schmusen wir jede Minute, die wir noch zusammen haben und ich lese alles, was ich kriegen kann, in der Hoffnung, irgendwo etwas zu finden, das ihm sein junges Leben retten kann. Noch geht es ihm relativ gut, aber ich kann zusehen, wie es schlechter wird und er weniger Appetit hat. Es bricht mir das Herz und ist für uns beide eine einzige Qual. Wenn er sterben wird, wird auch ein Teil von mir mit ihm sterben …
Es ist ein unheimlich schwerer und trauriger Weg und ich wünsche allen Tierfreunden, dass ihre kleinen Wegbegleiter lange und gesund bei ihnen bleiben dürfen.
Happy, mein Baby, Mami hat dich ganz doll lieb und wird das mit dir durchstehen, bis du mir zeigen wirst, dass es an der Zeit ist, zu gehen. Ich hoffe sehr, dass du mich das dann spüren lässt …
In ewiger Liebe, deine Katzenmami Anna.
Autor: Annamaria
Annamaria.Nastasi@gmx.de
Gespeichert unter: Sonstige
Lange Zeit hatte ich es warm. Ich fühlte mich geborgen in der feuchten Dunkelheit. Dann kam der erste Schock. Ich wurde geboren.
Die Zunge meiner Mutter leckte über mein Fell. Starke Hände stellten mich auf die Beine und führten mich an die Milchquelle heran.
Bald schon war ich alleine imstande, die Nahrungsquelle zu finden, und zu saugen, wann immer ich Hunger verspürte.
Alles war neu, aber ich fand es interessant. Helligkeit und Dunkelheit wechselten sich ab. Nachdem es ein paar mal dunkel und hell geworden war, holten mich zwei Zweibeiner. Einer hielt mich fest und der andere machte etwas an meinem Kopf über meinen Ohren. Ich schrie vor Schreck und Schmerz. Sie brachten mich wieder zurück zu meiner Mutter, und bald war alles wieder gut.
Wochen und Monate verbrachte ich in der Nähe meiner Mutter. Dann trennte man mich von ihr, sperrte mich mit Gleichaltrigen in einen Verschlag aus Holz. All mein Schreien half nichts. Man ließ mich nicht mehr zu ihr zurück. Zusammen mit anderen meiner Artgenossen wurde ich eines Tages auf ein seltsames Gefährt verladen. Das ging nicht ohne Probleme ab. Ich hatte Angst. Mit diesem Gefühl stand ich nicht alleine da.
Das Gefährt setzte sich holpernd in Bewegung.
Schließlich hielt es an, und wir wurden über eine Planke wieder auf den Erdboden und gleich durch ein Gatter auf eine Wiese getrieben.
Hier blieb ich viele Tage und Nächte. Es war eine schöne Zeit, wenn auch manchmal etwas zu warm und dann wieder zu nass. Aber hier traf ich meine Mutter wieder und ich hatte Gefährten in meinem Alter. Jeden Abend kam einer der Zweibeiner vorbei und ging dann wieder, ohne uns zu belästigen.
Eines Tages wurde ich und noch ein paar meiner Altersgenossen eingefangen. Zweibeiner legten uns Stricke um unsere Hälse, und wir wurden fortgeführt. Ich wurde vorwärts gezogen und gestoßen. Alles Sträuben half nichts.
Wieder einmal verlud man mich und meine Gefährten auf dieses wackelige Ding. Diesmal dauerte die Fahrt länger.
Schließlich wurden wir ausgeladen und nebeneinander an Ringe gebunden. Ich und meine Kameraden muhten und rollten mit den Augen. Wir waren sehr durcheinander.
Eine laute Stimme übertraf alle anderen Geräusche. Ringsum standen viele Artgenossen, angebunden wie wir. Zweibeiner überall, so viele, wie ich in meinem bisherigen Leben noch nicht gesehen hatte.
Irgendwann wurde ich losgemacht, und mit Zerren und Schubsen in ein großes, sandiges Viereck gebracht. Dort führte mich der Zweibeiner, der schon bei meiner Geburt dabei gewesen war, im Kreis herum. Diese laute Stimme, die scheppernd von überall her zu kommen schien!
Es verlief wohl nicht so, wie es sollte, denn ich spürte, dass der Zweibeiner unzufrieden war. Er zog mich wieder aus dem Viereck und brachte mich in einen Pferch, in dem schon einige meiner Art herumstanden. Als es dunkel wurde, trieb man uns in einen großen Stall. Wir wurden gefüttert und getränkt. Ich sah nur noch fremde Zweibeiner und fremde Artgenossen.
Am Morgen wurde ich und ein paar der anderen geholt und schon wieder auf ein Gefährt, dieses Mal ein größeres, verfrachtet.
Immer mehr Artgenossen wurden hereingebracht, ganz eng wurde es.
Endlich ging die Fahrt los. Es schien endlos zu dauern. Wir alle wurden immer durstiger. In einer ganz besonders engen Kurve fielen ein paar von uns um, und kamen fast nicht mehr auf die Beine, weil das Fahrzeug rüttelte und schaukelte.
Jetzt kam auch noch der Hunger dazu. Viele von uns fingen an zu brüllen, aber auch wenn das Gefährt stehen blieb, kam niemand um uns herauszuholen.
Es wurde Nacht. Und weiter ging es. Erschöpft und verzagt ließ ich den Kopf hängen.
Draußen, vor den kleinen vergitterten Öffnungen, erwachte ein neuer Tag. Wie lange würde das noch so weitergehen?
Irgendwann schließlich hielt der Transporter wieder an. Die Türen gingen auf, und wir wurden über eine Rampe und weiter in einen Pferch geführt. Hier gab es Futter und Wasser!
Nachdem ich satt war und auch meinen Durst gestillt hatte, machte ich einen kleinen Erkundungsgang. Ganz in der Nähe stand ein großes Haus. Es verströmte einen eigenartigen Geruch.
Abermals wurde es Nacht.
Der neue Tag ist da.
Ein Gefährte nach dem anderen wird aus dem Pferch geholt. Beunruhigung. In mir. Um mich. Was geschieht in dem Haus, in das sie alle der Reihe nach gebracht werden?
Jetzt kommt ein Zweibeiner auf mich zu. Wieder dieser Geruch! Stärker diesmal, viel stärker. Ich versuche auszuweichen, Furcht packt mich. Aber es gibt kein Entkommen. Der Zweibeiner zerrt an meinem Strick. Weil ich mich gar so arg wehre, kommt noch ein zweiter dazu. Er schlägt mit einem Stock auf mein Hinterteil und verdreht mir den Schwanz.
Der Schmerz treibt mich vorwärts, auf das offenstehende Tor, aus dem seltsame Geräusche dringen, zu. Widerlicher Geruch schlägt mir entgegen. Ich stemme meine Vorderbeine in den Boden. Doch das ist nur eine kleine Verzögerung. Wie meine Artgenossen, und andere Vierbeiner, vor mir, werde ich über die Schwelle gezerrt.
© Silvia Flür-Vonstadl 2005
Autor: Silvia Flür-Vonstadl
masima@gfluer.at
http://www. gfluer.at
